Salzburg Programm 2007

Jürgen Flimms erste Salzburg-Saison

Als künstlerisches Ziel nannte Flimm bei der Eröffnung „Die Gegenwart spiegeln, die Welt spiegeln“. Die Geschichten dazu müssten „nicht immer von heute sein – auch alte, neu gedacht, dienen solchem Zweck“. In der ersten Saison unter Intendant Flimm, Schauspielchef Thomas Oberender und Konzertdirektor Markus Hinterhäuser sind zahlreiche Stücke zu sehen, die noch nie oder schon lange nicht mehr bei dem Festival gezeigt wurden. Neu ist auch, dass die Salzburger Festspiele ein Motto tragen: „Nachtseite der Vernunft“ soll davon berichten, dass scheinbar mit Vernunft begründete Dinge im Leben der Menschen eine dunkle irrationale Seite haben.
Fünf Opern- und acht Schauspielpremieren stehen auf dem Programm der Salzburger Festspiele 2007. Flimm setzt dabei auf Werke, die bei den Festspielen noch nie oder seit langem nicht mehr zu sehen waren. Für die Inszenierungen wurden viele junge Regisseure verpflichtet. Der neue Intendant eröffnet mit Haydns „Armida“, einer Rarität im heutigen Repertoire.  Die Inszenierung ist das Salzburg-Debüt von Christof Loy, der an Deutschlands Opernhäusern schon seit Jahren hoch im Kurs steht.
Salzburger Festspiel-Premiere feiert auch Tschaikowskys tragische Liebesgeschichte „Eugen Onegin“ (29. Juli). Hierzu hat Flimm die für feinnervige, psychologisch genaue Bühnenarbeit bekannte Regisseurin Andrea Breth mit dem Dirigenten Daniel Barenboim zusammen gebracht.  Eine Rarität auf dem Salzburger Spielplan ist auch Webers „Freischütz“ (3. August). Ihn wird, im neuen „Haus für Mozart“, der deutsche Regisseur Falk Richter in Szene setzen. Der Musikvideo-Künstler Philipp Stölzl ist für Hector Berlioz‘ Künstleroper „Benvenuto Cellini“ (10.August) über den Renaissance-Bildhauer verantwortlich. Der belgische Performance-Künstler und Choreograf Jan Fabre schließlich bringt in der Felsenreitschule mit „Requiem für eine Metamorphose“ (26. August) eine Uraufführung an die Salzach.
Barenboim bringt Ost und West zusammen
Musik und Philosophie reichen sich in einer Reihe mit Barenboims „West-Eastern Divan Orchestra“ die Hand: Gespräche mit Politikern und Künstlern begleiten die Konzerte und offenen Proben (16.-18. August) des Orchesterprojektes, in dem Barenboim Musikerinnen und Musiker aus Israel und den Palästinensergebieten zusammenbringt. Bei den traditionellen Festspiel-Liederabenden treten unter anderen Thomas Hampson, Christine Schäfer und Thomas Quasthoff auf.
Anti-Jedermann im Schauspiel
Im Schauspielprogramm setzt Schauspiel-Direktor Thomas Oberender zum Auftakt Thomas Bernhard auf den Spielplan, und zwar das Drama „Ein Fest für Boris“, das Bernhard selbst als „Anti-Jedermann“ beschrieben hatte. Das Werk eines französischen Klassikers nehmen sich die Autoren Feridun Zaimoglu und Günter Senkel vor: Regisseur Luk Perceval inszeniert den Abend unter dem Titel „Molière. Eine Passion“ auf der Halleiner Perner Insel. Das Projekt verbindet die vier bekannten Dramen „Der Menschenfeind“, „Don Juan“, „Tartuffe“ und „Der Geizige“ zu einer Geschichte.
Festspielnächte auf dem Kapitelplatz
Für alle, die gerne nach Salzburg kommen aber keine Karten für die Festspiele erhalten haben, bietet Festspiel-Sponsor Siemens auch heuer wieder die beliebten „FestSpielNächte“ auf dem Salzburger Kapitelplatz. Sie beginnen am 28. Juli und zeigen auf dem Großbildschirm bis 19. August zahlreiche Highlights wie „Eugen Onegin“, „Benvenuto Cellini“ und „Liebe meines Lebens – Amor, vida de mi vida“ in live-Übertragungen aus den Festspielorten.
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