Meldungen

Die Oper Stuttgart ist „Opernhaus des Jahres“

Die Oper Stuttgart ist „Opernhaus des Jahres“. Dies gab die Fachzeitschrift „Opernwelt“ heute bekannt. Der Auszeichnung liegt die Befragung von 50 Opernkritikerinnen und -kritikern aus dem In- und Ausland zugrunde, die mit deutlichem Abstand vor den nächstplatzierten Häusern für das Stuttgarter...

Singen gegen die AFD erlaubt

Das Verfahren gegen den Intendanten des Mainzer Staatstheaters Markus Müller wegen des vermeintlich unerlaubten Singens von Beethovens "Ode an die Freude" vom Balkon des Theaters während einer Kundgebung der AFD ist eingestellt worden. Der Chor des Theaters hatte mit der Aktion im...

Igor Levit erhält Gramophone Award „Record of the Year“ 2016

Der Pianist Igor Levit erhielt den weltweit angesehenen Award „Record of the Year“ des renommierten britischen Klassik-Magazins Gramophone“. Die Auszeichnung wurde aus den zwölf Gewinnern der verschiedenen Kategorien von „Early Music“ über „Instrumental“ bis „Opera“ von einer Kritikerjury...

Studie: Stuttgart ist deutsche Kulturhauptstadt Nr. 1 vor München

Stuttgart kann seinen Spitzenplatz als Deutschlands Kulturmetropole Nr. 1 verteidigen. Es folgen München und Dresden mit nur noch geringem Abstand zum Erstplatzierten sowie Berlin und Bonn auf den Plätzen vier und fünf. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Hamburgischen...

Gidon Kremer erhält Praemium Imperiale

Der lettische Geiger Gidon Kremer wird mit dem Praemium Imperiale Kunstpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Das hat die Japanese Art Association bekannt gegeben. Der Preis der japanischen Kunst-Vereinigung ist mit 130.000 Euro einer der höchst dotierten Kunstpreise. Neben Kremer wird auch der...

Preisträger des ARD-Musikwettbewerbs 2016 stehen fest

Die letzten Preisträger des 65. Internationalen ARD-Musikwettbewerbs wurden am heutigen Abend (11.9.) von der Jury gewählt. Beim Finale im Fach Horn im Münchner Herkulessaal gab es vier Preise, jedoch kein ersten. Zwei 2. Preise gingen an Marc Gruber (23) aus Deutschland und Kateřina Javůrková (25)...

Internationaler Musikwettbewerb der ARD beginnt heute

Zum 65. Mal treffen sich vom 29. August bis zum 16. September 2016 Nachwuchskünstler aus allen Teilen der Welt in München zum Internationalen Musikwettbewerb der ARD. In diesem Jahr wird er in den Fächern Kontrabass, Horn, Harfe und Streichquartett ausgetragen. Alle Durchgänge sind öffentlich...

Australischer Bariton gewinnt Cesti-Gesangswettbewerb in Innsbruck

Morgan Pearse aus Sydney gewann vor der Grazerin Sophie Rennert den 7. Cesti-Gesangswettbewerb in Innsbruck. Den dritten Platz holte sich der Amerikaner Eric Jurenas. Die Jury des 7. Internationalen Gesangswettbewerbs für Barockoper Pietro Antonio Cesti kürte den 28-jährigen australischen Bariton...

Salzburger Festspiele als Wirtschaftsfaktor: 183 Mill. € Wertschöpfung und 2.800 Arbeitsplätze

Die Salzburger Festspiele schaffen direkt und indirekt eine Wertschöpfung in Salzburg von 183 Mill. € und in Österreich von 215 Mill. €. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Wirtschaftskammer Salzburg. Die Festspiele sichern damit in Salzburg eine Beschäftigung (inklusive der...

Salzburger Festspiele 2017: Aida mit Muti und Netrebko

Offiziell ist noch nichts, aber es kursieren bereits etliche Informationen über das Programm der Salzburger Festspiele 2017, die ersten Festspiele unter der Leitung des neuen Intendanten Markus Hinterhäuser. Demnach wird Riccardo Muti Verdis "Aida" dirigieren mit Anna Netrebko in der...

