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Kalenderblatt

9. Februar 1893 - Uraufführung der Oper "Falstaff" von Giuseppe Verdi nach Shakespeares "Die lustigen Weiber von Windsor" am Teatro alla Scala in Mailand

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Meldungen

Schlimmes Ende eines edlen Spenders - der Opernfreund Alberto Vilar muß für neun Jahre ins Gefängnis

Er war eine Art Superman der Opernfestivals und spendete Millionenbeträge für die Salzburger und die Bayreuther Festspiele, für das Festspielhaus in Baden-Baden und die New Yorker Met. 180 Millionen Euro sollen es insgesamt sein. Dann wurde es plötzlich still um den amerikanischen Opernfreund und...

Die Berliner Philharmoniker live im Kino

Wenn die Pianistin Mitsuko Uchida im Februar mit den Berliner Philharmonikern und Sir Simon Rattle an vier Abenden die fünf Klavierkonzerte Ludwig van Beethovens aufführt, spielt sie vor längst ausverkauftem miterlebenHaus. Wer zumindest einen Teil dieses Konzertzyklus' möchte, hat am 10. Februar...

Fabio Luisi wirft in Dresden hin

Im Juni erst ließ Fabio Luisi mitteilen, dass er seinen Vertrag als GMD der Sächsischen Staatskapelle über 2012 hinaus nicht verlängern werde. Er wolle an die Oper Zürich wechseln. Heute wurde bekannt, dass Luisi nun sofort kündigen will. Was ist vorgefallen? Seit bekannt wurde, dass nicht er,...

Ehemaliger Geschäftsführer der Salzburger Osterfestspiele soll 650 000 Euro veruntreut haben

Der interimistische Geschäftsführer der Salzburger Osterfestspiele, der Anwalt Peter Raue, hat jetzt in einem von den Salzburger Nachrichten veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur APA Details über die Untreue-Vorwürfe gegenüber den bisherigen Geschäftsführer der Salzburger...

Großer österreichischer Staatspreis 2010 für Olga Neuwirth

Die österreichische Komponistin Olga Neuwirth erhält den Großen Österreichischen Staatspreis 2010. In der Erklärung heißt es: "Olga Neuwirth zählt ohne Frage zu den führenden KomponistInnen weltweit. Sie ist eine Grenzüberschreiterin in mehreren Gebieten wie wenige andere KünstlerInnen. Sie...

Ungereimtheiten bei den Finanzen der Salzburger Oster- und Sommerfestspiele

Nach der Entlassung des langjährigen Geschäftsführers der Salzburger Osterfestspiele Michael Dewitte ist nun auch Klaus Kretschmer, der Technik-Leiter der Sommerfestspiele, fristlos entlassen worden. Über den Grund der Entlassung geben die Festspiele aus arbeitsrechtlichen Gründen keine genauen...

Rheingau Musik Festival 2010

Unter dem Motto »Ein Sommer voller Musik« finden vom 26. Juni bis zum 28. August beim größten deutschen Musikfestival insgesamt 153 Konzerte an 42 Spielstätten des Rheingaus und benachbarter Regionen statt: Kloster Eberbach, Schloss Johannisberg, Kurhaus Wiesbaden sowie weitere Schlösser, Kirchen...

Thielemann bleibt Baden-Baden mit und ohne Münchner Philharmoniker treu

Mit Richard Strauss' Oper "Elektra" in der Inszenierung von Herbert Wernicke (verstorben 2002) eröffnen Christian Thielemann und die Münchner Philharmoniker das Festspieljahr 2010 im Festspielhaus Baden-Baden. In den Hauptrollen singen Linda Watson (Elektra), Jane Henschel (Klytämnestra),...

Juliane Banse gibt ihr Rollendebüt als Arabella in Strauss' gleichnamiger Oper in Innsbruck

2010 wird für Juliane Banse ein ereignisreiches Jahr. Gleich am Anfang steht ein Rollendebüt: Ab dem 6. Februar 2010 stellt sich die Sopranistin in Strauss Oper "Arabella" der gleichnamigen weiblichen Hauptrolle. Die musikalische Leitung  der Neuinszenierung von Brigitte Fassbaender...

Die Sänger leisten Ungeheueres

Die Baden-Badener "Elektra" mit den Münchner Philharmonikern unter Thielemann war jetzt konzertant in München zu erleben

(München, 7. Februar 2010) Momente der Rührung sind in Strauss' "Elektra" eher selten. Der Auftritt des Ägisth, des täppischen Liebhabers von Elektras Mutter Klytämnestra zählt eigentlich nicht dazu. Doch wenn der einstige große Wagner-Tenor René Kollo die Bühne der Münchner Philharmonie betritt, um Elektra nach den Boten zu fragen, die "das von Orest" berichten, dann ist das ein bewegender Moment. Und Kollo bleibt der Figur stimmlich nichts schuldig, singt den in Unwissenheit seinem Verderben entgegen gehenden Hausherrn mit noch immer durchschlagkräftigem Tenor. [weiter]

Zwischen Mozart und Verdi

Odysseus (links) kann auch fernöstliche Kampfkunst, hier mit Plistene. Foto: Theater Regensburg

Das Theater Regensburg bringt als dt. Erstaufführung Simon Mayrs Oper "Il ritorno d'Ulisse" auf die Bühne

(Regensburg, 6. Februar 2010) Ein bisschen ergeht es dem Komponisten Simon Mayr posthum wie seinem Opernhelden Odysseus. Nach langen Jahren der Abwesenheit kehrt er in seine Heimat zurück. Unweit von Regensburg war der für die italienische Oper des 19. Jahrhunderts so wichtige, hierzulande weitgehend vergessene Komponist geboren worden. Und hier am Stadttheater von Regensburg gab man nun zu seinen Ehren die deutsche Erstaufführung seiner um 1800 herum entstandenen Oper "Il ritorno d'ulisse" - die Heimkehr des Odysseus. Eine späte Heimkehr fürwar, aber eine durchweg geglückte, ohne solche Hindernisse, wie sie Odysseus zu gewärtigen hatte. [Premierenkritik lesen]

Gestaltete und verwaltete Klänge

Yannick Nézet-Séguin Foto: Mozarteum

Yannick Nézet-Séguin dirigierte zum ersten Mal die Wiener Philharmoniker mit Mozart und Kurtág in Salzburg

(Salzburg, 30. Januar 2010) Die Finanzkrise ist nun auch in Salzburg angekommen. Nicht, weil gerade der Geschäftsführer der Osterfestspiele und der technische Direktor der Sommerfestspiele wegen des Verdachts der Untreue entlassen wurden. Sondern, weil nach Aussage einer Garderobieren-Frau im großen Festspielhaus nicht nur ein paar, sondern "viele Besucher" beim exklusiven Orchesterkonzert der Wiener Philharmoniker sich das Restgeld von 20 Cent zurückgeben lassen, wenn sie die 80 Cent für die Garderobe mit einer ein Euro-Münze bezahlen. So arg steht es also schon um die Zahlungsfähigkeit der Mittel- und Oberschicht...wahrlich erschütternd.
Vielleicht aber ist manchem dieser bemitleidenswerten Finanzkrisenopfer ja nach dem Konzert mit Mozarts Requiem und den "Liedern der Schwermut und der Trauer" von György Kurtág dann noch die Relativität des Glücksgewinns von gesparten 20 Cent aufgegangen - angesichts der letzten Dinge des menschlichen Lebens, die an diesem Abend musikalisch verhandelt wurden. [Kritik lesen]

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Debussy und Japan

Der junge Carl Orff 1913 Foto: Orff-Zentrum München

Zur bemerkenswerten Uraufführung von "Gisei" des 17-jährigen Carl Orff gab es in Darmstadt auch ein wissenschaftliches Symposion

(Darmstadt, 1. Februar 2010) Mit großem, durchweg positiven Medienecho hinsichtlich Werk und Wiedergabe wurde vergangenen Samstag Orffs erstes Bühnenwerk fast 100 Jahre nach seiner Entstehung uraufgeführt [Rezension lesen] - zusammen mit seinem letzten ("De temporum fine comedia"). Begleitend veranstaltete das Orff-Zentrum München ein eintägisches Symposium, das vornehmlich die Entstehung von "Gisei - Das Opfer" behandelte: Einer allgemeinen Erörterung der interkulturellen Aspekts in Orffs Werken durch András Varsányi, dem Leiter der Musikinstrumentensammlung des Münchner Stadtmuseums, mit vielen farbigen Beispielen javanischer und balinesischer Musik folgte ein exzellenter Vortrag von Heinz-Dieter Reese über das japanische Original, das Gisei" zugrundelag, wenngleich es in dieser komplexen Beziehung von Text, Musik und Schauspielkunst Orff nicht zugänglich war. [weiter]

Mozart-Opern als Faksimile

Mozart-Autograph des "Figaro" Quelle: Bärenreiter Verlag

Erstmals sind jetzt die wichtigsten Opern W.A. Mozarts in der Handschrift des Komponisten erhältlich - ein enormer Schatz für Musiker, Wissenschaftler und interessierte Laien.

