Der Gitarrist Thorsten Goods in München
Feelgood-Jazz
Thorsten Goods stellte in München seine neue CD „Soul Deep“ vor
Von Robert Jungwirth
(München, 9. November 2025) Mit seiner CD „My Irish Heart“ hat sich der Gitarrist und Sänger Torsten Goods vor vielen Jahren directement in unsere Herzen gespielt. Die sanfte Melancholie und das Heimweh nach einem Irland, dass der Sohn einer irischen Mutter zwar nie wirklich als Heimat erfahren hat, klingen anrührend und groovig zugleich. Dazu kommt natürlich, dass Goods ganz einfach ein phänomenaler Gitarrist und Sänger ist. Und er hat für seine Songs einen ganz eigenen Stil entwickelt. Vor allem, wenn er seine virtuosen Gitarrensoli auch noch mitsingt. Goods ist ein Allround-Musiker, das ist zu einem gewissen Teil wahrscheinlich tatsächlich seinem irischen Erbe zu verdanken. Auf der Insel gibt es bekanntlich ebenso viele Musiker wie Einwohner.
Musikalisch blickt Goods, der schon im zarten Teenageralter nach New York ging, um Jazz-Gitarre zu studieren, weit gen Westen. Am liebsten nimmt er in seinen eigenen Kompositionen Bezug auf Musiker und -Sänger wie etwa Al Jarreau oder George Benson (um nur zwei zu nennen). So haben seine Songs und Stücke immer auch etwas Retrohaftes. Man konnte das auch am Publikum im Kulturkraftwerk Bergson sehen, in dem Goods mit seinem Quartett jetzt seine neue CD „Soul Deep“ vorstellte. Da gab es doch einige Silberlocken in den Stuhlreihen. Die Stimmung war jedenfalls prächtig, und das Bergson präsentierte sich einmal mehr als perfekter Ort für solche mittelgroßen Jazz-Events.
Mit seinen Mit-Musikern Ferdinand Schwartz, Klavier, Keyboard, Björn Werra, Bass und Felix Lehrmann, Schlagzeug, rockte Goods das Publikum nach allen Regeln der Funk- und Soul-Kunst. Man weiß gar nicht, was einen mehr beeindruckt, die grandiose Virtuosität in den rasanten Soli oder der geradezu betörende Klang seiner akustischen Gitarre in den balladenhaften Stücken. Auch seine Krankheit Alopecia (spontaner Haarausfall) wird auf der CD zum Thema gemacht und quasi musiktherapeutisch aufgearbeitet.. Die neue CD jedenfalls ist eine gelungene Fortführung seines bisherigen musikalischen Weges. Es ist Feelgood-Pop-Jazz vom Feinsten.



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