LGT Young Soloists

DVD der Woche

LGT Young Soloists
Es gibt wahrlich schlechtere Möglichkeiten für eine Bank ihr Geld auszugeben, als für die Förderung junger musikalischer Spitzentalente. Mit einer solchen Fördermaßnahme lässt sich im Gegensatz zu mancher Spekulation in jedem Fall ein positives Image kreieren, und ein wenig fällt immer vom Glanz hochkarätiger Musiker auf den Spender zurück. So oder ähnlich werden es sich auch die Banker der Liechtensteiner Bank LGT gedacht haben, als sie 2013 das Projekt LGT Young Soloists gestartet haben.
Die Idee, die dahinter steckt, ist die Förderung junger, hochbegabter Instrumentalsolisten im Alter zwischen 12 und 23 Jahren, die für bestimmte Projekte zusammen kommen, proben und Auftritte absolvieren. Diese Projekte werden finanziell ermöglicht durch Zuwendungen der Bank. In der Saison 2015/16 gab es etwa Konzerte im Münchner Gasteig, im Mozarteum Salzburg, beim Taiwan Art Festival oder sogar bei der Amtseinführung des Schweizer Bundespräsidenten. Außerdem konzertierten die 15 Musiker als Orchester gemeinsam im neuen Konzertsaal arlberg1800, wo auch eine Porträt-DVD der Stipendiaten produziert wurde.
Jedes der sieben Stücke auf der DVD ist getragen von intensiver Musizierfreude und höchstem technischen Vermögen. So etwa wenn die Geigerin Elena Kawazu mit gehaltvollem Ton und zupackender Geste die gefürchtete Fantasie „Der goldene Hahn“ von Rimsky-Korsakow/Efrem Zimbalist in Angriff nimmt. Oder wenn Leo Esselson das vielgestaltig Stück „Vice“ für Violine und Orchester von Mathijs van Dijk aus dem Jahr 2009 zu sinnreichem musikalischen Leben erweckt oder wenn das ganze Kammerorchester Gustav Holsts St. Paul’s Suite für Streichorchester mit großartiger Verve und jeder Menge Charme interpretiert.
Es lohnt sehr, sich diese Konzert-DVD anzusehen und anzuhören, um zu erleben, welche musikalische Reife junge Musiker entwickeln können – auch im Zusammenspiel und wie sie sich dabei wechselseitig befeuern. Die DVD ist über Naxos zu beziehen.
Wer die Musiker darüber hinaus live erleben möchte, hat dazu am 26. März im Schweizerischen Zug  und am 7. Juli in Zürich in der Tonhalle Gelegenheit, am 27. Juli dann werden sie beim Rheingau Musikfestival zu erleben sein.
Robert Jungwirth

[zur nächsten CD-Rezension]

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.