Autographen musikalischer Werke sind weniger für Graphologen, als vielmehr für Musiker und Musikwissenschaftler interessant. Denn nicht so sehr um die Erforschung von Persönlichkeitsmerkmalen geht es bei der Betrachtung von Notenhandschriften, sondern eher um Aufschlüsse über die Art und Weise wie bestimmte Werke entstanden sind, was korrigiert oder verworfen wurde. Auch wie etwas geschrieben wurde, ob schnell oder zögerlich, kann Auskunft geben über den Charakter der Musik und die angemessene Interpretation. [weiter]

Flammende Musik

Jordi Saval, Ton Koopman. Foto: frabernardo

Das 18. "Resonanzen"-Festival in Wien unterwarf sich dem Gesetz des Zunders! Flammen und Scheiterhaufen in den Begleittexten, aber göttliche Harmonien im Konzert.

(Wien, im Januar 2010) Seit 1993 findet das Festival für Alte Musik in Zusammenarbeit mit dem ORF und dem Wiener Konzerthaus im tiefsten Winter statt. In der vorletzten, klirrend kalten Januarwoche heizte die Alte Musik-Szene die prächtigen Sälen von Kaiser Franz-Joseph errichteten Musentempels ganz in der Nähe des Wiener Stadtparks ordentlich auf. Und dass es gleich am ersten Resonanzen-Tag im Brahmssaal des Wiener Musikvereins zufällig eine Art Gegenveranstaltung mit dem Wiener Clemencic Consort gab und ungefähr zur Festivalmitte die Monteverdi-Oper "L'Incoronazione di Poppea" am Theater an der Wien Premiere feierte, ist für diese Musikmetropole einfach typisch! Die Konkurrenz heizt immer kräftig mit. [Festivalbericht lesen]

Elektras Hexenkessel ohne Dröhnung

Klytämnestra (Jane Henschel, auf Treppe) und Elektra (Linda Watson, rechts) Foto: Andrea Kremper

Christian Thielemann und die Münchner Philharmoniker begleiten Herbert Wernickes Münchner "Elektra"-Inszenierung in Baden-Baden

(Baden-Baden, 29. Januar 2010) Ein genialer Strauss-Dirigent, eine treffliche Besetzung und eine bewährte, ansprechende Inszenierung: Es gibt nicht viele andere Häuser, an denen solche rundum herausragenden Produktionen geboten werden, wie im Festspielhaus Baden-Baden.
Zwar wurde die Vorfreude auf die diesjährige Eröffnungspremiere der Winterfestspiele von dem Zerwürfnis zwischen Christian Thielemann und den Münchner Philharmonikern etwas überschattet. Doch waren alle Beteiligten motiviert und professionell genug, Enttäuschungen, Differenzen und Spannungen bei der musikalischen Arbeit auszublenden, und so wurde "Elektra" ein ebensolch packendes Opernerlebnis wie im Vorjahr der "Rosenkavalier". [Premierenkritik lesen]

Exotismus eines 17-Jährigen

Aki Hashimoto (Shusai/Kotaro), Anja Vincken (Chiyo), Susanne Serfling (Tonami) Foto: Barbara Aumüller

Die Uraufführung von Carl Orffs Bühnenerstling "Gisei - Das Opfer" in Darmstadt

(Darmstadt, 30. Januar 2010) Kaum zu glauben, dass es nach fast 100 Jahren die Uraufführung einer Oper von Carl Orff gibt. Doch in Darmstadt wurde soeben - zusammen mit seinem letzten Bühnenwerk "De temporum fine comoedia" - das erste des bei seiner Entstehung 1913 gerade mal 17-Jährigen erstmals aufgeführt. Orff hat selbst "Gisei", japanisch: "das Opfer", bereits ein Jahr später in einem Brief als seine "verunglückte japanische Erstlingsoper" bezeichnet. Es sollten zum Weltverfolg der "Carmina Burana" noch 23 Jahre vergehen. Und erst danach entstanden "Trionfo di Afrodite" und "Catulli Carmine", "Der Mond" und "Die Kluge", "Die Bernauerin", "Antigone" und "Oedipus der Tyrann", "Astutuli", das Weihnachts- und Osterspiel sowie die Bearbeitung des Monteverdischen "Orfeo". [Premierenkritik lesen]

Neptun, weiß gekalkt

Foto: Mozartwoche/Christian Schneider

Marc Minkowski und Olivier Py zeigen ihren "Idomeneo" aus Aix bei der Salzburger Mozartwoche

(Salzburg, 26. Januar 1010) Die finale Ballettmusik am Ende von Mozarts "Idomeneo" wirkt oft peinlich oder wird gleich ganz gestrichen. Doch im Haus für Mozart bot sich in diesen zwölf Minuten noch einmal die Handlung im faszinierenden Zeitraffer: Tänzer (sieben Männer und eine Frau) erzählen verdichtet den Konflikt des jungen kretischen Königssohns Idamante zwischen der von ihm geliebten trojanischen Gefangenen Ilia und Elettra, der Prinzessin von Argos, den die Zuschauer gerade erleben konnten. [Besprechung lesen]

Philharmonisches Debüt mit Musik der Trauer

Yannick Nézet-Séguin Foto: Borggreve/EMI

Der 34jährige kanadische Dirigent Yannick Nézet-Séguin dirigiert bei der Mozartwoche in Salzburg am Wochenende zum ersten Mal die Wiener Philharmoniker

Am letzten Wochenende der Mozartwoche 2010 kommt es zu einer mit Spannung erwarteten künstlerischen Erstbegegnung: Der junge kanadische Dirigent Yannick Nézet-Séguin wird am 30. Januar im Großen Festspielhaus (19.30 Uhr) erstmals an das Pult der Wiener Philharmoniker treten. Und dies mit einem überaus anspruchsvollen Programm von Vokal-Instrumentalmusik, in dem die "Lieder der Schwermut und Trauer" op. 18 des Artist in Residence der Mozartwoche, György Kurtág, mit Mozarts Requiem in Verbindung gesetzt werden. Gemeinsam mit den Philharmonikern werden der Rundfunkchor Berlin und das Solistenquartett Dorothea Röschmann (Sopran), Birgit Remmert (Alt), Michael Schade (Tenor) und Franz-Josef Selig (Bass) unter Nézet-Séguins Leitung zu hören sein. [Porträt lesen]

Gesetze sind was für Untertanen

Juanita Lascarro (Poppea) und Jacek Laszczowski (Nerone) © Rolf Bock

Robert Carsen und Christopher Moulds bringen "L'Incoronazione di Poppea" von Claudio Monteverdi am Theater an der Wien heraus.

(Wien, 21. Januar 2010) Claudio Monteverdis Opern sind die einzigen Werke des frühen 17. Jahrhunderts mit einem gewissen Repertoirewert auf den heutigen Bühnen. Seine Fabeloper "Orfeo" von 1607 ist mit Chorszenen und den vorgeschriebenen und detailliert aufgelisteten Instrumenten sogar eine richtig effektvolle Wundertüte. "Il ritorno d'Ulisse" (1640) bietet zumindest einen durchgehend fünfstimmigen Satz. Den kann man so abspielen. Seine drei Jahre darauf entstandene letzte Oper "Die Krönung der Poppea" ist dagegen ein editorischer Alptraum. Nur die Gesangsstimmen und ihre Basslinien sind sicher überliefert. Die rein instrumental auszuführenden Ritornelli hat Monteverdi wahrscheinlich nur mit einer Bassstimme angedeutet. [Premierenkritik lesen]

München - Palästina

Das gelingt wohl nur Zubin Mehta: innerhalb einer Woche gleich zwei der Münchner Spitzenorchester zu dirigieren - nach den BR-Symphonikern kam das Staatsorchester dran. Auf dem Programm: Tschaikowsky, Ben-Haim und Avner Dorman.

(München, 24. Januar 2010) Das war ein Tschaikowsky aus einem Guss. Zubin Mehta und das Bayerische Staatsorchesters bescherten den spendablen Freunden des Nationaltheaters in ihrer Sonntags-Matinee eine Fünfte, die es in sich hatte: Großbogig, klangsüffig, elegant und dramatisch aufgeladen setzte die e-Moll-Symphonie alle Kräfte des Orchesters frei, über die Zubin Mehta als langjähriger Ex-Chef des Ensembles souverän gebot. [Konzertbesprechung lesen]

Eine häusliche Symphonie

Zubin Mehta Foto: Bayer. Staatsoper

Zubin Mehta kehrte nach 18 Jahren mit Strauss, Schubert und Webern zum Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks zurück

(München, 21. Januar 2010) Zubin Mehta zum Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks geholt zu haben, ist ein Coup, den sich Orchestermanager Stephan Gehmacher auf die Fahnen schreiben kann. Gehmacher kündigte bei Amtsantritt vergangene Saison an, neben regelmäßig wiederkehrenden Gastdirigenten wie Muti, Welser-Möst oder Salonen auch Mehta, Haitink und Ozawa wieder zum BR bringen zu wollen. Haitink wird im Februar zu hören sein, Ozawa musste sein ebenfalls für Februar geplantes Dirigat wegen einer Krebserkrankung absagen. Mehta kam nun in einer Saison zum BR, in der er die Münchner Philharmoniker, deren Ehrendirigent er immerhin ist, nicht ein einziges Mal dirigiert. Die Philharmoniker werden das wohl nicht so gerne sehen.
Zur Rückkehr hat sich der frühere Münchner Generalmusikdirektor ein Programm mitgebracht, das ihm Gelegenheit bot, eine seiner großen Stärken auszuspielen: die wohl abgerundete Wärme des Klangs auch bei größten Besetzungen. [Konzertbesprechung lesen]

Diesseits und Jenseits

Das Münchener Kammerorchester mit Alexander Lonquitch und Alexander  Liebreich im Prinzregententheater

(München, 21. Januar 2010) Das Mischungsverhältnis der vier Werke war perfekt: Zwei Dritteln Kammermusik, die zunehmend ins Jenseitige zerstäubte, folgte Maurice Ravels heiteres, frech diesseitiges G-Dur-Klavierkonzert. Was sich im Programmheft noch allzu disparat las, ergab im Prinzregententheater mit dem Münchener Kammerorchester einen wunderbaren Kontrast. [Besprechung lesen]

Musik mit Meerblick

Entwurf von Oskar Niemeyer für die neue Konzerthalle in Ravello

Der brasilianische Stararchitekt Oskar Niemeyer hat in Ravello einen Konzertsaal gebaut. Ende Januar wird er eröffnet.

