Opernfestival Heidenheim

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Ein Opernfestival auf Erfolgskurs

Burgruine Hellerstein Foto: Festival/Geyer

Die 50. Opernfestspiele Heidenheim feiern mit den Opern „Bajazzo“ und „Cavalleria rusticana“ unter der Leitung des Nürnberger GMDs Marcus Bosch ihre fulminante Premiere. Die Produktion ist noch bis zum 27. Juli zu sehen.

„Marcus Bosch ist einfach ein Glücksgriff für uns“, schwärmt Kulturreferent Matthias Jochner  vor der Premiere der beiden Opern „Bajazzo“ und „Cavalleria rusticana“. Seit Sommer 2010 ist Marcus Bosch künstlerischer Leiter der Opernfestspiele seiner Heimatstadt Heidenheim, und seitdem geht es mit dem Festival stets bergauf. „Er ist einfach ein Operntier und lotet musikalische Grenzen aus“, sagt Jochner. In Nürnberg, wo Bosch Generalmusikdirektor am Staatstheater ist, erarbeitet er gerade den „Ring des Nibelungen“. Seine „unbändige Lust auf Musik“ mache es ihm möglich, die beiden Positionen Generalmusikdirektor des Staatstheaters Nürnberg und Künstlerischer Direktor der Opernfestspiele Heidenheim zu vereinen.

Unter der Leitung von Marcus Bosch haben sich die Zuschauerzahlen des Festivals in Heidenheim seit 2010 nahezu verdoppelt – der Intendant konnte außerdem die Eigenfinanzierung des Festivals von 38 Prozent auf 65 Prozent erhöhen, wobei der Sponsorenanteil mit 30 Prozent weit über dem Durchschnitt liege. Vor Beginn der 50. Opernfestspiele in Heidenheim entschied die Stadt, den Etat ihres traditionsreichen Festivals innerhalb der nächsten fünf Jahre um 550.000 Euro auf rund 1,9 Millionen Euro aufzustocken.
Die württembergische Kreisstadt an der Brenz, idyllisch gelegen inmitten von Wäldern und Heideflächen an den Ausläufern der schwäbischen Ostalb, gehört zu einer Region, die für ihre Innovationsfähigkeit und die „höchste Patentdichte EU-weit“ bekannt ist.
Ihre Festspiele sind auch deswegen so erfolgreich, weil es neben der Spielstätte auf der Ruine Schloss Hellerstein seit 2010 nur ein paar hundert Meter weiter seit 2010 einen Festspielsaal gibt, in den die Produktionen bei schlechtem Wetter umziehen können – die Stuhlanzahl ist nahezu dieselbe. „Zu uns kommen die Zuschauer, um Oper unter den Sternen genießen zu können, aber auch, weil wir unverstärkt und unplugged reinen Musikgenuss vermitteln“, sagt Jochner. Wo gespielt wird, entscheidet die Leitung je nach Wetter.
Die beiden Opern „Bajazzo“ von Ruggero Leoncavallo und „Cavalleria rusticana“ von Pietro Mascagni, die in diesem Jahr noch bis zum 27. Juli auf dem Programm stehen, werden von Petra Luisa Meyer inszeniert. Sie verschränkt beide Eifersuchtsdramen ineinander und verlegt die Handlung des Bajazzo in die Schauspielerwelt der Gegenwart. Die Cavalleria rusticana spielt dagegen im dörflichen Italien der Fünfzigerjahre, einem von Madonnen-Kult und strenger Religiosität geprägten Umfeld. Entgegen der üblichen Aufführungspraxis beginnt die Heidenheimer Produktion mit dem Bajazzo.
Bettina Louise Haase

Informationen:
www.opernfestspiele.de, weitere Aufführungen der Doppeloper am 11., 12., 18.,19.,23.,25. und 26.Juli 2014 jeweils um 20 Uhr;
www.heidenheim.de
Hotel fürs Festival: Best Western Premier Schlosshotel Heidenheim, www.pcheidenheim.consul-hotels.com – optimal, weil beide Festspielstätten zu Fuß erreichbar sind;
Tipp für Heidenheim: Im Kunstmuseum ist in der ständigen Sammlung die weltweit vollständigste Plakat-Kollektion von Pablo Picasso zu sehen, www.kunstmuseum-heidenheim.de
In der Nähe von Heidenheim sollte man sich unbedingt die Benediktinerabtei Kloster Neresheim und die spätbarocke Abteikirche von Balthasar Neumann ansehen, www.abtei-neresheim.de

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