Mauricio Kagel gestorben

Mauricio Kagel gestorben

Mauricio Kagel Foto: Edition Peters

Im Alter von 76 Jahren ist heute (18. September) Mauricio Kagel in Köln gestorben. Das meldet sein Verlag Peters. Kagel war seit längerer Zeit krank.

Kagel, geboren in Buenos Aires am 24. Dezember 1931, zählte zu den profiliertesten Komponisten der zeitgenössischen Musik. Von jeher wurde sein Name vor allem mit dem Musiktheater assoziiert, jener Gattung, auf die er wohl den tiefgreifendsten Einfluß ausgeübt hat. Neben den radikalen Neuerungen auf diesem Gebiet mit Werken wie „Staatstheater“, „Die Erschöpfung der Welt“ oder „Aus Deutschland“ hat er aber auch im Bereich der absoluten Musik eine eigenständige Ästhetik entwickelt.
Das Schaffen Kagels umfaßt nicht nur Bühnen-, Orchester- und Kammermusikwerke in den vielfältigsten Besetzungen, sondern auch Filme, Hörspiele und Essays. In dem breiten Spektrum seiner Werke manifestiert sich der Bruch mit jedwedem Akademismus, gleichzeitig aber auch eine enge Beziehung zur Musikgeschichte, insbesondere der deutschen. Davon zeugen Werke die „St.-Bach-Passion“ oder der Film „Ludwig van“.

Phantasie, Originalität und Humor zeichnen das OEuvre dieses multimedialen Künstlers aus. Mit unerschöpflicher Erfindungsgabe bediente sich Kagel der verschiedensten Ausdrucksmittel, die oft bissig und provozierend wirken, jedoch immer im Dienste der musikalischen Intensität stehen.
Sein Schaffen wurde mit einer Fülle von Preisen gewürdigt. So erhielt er unter anderem den Erasmus-Preis (1998), den Ernst von Siemens Musikpreis 2000, den Großen Rheinischen Kunstpreis 2002. 2007 wurde er von der Universität Siegen zum Ehrendoktor ernannt.

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.