Wenn im März das bis Sommerende dauernde Ravello-Arts-Festival beginnt, eines der aktivsten und an Veranstaltungen reichsten Festivals Italiens, brauchen die Konzerte nicht mehr unter freiem Himmel oder in Kirchen und Hotels stattzufinden. Oskar Niemeyer, eine der wichtigsten Architekturlegenden des 20. Jahrhunderts, hat für den kleinen Ort an der Amalfiküste eine Konzerthalle entworfen. Ein Neubau, der schon vor seiner endgültigen Fertigstellung und Einweihung Ende Januar Architekturexperten und -liebhaber aus aller Welt anlockt. [weiter]

Später Expressionismus

John Tomlinson Foto: Accademia Nazionale di Santa Cecilia

Im Auditorium Parco della Musica in Rom wurde die Kantate "Opfergang" von Hans Werner Henze uraufgeführt

(Rom, 10. Januar 2010) Es war ein Event von nationaler Tragweite. Musikkritiker kamen aus ganz Italien angereist und als Hans Werner Henze den großen Konzertsaal des römischen Auditoriums betrat, brandete ihm langer Applaus entgegen. Der alte und körperlich angeschlagene Komponist verbeugte sich ein wenig und schien tief berührt zu sein.
Zum ersten Mal überhaupt war er von einer italienischen Musikinstitution damit beauftragt worden, eine Komposition zu verfassen. Bisher war Henze in Italien zwar hier und dort aufgeführt worden, aber Auftragswerke, nein, die gab es nicht für den wohl berühmtesten lebenden Komponisten Deutschlands, der nicht weit von Rom in den Albaner Bergen lebt. Und das nun schon seit 50 Jahren. Weshalb dem ersten italienischen Auftragswerk Henzes eine besondere Bedeutung beigemessen wurde. [Besprechung lesen]

Himmlische und irdische Liebe

Singer Pur haben die nahezu vergessenen Madrigale Adrian Willaerts auf CD eingesungen - erschienen bei Oehms Classics

Lange Zeit waren diese Madrigale nur Insidern bekannt. Denn sie erklangen nur in privaten Zirkeln einiger Eingeweihter. Erst nachdem ein adliger Fan die Noten 1559 drucken ließ, wurden sie auch der Öffentlichkeit zugänglich. Dennoch ist der Komponist Adrian Willaert, der 1490 in Flandern geboren wurde, als junger Mann nach Italien ging und in Venedig 35 Jahre lang bis zu seinem Tod Kapellmeister von San Marco war (als Vorgänger von Claudio Monteverdi), keiner der wirklich bekannten Renaissance-Musiker. In seinen 25 vier- bis siebenstimmigen Petrarca-Madrigalen, die jetzt erstmals auf Tonträger erschienen sind (2 Cds), hat Willaert Petrarcas Liebeslyrik mit ihren zwischen Leichtigkeit und schmerzlichem Ernst pendelnden Stimmungen in eine zart-fließende, elegische Klanglichkeit übertragen. [CD-Besprechung lesen]

Der Einsame im Winter

Krähe, wunderliches Tier: Lieke Vanbiervliet und Hsin-I Huang Foto: Gärtnerplatztheater

Hans Henning Paar choreographierte Schuberts "Winterreise" in Hans Zenders Nachkomposition am Münchner Gärtnerplatztheater

(München, 16. Januar 2010) Handlungsballette mit großem Tänzereinsatz und aufwendiger Ausstattung, wie sie noch John Cranko in den 60er Jahren so exquisit entwarf, sind in Ballett und Tanztheater als Neukreationen fast ein Ding der Vergangenheit. Die zeitgenössischen Tanzschöpfer choreographieren für ihre Abende assoziative Bilder oder halb-erzählerische Miniaturen. Da bietet sich als Musik ein Lieder-Zyklus wie Franz-Schuberts "Winterreise" (nach Gedichten von Wilhelm Müller) als Vorlage geradezu an.Hans Henning Paar, in der dritten Saison Tanzchef am Münchner Gärtnerplatztheater, choreographierte jetzt Hans Zenders Bearbeitung von Schuberts "Winterreise", die 1993 vom Frankfurter Ensemble Modern uraufgeführt wurde. Für den 73jährigen Komponisten ist seine "Interpretation für Tenor und kleines Orchester" ein Versuch, heutige Hörer an die Romantik heranzuführen. [Premierenkritik lesen]

Spielst Du um Schönheit?

Eindrücke von der 55. Internationalen Kammermusikwoche auf Schloss Elmau

(Elmau, im Januar 2010) Als Bach-Interpret genießt der deutsche Pianist Martin Stadtfeld mittlerweile weltweit Anerkennung, vor allem solistisch oder mit Orchester. Jetzt hat er sich zusammen mit dem Cellisten Jan Vogler die nicht ganz so bekannten Gambensonaten des großen Bach vorgenommen. Stücke, die ein genaues Aufeinanderhören erfordern. Wobei man beim Live-Auftritt des Duos den Eindruck hatte, dass Stadtfeld um einiges mehr auf seinen Kammermusikpartner eingeht als umgekehrt. Die CD mit den Sonaten gleicht den Eindruck jedoch etwas aus. Während Vogler fast durchgängig eher forciert zu Werke ging, bemühte sich Stadtfeld um Nuancierungen im Anschlag und dynamische Abstufungen.
Neu ist kammermusikalisches Musizieren für Martin Stadtfeld nicht, auch wenn dies die erste Kammermusik-CD des Pianisten ist. [weiter]

Winterreise und soziale Kälte

Foto: Gärtnerplatztheater

Eigentlich müsste es dem Tanzchef des Münchner Gärtnerplatztheaters Hans Henning Paar gelingen, auch ein paar Lied-Liebhaber ins Münchner Gärtnerplatztheater zu locken: Für seine erste große Premiere dieser Saison am Samstag (16. Januar, 19 Uhr) hat er die 24 Lieder der "Winterreise" vertanzt. Paar choreographierte nicht zum Original-Schubert-Zyklus für Männerstimme und Klavier (nach Gedichten von Wilhelm Müller), sondern zu der "Interpretation für Tenor und kleines Orchester" (1993) von Hans Zender.
Schon Hamburgs Ballettintendant John Neumeier verwendete die Zender-Partitur 2001 für seine "Winterreise". Paars Version dieser Reise eines von der Liebe und dem Leben enttäuschten Wanderers werden 24 Musiker des Staatstheaters unter Andreas Kowalewitz
und - erstmals - zwei Tenöre begleiten. Malve Gradinger hat Hans Zender und Hans Henning Paar zum Gespräch getroffen. [weiter]

Prosperos Bücher

Adrian Eröd (Prospero) Foto: Monika Rittershaus/Oper Frankfurt

Thomas Adès' Shakespeare-Oper "The Tempest" als deutsche Erstaufführung an der Oper Frankfurt

(Frankfurt, 10. Januar 2010) Der Beginn dieses "Sturm" mit der Musik des 1971 geborenen Briten Thomas Adès an der Frankfurter Oper verheißt viel: Kopfüber stürzen Männer vom Bühnenhimmel in einen wasserblau schimmernden Raum, drehen sich, scheinen zu schweben. Der Zauberer Prospero hat diesen Sturm entfacht, um sich an seinem Bruder Antonio, der ihn seinerzeit in Seenot brachte, zu rächen und der Antonio samt des neapolitanischen Hofs auf seine Insel spült. Der Luftgeist Ariel unterstützt ihn und ist Gegenspieler Calibans, Sohn einer Hexe, der der eigentliche Herrscher dieser Insel ist. Ein Menschen verschlingender Aufruhr ozeanischer Naturgewalten, in dessen Auge ein Kubus mit Prospero den Anker und Ruhepol bildet, lässt eine fantasievolle, szenisch überbordende, spannende Aufführung erhoffen. Leider dauert es, bis es dazu kommt, und das liegt nicht an der Musik von Adès. [Premierenkritik lesen]

Fledermäuse, die stets ihr Ziel finden

Das Trio Wanderer erobert sich mit dem Bratscher Antoine Tamestit Gabriel Faurés Klavierquartett-Kosmos. Am 15. Januar erscheint die Neueinspielung bei Harmonia Mundi. Klaus Kalchschmid hat sich mit den Musikern getroffen.