Lionel Bringuier tritt nach nur vier Jahren als Chefdirigent des Tonhalle-Orchesters ab

Das war dann doch eine Überraschung. Der 29-jährige französische Dirigent Lionel Bringuier wird seinen bis zum Sommer 2018 laufenden Vertrag als Chefdirigent des Tonhalle-Orchesters Zürich nicht verlängern. Das teilte das Orchester mit. Man habe sich einvernehmlich darauf verständigt, den Vertrag...

Peter Baumgardt verlässt Europäische Wochen Passau

Der Intendant der Europäische Wochen Passau, Peter Baumgardt, wird das Festival verlassen. Darauf hätten sich Baumgart und der Vorstand des Festivals geeinigt, heißt es in Pressemeldungen. Über die Modalitäten werde derzeit noch verhandelt. Über die Hintergründe des Rückzugs des seit 2012...

Vesselina Kasarova wird Opfer eines Handtaschenraubs in Innsbruck und sagt Oper ab

Mit Bedauern hat Vesselina Kasarova kurzfristig ihre Auftritte in der Produktion der Chimarosa-Oper „Il matrimonio segreto" bei den Innsbrucker Festwochen abgesagt. Die Mezzosopranistin war für die Rolle der Fidalma besetzt. Grund für die Absage ist eine Verletzung, die sich die Sängerin...

Traviata knapp vor der Zauberflöte in der Aufführungsstatistik 2014/15

Eine neue Struktur innerhalb der Werkstatistik führt dazu, dass der Dauerbrenner "Die Zauberflöte" von Wolfgang-Amadeus Mozart seine Spitzenpositionen als meistaufgeführte Oper in der Saison 2014/2015 zum ersten Mal abgeben muss. Der Grund dafür ist, dass...

Kündigung von Serge Dorny war nicht rechtens

Die Kündigung des designierten Intendanten der Dresdner Semperoper, Serge Dorny im Jahr 2014, ist ungültig. Das hat das Oberlandesgericht Dresden jetzt in zweiter Instanz entschieden. 2013 war der Dorny, der die Oper Lyon leitet, zum Intendanten der Semperoper bestimmt worden. Doch noch vor seinen...

Bayerische Staatsoper verschiebt "Oper für alle" wegen Trauerfeier für die Opfer des Amoklaufs

Die Bayerische Staatsoper sagt die Veranstaltung "Oper für alle" am kommenden Sonntag, 31. Juli 2016, aufgrund des parallel stattfindenden Gedenkgottesdienstes und des Trauerakts für die Opfer des Münchner Amoklaufs vorläufig ab. "Die Staatsoper und alle ihre Mitarbeiter, Sänger und...

Gewinner des Internationalen Mut-Autorenwettbewerbs 2016 stehen fest

Am Samstag, den 23. Juni, präsentierte das Münchner Gärtnerplatztheater im Akademietheater das Finale »Frei zur Uraufführung!« des Internationalen Mut-Autorenwettbewerbs für musikalisches Unterhaltungstheater. Mit insgesamt 40 eingereichten Stückkonzepten hatten sich Komponisten, Liedtexter und...

65. Internationaler Musikwettbewerb der ARD in den Fächern Kontrabass, Horn, Harfe und Streichquartett

Vom 29. August bis zum 16. September 2016 treffen sich Nachwuchsmusiker aus allen Teilen der Welt in München zum 65. Internationalen Musikwettbewerb der ARD. In diesem Jahr wird der Wettbewerb in den Fächern Kontrabass, Horn, Harfe und Streichquartett ausgetragen. Insgesamt gab es 345 Bewerbungen...

