Rolando Villazon

Belcanto-Lieder

Rolando Villazón: Treasures of Bel Canto, Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino (Leitung: Marco Armiliato), DG.

Für sein neues Belcanto-Album hat Rolando Villazón wenig bekannte Lieder ausgegraben und mit Orchesterarrangements versehen lassen. Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt. Giuseppe Verdis expressive Lieder, die nah an der Oper sind und über Belcanto weit hinausgehen, vertragen die dramatische Verstärkung. In „Il poveretto“ (Der arme Mann) sind Trompetenfanfaren zu hören, wenn vom Soldatenleben die Rede ist. „Deh, pietoso, o Addolorata“ (Ach neige, du Schmerzensreich) erinnert mit seiner Rezitativ-Passage und der Cabaletta an eine Opernarie. Bellinis zarte Kanzonen dagegen wirken durch die schmalzigen Arrangements etwas zu üppig.  Rolando Villazóns süffiger Tenor kann vor allem in der Mittellage und der Höhe für sich einnehmen. In der Tiefe wird die Stimme dagegen wackelig. „L’amor funesto“ (Unselige Liebe) von Donizetti bringt der der Mexikaner zum Leuchten, Rossinis „La lontananza“ (Aus der Ferne) versieht er mit klaren Spitzentönen, auch wenn es im Orchester – Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino unter der Leitung von Marco Armiliato – klappert. Insgesamt erscheint Villazóns Tenor aber etwas zu unbeweglich und auch zu einfarbig, um die Feinheiten umsetzen zu können. Wie man es besser machen kann, demonstriert Cecilia Bartoli im Duett „Les Amants de Séville“ (Die Liebenden von Sevilla).

Georg Rudiger
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