(München, Januar 2009). Warum nennt sich ein französisches Klaviertrio in schönstem, für seine Landsleute sperrigem, marketingtechnisch jenseits des Rheins problematischem Deutsch "Trio Wanderer"? Stellt man diese Frage gleich zu Beginn eines Interviews, dann sprudelt es aus dem Pianisten Vincent Coq nur so heraus: "Natürlich wegen Schubert und seiner wunderbaren Musik, die das Wandern immer wieder thematisiert! Und weil diese Vorstellung vom Wandern vom Leben erzählt als immerwährender, nie endender Reise, vom niemals Haltmachen auf dieser Reise. Wandern heißt auch, dass Erfahrung, dass Weiterkommen im ganz konkreten Sinn das Wichtigste ist im Leben und dass vieles einfach geschieht ohne unser Zutun." [Porträt lesen]

Mendelssohns selbsternannter Antipode

Christian Thielemanns Sylvester- und Neujahrskonzert mit den Münchner Philharmonikern

(München, 2. Januar 2010) Es ist natürlich müßig darüber zu spekulieren, was Christian Thielemann in München nicht noch alles hätte dirigieren können, wäre die Vertragsverlängerung glatt über die Bühne gegangen und hätte es nicht die sattsam bekannten Verwerfungen gegeben, die zu seinem unerwarteten Abgang aus München in eineinhalb Jahren geführt haben. Und doch: Wie spannend wäre es z.B. gewesen, hätte sich Thielemann für das Werk Mendelssohns hier stärker engagiert, ein Feld, auf dem er und München sicher noch einiges entdecken hätten können. [Konzertbesprechung lesen]

Die befreite Dissonanz

Arnold Schönberg - Das gesamte Klavierwerk
Hardy Rittner, Klavier
Darbinghaus & Grimm


Arnold Schönberg, der Begründer der Zwölftonlehre, war ein leidenschaftlicher Tüftler und Erfinder. Für seine Kinder erfand er im kalifornischen Exil, wohin er vor den Nazis emigrierte, eine ganze Reihe von Spielen.
Als Komponist hat Schönberg leidenschaftlich die hierarchiefreie Ordnung des Tonmaterials erforscht und in seinem Verein für musikalische Privataufführungen der Neuen Musik einen einmaligen Laborcharakter verliehen. Orchesterwerke dominieren Schönbergs Oeuvre, seine Ideen für Klavier passen dagegen gut auf eine CD. Beim Label Darbinghaus und Grimm ist gerade ein Silberling erschienen mit dem gesamten Klavierwerk, eingespielt vom jungen deutschen Pianisten Hardy Rittner. [CD-Besprechung lesen]

Volkston, Hirtenmesse und Romantik-Pathos

Neue Weihnachts-CDs aus Norwegen, Böhmen, kammermusikalisch liedhaft und im Geiste der deutschen Romantik
[CD-Besprechungen lesen]

KlassikInfo-Geschenktipps für Weihnachten

Foto: Ines Finze/Pixelio.de

Für alle, die noch auf der Suche nach einer Geschenkidee sind, haben wir nochmal die Jahresproduktion der Plattenlabels durchforstet und für Sie eine ganz und gar unobjektive Bestenliste zusammengestellt.

Wir wünschen viel Spaß beim Verschenken und Hören!
Ihr KlassikInfo-Team

[und hier geht's zu den Tipps]

Anti-Aging Bruckner

Stanislaw Skrowaczewski zu Gast beim Symphonieorchester des BR

(München, 17. Dezember 2009) Bruckners Symphonien müssen ein Jungbrunnen sein, vor allem für diejenigen, die sie dirigieren. Die Münchner Musikfreunde haben Sergiu Celibidache damit bis zu seinem Tod erlebt, gelegentlich kam der über 80-jährige Günter Wand vorbei und nun war es Stanislaw Skrowaczewski, der sie staunen machte. Der 86jährige, im polnischen Lemberg geborene Dirigent und Komponist trat in dieser Doppelfunktion vor das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. [weiter]

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Zum Zerreissen gespannt

Christian Thielemann beeindruckt mit Brahms und Schönberg bei den Berliner Philharmonikern

(Berlin, 12. Dezember 2009) In München ist Christian Thielemann noch nicht ganz weg, in Dresden ist er noch nicht ganz angekommen. Fix- und Haltepunkte dazwischen gibt es im heimatlichen Berlin, wo er traditionell ein bis zweimal im Jahr als Gast die Berliner Philharmoniker leitet. Seine jüngsten grandiosen Auftritte entbehren dabei nicht einer gewissen Pikanterie vor dem Hintergrund, dass die Berliner mit ihrem Chef Simon Rattle gerade einen Rausschmiss beim ZDF für das traditionell aufgezeichnete Silvesterkonzert erlitten, das nun stattdessen ab 2010 Thielemann und seine Sächsische Staatskapelle bestreiten sollen.
Das jüngste Abonnementkonzert bei den Berliner Philharmonikern, bei dem sich der viel Umworbene auch als exzellenter Chordirigent empfahl, wäre für ein solches Sylvesterkonzert trotz des elegischen Grundtons durchaus auch prädestiniert gewesen. [Konzertbesprechung lesen]

Neue Lieblingsrolle Isolde

Violeta Urmana Foto: Christine Schneider

Violeta Urmanas szenisches Europadebüt als Isolde an der Wiener Staatsoper

"Irgendwann einmal möchte ich die Isolde singen", bekannte die litauische Sopranistin Violeta Urmana schon vor über zehn Jahren, damals noch eine gefeierte Azucena, Eboli oder Fricka. Das, was sich seinerzeit noch wie ein Traum anhörte, ist mittlerweile Wirklichkeit, und so ist Violeta Urmana am 14. Dezember in dieser Partie an der Wiener Staatsoper zu erleben, in einer musikalischen Neueinstudierung unter Sir Simon Rattle. Die Aufführung ist zugleich Violeta Urmanas Europadebüt als Isolde und überhaupt erst das zweite Mal, dass sie diese Partie komplett in einer szenischen Version singt. [weiter]

Musik gegen Nasen

Dirk Brossé Foto: BR

Dirk Brossé, Roger Willemsen und das Münchner Rundfunkorchester präsentierten französische Filmmusik

(München, 9. Dezember 2009) Was wäre der französische Film ohne Musik? Um einiges uninteressanter. Gute Filmmusik ist wie gutes Parfum, unaufdringlich, aber unwiderstehlich und von mitunter enormer Wirkung. Jean-Claude Petit hat mit seiner Musik zu »Cyrano de Bergerac« Depardieus mindestens ums doppelte vergrößerte Nase glatt wegkomponiert und mithilfe von Verdis "Macht des Schicksals" in "Jean Florette" die schicksalhafte Tragik Verdis sehr geschickt in eine französische verwandelt. Der vielleicht bedeutendste französische Filmmusiker war Georges Delerue (1925-1992), der mit seinen atmosphärischen Walzern vielen Truffaut-Filme ihre ganz besondere (klangliche) Aura verlieh.[weiter]

Carmen und die Kirche

Anita Rachvelishvili (Carmen), Jonas Kaufmann (Don José) Foto: Marco Brescia / Teatro alla Scala

Kontrovers aufgenommene Scala-Eröffnung mit Bizets "Carmen"

(Mailand, 7. Dezember 2009) Wer ist denn nun diese Carmen, Zigeunerin, Zigarettenarbeiterin und opernhaftes Urbild einer sinnlichen Frau, ist man versucht ungeduldig zu Fragen, wenn die diesjährige Scala-Saisoneröffnungspremiere inklusive aller Pausen nach langen mehr als vier Stunden vorüber ist. Denn so ganz leicht macht es die sizilianische Regisseurin Emma Dante dem Zuschauer, zumal dem aus dem Norden, nicht.
Doch je südlicher einer denkt und fühlt und je mehr er über den Gebrauch des christlichen Kreuzes in der italienischen Politik weiß, desto eher wird er den Buh-Orkan für die Regie und die wohlwollende bis enthusiastische Zustimmung der kritischen Opernbesucher für die diesjährige Eröffnungspremiere an der Mailänder Scala nachvollziehen können. [Premierenkritik lesen]

Ohne Erdenschwere

Das Verbier Festival Chamber Orchestra mit Festival-Leiter Engstroem Foto: Verbier Festival

Eindrücke vom Gastspiel des Verbier Festivals auf Schloss Elmau

(Elmau, 1.-3. Dezember 2009) Im Schweizer Bergort Verbier gibt es seit 15 Jahren ein kleines feines Festival, das nicht nur große Musiker-Namen aufzubieten hat, sondern darüber hinaus auch eine Talentschmiede für junge, hoffnungsvolle Nachwuchsmusiker ist. Denn für diese interessiert sich Festivalleiter Martin T:son Engstroem ganz besonders. Mit einer Auswahl der in der Schweiz präsentierten Musiker war das Verbier-Festival jetzt eine Woche lang zu Gast auf Schloß Elmau, das sich für diese Zeit das Verbier-Festival gewissermaßen ausgeliehen hat. Keine schlechte Idee für beide, denn das Kulturhotel Elmau profitiert vom Know-how des Festivals und das Verbier-Festival bekommt weitere Bekanntheit. [weiter]

Schuberts Mondfahrt

Mondreise via Cyberspace Foto: Armin Bardel / Theater a.d. Wien

Nikolaus Harnoncourt und Tobias Moretti bringen am Theater an der Wien Haydns Komödie "Il mondo della luna" auf die Bühne - einen Tag vor dem 80. Geburtstag Harnoncourts

(Wien, 5. Dezember 2009) Wie schön war es doch früher auf dem Mond. Als man noch nicht wusste, wie es dort aussieht. Von Wunderdingen und paradiesischen Zuständen schwärmten Dante und Cyrano de Bergerac, von Münchhausens Erzählungen gar nicht zu reden. Einen der größten Mondfanatiker trifft man auch in Joseph Haydns Oper "Die Welt auf dem Mond" "Il mondo della luna". Signore Buonafede glaubt, dass man auf dem Mond den Frauen, beim Auskleiden zusehen kann, und dass die Männer sie dort an Nasenringen herumführen. Da kommt Begeisterung auf bei Buonafede, weshalb er sich auch sofort zu einer Mondreise überreden lässt. [Premierenkritik lesen]