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Konzertkritik: Freiburger Barockorchester

Familienkonzert im Zeichen Schumanns

Pablo Heras-Casado Foto: Felix Broede

Das Freiburger Barockorchester unter Pablo Heras-Casado mit den Schumann-Violin-, Cello- und Klavierkonzerten in Köln
von Christoph Zimmermann

(Köln, 13. April 2014) Reicher Beifall wird von Interpreten gelegentlich übereuphorisch aufgenommen. Bei Isabelle Faust (Violine), Jean-Guihen Queyras (Cello), Alexander Melnikov (Klavier) und dem von Pablo Heras-Casado geleiteten Freiburger Barockorchester wirkten in der Kölner Philharmonie die Weitergabe von Blumen, Umarmungen und Küssen jedoch emotional absolut stimmig und unaffektiert. Man spürte ganz einfach Freude über eine neue Gelegenheit, miteinander musiziert zu haben. Alle Künstler sind einander durch häufiges gemeinsames Konzertieren bestens vertraut. Isabelle Faust beispielsweise spielt regelmäßig mit Alexander Melnikov (zu ihren gemeinsamen Aufnahmen gehören sämtliche Beethoven-Sonaten; jüngst kamen Werke von Carl Maria von Weber heraus). Melnikov wiederum hat häufig auch Jean-Guihen Queyras zum Partner, und alle drei treten immer wieder auch als Trio auf. Eine tiefe Verbundenheit besteht weiterhin zu dem jungen spanischen Dirigenten Pablo Heras-Casado, der mit dem Freiburger Barockorchester auf CD u.a. die Schubert-Sinfonien drei und vier eingespielt hat (siehe Artikel auf KlassikInfo). Schubert und Zeitgenossen stehen bei den Freiburgern, wie der Name verrät, nicht gerade im Mittelpunkt, auch wenn das Repertoire grundsätzlich bis zur Moderne reicht. In Köln haben nicht zuletzt die von René Jacobs geleiteten Mozart-Opern fasziniert.

Nun also Schumann, und zwar Schumann pur. Im Mittelpunkt standen die Konzerte für Klavier, Violine und Violoncello. Alle bereits genannten Solisten in Ehren, aber das Orchester muss mit seinem Dirigenten Pablo Heras-Casado besonders hervorgehoben werden. Ouvertüre, Scherzo und Finale war die schwungvolle Visitenkarte, wo der individuelle Tonfall des Orchesters sofort manifest wurde: energisches Spiel, strahlender, rhythmisch federnder Klang, durchsichtig, schlank, tänzerisch. Das präzise und subtile Spiel der Holzbläser war eine Delikatesse von ganz besonderer Art und prägte auch diese Musik, die man sonst eher schwergewichtig zu hören bekommt.

Der Finalsatz des Violinkonzertes war unter Pablo Heras-Casado wirklich eine „stattliche Polonaise“ (Schumann) von schreitendem Charakter. Das gemessene Tempo mochte zunächst ein wenig irritieren, ist man von anderen Aufführzungen bzw. Aufnahmen doch eine zügigere Gangart gewohnt. Heras-Casado dirigierte eher bedächtig, lud nicht gerade zum Tanzen ein trotzdem besaß seine Interpretation individuellen Schwung. Die prickelnde Rhythmik kam auch unter diesen Umständen voll zu ihrem Recht.
Das tat gut, denn das Konzert ist in seiner Schwerblütigkeit nicht eben das Zugänglichste. Frühere Mutmaßungen, es sei bereits ein Zeugnis für Schumanns labiler werdende Psyche, haben sich inzwischen allerdings erledigt. Der Solist der posthumen Uraufführung 1937, George Kulenkampff, befand freilich: „Die Originalstimme ist meines Erachtens unverändert unmöglich.“ Seine Platteneinspielung (gleiches Jahr, mit den Berliner Philharmonikern unter Hans Schmidt-Isserstedt - Karl Böhm war der Live-Dirigent gewesen) bietet den Solopart geglättet. Die amerikanische Erstaufführung von Yehudi Menuhin wenig später bot das Original, wie jetzt auch Isabelle Faust. Die grifftechnische Souveränität ihres Spiels und ihr fester tonlicher Zugriff entsprachen ganz dem durchaus etwas harsch zu nennenden Ausdruckskosmos des Werkes. Auch eine gewisse Weitschweifigkeit ist dem Konzert nicht abzusprechen. Die feurige, enorm präzise Begleitung durch das Freiburger Barockorchester ließen Hörschwierigkeiten indes nicht aufkommen. [nächste Seite]