Muti dirigiert die Wiener in Salzburg

Opernhaft

Riccardo Muti – ist bei Brahms und Tschaikowsky mit den Wiener Philharmonikern in Salzburg in seinem Element

Von Derek Weber

(Salzburg , 15. August 2017) Das Programm des Muti-Konzerts mit den Wiener Philharmonikern ist populär: Brahms‘ zweites Klavierkonzert (mit Yefim Bronfman als Solisten) und Tschaikowkys vierte Symphonie. Und so profilierte Künstler wie die beiden gehen dabei – zusammen mit dem Solocellisten der Wiener Philharmoniker als zweitem Solisten im langsamen Satz – beinahe entspannt ans Werk. Von Risiken ist nichts zu spüren. Alles ist rund und wohlbestallt. Die Protagonisten harmonieren aufs Beste miteinander; nichts scheint die Eintracht trüben zu können.

Tschaikowskys Vierte ist da um einiges gefährlicher. Sie verführt im 1. und 4. Satz leicht zu lärmigem Musizieren. Doch Muti hat das alles im Griff. Was er als Zutat einbringt, sind kleine – fast möchte man sagen: „opernhafte“ – Temposchwankungen, ein Atmen mit Ritardandi und Accelerandi. Das Blech ist ebenso gebändigt wie die Perkussionsabteilung.

Und der Maestro pflegt einen geradezu kameradschaftlichen Umgang mit dem Orchester. Man merkt, der Dirigent und die Musiker kennen sich. Es gibt – auch in der Zeichengebung – keine Zweifel, keine Missverständnisse. So einfach kann Musizieren sein, bei aller Gefährlichkeit, die solch lange amikale Beziehungen zuweilen mit sich bringen. Im Fall Mutis aber, der in Salzburg heuer souverän „Aida“ dirigiert, führt das nicht zu jenem Anflug von Übermut, der allzuleicht auch Fehler gebiert.

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