Klassikinfo.de
    • HOME
    • REZENSIONEN
      • Opernkritiken und Konzertkritiken
      • CDs, DVDs und Filme
      • Bücher
      • Reportagen und Berichte
    • PORTRÄTS & INTERVIEWS
    • SERVICE
      • Über Klassikinfo
      • Werbung auf Klassikinfo
      • Förderer & Freunde
      • Community
      • Spenden
      • Reisen
      • Kontakt
        • Impressum
        • Datenschutz
      • Jobs und Praktika
      • Datenschutz
    • FESTIVALS
    • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
    • Menü Menü

    Opern
    und Konzertkritiken

    Lesen Sie bei uns aktuelle Konzert- und Opern Kritiken

    Weitere Konzerte bei der Ouverture spirituelle in Salzburg

    Opern- und Konzertkritiken

    Psalmen für Kirche, Synagoge und außerhalb davon

    Die Salzburger Festspiele setzen ihre Reihe Ouverture spirituelle mit Konzerten mit Jordi Savall und Cantando Admont auf begeisternde Weise fort – während sich alle fragen, warum Markus Hinterhäuser als Intendant eigentlich gehen musste

    Von Robert Jungwirth

    (Salzburg, 21. und 22. Juli 2026) Zwar arbeitet die Interims-Intendantin Karin Bergmann den von Markus Hinterhäuser konzipierten Spielplan der diesjährigen Salzburger Festspiele in Respekt vor ihrem Vorgänger geräuschlos ab, was aber nach diesem Sommer kommt, ist völlig offen. Vor allem, welche Richtung die Festspiele künstlerisch einschlagen werden. Mit Hinterhäuser hat das bedeutendste Klassik-Festival der Welt ein enorm hohes künstlerisches Niveau erreicht, das auch sein Publikum findet, weil Hinterhäuser es eben verstanden hat, durch Authentizität und seine eigene Begeisterungsfähigkeit die Menschen mitzunehmen, zu animieren, zu interessieren.

    Herausragendes Beispiel ist die Ouverture spirituelle, eine Konzertreihe mit Neuer und Alter Musik spirituellen Charakters, nicht immer nur geistlich, aber eben spirituell, die anfangs eher beiläufig wahrgenommen wurde und sich im Lauf der letzten Jahre zu einem wahren Publikumsrenner entwickelt hat. Beinahe alle Konzerte in der ziemlich großen Kollegienkirche sind in diesem Jahr wieder ausverkauft, die Begeisterung selbst nach sperrigen Werken wie etwa Kurtágs „Liedern der Schwermut und der Trauer“ oder Klaus Hubers „Miserere hominibus“ ist immer groß.

    Nicht nur hier, aber eben gerade hier hat Hinterhäuser eine fantastische Aufbauarbeit geleistet (zusammen mit seinem Konzertchef), die seinen zweifelhaften Rauswurf zusätzlich als völlig unangemessen stil- und würdelos erscheinen lässt – und zwar für Hinterhäuser ebenso wie für die Festspiele selbst. Dazu kommt zum Imageschaden für die Festspiele auch noch der finanzielle, den die Hinauskatapultierung eines Intendanten im laufenden Vertrag mit sich bringt. Bis jetzt bleibt das Kuratorium zudem die Offenlegung der Belege schuldig, die den brutalen Rauswurf Hinterhäusers rechtfertigen.

    Zurück zur Ouverture spirituelle und der Programmatik der Festspiele. Wird die neue Intendantin, der neue Intendant an diese erfolgreiche Programmatik anknüpfen? Die neue Intendanz wird sich vorrangig um die großen Brocken des Spielplans kümmern müssen und das ist schon eine Herkulesaufgabe. Und dann wird es in Zukunft noch darum gehen, Ausweichquartiere zu finden und umzugestalten, weil der Festspielbezirk in den kommenden Jahren aufwendig umgebaut und renoviert wird. Zu all dem noch ein ausgefeiltes, super-kreatives Vorprogramm zu konzipieren dürfte zumindest sehr schwer werden, das fachliche Wissen für eine solche Programmatik einmal vorausgesetzt.

