Hossein Pishkar gewinnt Deutschen Dirigentenpreis

Der iranische Dirigent Hossein Pishkar hat den Deutschen Dirigentenpreis 2017 gewonnen. Nach dem Finalkonzert in der Kölner Philharmonie kürte die Jury kürte den 28-Jährigen, der von den 12 Teilnehmern am meisten überzeugen konnte.

Nach zwei Wertungsrunden hatten es Dominik Beykirch, Hossein Pishkar und Anna Rakitina ins Finale geschafft. Im abschließenden Konzert in der Kölner Philharmonie waren die drei Finalisten mit dem WDR Sinfonieorchester, dem Gürzenich-Orchester Köln sowie mit den Sängerinnen und Sängern des Ensembles und des Internationalen Opernstudios der Oper Köln zu erleben. Hossein Pishkar überzeugte im Finale mit seiner Interpretation von Robert Schumanns „Manfred-Ouvertüre“ mit dem WDR Sinfonieorchester und einem Ausschnitt aus dem 3. Akt von Giuseppe Verdis Oper „Rigoletto“ mit dem Gürzenich-Orchester Köln und den Sängerinnen und Sängern der Oper Köln. Als den „geborenen Dirigenten“ bezeichnet Juryvorsitzender Lothar Zagrosek den Gewinner Hossein Pishkar.

Der mit 20.000 Euro dotierte 1. Preis ist gestiftet von der Stadt Köln und der Stadt Bonn. Die Preisübergabe erfolgte durch die Oberbürgermeisterin der Stadt Köln Henriette Reker und den Oberbürgermeister der Stadt Bonn Ashok-Alexander Sridharan. Neben dem Preisgeld erhält der Gewinner ein Vorstellungsdirigat an der Oper Köln, eine Produktion mit dem WDR Sinfonieorchester sowie eine Assistenz beim Gürzenich-Orchester Köln mit dem Generalmusikdirektor der Stadt Köln François-Xavier Roth.

Der 2. Preisträger Dominik Beykirch aus Deutschland erhält ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro, das von vier Kölner Ehepaaren gespendet wurde. Der mit 5.000 Euro dotierte 3. Preis, gespendet von den Mitgliedern der Opernfreunde Bonn, ging an Anna Rakitina aus Russland. Die Preisträger erhalten darüber hinaus Konzertengagements bei den Partnerorchestern Beethoven Orchester Bonn, Dortmunder Philharmoniker, Duisburger Philharmoniker, Nordwestdeutsche Philharmonie Herford, Nürnberger Symphoniker sowie bei der Philharmonie Südwestfalen.

Der Bärenreiter-Verlag stiftete einen Sonderpreis für die beste Interpretation eines Werkes des 20./21. Jahrhunderts aus. Der Sonderpreis, ein Notengutschein in Höhe von 500 Euro, ging an Vladimir Yaskorski.

Die 12 Kandidaten aus acht verschiedenen Ländern, die sich für den Wettbewerb qualifizieren konnten, hatten sich ab dem 22. September dem Votum einer namhaft besetzten Jury gestellt, in der Lothar Zagrosek (Vorsitz), Hartmut Haenchen, Dirigent, Siegwald Bütow, Manager und Produzent des WDR Sinfonieorchesters, Louwrens Langevoort, Intendant der Kölner Philharmonie und Geschäftsführer der KölnMusik GmbH, die Intendantin der Oper Köln Birgit Meyer und der Musik- und Theaterwissenschaftler Stephan Mösch mitwirkten. Der Deutsche Musikrat veranstaltete in Partnerschaft mit der Kölner Philharmonie, der Oper Köln, dem Gürzenich-Orchester Köln und dem WDR Sinfonieorchester den einwöchigen Wettbewerb, der das genreübergreifende Können der jungen Dirigenten fordert und gleichermaßen die Gattungen Oper und Konzert berücksichtigt. Bereits Anfang des Jahres hatten sich auf die weltweite Ausschreibung über 80 Dirigenten aus 25 verschiedenen Ländern um die Teilnahme am Deutschen Dirigentenpreis 2017 beworben.

Gewinner Hossein Pishkar studierte zunächst in Teheran

Hossein Pishkar absolvierte zunächst ein Kompositionsstudium in Teheran, bevor er 2012 nach Deutschland kam, um an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf Orchesterleitung bei Rüdiger Bohn zu studieren. Er konzertierte mit den Bergischen Symphonikern, den Düsseldorfer Symphonikern, dem Orchestre Philharmonique de Strasbourg und der Rumänischen Staatsphilharmonie Satu Mare. Bis 2015 war er Chefdirigent des Concerto Langenfeld. Im Iran gastierte er u. a. beim Teheraner Jugendorchester und beim Orchester der Teheraner Musikschule. Darüber hinaus konzertiert er regelmäßig als Tar-Spieler mit einem traditionell-iranischen Musikprogramm. Im Rahmen des Warschauer Herbstes 2015 war er Assistenzdirigent beim European Workshop for Contemporary Music. Als „Conductor-in-Progress“ assistierte er in der Spielzeit 2015/16 beim Staatsorchester Rheinische Philharmonie in Koblenz und leitete eigene Konzerte. 2016 führte ihn eine Assistenz zur Jungen Deutschen Philharmonie, wo er die Vorproben für Alban Bergs „Lulu“ und für die Uraufführung von Rebecca Saunders „Still“ übernahm. 2017 assistierte er Thomas Gabrisch bei der Produktion von Joseph Haydns „Die Welt auf dem Monde“ mit Orchester und Sängern der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf. 2017 war er Teilnehmer an der Riccardo Muti Italian Opera Academy. Darüber hinaus erhielt er den Ernst-von-Schuch-Preis 2017.

Hossein Pishkar ist seit 2015 Stipendiat im Dirigentenforum des Deutschen Musikrates. Auch der zweitplatzierte Dominik Beykirch und der Sonderpreisträger Vladimir Yaskorski werden durch das Dirigentenforum des Deutschen Musikrates gefördert.

30-9-2017

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