"Metamorphosen" in Lockenhaus 2012

Das Kammermusikfest Lockenhaus ist eine Legende. Zu recht. Im Frühjahr hat Festivalgründer Gidon Kremer angekündigt, dass er sich von der Festivalleitung zurückziehen wolle. Ende Oktober wurde der Cellist Nicolas Altstaedt zu seinem Nachfolger bestellt. Heute hat er – im Beisein Kremers – seine Ideen für Lockenhaus in Wien 2012 präsentiert. Es wird – so wie es sich anhört – keine allzu großen Veränderungen geben und Gidon Kremer wird als Gastmusiker mit dabei sein.
Dauern wird das Festival vom 5.-11. Juli. Und auch wenn es etwas kürzer sein wird als 2011: Die Anzahl der Konzerte ist nicht weniger geworden. Auch dem alten Prinzip, die detaillierten Programme jeweils erst 48 Stunden vor den Konzerten anzukündigen, will Altstaedt treu bleiben.
Das Motto lautet "Metamorphosen"; es ist breit genug gefasst, um für die Musik von mehr als 30 Komponisten Platz zu bieten, die von rund 40 Musikern gespielt werden wird. Ob es auch in Zukunft immer ein Motto geben wird, ließ Altstaedt offen. Auf jeden Fall dürfe ein Motto nicht die Breite des Programms beschränken. Im übrigen hob er die Kontinuität mit der Kremer-Ära hervor. Kommerz werde es nicht geben. Jeder Künstler solle Werke spielen, die ihm am Herzen liegen, und zusammen mit Musikern, mit denen er gerne zusammen auftrete. Er habe auch nicht die Absicht, den anderen Musikern das Programm zu "diktieren". Was er sich wünsche, sei, dass die Musiker die ganze Woche in Lockenhaus blieben. Auch soll es ein Festival-Orchester geben, das sich "spontan vor Ort" zusammenfinden solle.
Ein erster Kompositionsauftrag für 2014 ist schon erteilt. Die burgenländische Politik steht weiter hinter dem Festival. Gidon Kremer – zurückhaltend und leise wie immer – war sichtlich zufrieden. Er setze, sagte er, "große Hoffnung in die Fortsetzung von Lockenhaus in der bisherigen Form". Nicolas Altstaedt bezeichnete er als den "richtigen Menschen am richtigen Ort". Mehr wird man nach dem 11. Juli wissen.

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