Tödliche Musik

Ein Nachtkonzert für Claude Vivier mit dem Münchener Kammerorchester in der Pinakothek der Moderne

(München, 5. Dezember 2009) Diesmal hat es sich mehr als gelohnt, schon eine Stunde vor dem nächtlichen Komponistenporträt um 22 Uhr in der Pinakothek der Moderne bei der Einführung dabei zu sein. Denn der Schriftsteller Albert Ostermeier las zu Beginn aus "Sing für mich Tod! Ein Ritual" über Claude Viviers letzte Tage. Ein "Requiem" hat er damit für die diesjährige Ruhr-Triennale geschrieben, fast möchte man sagen "komponiert". Denn unprätentiös, hart an den Fakten und doch in höchstem Maße poetisch versucht Ostermeier den gewaltsamen Tod des 35-jährigen Komponisten in einem Pariser Hotelzimmer 1983 zu fassen. [Konzertbesprechung lesen]

Auf der Stuhlkante

Paavon Järvi Foto: EMI Classics

Die Münchner Philharmoniker und Janine Jansen unter Paavo Järvi mit Bartók und Schostakowitsch

(München, 3. Dezember 2009) Bis zum Beginn von Dmitri Schostakowitschs Sechster hörte sich dieses Philharmoniker-Konzert unter Paavo Järvi ganz nach heiterer Winter-Depressions-Therapie an: Denn der zweite Satz aus Mahlers dritter Symphonie in der Kammerfassung von Benjamin Britten verströmte heitere Sommergefühle und auch bei Bartóks erstem Violinkonzert und seiner ersten Rhapsodie konnte man die Seele baumeln lassen. Doch mit dem düsteren Streicherbeginn der Schostkowitsch-Symphonie waren alle Sonnenstrahlen verflogen und auch bei den gleißenden, sich wild in die Ohrmuscheln drehenden Rossini- und Lehár-Verfremdungen des Finales wußte man nicht so recht, ob man lachen oder weinen sollte. [Konzertbesprechung lesen]

Klaviermeister und Klaviergeister

Zum 11. Mal gab es im November das Pianofestival des Luzern Festivals. Thema gibt es keines, dafür mitunter sehr eigenwillige Programme

(Luzern, Ende November 2009) Einen Lehrer aus der Ferne, nennt Konstantin Scherbakov den großen Pianisten Wladimir Horowitz, den er zwar nie selbst getroffen hat, dessen Plattenaufnahmen er aber bis ins Detail analysierte, als er am Moskauer Konservatorium studierte. Auch wenn der 1963 in Sibirien geborene Scherbakov längst selbst eine eigene Weltkarriere gemacht hat, ist Horowitz für ihn noch immer eine Jahrhundertfigur. Und dieser vor 20 Jahren gestorbenen Pianistenlegende widmete Scherbakov sein Recital beim Piano-Festival in Luzern. Unter anderem auch mit fünf der von Horowitz so sehr geschätzten Sonaten des Barockmeisters Domenico Scarlatti. [Festivalbericht lesen]

Auf Fellinis Spuren

Giuseppe Filianoti (Nemorino) Foto: Wilfried Hösl

Zum ersten Mal seit 100 Jahren wieder an der Bayerischen Staatsoper: Donizettis "L'elisir d'amore"

(München, 2. Dezember 2009) Auch wenn das Finale James Camerons "Titanic"-Film zitiert, heißt es an der Bayerischen Staatsoper nach der Premiere von Donizettis "L'elisir d'amore" schließlich Ende gut, alles gut! Wie einst Di Caprio/Winslet an der Reling der frischen Brise entgegenfieberten, stehen Nino Machaidze und Giuseppe Filianoti, die Hände weit ausgebreitet, auf der altertümlichen Raumkapsel Dulcamaras wie aus einem historischen Science-Fiction-Film und schmachten in den gleißend rotgolden feuerwerkenden Himmel hinein. Ende einer heiter heutigen, ironischen, manchmal auch klamaukigen oder dezent kitschigen Inszenierung des Opern-Frischlings David Bösch. [Premierenkritik lesen]

Musikalische und visuelle Bilder

Leif Ove Andsnes & Robin Rhode touren derzeit mit ihrem Projekt "Pictures reframed" - ein visualisiertes Konzert mit Mussorgskys "Bildern einer Ausstellung" - durch Europa. In Brüssel war der Auftakt. Robert Jungwirth hat das Konzert besucht und mit beiden Künstlern gesprochen

(Brüssel, November 2009) Zwei Hände, zehn Finger spielen auf weißen Kreidestäben, die auf einer schwarzen Unterlage liegen. Mit jedem Ton verändern die Stäbe ihre Position und malen dabei Striche und Formen auf den Untergrund. So bebildert der südafrikanische Video-Künstler Robin Rhode den "Markt von Limoge" aus Modest Mussorgskys berühmten Klavierzyklus "Bilder einer Ausstellung". Der Konzertsaal ist abgedunkelt und auch die Bühne ist bis auf die Klaviatur kaum beleuchtet. Dahinter flimmern auf sechs großen Leinwänden die bewegten Bilder von Robin Rhode. Leif Ove Andsnes spielt davor Mussorgskys Musik mit der ihm eigenen Mischung aus intellektueller Ernsthaftigkeit und empfindungsreicher Tiefe. [weiter]

Einzigartiger Thrill

Philippe Jaroussky und Concerto Köln verzaubern in München mit Johann Christian Bach und Händel

(München, 28. November 2009) Er ist musikalischer Trüffelsucher und -finder wie Cecilia Bartoli. Doch während die Mezzosopranistin auf ihrem "Sacrificium"-Album verschiedenste neapolitanische Kastraten-Arien versammelt, widmet sich Philippe Jaroussky auf seiner neuen CD "La dolce fiamma" ausschließlich Johann Christian Bach. Und präsentiert schlicht vollkommen ein spannendes Spektrum an Opern- und Konzertarien ("Sentimi, non partir...Al mio bene", "Ebben si vada... lo ti lascio"), das zeigt, dass der jüngste Sohn Johann Sebastians, der "Londoner Bach", von "Artaserse" (1760) bis "La clemenza di Scipione" (1778) zwischen Barock, galantem Stil und Mozart-Nähe ein großes musikdramatisches Gespür und Können besitzt. [Konzertbesprechung lesen]

Die berührendsten Momente sind nicht erklärbar

Philippe Jaroussky Foto: EMI

Der Shooting-Star unter den derzeitigen Countertenören ist zweifellos der Franzose Philippe Jaroussky - Julia Schölzel hat ihn an seinem Wohnort in Paris besucht

Mit 30 Jahren den Echo Klassik überreicht zu bekommen, das ist für viele Musiker ein Traum. Für den französischen Countertenor Philippe Jaroussky ist dieser Traum im Jahr 2008 wahr geworden. Seinen internationalen Durchbruch feierte der junge Sänger 2005, als er für seinen Stimmkollegen Andreas Scholl einsprang. Inzwischen veröffentlicht Jaroussky ein bis zwei Solo-CDs pro Jahr, und fördert zunehmend unbekannteres Repertoire zu Tage: ob ein swingender Monteverdi, elegische Chansons der Belle Epoque oder wie jetzt aktuell das Arienalbum "La dolce fiamma" des jüngsten Bachsprößlings Johann Christian Bach, geschickt weiß Jaroussky Publikum wie Experten mit seiner Auswahl zu überraschen. Mit Opernarien des Londoner Bachs und von Händel tourt Jaroussky in diesen Wochen durch Deutschland. [Porträt lesen]

Hündische Kreaturen

Jens Larsen als Graf Glocester Foto: Wolfgang Silveri

Hans Neuenfels inszeniert Reimanns "Lear" an der Komischen Oper

(Berlin, 22. November 2009) Nun hat Berlin endlich doch einen neuen "Lear". Eigentlich wollte die Staatsoper dieses Opus Magnum Aribert Reimanns anlässlich seines 70. Geburtstags ins Repertoire aufnehmen, tauschte es dann aber gegen Lehàrs "Lustige Witwe", die zu allem Unglück auch noch zu einem Fiasko geriet.
Nun ist es die Komische Oper, die die Shakespeare-Vertonung schon zum zweiten Mal in einer rundum respektablen Produktion auf die Beine stellt, während die Staatsoper tags zuvor den nächsten Operettenflop mit Strauß' "Fledermaus" landete.
Fast will man es gar nicht glauben: Schon 30 Jahre liegt die Uraufführung zurück. "Lear" ist nahezu schon ein Klassiker, einer zudem, der ganz unterschiedliche Lesarten zulässt. [Premierenkritik lesen]

La Argerich - einfach bezwingend

Martha Argerich Foto: DG

Martha Argerich und das DSO unter Charles Dutoit in der Berliner Philharmonie

(Berlin, 19. November 2009) Ihre Auftritte stehen stets unter einem Stern der Ungewissheit: Sagt Martha Argerich kurzfristig wieder einmal ab? Doch es lohnt sich, zu hoffen und zu bangen, denn kommt sie, dann erwartet das Publikum ein großartiges Konzerterlebnis, geprägt von unnachahmlicher Intensität und Nuanciertheit im Spiel. So war es auch diesmal beim Schumann-Konzert mit dem Deutschen Symphonieorchester unter Charles Dutoit in der Berliner Philharmonie. [Konzertbesprechung lesen]