    Es liegt also in mehrfacher Hinsicht ein Hauch von Abschied über den diesjährigen Konzerten, auch wenn Hinterhäuser sich hin und wieder sogar im Publikum blicken lässt. Auch seine beiden Konzerte im Programm des Festivals hat er (noch) nicht abgesagt.

    „Miserere“ ist das Thema der diesjährigen Ouverture spirituelle. Erbarmen wird erfleht, göttliche Nachsicht mit uns armen Sündern. Vielleicht kann man den Begriff auch in Demut umwandeln, und die ist für jeden, auch nicht-gläubigen Menschen angebracht.

    Mit einem Aufschrei in den hohen Stimmen beginnt Klaus Huber „Miserere hominibus“ für sieben Solostimmen und sieben Instrumente, um sich dann in vielfältigen Stimmen aufzufächern, sparsam sekundiert von einzelnen Orchesterstimmen. Und auch die Sängerinnen und Sänger agieren zusehends reduzierter, stockender, wenn man so will verzweifelter in dieser Komposition. Gleichzeitig wächst die Konzentration und Kontemplation der geradezu meditativ vereinzelten Klänge. Beispielhaft veranschaulichen, dass die Musikerinnen und Musiker, Sängerinnen und Sänger von Cantando Admont und Phace unter der konzentrierten Leitung von Cordula Bürgl.

    Neben dem titelgebenden Psalm 50 hat Huber auch auch zahlreiche andere Texte in seiner Komposition verwendet, etwa von Octavio Paz, Jacques Derrida, Mahmoud Darwisch oder einen kapitalismuskritischen von Carl Amery, in dem es heißt: „Unsere Seelen verändert der totalitäre Markt (…) denn er zehrt von menschlicher Schwäche und verstärkt diese laufend. Seine erste Großtat: Demontage des ethischen Sollens!“

    Gegen Ende dann schafft Huber verblüffende Beziehungen zu früher geistlicher Musik mit Anklängen an die niederländische Vokalpolyphonie und Gregorianik, ebenfalls sehr sparsam akzentuiert. Wie ein Hauch weht die geistliche Atmosphäre aus anderen Zeiten herüber. Fordert uns auf zum Dialog, zur Relativierung unserer Gegenwart.
    Wie schön, dass im ersten Teil des Konzerts eben diese zitierte Alte Musik ausführlich zu hören war, mit den Lamentationes von Cristobal de Morales von etwa 1550, vier- bis sechsstimmig, in schwebender Luzidität gesungen.

    Jordi Savall schafft Bezüge zwischen den Stilen und Traditionen

    Tags darauf begeisterte einer der ganz Großen der Alten Musik mit einem inhaltlich wie musikalisch überaus inspirierten Konzert: der Gambist, Dirigent und unermüdliche Musikforscher Jordi Savall, dem vor ein paar Monaten in München der Ernst von Siemens Musikpreis verliehen wurde. Mit seiner Capella Reial de Catalunya und Le Concert de Nations stellte Savall Allegris schwebend-überirdisches Miserere in einen Dialog mit dem Miserere des 14-jährigen Mozart, das dieser im Eindruck des Hörens von Allegris Werk in Rom komponierte.

    Dazu gab es noch so wenig Bekanntes wie die Damnatorum Lamentatio von Carissimi und Charpentiers ebenfalls von einem Romaufenthalt inspirierte Litainies de la Vierge. Was für ein reicher Fundus an kirchenmusikalischen Schätzen, die noch durch ein frühes Stabat mater von Vivaldi ergänzt wurden, das eine besonders innige Solokantate über die Schmerzen Marias darstellt – überaus ansprechend gesungen von dem Counter-Tenor Raffaele Pe.

