Salle Modulable

Ein Modell auch für München?

Variable Zuschauerreihen im künftigen Luzerner „Salle Modulable“ Abb.: SAB AG


Luzern plant einen multifunktionalen Saal für Oper und Konzert, der auch für München sinnvoll wäre
(München, 5. September 2007) Wie KlassikInfo unter „News“ berichtete, planen das Lucerne Festival, die Stadt Luzern und die schweizer Rütli-Stiftung den Bau eines neuartigen Theater- und Konzertgebäudes „Salle Modulable“, das insbesondere den Ansprüchen zeitgenössischer Musik bzw. Musiktheaters genügen soll. Darüber hinaus sollen in dem etwa 1000 Plätze fassenden Saal natürlich auch traditionelle Konzerte stattfinden.
Der Komponist Pierre Boulez, der die wesentlichen Anregungen für den „Salle Modulable“ gab, beschrieb in einem Interview der Luzerner Zeitung die Vorzüge eines solchen Saals: „Es gibt immer mehr Komponisten, die mit dem Raum arbeiten. Dazu kann gehören, dass die Musiker in verschiedenen Gruppen im Raum aufgestellt werden. Eine andere Möglichkeit bietet die Elektronik, mit der man Klänge wandern lassen kann. Laserbeamer können die Bewegungen der Zuschauer erfassen und so Musik und Farbe im Raum verändern. All das ist nur in einem Saal möglich, der elektronisch ausgerüstet ist und in dem man die Bestuhlung verändern und verschiedene Bühnenszenarien erstellen kann.“
Auch für München, wo über einen Umbau des Marstalls zu einem Konzertsaal nachgedacht wird, könnte der „Salle Modulable“ mit seiner multifunktionalen Ausrichtung richtungsweisend sein. Auch im Hinblick auf die Biennale für zeitgenössisches Musiktheater könnte sich München mit einem derartigen flexiblen Konzertsaal international profilieren. Und die Experimentierbühne des Staatsschauspiels hätte darin ebenfalls eine geeignete Spielfläche, vorausgesetzt man plant von vorneherein variable Grössen bzw. eine Zweiteilung des Saals mit ein.
Was München dagegen gewiss nicht braucht, das ist ein weiterer starrer Konzertsaal mit unverrückbarer Bühne und Zuschauerreihen.
(KI)


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