Violeta Urmana

Neue Lieblingsrolle Isolde

Violeta Urmana Foto: Christine Schneider

Violeta Urmanas szenisches Europadebüt als Isolde an der Wiener Staatsoper

"Irgendwann einmal möchte ich die Isolde singen", bekannte die litauische Sopranistin Violeta Urmana schon vor über zehn Jahren, damals noch eine gefeierte Azucena, Eboli oder Fricka. Das, was sich seinerzeit noch wie ein Traum anhörte, ist mittlerweile Wirklichkeit, und so ist Violeta Urmana am 14. Dezember in dieser Partie an der Wiener Staatsoper zu erleben, in einer musikalischen Neueinstudierung unter Sir Simon Rattle. Die Aufführung ist zugleich Violeta Urmanas Europadebüt als Isolde und überhaupt erst das zweite Mal, dass sie diese Partie komplett in einer szenischen Version singt.
"Der Reiz für mich als dramatischer Sopran liegt darin, diese unglaublich ekstatische, exaltierte und wunderschöne Musik zu singen. Es ist allerdings auch eine Herausforderung, diese sehr lange Partie gut durchzustehen." Mit Kundry in Parsifal und Sieglinde in Walküre, die schon seit langem zu ihren Paraderollen zählen und mit denen sie Triumphe nicht nur bei den Bayreuther Festspielen feiern konnte, hat sich Violeta Urmana langsam an das dramatische Wagnerfach herangearbeitet.
Bei Violeta Urmana "kann man miterleben, wie eine grandiose Sängerin offenbar die gegenwärtige Rolle ihres Lebens gefunden hat. Vom höchsten melodischen Aufschwingen bis ins letzte Aufstöhnen hinein kann dieser Kundry derzeit wohl niemand das Wasser reichen", urteilte die Frankfurter Rundschau 2008 nach den Parsifal-Vorstellungen in Valencia. Und die Times schrieb: "Urmana’s Kundry is the Lithuanian soprano’s finest creation: thrillingly, fearlessly sung, richer and deeper than ever in psychological insight."
Im Frühjahr 2010 wird Urmanas Kundry bei dem neuen Label Mariinsky auch als CD erscheinen, als Mitschnitt aus Sankt Petersburg unter Valery Gergiev.
Die Isolde markiert nun einen ganz besonderen Höhepunkt in Violeta Urmanas Karriere. "Sicherlich wird das meine Lieblingspartie für die Zukunft sein", prophezeit Urmana sich selbst. In der Vergangenheit hat sie sich freilich bereits gründlich auf diese anspruchsvolle Rolle vorbereitet, sie zunächst im Konzert ausprobiert – 2004 unter Myung-Whun Chung in Rom und unter Claudio Abbado in Luzern – ehe schließlich im Sommer 2008 das szenische Debüt bei einem Japan-Gastspiel der Opéra National de Paris erfolgte. Nun präsentiert sich Violeta Urmana auch hierzulande einmal mehr als Wagnersängerin und damit in einem Repertoire, das ihrer Stimme und ihrer Persönlichkeit ganz besonders entgegen kommt.

Auch für das Jahr 2010 sind neben einem Rollendebüt als Odabella in Verdis Attila an der New Yorker MET weitere Auftritte in Wagner-Opern geplant: als Sieglinde unter Donald Runnicles an der Deutschen Oper Berlin und wiederum als Isolde in Konzerten mit dem WDR Sinfonieorchester unter Semyon Bychkov. Damit empfiehlt sich Violeta Urmana als eine der vielseitigsten und wandlungsfähigsten Sängerinnen unserer Zeit.
Nach der Wiener Premiere wird ihr am Dienstag, 15. Dezember um 17.00 Uhr, im Teesalon der  Wiener Staatsoper der Titel Kammersängerin verliehen.
Ihre Sängerkollegen in Wien sind Robert Dean Smith (Tristan), Franz-Josef Selig (König Marke), Bo Skovhus (Kurwenal) und Yvonne Naef (Brangäne).

Vorstellungen am 14., 18. und 22. Dezember
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