    Über jedes einzelne Werk lohnte sich eine eingehendere Betrachtung, doch dazu ist hier nicht der Ort. In jedem Fall stellte die ausdrucksstarke und klangschöne Aufführung durch Savall und seine eingeschworenen Mitstreiter die jeweiligen Stilistiken und Besonderheiten ganz wunderbar heraus, so etwa die Opern- und Monteverdi-Nähe von Carissimis Lamentatio oder die Nähe zur italienischen Tradition bei Charpentier. Und schließlich gab es mit „An den Strömen von Babel“ von Salamone Rossi von 1622 auch noch einen musikalischen Brückenschlag zum Judentum, insofern als Rossi – selbst jüdischen Glaubens – zahlreiche Kompositionen für den synagogalen Gottesdienst schrieb, daneben aber auch zusammen mit Monteverdi am Hof der Gonzagas in Mantua tätig war.

    Wird man auch in Zukunft solch vielfältige und beziehungsreiche Programme im „Vorprogramm“ der Salzburger Festspiele hören können? Wir werden es sehen. Bis jetzt sind alle Fragen offen.

    23. Juli 2026/0 Kommentare/von Robert Jungwirth
    https://www.klassikinfo.de/wp-content/uploads/2026/07/savallmarcoborrelli_220726_03976.jpg 822 1500 Robert Jungwirth https://klassikinfo.de/wp-content/uploads/2017/05/Logo-groß-ohne-Schriftzug-300x144.jpg Robert Jungwirth2026-07-23 21:38:492026-07-24 09:41:18Weitere Konzerte bei der Ouverture spirituelle in Salzburg

    Münchner Hofkapelle mit ihrem Weihnachtskonzert

    Opern- und Konzertkritiken
    Nicht nur zur Weihnachtszeit Weihnachten am Münchner Hof – ein Konzert der Hofkapelle München Von Robert Jungwirth (München, 21. Dezember 2022) Mit der Alten Musik ist es in München in etwa so wie mit der Neuen Musik. Sie hat es…
    23. Dezember 2022
    /
    0 Kommentare
    https://klassikinfo.de/wp-content/uploads/2017/05/Logo-groß-ohne-Schriftzug-300x144.jpg 0 0 Robert Jungwirth https://klassikinfo.de/wp-content/uploads/2017/05/Logo-groß-ohne-Schriftzug-300x144.jpg Robert Jungwirth2022-12-23 13:53:012022-12-23 13:53:01Münchner Hofkapelle mit ihrem Weihnachtskonzert

    Biographie über die legendäre Pianistin Maria Judina

    Buchbesprechungen
    Feuriges Spiel als Spiel mit dem Feuer Elizabeth Wilsons Biographie der Pianistin Maria Judina „Playing with Fire“ Von Bernd Feuchtner (Dezember 2022) Maria Judina war eine Institution in der Sowjetunion. Als Pianistin war sie so…
    20. Dezember 2022
    /
    0 Kommentare
    https://klassikinfo.de/wp-content/uploads/2017/05/Logo-groß-ohne-Schriftzug-300x144.jpg 0 0 Robert Jungwirth https://klassikinfo.de/wp-content/uploads/2017/05/Logo-groß-ohne-Schriftzug-300x144.jpg Robert Jungwirth2022-12-20 14:16:362023-01-31 14:51:07Biographie über die legendäre Pianistin Maria Judina

    Buchneuerscheinung: Musikphilosophisches zwischen den Tönen

    Buchbesprechungen
    Zwischen Tönen „Zwischen Tönen“ von Michael Schmidt – ist ein kleines kluges Buch über Fragen zur Musik mit vielen Anregungen und Erkenntnissen, aber ohne endgültige Antworten Von Robert Jungwirth (Januar 2023) „The unanswered…
    19. Dezember 2022
    /
    0 Kommentare
    https://klassikinfo.de/wp-content/uploads/2017/05/Logo-groß-ohne-Schriftzug-300x144.jpg 0 0 Robert Jungwirth https://klassikinfo.de/wp-content/uploads/2017/05/Logo-groß-ohne-Schriftzug-300x144.jpg Robert Jungwirth2022-12-19 12:53:222023-01-31 17:22:03Buchneuerscheinung: Musikphilosophisches zwischen den Tönen

