Sängerfest bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik 2019 – Advertorial

Highlights und Entdeckungen

Das hochkarätige Programm der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik bietet 2019 drei Opern und jede Menge Konzerte – sowie drei Jubiläen

Von Robert Jungwirth

Man kann schon ins Staunen geraten, wenn man sieht wie international bereits im 17. Jahrhundert und früher Karrieren in Europa verlaufen sind. Insbesondere diejenigen von Künstlern. Maler, Bildhauer und Musiker zogen schon damals quer durch Europa, um an Fürstenhöfen zu arbeiten. Und das Jahrhunderte vor der EU und offenen Grenzen. Man könnte daran erkennen, dass Grenzen vielleicht vor allem etwas sind, das wir in unseren Köpfen haben…

Der italienische Komponist Pietro Antonio Cesti war so ein internationaler Künstler. 1623 in Arezzo geboren, wurde er in Rom zum Organisten und Komponisten ausgebildet. Über Stationen in Volterra und Florenz kam er nach Venedig, wo er seine ersten Opern aufführte. Dort erreichte ihn der Ruf als Musikdirektor der Privatkapelle des Erzherzogs Ferdinand Karl nach Innsbruck. Zehn Jahre war Cesti auf diesem Posten in Innsbruck tätig und brachte dort nicht weniger als acht eigene Opern auf die Bühne. Auch wenn Cesti heute fast nur mehr Kennern ein Begriff ist, so war er für die Barockoper und deren Entwicklung durchaus von Bedeutung, und es ist umso erfreulicher, dass die diesjährigen Innsbrucker Festwochen der Alten Musik den 350. Todestag von Cesti mit einer Aufführung seiner Innsbrucker Oper „La Dori“ würdigen.
Das Werk wurde für den Karneval 1657 komponiert und stellt eine brillante Verwechslungskomödie dar zwischen Travestie und Parodie, Burleske und Groteske. Das war am Innsbrucker Hof durchaus so gewünscht. Eine Frau in Männerkleidern – Dori alias Ali –, die ihren verschwundenen Geliebten sucht, wird wiederum gesucht von einem Mann in Frauenkleidern, der irrtümlich glaubt, sie sei seine Schwester, und in den sich ein anderer Mann verliebt, während Dori ihren Geliebten findet, der aber einer anderen Frau versprochen ist, die Doris Schwester ist, was aber Dori nicht weiß. Entwirrung gibt auf der Festwochenbühne 2019! „La Dori“ wurde nach der Uraufführung schnell auch außerhalb Innsbrucks zu einem durchschlagenden Erfolg und erlebte in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts nicht weniger als 30 Produktionen in Italien, Deutschland und Österreich.

Ottavio Dantone, der von der Mailänder Scala über das Glyndebourne Festival und das Theater an der Wien bis zu den Salzburger Festspielen als Spezialist für barocke und klassische Oper im Einsatz ist, wird «Doris» Renaissance nach mehr als drei Jahrhunderten auf der Innsbrucker Opernbühne leiten und sein exquisites Originalklangensemble, die Accademia Bizantina, dirigieren.
Auch der nach Pietro Antonio Cesti benannte Gesangswettbewerb der Innsbrucker Festwochen feiert 2019 ein Jubiläum: sein 10-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass sind die Rollen in „La Dori“ mit erfolgreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus einem Jahrzehnt des weltweit wichtigsten Wettsingens für Barockoper besetzt.

Eine weitere Opernwiederentdeckung steht ab dem 7. August auf dem Spielplan der Festwochen: die Premiere von „La Merope“ von Riccardo Broschi, des Bruders des berühmtesten Kastratensängers des Barock Carlo Broschi, genannt Farinelli. Gleich drei Countertenöre werden in Innsbrucks „Merope“ auf der Bühne stehen: David Hansen, Hagen Matzeit und Filippo Mineccia. Die Titelpartie singt die Italienerin Anna Bonitatibus, eine der renommiertesten Mezzosopranistinnen unserer Zeit; daneben wird mit Vivica Genaux eine weitere herausragende Mezzosopranistin zu hören sein. Festwochen-Intendant Alessandro De Marchi dirigiert in „Merope“ erstmals das Innsbrucker Festwochenorchester. In dem neuformierten Originalklangkörper sind Spezialisten im historisch informierten Musizieren vereint, von denen viele schon in anderen Ensembles bei den Festwochen zu erleben waren.
In der Rubrik „Barockoper: Jung“ wird Händels Oper „Ottone, Re di Germania“ zu erleben sein, eine der erfolgreichsten Opern Händels zu Lebzeiten, in der auch Farinelli auftrat – eine Koproduktion mit den Händel-Festspielen Göttingen.

Exquisit ist wie jedes Jahr bei den Festwochen in Innsbruck das Konzertprogramm. International gefeierte SängerInnen, SolistInnen und Ensembles kann man in festlichem Rahmen im Riesensaal der Hofburg, im Spanischen Saal auf Schloss Ambras und im Großen Saal im neuen Haus der Musik Innsbruck erleben. Der Countertenor und Publikumsliebling Valer Sabadus singt Arien von Porpora, Caldara und Händel. Die Sopranistin Robin Johannsen und die Akademie für Alte Musik Berlin widmen sich Johann Sebastian Bach und dessen musikalische Spuren, die nach Italien führen. Die deutsche Flötistin Dorothee Oberlinger wird unter anderem eines der schönsten und virtuosesten Flötenkonzerte Vivaldis zum Besten geben: „Il Gardellino“. Die junge russische Sopranistin Julia Lezhneva, deren „engelsgleiche Stimme“ (New York Times) sie bereits auf die wichtigsten Bühnen geführt hat, gibt im Riesensaal der Hofburg ihr Debüt bei den Innsbrucker Festwochen. Zum krönenden Abschluss kommt der „derzeit wohl tatsächlich beste Countertenor der Welt“ (Süddeutsche Zeitung) nach zehn Jahren zurück zu den Innsbrucker Festwochen: Bejun Mehta. Im neuen Konzertsaal im Haus der Musik Innsbruck singt Mehta Arien aus Händels Oper „Giulio Cesare in Egitto“. Begleitet wird er von einem der spektakulärsten Originalklangkörper der Gegenwart, dem La Folia Barockorchester.

An Musik aus der Zeit Kaiser Maximilians I, dessen 500. Todestag sich 2019 jährt, wird in mehreren Konzerten erinnert. Außerdem wird Alessandro De Marchi auch Händels Oratorium „Il trionfo del Tempo e del Disinganno“ dirigieren.
Ein hochkarätiges und überaus spannendes Programm also erwartet die Freunde der Alten Musik und nicht nur diese in diesem Sommer bei den Festwochen in Innsbruck. Weitere Informationen und Karten gibt es unter: www.altemusik.at

Dieser Artikel wurde von den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik unterstützt.

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