Schumann Melnikov, Faust, Queyras

CD der Woche

Schumann: Klavierkonzert, Klaviertrio Nr. 2. Alexander Melnikov (Klavier), Isabelle Faust (Violine), Jean-Guihen Queyras (Violoncello), Freiburger Barockorchester (Leitung: Pablo Heras-Casado), CD und DVD, harmonia mundi
Für den 2014 veröffentlichten ersten Teil der Schumann-Trilogie mit dem Violinkonzert und dem dritten Klaviertrio hat das Freiburger Barockorchester einen Echo-Klassik bekommen. Auch beim von Alexander Melnikov frei und fein artikuliert gespielten Klavierkonzert entsteht ein Schumannklang ohne vordergründige Brillanz, dafür mit feinen Farbstufungen und großer Innerlichkeit. Der sehnige Streicherton der Freiburger verkörpert das Drängende dieser Musik besonders gut. Allerdings vermisst man in den Bläsern manchmal die letzte Präzision im Zusammenspiel, und dem erstaunlich langsam genommenen Allegro vivace fehlt das Feuer.
Das zweite Klaviertrio dagegen bietet ungetrübtes Kammermusikglück. Einen intimeren, zärtlicheren Dialog zwischen Violine (Isabelle Faust) und Violoncello (Jean-Guihen Queyras) kann man sich nicht vorstellen. Aber auch die plötzlichen Stimmungsumschwünge werden von dem Trio genauestens realisiert. Die Artikulation ist sprechend, der Ton schlank und ohne jeden Ballast. Die Musiker erweisen sich als wahre Charakterisierungskünstler, die den dritten Satz in Melancholie tauchen und das Finale trotz Fuge ganz unakademisch erscheinen lassen.
Georg Rudiger

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