Michael Gielen gestorben

Der Dirigent und Komponist Michael Gielen ist gestorben. Der deutsch-österreichische Musiker starb nach Angaben seiner Familie am 8. März 2019 im Alter von 91 Jahren in seinem Haus am Mondsee/Österreich.

Michael Gielen wurde am 20. Juli 1927 in Dresden geboren. 1940 emigrierte er mit seiner Familie nach Argentinien. 1950 begann seine Karriere in Europa als Korrepetitor und Dirigent an der Wiener Staatsoper. Es folgten Chefdirigentenpositionen in Stockholm und Brüssel, in Cincinnati und Frankfurt, eine Kompositionsprofessur am Mozarteum in Salzburg und zahlreiche Anerkennungen. Neben seinem besonderen Einsatz für die Musik Gustav Mahlers waren es vor allem zeitgenössische und Werke der Moderne, denen Gielens ganzer Einsatz galt. So führte er als erster 1965 die zunächst als unspielbar abgelehnte Oper „Die Soldaten“ von Bernd Alois Zimmermann an der Oper Köln auf und verhalf dem Komponisten damit zum internationalen Durchbruch. 1977 wurde Gielen GMD und Intendant der Oper Frankfurt und machte das Theater zu einem der wichtigsten Häuser seiner Zeit – heute wird anerkennend von der „Ära Gielen“ gesprochen, die die Opernkunst mit Regisseuren wie Ruth Berghaus und Hans Neuenfels zu einer neuen Ästhetik führte.

Gielen hat 1986 das Sinfonieorchester des Südwestfunks übernommen, das 1996 in SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg umbenannt wurde. Er leitete den Klangkörper bis 1999 und galt mit seinem umfangreichen Repertoire von Bach bis zur Moderne, von sinfonischer Literatur bis zur Oper, als einer der größten Dirigenten der Gegenwart. 2010 erhielt er den Ernst-von-Siemens-Musikpreis und das Große Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland.

Seine Einspielungen der Beethoven- und Mahler-Sinfonien, aber auch Aufnahmen von Werken Arnold Schönbergs und Alban Berg wurden zu Referenzaufnahmen. Mutige, auch streitbare Programmzusammenstellungen wurden zu einem besonderen Markenzeichen seiner Konzerte.

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