Peter Sadlo and friends

Gemischtes Doppel

Peter Sadlo Foto: Winderstein

Das Klavier-Duo Ott mit den Schlagzeugern Peter Sadlo und Klaus Schwärzler im Herkulessaal
(München, 23. Oktober 2007) Was für ein wunderbares Gemischtes Doppel: Was die jungen Damen Mona Asuka Ott und ihre Schwester Sara (erst 16 und 19 Jahre alt) an zwei Flügeln sowie zwei gestandene Männer an diversem Schlagzeug bei Bartók, Borboudakis und Ravel an rhythmischem Elan und musikalischer Farbenpracht, an Verschmelzung von Klavierklang und vielfältigstem Instrumentarium für zwei Schlagzeuger offenbarten, riss sogar die Abonnenten einer reinen Klassik-Reihe zu derart enthusiastischem Beifall hin, als wäre gerade eine Sternstunde eines berühmten Streichquartetts zu Ende gegangen.
Man konnte sich aber der minutiösen Durchdringung der musikalischen Ereignisse im "Kosmischen Regen", in "Klänge des Alls" oder dem "Tanz der Pleiaden" bei "Chorochronos I" des jungen Münchner Komponisten Minas Borboudakis ebenso wenig entziehen wie bei der "Rhapsodie espagnole" von Maurice Ravel der wunderbaren Palette feinster Farbabstimmungen im Klavierklang mit den rhythmischen Akzenten von Peter Sadlo und Klaus Schwärzler. Die Zugabe von Darius Milhauds berühmtem Schlager "Scaramouche" brachte dank neckischer Schlagwerk-Interventionen dann sogar noch eine feine Prise Witz zum Klingen.
Schade, dass die große Sonate für zwei Klaviere und Schlagzeug von Béla Bartók keinen so rundweg überzeugenden Eindruck hinterließ. Denn die beiden Damen wirkten manchmal allzu zurückhaltend in der Tongebung und gehemmt, ihre Flügel auch als Schlaginstrumente zu benutzen. So fehlte es am Mut zu klanglicher Schärfe und an Durchsichtigkeit. Meist gingen die Impulse von den beiden Männern aus. Ihnen freilich ist dieses ebenso bedeutende, wie spannende, aber auch sperrige Werk seit Jahren vertraut, für die Schwestern Ott aber bedeutete es Neuland.
Dennoch war dieser Abend – eröffnet mit der aberwitzigen Ungarischen Rhapsodie Nr. 2 cis-moll von Franz Liszt, bravourös zirzensisch gespielt von Alice Sara Ott, und dem wild sich steigernden "Ca-Dance" von Andrew Pape für zwei Schlagzeuger – eine Begegnung von vier Musikern, wie man sie nur selten erlebt.
Klaus Kalchschmid

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.