    Gefeierte Asientournee der Staatskapelle Berlin mit Christian Thielemann

    Allgemein
    Gefeierte Asientournee der Staatskapelle Berlin mit Christian Thielemann (9. Dezember 2022) In der ausverkauften Tokioter Suntory Hall gaben Christian Thielemann und die Staatskapelle Berlin am 8. Dezember mit der dritten und vierten Symphonie…
    9. Dezember 2022
    /
    0 Kommentare
    https://klassikinfo.de/wp-content/uploads/2017/05/Logo-groß-ohne-Schriftzug-300x144.jpg 0 0 Robert Jungwirth https://klassikinfo.de/wp-content/uploads/2017/05/Logo-groß-ohne-Schriftzug-300x144.jpg Robert Jungwirth2022-12-09 10:16:592023-01-31 14:51:24Gefeierte Asientournee der Staatskapelle Berlin mit Christian Thielemann

    Sehenswert: La Traviata in Stralsund

    Opern- und Konzertkritiken
    Eine unheimliche Liebe Sandra Leupold begeistert am Stralsunder Theater mit einer minimalistischen „La Traviata“ Von Bernd Feuchtner (Stralsund, 3. Dezember 2022) Violetta macht sich Illusionen. Das hatte sie schon am Anfang gemacht,…
    7. Dezember 2022
    /
    0 Kommentare
    https://klassikinfo.de/wp-content/uploads/2017/05/Logo-groß-ohne-Schriftzug-300x144.jpg 0 0 Robert Jungwirth https://klassikinfo.de/wp-content/uploads/2017/05/Logo-groß-ohne-Schriftzug-300x144.jpg Robert Jungwirth2022-12-07 10:55:262023-01-31 14:51:39Sehenswert: La Traviata in Stralsund

    München hat einen neuen Lohengrin – der Star aber ist Elsa

    Opern- und Konzertkritiken
    Petra Kelly und der übergriffige Ritter Der neue „Lohengrin“ an der Bayerischen Staatsoper ist eine Freude und ein Ärgernis zugleich Von Robert Jungwirth (München, 3. Dezember 2022) Die Welt ist in Aufruhr. Wohin man blickt, Gewalt,…
    4. Dezember 2022
    /
    0 Kommentare
    https://klassikinfo.de/wp-content/uploads/2017/05/Logo-groß-ohne-Schriftzug-300x144.jpg 0 0 Robert Jungwirth https://klassikinfo.de/wp-content/uploads/2017/05/Logo-groß-ohne-Schriftzug-300x144.jpg Robert Jungwirth2022-12-04 12:03:032023-01-31 14:51:53München hat einen neuen Lohengrin – der Star aber ist Elsa
    Seite 76 von 362«‹7475767778›»

    Jetzt Klassikinfo Mitglied werden!

    HIER klicken!

    Unterstützen Sie KlassikInfo freiwillig mit einer Spende von 5€, 10€ oder 50€!

    Werbung

    Werbung

    SHORT NEWS

    Kategorien

    • Aktuelle Rezensionen von CDs, DVDs und Filmen
    • Allgemein
    • Buchbesprechungen
    • News
    • Opern- und Konzertkritiken
    • Porträts – Interviews
    • Reisen
    • Reportagen – Berichte

    Spenden an KlassikInfo

    Leider ist KlassikInfo nicht kostenlos in der Herstellung. Wenn Sie KlassikInfo unterstützen, hilft uns das, das Angebot zu erhalten und auszubauen.

    Klassikinfo Mitglied werden

    HIER klicken!

    Schreiben Sie uns eine Mail unter "Kontakt" oder verwenden Sie den Spenden-Button. Vielen Dank!

    Spendenbutton

    Copyright © KlassikInfo.de, München. Alle Rechte vorbehalten. | webagentur kultur-design.com
    • WERBUNG
    • KONTAKT
    • DATENSCHUTZ
    • IMPRESSUM
    Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen
    Powered by DigiMember