Konzertserie Boulez Wien

Pierre Boulez Foto: Harald Hoffmann/DG

Boulez zu Ehren

Ein Rückblick auf einen Großen des 20. Jahrhunderts im Wiener Konzerthaus
Von Derek Weber
(Wien, 7. Mai 2017) Der im vergangenen Jahr gestorbene Komponist Pierre Boulez zählt ohne jede Frage zu den wichtigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Das Wiener Konzerthaus wird Boulez, der mit Wien und diesem Haus eng verbunden war, in einer beispiellosen Konzertserie mit 14 Konzerten und nahezu allen seinen Werken würdigen. Am Sonntag, 7. Mai, wurde die Serie gestartet, die einer Persönlichkeit Respekt zollen, der die Musik der Zeit nach 1945 geprägt hat wie kaum ein anderer.
Die offizielle Eröffnung des Musikfestes mit Boulez-Werken durch die Wiener Philharmoniker unter Daniel Barenboim steht zwar erst in einer Woche (am 14. Mai) an, aber das quasi halboffizielle Tür-Auf  zur Boulez-Hommage hat jetzt bereits stattgefunden. Natürlich unter der Teilnahme eben dieses umtriebigen Dirigenten, der mit dem französischen Komponisten eng befreundet gewesen ist und sich in Berlin für den Bau des „Pierre Boulez Saals“ einsetzte, der im März dieses Jahres eröffnet worden ist.
Zur Eröffnung der Wiener Reihe spielte das „Boulez Ensemble“, das sich aus Mitgliedern der Staatskapelle Berlin, des West-Eastern Divan Orchestra, Professoren der Barenboim-Said Akademie und anderen Musikern, wie dem jordanischen Pianisten Karim Said und dem in Genf wirkenden Michael Wendeberg zusammensetzt, unter der Leitung Barenboims neben Werken von Pierre Boulez, wie den intimen „Structures pour deux pianos“ und den (unter anderem mit drei Harfen ungewöhnlich besetzten) kräfig zupackenden und farbigen „Sur Incises“, auch Arnold Schönbergs „Verklärte Nacht“, ein Stück, das im Großen Saal des Konzerthauses seine wunderbare spätromantische Poesie womöglich noch stärker verstrahlen konnte als in einem kleineren Auditorium.
Ein vielversprechender Beginn für ein Festival, das den musikalischen Lebensweg von Pierre Boulez nachvollziehbar machen wird.

Pierre Boulez Foto: Harald Hoffmann/DG

Pierre Boulez Foto: Harald Hoffmann/DG



Münchner Philharmoniker


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