Ensemble Interchange bei der Münchner Residenzwoche
Im Garten der Terpsichore
Das Ensemble Interchange mit Musik des 17. Jahrhunderts beschließt die diesjährige Münchner Residenzwoche
Von Robert Jungwirth
(München, 19. Oktober 2025) Es ist schon faszinierend festzustellen, wie international die Musikszene schon im 16. und 17. Jahrhundert war. Die Deutschen Johann Hermann Schein und Michael Praetorius komponierten Lieder und Tanzsätze, die in Charakter und Ausdruck nicht weit entfernt sind von Monteverdis Orfeo. Und auch der Holländer Jakob van Eyck komponierte in dieser Zeit auf ähnliche Weise. Das Ensemble Interchange stellte die Vielfältigkeit und Verbindungen zwischen diesen und noch einer Reihe anderer Komponisten in einem kundig zusammengestellten und ebenso musizierten Konzert zum Abschluss der Münchner Residenzwoche im Prachtsaal des Antiquariums der Residenz einem begeisterten Publikum vor.
Das Instrumentation der Stücke wird wie üblich bei der Musik dieser Zeit von dem Ensemble in Eigenregie vorgenommen. Eine inhaltliche Klammer gab es auch, die für thematische Einheit sorgte. Es ging vor allem um Liebeslieder mit Bezug auf die griechische Mythologie, um Phyllis, Daphne und den hinter ihnen herjagenden Apoll. Das meiste entstammt der Sammlung „Terpsichore“ mit Liedern und Tänzen aus der Zeit Heinrich IV. Der Countertenor Franz Vitzthum sang sie mit klarer, beweglicher Stimme, überzeugend in Diktion und Deklamation.
Und das elfköpfige Ensemble Interchange begleitete mit farbigem und beweglichem Spiel, fein klanglich ausbalanciert zwischen Gamben, Zinken und Flöten. Auch die virtuose Nachtigallen-Fantasie für Soloflöte von van Eyck „Engels Nachtegaeltje“ geriet ganz famos. Dazwischen eingestreut gab es instrumentale Tänze von Pierre-Francisque Caroubel, Michael Praetorius und Ludovico Grossi da Viadana. Ein charmant-heiterer, beziehungsreicher Abschluss der diesjährigen Residenzwoche. Für die nächste Ausgabe dieses wunderbaren Festivals würde man sich einmal eine komplette Wiedergabe von Monteverdi „Orfeo“ wünschen – z.B. mit dem Ensemble Interchange…


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