Zartes Geschöpf des Nordens

Zum Tod der großen Sopranistin Elisabeth Söderström

(21. November 2009) Auch wer die wunderbare schwedische Sängerin nie live auf der Bühne erlebt hat, kennt seit seiner Jugendzeit diese wunderbar warme, auf so feine, zarte, fast zerbrechliche Art einschmeichelnde Stimme: Mitte der 70er Jahre war Elisabeth Söderström auf Platte unter Charles Mackerras Janaceks Katja, Elina Makropulos oder Jenufa und Debussys Melisande unter Boulez. Wer diese Opern mit ihr kennengelernt hat, vergißt den ganz spezifischen Klang, die Farben, ja die Aura, die von Elisabeth Söderströms Sopran ausging, nie mehr. [Nachruf lesen]

Moll-Flor

Das Münchner Kammerorchester mit einer Uraufführung des palästinensischen Komponisten Samir Odeh-Tamimi

(München, 19. November 2009) Für 23 Streicher hat Richard Strauss sein 1945 entstandenes Endzeitwerk "Metamorphosen" konzipiert, mit dem das zweite Abo-Konzert des Münchner Kammerorchesters im Prinzregententheater schloss. Alexander Liebreich koordinierte Strauss' "Studie" mit geschmeidiger Hand. Er beleuchtete das Werden und Vergehen, den ständigen Wandel mit feinem Gespür für das changierende Geflecht. Die Streicher nutzten ihre Auftritts-Chancen und setzten ihre individuellen Klangmarken. [weiter]

Dreibeinige Riesen und ein Herz für Alberich

Foto: Thomas M. Jauk

An der Staatsoper Hannover startete Barrie Kosky einen neuen "Ring des Nibelungen", "Das Rheingold" schürt schon jetzt die Spannung auf den Fortgang des "Rings"

(Hannover, 14. November 2009) Richard Wagner war schon ein kluger Kopf, er wusste genau, warum er sich mythische Stoffe als Grundlage für seine Opern wählte, Mythen, so schrieb der Bayreuther Meister, seien immer wahr und unerschöpflich, des Dichters Aufgabe sei es, sie zu deuten. Wagner deutete die kruden Familiengeschichten und Fehden der germanischen Götterwelt zu einem gigantischen, psychologisch subtil-komplexen, vielschichtigen Weltsichts-Spektakel um und lieferte damit bis an der Zeiten Ende für kluge Regisseure eine immer neue Fundgrube an Deutungsmöglichkeiten. Das, was der australische Regisseur Barrie Kosky aus den ach so menschlichen Götterdramen herausliest, hat man so noch nicht gesehen. [Premierenkritik lesen]

Urwaldmusik

Charles Koechlin, Les Bandar-Log op. 176, Offrande musicale sur le nom de Bach op. 187 mit dem Radiosinfonieorchester Stuttgart des SWR unter Heinz Holliger. Hänssler Classic/ SWR Music 

Schon viermal haben der Dirigent Heinz Holliger und das Radiosinfonieorchester Stuttgart des SWR Kompositionen des Franzosen Charles Koechlin beim Label Hänssler Classic in Koproduktion mit dem SWR veröffentlicht. Diese erfolgreiche Zusammenarbeit macht Sinn, benötigen allein die klangvollen Orchesterwerke von Koechlin doch ein großes Instrumentarium von der Orgel bis zur fast doppelten Besetzung. Ein aufwendiges Koechlin-Projekt startete deshalb Holliger mit dem SWR, wissenschaftlich unterstützt vom Charles Koechlin Archiv in Kassel. Auf ihrer fünften CD kombinieren sie zwei höchst unterschiedliche Werke. [CD-Besprechung lesen]

Un uomo dolce

Henri Bonamie Foto: wildundleise

Henri Bonamy spielt Schubert, Brahms, Mussorgsky und Debussy auf CD
Label Genuin

Er ist das, was man im Italienischen mit großer Hochachtung "Un uomo dolce" nennt, einen sanften, einfühlsamen Mann: Der Pianist und Dirigent Henri Bonamy hat für sein Alter - 30 Jahre - zarte, fast knabenhafte Gesichtszüge, schüchterne, aber wache Augen und er redet auch so. Ein Mann, der durchaus weiß, was er schon ist und was er will, dies aber nicht mit Macho-Allüre herausposaunt. Man hört das auch in seiner neusten, beim kleinen Label Genuin veröffentlichten, CD wo er Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung", mit Debussys "Imageskombiniert. [CD-Besprechung lesen]

Piano Rodeo am Fuße der Canadian Rockies

Jack-Singer-Concert-Hall in Calgary Foto: Veranstalter

Der 6. Internationale Honens-Klavierwettbewerb im kanadischen Calgary

(Calgary, November 2009) Kein Wunder, dass, wer hier am Fuße der kanadischen Rocky Mountains in der Rodeo- und Olympia-Stadt wohnt, so stolz auf "sein" Calgary ist! Seit 1988 hat sich die Zahl der Einwohner auf 1,2 Millionen verdoppelt, die Skyline sieht aus wie eine kleine Kopie von Hong Kong und im Schnitt sind die Menschen hier 32 Jahre alt. Das spürt man auch am regen Kulturleben der Stadt, das ein Reggae- und Jazz-Festival ebenso beherbergt wie ein Puppen- und Kindertheater, ein "spoken word festival", ein Tanztheater und Animationsfilmfestspiele, ein Opernhaus (www.calgaryopera.com) und Symphonieorchester (www.cpo-live.com). [Reportage lesen]

Keime der Hoffnung in der Inhumanität

Hier hebt keiner ab - weder Flugzeug noch Mensch. Foto: Theater Basel

Calixto Bieito und Leos Janáček - was daraus werden kann, zeigt das Theater Basel mit eineinhalb intensiven Stunden "Aus einem Totenhaus"

(Basel, 8. November) Das Spektakulärste an dieser Produktion ist zunächst ein Flugzeug. Kein Modell, sondern eine richtige Maschine senkt sich da raumfüllend auf die völlig leergeräumte Bühne des Theater Basel herunter. Calixto Bieito, nach der letztjährigen "Lulu" zurückgekehrt an ein ihm wertes Theater, inszeniert erneuet mit massig Blut und nackten Körpern. Doch - und das ist fast noch spektakulärer - das Publikum goutiert's. Keiner lief heraus, keiner buhte. Bieito hat gewonnen. [Premierenkritik lesen]

Verfehlte Explosionen

Andrey Boreyko dirigiert die Münchner Philharmoniker

(München, 6. November 2009) Igor Strawinsky war ein Perfektionist. Seine Partituren sind bis ins letzte Detail ausgefeilt, dem Zufall überließ er nichts. Und selbst im vermeintlich größten Chaos des "Sacre" herrscht penibelste Ordnung, die Musikern und Dirigenten die größte Beherrschung ihres Handwerks abverlangt. So gibt es kaum ein Werk von Strawinsky, das man als unfertig oder wenig gelungen bezeichnen könnte. Und doch ist seine 1908-14 entstandene Ballett-Oper "Le Chant du Rossignol" (Der Gesang der Nachtigall) seltsam heterogen, ja unfertig. [Konzertbesprechung lesen]

Mozart-Referenzen

René Jacobs setzt seinen Mozart-Zyklus bei Harmonia Mundi mit dem "Idomeneo" fort. Es singen u.a. Richard Croft, Bernarda Fink und Kenneth Tarver, es spielt das Freiburger Barockorchester

René Jacobs hat, wann immer er Mozart für Harmonia Mundi einspielte, eine Referenzaufnahme vorgelegt. Zuletzt als Abschluß der Da-Ponte-Trilogie "Don Giovanni", sowie "La clemenza di Tito", beides 2006. Nun also nach der letzten die erste der "großen" sieben Opern Mozarts. Beide sind zu Teilen noch eine Reverenz an die obsolete Gattung der "Opera seria", doch der "Idomeneo" des 25-Jährigen ist außerdem ungestümes Jugendwerk wie auch schon musikdramatisches Meisterwerk, das vieles bis hin zur "Zauberflöte" antizipiert.
René Jacobs hat das "dramma per musica" strichlos aufgenommen, sogar in den Rezitativen, ignorierte er die Verknappungen, die Mozart für die Münchner Uraufführung machen mußte oder wollte. [CD-Besprechung lesen]

Ein Mann für jede Frau

Don Giovannis mobile Disco - Verladebahnhof für Frauen Foto: W. Hösl

Stephan Kimmig inszeniert an der Bayerischen Staatsoper "Don Giovanni". Die musikalische Leitung hat GMD Kent Nagano. Beide können nicht restlos überzeugen.

