Sensationell

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Vivaldis Gloria mit Lezhneva, Fagioli, Fasolis auf CD

Von Christoph Zimmermann

Angesichts der Beliebtheit von Vivaldis Gloria und einer Fülle prominent besetzter Einspielungen vergegenwärtigt man sich mit einiger Verwunderung, daß dieses Werk ins gegenwärtige Repertoire erst nach sehr langem Archivschlaf fand; das war 1939. Die jüngste Aufnahme wartet mit Top-Interpreten auf. Der sonst immer so licht erscheinende Sopran von Julia Lezhneva wirkt diesmal erstaunlich vollmundig. So wird im „Laudamus te“ der Timbreunterschied zur Counterstimme von Franco Fagioli etwas nivelliert, aber daraus ergibt sich eine andere attraktive Kontrastwirkung. In „Propter magnum“ verbinden sich die Legatoqualitäten der russischen Sopranistin bestechend mit dem sanft strömenden Ton der obligaten Oboe.

Fagiolis vervehafter Interpretationsstil belebt nachdrücklich „Domine Deus“ und „Qui sedes“. Auch der Dirigent Diego Fasoli ist durch seinen zupackenden Stil bekannt, den er jetzt punktgenau auf den Coro della Radiotelevisione svizzera und die Barocchisti überträgt. Das Orchester besticht mit seiner Spiellebendigkeit auch beim Psalm „Nisi Dominus“. Dieser stellt noch stärker freilich die exorbitanten Qualitäten des argentinischen Counters aus. Was Fagioli an Stimmvolumen, Ausdrucksintensität und vokaler Behendigkeit bietet, ist schlichtweg sensationell. Bei der Motette „Nulla in Mundo Pax Sincera“ beweist sich Julia Leshneva ihrerseits als eine „Stupenda“, vor allem in der irrwitzig schwierigen Finalnummer, dem „Alleluia“. (Decca 4833874)


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