CD der Woche

Entdeckenswertes im Repertoire-Abseits

Meyerbeer: Grande Opera, Diana Damrau, Erato 0190295848996

Von Christoph Zimmermann

Eine Luxus-CD mit vornehmst gekleideter Diva als Cover-Blickfang, randvoll mit Musik gefüllt (81’25). Kein gemischtes Programm, sondern Konzentration auf einen einzigen Komponisten. Gab`s das bei Giacomo Meyerbeer schon einmal? Zu seiner Zeit ruhmreich, siedelt er heute im Repertoire-Abseits, auch wenn sich Bühnenaufführungen in letzter Zeit mehren, bei teilweise veritablen Entdeckungen (in Chemnitz 2013 „Vasco da Gama“, die Urfassung von „L’Africaine“). Als überaus wichtig hat sich die Arbeit der in Venedig beheimateten Stiftung Palazzetto Bru Zane erweisen, wo man sich nachdrücklich um französisch-romantische Musik bemüht (jüngst „Proserpine“ von Saint-Saens).

Auch am Meyerbeer-Recital von Diana Damrau war man kreativ beteiligt, die sich für diesen Komponisten übrigens bereits seit ihrer Ausbildungszeit interessiert. Eine Arie aus „Le Prophète“ zeigt sogleich, was die Qualitäten dieser wahrlich fantastischen Sopranistin ausmacht: sattelfeste Koloraturtechnik (nicht zuletzt perfekte Triller), leicht genommene, schimmernde Spitzentöne, elegante Phrasierung – und das alles mit jugendlichem Charme. „Dinorah“ und „Huguenots“ – kaum besser denkbar.

Auch der lyrische Ausdruck („Robert le Diable“, „L’Africaine“) gerät perfekt und emotional erfüllt. Mit „Crociato in Egitto“ und „Emma di Resburgo“ geht es auf italienisches, mit den Frühwerken „Alimelek“ und „Feldlager in Schlesien“ auf deutsches Terrain, hier sogar mit „world premiere recordings“. Das Orchester der Oper Lyon (samt Chor) assistiert unter Emmanuel Villaume stilsicher und klangschön. Sogar periphere Kleinpartien wurden besetzt.


0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.