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    Die Piraten von Penzance in München

    Opern- und Konzertkritiken

    Monty Pythons Ahnen

    „Die Piraten von Penzance“ am Münchner Gärtnerplatztheater

    Von Robert Jungwirth

    (München, 11. Dezember 2024) Weder die Mitglieder der Blödeltruppe Monty Python noch Mr. Bean sind vom Himmel gefallen (auch wenn genau das mit der Intro von Mr. Bean imaginiert wird). Diese schrullig-abstrusen Vertreter des englischen Humors kommen nicht aus dem luftleeren Raum, sie haben Vorläufer. Ein Vorläufer ist das musikalische Theater von Gilbert und Sullivan des letzten Drittels des 19. Jahrhunderts. Auf unterhaltsame Art und mit riesigem Erfolg beim Publikum nahm es die Gesellschaft seiner Zeit auf die Schippe. Die Geschichten sind gerne mal harmlos-dämlich wie bei den „Piraten von Penzance“ und auch die Absurdität hat noch nicht das Maß der Monty Pythons oder Mr. Beans, aber es geht schon in die Richtung.

    Der junge Frederic wurde aus Versehen zur Ausbildung zu den Piraten gesteckt und will nun am Ende seiner Lehre den Enterhaken an den Haken hängen und ein bürgerliches Leben führen und heiraten. Als Ex-Pirat ist das nicht ganz so easy, aber auch nicht unmöglich. Nach einigen Irrungen und Wirrungen, die wirklich zu dämlich sind, um sie hier nachzuerzählen, kann er seine angehimmelte Mabel schließlich in den Hafen der Ehe führen. Vor allem das britische Militär, die Polizei und der Adel bekommen ihr Fett weg in diesem Piraten-Singspiel.

    Das Münchner Gärtnerplatztheater, wo eine solche Gilbert-und-Sullivan-Oper auch theatergeschichtlich gut hinpasst, wird viel Klamauk getrieben, gleichzeitig aber auch einiges an „Fluch der Karibik“-Atmosphäre verbreitet (Bühne: Kars Fehringer und Judith Leikauf, Kostüme: Birte Wallbaum). Der Piratenhäuptling (Daniel Gutmann) erinnert nicht zufällig an Johnny Depp und fast schon nimmt er seine Rolle zu ernst für eine Komödie. Ansonsten schippert die Inszenierung des Engländers Adam Cooper geschickt im Brackwasser gesellschaftlicher Konventionen des viktorianischen Englands.

    Anthony Bramall (ebenfalls Engländer) am Pult lässt die Musik in ihrer Mischung aus Rossini und Offenbach Humor und melodiösen Schmelz verbreiten, ohne es dabei zu übertreiben. Der englische Humor fordert schließlich immer Contenance – in Text und Musik. Ein spielfreudiges Ensemble mit den beiden stimmlich glänzenden Protagonisten Matteo Ivan Rašić als Frederic und Sophia Keller als Mabel, aber auch Daniel Gutmann als Piratenhauptmann verhelfen dem harmlosen Stückchen zu einem vom Publikum mit begeistertem Applaus aufgenommenen Bühnenerfolg.

    12. Dezember 2024/0 Kommentare/von Robert Jungwirth
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