(München, 31. Oktober 2009) "Wer ich bin, wirst du nie erfahren", sagt der maskierte Wüstling zu Donna Anna. Und im Grunde gilt das für uns alle: Was wissen wir schon über Don Giovanni? Über sein Innenleben, seine Gefühle? Er reflektiert nicht, gibt sich nicht preis, bleibt eine Leerstelle, ein Rätsel - und ist gerade deshalb, als Projektionsfläche, das alles beherrschende Gravitationszentrum. Wir erleben ihn nur in Aktion: im Dialog, im Duell, in der Verführung. Nie sehen wir, wie er ist; immer nur, wie er auf andere wirkt. Regisseur Stephan Kimmig präsentiert Don Giovanni deshalb als Verwandlungskünstler. Erst ist er ein Latin Lover mit öligen Locken, dann ein Partylöwe mit blonder Mähne und goldenem Anzug, schließlich ein Dressman mit smartem Kurzhaarschnitt. Für jede Frau erfindet er sich neu, das ist sein Geheimnis: ein Mann mit tausendunddrei Gesichtern. Unter den Regieeinfällen, an denen der Abend generell keinen Mangel leidet, ist dieser einer der besten. Langeweile, um gleich noch ein zweites und letztes Lob loszuwerden, kommt nicht auf. Innere Beteilung am Bühnengeschehen allerdings auch nicht. [Premierenkritik lesen]

Mahler auf dem Akkordeon

Das Wiener Ensemble Amarcord und die Mezzosopranistin Elisabeth Kulman haben eine ungewöhnliche und faszinierende CD mit Mahler-Liedern herausgebarcht

Läßt sich maximaler Ausdruck nur mit maximalem Einsatz der Mittel verwirklichen? Gustav Mahler schien dieser Überzeugung gewesen zu sein. Hätte er sonst die Besetzungsstärke des Orchesters für seine Musik derart ins Extreme getrieben? Auf der anderen Seite liegen manche Lieder Mahlers sowohl in einer Orchester- als auch in einer Klavierfassung vor.

Das Wiener Ensemble Amarcord hat nun mit einer CD versucht, den Beweis anzutreten, dass man ein Mahler-Orchester auf vier Instrumente reduzieren und dabei trotzdem genuin mahlersche Klänge produzieren kann. Die Besetzung ist einigermaßen kurios, neben Geige, Cello und Kontrabass ist auch ein Akkordeon mit von der Partie. [CD-Besprechung lesen]

Wallenstein im Führerbunker

Kindersoldaten an die Front Foto: Stephan Walzl

Das Theater Gera bringt als deutsche Erstaufführung die Oper "Wallenstein" von Jaromir Weinberger heraus - eine Entdeckung

(Gera, 23. Oktober 2009) Monumental ist Friedrich Schillers Dramen-Triologie über den gescheiterten Helden, voll komplexer philosophischer Reflexionen. Wie, so fragt man sich sogleich, kann aus diesem sperrigen Stoff eine Oper entstehen? Der tschechisch-jüdische Komponist Jaromír Weinberger stellte sich mit seinem Librettisten Milos Kares diese schwierige Aufgabe, Max Brod übertrug den Text ins Deutsche. Die im November 1937 in Wien uraufgeführte Oper hielt sich nicht lange auf dem Spielplan. Nur wenige Wochen später übernahmen die Nationalsozialisten in Österreich die Macht. Weinberger konnte emigrieren, sein "Wallenstein" ward vergessen. Die Bühnen der Stadt Gera waren schon zu DDR Zeiten dafür bekannt, Unbekanntes auszugraben. Eine Tugend, die sich bis heute fortsetzt. So kam im Frühjahr 2009 in Gera die Oper "Scharlatan" von Pavel Haas heraus, nun hatte Weinbergers "Wallenstein" - rechtzeitig noch im Schillerjahr - als Deutsche Erstaufführung Premiere. [weiter]

An der Grenze

Othmar Schoeck "Notturno" mit dem Bariton Christian Gerhaher und dem Rosamunde Quartett

Es gibt nicht wirklich viele schweizer Komponisten, die es zu internationaler Anerkennung gebracht haben. Frank Martin, Arthur Honegger und Othmar Schoeck sind die wesentlichen drei. Für das Schaffen von Othmar Schoeck, der besonders Vokalwerke komponierte - etliche Liederzyklen und 8 Bühnenwerke - hat sich vor allem Dietrich Fischer-Dieskau eingesetzt. Schoecks eigenwilliges und komplexes Werk Notturno von 1933 stand desöfteren auf den Konzertprogrammen des Sängers. Gemeinsam mit dem Julliard String Quartett brachte Fischer-Dieskau Ende der 1960ger Jahre diesen Repertoire-Außenseiter auch in die Schallplattenregale. [CD-Besprechung lesen]

Ein Fest für Placido

Placido Domingo im Goldornat als Doge Boccanegra Foto: Monika Rittershaus

Mit seinem Ausflug ins Bariton-Fach begeisterte der knapp 70jährige Placido Domingo als Simone Boccanegra in Verdis gleichnamiger Oper das Publikum an der Berliner Staatsoper und riss es zu standing ovations hin - Premierenkritik

(Berlin, 24. Oktober 2009) Gift und Dolch, Mantel und Degen, Liebe und Eifersucht, Macht, Hass und Mord. Verdis 1857 entstandene und 20 Jahre später überarbeitete Oper "Simone Boccanegra" spart nicht mit Konflikten und dramatischem Potential. Die Handlung ist ebenso spannend wie verwirrend. Und Verdi hat dafür eine seiner spannungsgeladensten und aufwühlendsten Opernmusiken komponiert. [weiter]

Unaufdringlich genießen

CD: Frederic Chopin: Späte Werke (inkl. Klaviersonate Nr.3 und Cellosonate). Maria João Pires (Klavier), Pavel Gomziakov (Cello). Deutsche Grammophon, 2 CDs

Maria João Pires' letzte Aufnahme liegt schon einige Jahre zurück, umso mehr ist ihre neuste CD - "eine Art Spaziergang durch die späte Phase Chopins" - umso willkommener. Ihr Chopin ist einer, der nie rührselig wirkt. Schönheit und Sachlichkeit verbinden sich in Pires' Spiel. [CD-Besprechung lesen]

Ins Unreine empfohlen

Die Süddeutsche Zeitung hat mal wieder tolle Ratschläge für die Münchner Philharmoniker parat - ein Zwischenruf 

(München, 20. Oktober 2009) Die Süddeutsche Zeitung empfiehlt der Stadt München, den Titel Generalmusikdirektor nicht wieder zu vergeben. Warum? Weil es so "militärisch klingt". Und weil es einen "Chef alten, patriarchalen Stils" bedeutet. Klar, das liegt natürlich vor allem am Titel. Die nächste Empfehlung betrifft die Konzerte, die nicht vom zukünftigen Chefdirigenten geleitet werden. Diese Abende dürften, so fordert die SZ, "im Niveau nicht unter die Auftritte des Chefs abrutschen". Und wir dachten, die Musiker könnten da ruhig wie Amateure spielen. Gut, dass die SZ das mal klarstellt. [weiter]

Warum bin ich so stark?

Vom Haudrauf zum richtigen Mann: Christian Franz alias Siegfried Foto: Hamburgische Staatsoper

Vor 16 Jahren gab es an der Hamburgischen Staatsoper zum letzten Mal eine Neuinszenierung von Richard Wagners Tetralogie "Der Ring des Nibelungen". Die Generalmusikdirektorin und Intendantin Simone Young "schmiedet" deshalb gerade an einem neuen "Ring". Die Regie übernahm Claus Guth. Gestern hatte "Siegfried" Premiere.

(Hamburg, 18. Oktober 2009) Im Rheingold und in der Walküre hatte der Hausherr von Walhall, Wotan, noch große Pläne, wie er sich die Welt vorstellte und wie die Menschen zumindest in seinem Kopf zu funktionieren hatten. Deshalb gestanden ihm Claus Guth und sein Ausstatter Christian Schmidt auch ein großes Welt-Architekten-Planungsbüro zu. Das gibt es im "Siegfried" nun nicht mehr. Wotan hat sich, nachdem letzte intrigante Aktionen fehlgeschlagen sind, in Erdas riesige, meterhohe Bibliothek zurückgezogen, was ihm auch nicht mehr viel nützt. [Premierenkritik lesen]

Eine Oper für Wolfgang Schäuble

Foto: Theater Augsburg/A. T. Schäfer

Dirk Kaftan begeistert als neuer GMD in Augsburg in einer spannenden Premiere von Verdis "Don Carlos"

(Augsburg, 17. Oktober 2009) "Don Carlos" ist sogar für große Bühnen oft ein Wagnis. Umso überraschender, wenn ein mittleres Dreispartenhaus wie Augsburg Verdis vielleicht experimentellste, kühnste Oper nicht nur ausschließlich mit Ensemblemitgliedern besetzen kann, sondern eine am Ende in vielerlei Hinsicht geglückte Premiere stemmt.
Dabei hinterließ die erste Hälfte noch keinen so runden Eindruck. Schon die Einheitsbühne von Marc Bausback, ein silbern schimmernder Kasten, dominiert von einer riesigen Leinwand, war gewöhnungsbedürftig. Eine Kamera fängt den Teppich, auf den die leeren, orangefarbenen Stuhlreihen des Augsburger Theaters gemalt sind, aus der Vogelperspektive ein - samt allem, was sich darauf abspielt. Erst im zweiten Teil wird zur Gewissheit, dass der Großinquisitor die totalitäre Überwachungsinstanz ist. [Premierenkritik lesen]

Abgründiger Totentanz

Foto: Mü. Philharmoniker

Nach den Vertragsstreitereien steht Christian Thielemann jetzt erstmals wieder am Pult der Münchner Philharmoniker - mit Bruckners Neunter

