Varignana Resort

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Bologna, Musik und Erholung

Das Varignana Resort in der Nähe von Bologna bietet nicht nur abwechslungsreiche Erholung – seit diesem Jahr gibt es dort auch ein Musikfestival
Von Laszlo Molnar

(Bologna, im Juli 2014) Bologna, soll der von dort stammende „Cantautore“ Lucio Dalla gesagt haben, sei so klein, dass man dort sein Kind ruhig unbeaufsichtigt herumlaufen lassen könne. Das spricht durchaus für die Lebensqualität der italienischen Universitätsstadt. Trotz des reichen kulturellen Erbes, das – natürlich – in die Römerzeit zurückreicht, im Stadtbild aber auf dem Mittelalter aufbaut, ist Bologna nicht zu einem Touristenzentrum geworden wie Venedig, Florenz oder Rom. Es hat sich, auch anders als Neapel oder Genua, einen soliden Ruf bewahren können und punktet bei aller Geschäftigkeit mit mehr Charme als Mailand.
Bologna, da gibt es keinen Zweifel, gehört zu den Städten in Italien, die auf die Besuchsliste gehören. Innerhalb des Rings der historischen Stadtmauern hat sich eine fast ideale italienische Stadt aus Mittelalter und Renaissance erhalten, die wegen des begrenzten Platzes ebenso organisch wie gezielt gewachsen ist. Die heutige Einwohnerzahl von 500.000 konnte Bologna natürlich nur durch üppiges Wuchern in die Umgebung erreichen. Innen aber hatten sich die Bewohner über die Jahrhunderte einiges einfallen lassen, um aus dem vorhandenen Platz das meiste heraus zu holen. Bologna ist bekannt als die Stadt der Arkaden. Dieses Netz von 40 Kilometern überdachter Bürgersteige verdankt die Stadt den Studenten und ihrem Raumbedarf. Dadurch, dass man die Bürgersteige überbaute, konnten die Häuser verbreitert und mehr Zimmer eingebaut werden. Heute genießen es die Bologneser und ihre Besucher, wenn sie an den nicht wenigen heißen Tage unter den schattigen Arkaden ihren Geschäften nachgehen, bummeln, shoppen oder eine der lokalen Köstlichkeiten verzehren können.
Ebenfalls dem eingeschränkten Platz verdankt die Stadt eine andere bauliche Eigenheit: die Geschlechtertürme, von denen es heute noch etwa einhundert gibt. Am prominentesten ragen die „schiefen Türme“ hervor, ein Zwillingspaar, einer knapp einhundert, der andere rund 40 Meter hoch. Sie stammen aus dem 12. Jahrhundert und markieren den Rand des heutigen Stadtzentrums, welches die Piazza Maggiore bildet. Egal, aus welcher Epoche die Architektur stammt: Die meisten Gebäude wurden aus sorgsam gefügten Ziegeln erbaut, die deshalb unverputzt bleiben konnten, weshalb die Stadt auch den Titel „die rote Stadt“ trägt. Was auch, das rührt von ihrem Erfolg als Industriestandort her, für ihre politische Haltung zutrifft.

Das Musikfestival im Erholungs-Resort

Gegenüber ihrem Ansehen als Kultur-, Universitäts- und Industriestadt steht der Ruf Bolognas als Musikstadt deutlich zurück. Während Venedig, Neapel, Florenz oder Rom – und sogar das nicht weit entfernte Mantua – Bedeutung und Ruhm der italienischen Musik etablierten, hat sich das bildungsorientierte Bologna auf diesem Gebiet eher zurückgehalten. Bis heute tut sich Bologna nicht auffallend als Musikstadt hervor; während man für Bürger und Besucher von Ende Juni bis Mitte August auf der Piazza Maggiore auf einer Riesenleinwand ein Gratis-Filmfestival anbietet, gibt es in der Stadt keine Konzertreihe oder gar ein Festival, das für Besucher eine Attraktion sein könnte.
In diese Bresche sprangen dieses Jahr erstmals die Betreiber des Varignana Resorts in der Umgebung von Bologna. Auf einem großzügigen Anwesen auf einem Hügel bei der Ortschaft Varignana, etwa 25 Kilometer südöstlich von Bologna, wurde das Resort&Spa Palazzo di Varignana im vergangenen Oktober eröffnet – übrigens das erste seiner Art in der Gegend. Dort fand nun zum ersten Mal das „Varignana Music Festival“ statt. Tatsächlich sind Festivals in Italien eher privaten Initiativen zu verdanken, womit sich Varignana in eine lange und in Italien sehr fruchtbare Tradition reiht.
Publikumsveranstaltungen wurden von vornherein mit eingeplant bei der Anlage des Resorts auf dem 20 Hektar großen Park-Gelände, das mit Rasen, Bäumen und Bächen eine schlossartige Villa aus dem Jahr 1705 umgibt. Der Besitzer und Bauherr ließ nicht nur eine 4-Sterne-Hotelanlage mit 90 Zimmern in fünf Gebäuden und Kongresszentrum für bis zu 260 Teilnehmer auf und in den Berg bauen, er sorgte auch für ein multifunktionales Veranstaltungszentrum daneben, den „Spazio Belvedere“. Dort können – bei schönster Aussicht in die Parklandschaft – Bankette, Hochzeiten oder eben Konzerte mit bis zu 300 Besuchern stattfinden. [nächste Seite]


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