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    Seiji Ozawa gestorben

    Allgemein

    Seiji Ozawa ist am 6. Februar 2024 gestorben. Die Nachricht von Ozawas Tod löst in der Musikwelt große Betroffenheit aus.

    (9. Februar 2024) Im Alter von 88 Jahren ist der große japanische Dirigent Seiji Ozawa gestorben. Ozawa wurde 1935 als Sohn japanischer Eltern in der chinesischen Mandschurei geboren. In Japan studierte er zunächst Klavier, dann Dirigieren und Komposition. Bei einem Dirigierwettbewerb im französischen Besancon erhielt er einen Preis und wurde von dem Dirigenten Charles Münch nach Tanglewood eingeladen. Schließlich bekam er ein Stipendium bei Herbert von Karajan, der Ozawa ebenso prägte wie Leonard Bernstein, dessen Assistent er 1961 bei den New Yorker Philharmonikern wurde.

    Ozawa leitete das Toronto Symphony Orchestra und das San Francisco Symphony Orchestra. Berühmt wurde er vor allem als Leiter des Boston Symphony Orchestra, dem er fast 30 Jahre als Chefdirigent vorstand und das er musikalisch prägte. Ozawa wurde für seine energiereiche und gleichzeitig ruhige Art geschätzt und hat sowohl im Konzert wie auch in der Oper zahlreiche Referenzaufnahmen vorgelegt.

    In Europa arbeitete Ozawa vor allem mit den Wiener und den Berliner Philharmonikern, dem London Symphony und dem Philharmonia Orchestra London sowie mit dem Orchestre National de France zusammen. Von 2002-2010 war er Musikdirektor der Wiener Staatsoper.

    „Wenn Seiji Ozawa ans Dirigentenpult trat, herrschte in jedem Saal dieser Welt eine besondere Spannung. Immer spürbar war sein großer Respekt vor den Werken und seine tiefe Liebe zu den Musikern. Mit Seiji Ozawa verlieren wir einen der bedeutendsten Dirigenten unserer Zeit. Seine Ernsthaftigkeit, seine tiefe Empfindsamkeit, sein ethischer Anspruch und seine künstlerische Klasse gaben der Musik eine ebenso seltene wie kostbare Wahrhaftigkeit“, sagt der Intendant der Salzburger Festspiele Markus Hinterhäuser in einer ersten Stellungnahme zum Tod von Seiji Ozawa.

    Mit der Einladung der Salzburger Festspiele1969, die musikalische Leitung der Oper „Cosí fan tutte“ zu übernehmen, gab Ozawa sein Operndebüt. 1990 und 1991 übernahm er mit „Idomeneo“ die musikalische Leitung weiterer Mozartoper bei den Salzburger Festspielen.

    „Charismatisch, elektrisierend, authentisch und mit unerschöpflich scheinenden Energiereserven durchlebte er jedes von ihm geleitete Werk bis ins kleinste Detail. Für mich war es fast, als würde er glühen in seiner intensiven Hingabe“, so der Wiener Staatsoperndirektor Bogdan Roščić. „Es war einfach unmöglich, von ihm nicht gepackt zu sein, egal, ob im Konzertsaal oder auf der Opernbühne. Er hat unmittelbar überzeugt und begeistert, und das vom ersten Takt an.“
    2009 hatte sich Ozawa aufgrund einer Krebserkrankung weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

    9. Februar 2024/0 Kommentare/von Robert Jungwirth
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