(München, 16. Oktober 2009) Zwar trägt keine der neun Symphonien Anton Bruckners den Beinamen "Die Tragische". Für die Münchner Philharmoniker wurde aber die Neunte jetzt in gewisser Weise zu einer tragischen. So wie Bruckner in dieser letzten, nicht vollendeten Symphonie sich vom Leben verabschiedet, so ist dieses tiefschürfende und zutiefst verzweiflungsvolle Werk nach der unsäglichen Vertragsgeschichte und den daraus resultierenden, von vielen nicht beabsichtigen Verwerfungen und Folgen für die Münchner Philharmoniker und Christian Thielemann zu einer Art vorgezogener Abschiedssymphonie geworden - mit tragischen Anteilen, weil die große Mehrheit des Orchesters ja nichts lieber getan hätte, als mit Thielemann auch nach 2011 weiter zusammen zu musizieren. [Konzertkritik lesen]

Signora 1000 Volt

Cecilia Bartoli mit "Sacrificium" live in der Münchner Philharmonie - Auftakt ihrer Deutschlandtournee

(München, 14. Oktober 2009) Wenn Cecilia Bartoli etwas macht, dann tut sie es 150-prozentig. So auch jetzt bei ihrem neuen Album "Sacrificium" (Decca), das sie in München als zweiter Station einer großen Tournee live vorstellte und damit ein Repertoire, für das berühmte Kastraten wie Farinelli oder Caffarelli in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts nicht zuletzt in Neapel gefeiert wurden. Natürlich klingt ihre Stimme auf CD viel unmittelbarer, fangen die Mikrofone ganz direkt den Klang, ihr berühmtes Hauchen und andere feine Geräuschanteile einer nicht sehr großen Stimme ein, doch live ist die Bartoli trotzdem eine Wucht.
Dazu bedürfte es gar nicht eines Faschingskostüms - wenn auch vom Designer Agostino Cavalca entworfen - ,mit dem sie weiß aufgerüscht in rot gefüttertem, schwarzen Umhang samt Dreispitz, schwarzen Lederstiefeln und roten Handschuhen auf die Bühne der Philharmonie rauscht. [Konzertkritik lesen]

Mystisches Zittern

Dietrich Fischer-Dieskau: "Jupiter und ich - Begegnungen mit Furtwängler"
Berlin University Press, ca. 100 Seiten, 19.90 Euro

Es ist wohl kein Zufall, dass das Interesse an Wilhelm Furtwängler gerade in den vergangenen Jahren wieder zugenommen hat. Nicht nur jenes Interesse, das sich mit der Beziehung Furtwänglers zu den Nazis beschäftigt, sondern auch jenes, das dem einzigartigen Dirigenten und seinen eigenwilligen Interpretationen gilt. Vielleicht wünschen sich gerade in dieser Zeit mit ihren modelhaften, oft auch künstlerisch allzu glatten Stars und -Sternchen doch manche ein Gegenbild. In dem sperrig genialischen Musiker Wilhelm Furtwänglers kann man es zweifellos finden. Und so ist es vielleicht auch kein Zufall, das der 84jährige Dietrich Fischer-Dieskau nun sein Buch mit Erinnerungen an Wilhelm Furtwängler veröffentlicht. [Buchbesprechung lesen]

Zu denken wagen

Foto: Jean-Paul Raabe

Luigi Nonos "Al gran sole carico d'amore" in der Regie von Peter Konwitschny an der Oper Leipzig

(Leipzig, 8. Oktober 2009) "Die Schönheit setzt sich der Revolution nicht entgegen", das sagte Ernesto Che Guevara 1953 auf Kuba. Dieser Satz, den Luigi Nono am Beginn seiner Oper "Al gran sole carico d'amore" zitiert, klingt wie eine programmatische Vorgabe für Musik und Handlung des Stücks. Die Szenerie wird von Frauen dominiert, die sich ihrer Reize bewusst sind und die zur Müttern der Weltrevolution werden. Dazu singen sie grell hoch, zuweilen auch betörend schön, aber immer streng "strukturalistisch", sprich ohne melodiöse Sinnzusammenhänge zu offenbaren. [Premierenkritik lesen]

Paris

Palais Garnier Foto: Opéra National de France

Wir setzen unsere Reihe "Savoir vivre" mit Hotel- und Restaurantempfehlungen in Opernstädten dieser Erde mit Paris fort.

Paris muß man als Stadt der Musik nicht vorstellen. Mit den beiden Häusern der Nationaloper, Palais Garnier und Opéra Bastille, mit dem Teatre du Champs-Elysees, der Opéra Comique, dem Théâtre du Châtelet und nicht zuletzt der Cité de la Musique stellt die Seine-Stadt eines der Weltzentren für Oper und Konzert dar. Gewiss muß man den Weggang von Gerard Mortier als Generaldirektor der Staatsoper beklagen. Aber auch ohne diesen mutigen und inspirierten Theatermacher bietet Paris ein Programm mit manchmal vier verschiedenen Opern pro Woche.
Der besondere Kick in Paris: nach dem Theater ins Restaurant. Viele Bistrots haben bis tief in die Nacht hinein geöffnet und bieten erstklassige Küche. Zahlreiche Hotels kümmern sich auf Wunsch ihrer Gäste um Theaterkarten. [weiter]

Sonaten für alle Zeiten

CD: Ludwig van Beethoven
Die Sonaten für Klavier und Violine
Isabelle Faust, Violine
Alexander Melnikov, Klavier
harmonia mundi, 4 CDs inkl. DVD mit "making of"

Zwei Jahre hat es gedauert und in dieser Zeit wurde gewiss viel nachgedacht, ausprobiert, verworfen. Vor zwei jahren,  2007, erschien die Aufnahme von Beethovens "Kreutzer"-Sonate mit der Geigerin Isabelle Faust und dem Pianisten Alexander Melnikov bei "harmonia mundi". Einem Label übrigens, das sich gerade dadurch erfolgreich dem "Niedergang" der CD-Labels entgegen stemmt, indem es sich energisch der Pflege eines anspruchsvollen Repertoires und von Künstlern mit klarem Profil zugleich verschrieben hat.
Quasi nur dort konnte es also auch geschehen, dass aus dem furiosen Auftakt mit Beethoven vor zwei Jahren nun auch das Ganze geworden ist. Die Gesamtaufnahme aller zehn Sonaten für Klavier und Violine.  Für die Gegenwart bedeutet diese Produktion den "State of the Art".  [weiter]

Leserkommentare auf KlassikInfo

Liebe Leserinnen und Leser, KlassikInfo bietet ab sofort zu den einzelnen Artikeln die Möglichkeit, Kommentare (am Ende des jeweiligen Berichts) abzugeben. Sie können uns damit direkt Ihre Meinung zu einer Aufführung oder zu einem Artikel mitteilen. Wir freuen uns über rege Beteiligung...

Beliebt und unterschätzt

Neuveröffentlichungen zu Mendelssohns 200. Geburtstag: Eine exzellente kleine Monografie, "Die kompletten Meisterwerke" auf 30 CDs und die Ersteinspielung von "Acis und Galatea".

Felix Mendelssohn (oder Mendelssohn Bartholdy, wie er seinen Namen nach dem Übertritt zum Christentum ergänzte) ist auch heute, über 160 Jahre nach seinem frühen Tod mit 38 Jahren, ein ebenso beliebter wie unterschätzter Komponist, dessen Rezeption sich auf die Sommernachtstraum-Ouvertüre, das Violinkonzert op. 64, einige seiner Symphonien, manche seiner Streichquartette und den "Elias" reduziert. Schon "Paulus", das Oktett und die Klaviertrios sind weniger bekannt, die Klavierkonzerte, die umfangreiche, eigenständige Orgelmusik oder die Klavierquartette fast vollständig aus dem Konzertleben verschwunden. Ganz vernachlässigt wird - vielleicht zu Recht - das musikdramatische Oeuvre. Die originelle Chorballade "Die erste Walpurgisnacht" nach Goethe oder die nicht minder spannenden Schauspielmusiken zu "Antigone" (1841) und "Oedipus auf Kolonos (1845) des Sophokles (zusammen mit der Musik zu Shakespeares "Sommernachtstraum" und Racines "Athalia" auf 4 CDs bei Capriccio verfügbar), wären allerdings unbedingt wert, wieder aufgeführt zu werden.

Eine kleine, feine Monografie von Andreas Eichhorn, erschienen bei C.H. Beck Wissen, nimmt auf all diese Werke Bezug, die 30-CD-Box mit Aufnahmen von Sony/RCA/Arte Nova/Eurodisc wahrlich nicht, sondern bietet ein hörens- und liebenswertes Sammelsurium: Historischen Aufnahmen und Klassikern stehen aktuelle Mitschnitte gegenüber; die 30-CD-Box mit Aufnahmen von Sony/RCA/Arte Nova/Eurodisc liefert ein hörens- und liebenswertes Sammelsurium: Historischen Aufnahmen und Klassikern stehen aktuelle Mitschnitte gegenüber; dafür präsentiert der Carus-Verlag mit Mendelssohns Bearbeitung von Händels "Acis und Galatea" zum Doppel-Jahrestag eine rundum gelungene Ersteinspielung. 

Wagner und kein Ende...

Richard Wagner inszeniert von Richard Wagner

Über keinen anderen Komponisten wurde und wird so viel publiziert wie über Richard Wagner. Auch 125 Jahre nach dem Tod des Bayreuther Meisters ist er in der Literatur lebendig wie eh und je, bietet der "Letzte der Titanen" (Joachim Köhler) für Liebhaber wie Wissenschaftler gleichermaßen noch immer genug Stoff, sich an ihm abzuarbeiten.
21 Buch-Neuerscheiungen stellen wir Ihnen auf KlassikInfo anhand kurzer Porträts vor - für alle, die noch nicht genug Wagner-Bücher zu Hause haben...
[hier geht's zum Wagner-Lese-Marathon]