Joana Mallwitz wird GMD in Nürnberg

Die 31-Jährige wird im Herbst 2018 Nachfolgerin von Marcus Bosch

Die 31-jährige Dirigentin Joana Mallwitz wird ab der Spielzeit 2018/19 neue musikalische Leiterin der Nürnberger Oper. Das gab das Theater heute (24.10.) bekannt. Mallwitz wird Marcus Bosch nachfolgen, der den Posten abgegeben hat. Sie ist für fünf Jahre verpflichtet worden.

Joana Mallwitz stammt aus Hildesheim, studierte Klavier und Dirigieren in Hannover. Ihre Karriere begann Joana Mallwitz 20-jährig als Kapellmeisterin und Assistentin des GMD am Theater Heidelberg, wo sie bereits früh ein breites Repertoire dirigierte, so zum Beispiel Beethovens „Fidelio“, Mozarts „Idomeneo“, „Le nozze di Figaro“, „La clemenza di Tito“, Rossinis „Il barbiere di Siviglia“, Strauss‘ „Salome“, Tschaikowskys „Eugen Onegin“ sowie Verdis „Aida“ und „Rigoletto“. Sie studierte Dirigieren bei Martin Brauß und Eiji Oue sowie Klavier bei Karl-Heinz Kämmerling und Bernd Goetzke an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. 2009 wurde sie mit dem »Praetorius Musik-Förderpreis 2009« des Landes Niedersachsen ausgezeichnet. Joana Mallwitz ist seit der Spielzeit 2014/15 Generalmusikdirektorin des Theaters Erfurt (als damals jüngste GMD Europas). Dort leitete sie bisher u.a. die Neuproduktionen von „Wozzeck“, „Die Meistersinger von Nürnberg“, „Tosca“, „Così fan tutte“, „Madama Butterfly“ und „Don Giovanni“. Daneben gastierte sie europaweit an renommierten Bühnen wie der Königlichen Dänischen Oper, am Opernhaus Zürich, an der Oper Frankfurt und an der Hamburger Staatsoper.

In der laufenden Spielzeit wird sie die Neuproduktion der „Lustigen Witwe“ an der Oper Frankfurt leiten, wo sie im Frühjahr 2017 bereits erfolgreich mit Debussys „Pelléas et Mélisande“ debütierte. Zudem kehrt sie nach ihren Erfolgen mit „Cavalleria rusticana“/“Pagliacci“, „Der fliegende Holländer“, „Madama Butterfly“ und „Macbeth“ ein weiteres Mal für eine Aufführungsserie der „Zauberflöte“ an die Königliche Oper Kopenhagen zurück. In der Saison 2018/19 wird sie an der Bayerischen Staatsoper München und an der Oper Oslo debütieren.

Der künftige Intendant Jens-Daniel Herzog stellte die neue Orchesterchefin als eine Dirigentin mit souveräner Technik vor, die in der Musikszene einen hervorragenden Ruf genießt. In den Vordirigaten im Rahmen des Findungsprozesses habe Joana Mallwitz durch eine außergewöhnliche Musikalität, deutliche Zeichengebung und klare musikalische Konzepte und Ansagen überzeugt. Die junge, aufstrebende und international gefragte Künstlerin habe sich in ihrer Zeit als GMD am Theater Erfurt als Theaterpraktikerin ausgewiesen, die einem Orchester sowohl Sicherheit als auch künstlerische Visionen vermitteln kann.

Zur neuen Aufgabe in Nürnberg sagte die designierte Generalmusikdirektorin: „Ich freue mich auf die spannende und ehrenvolle Aufgabe, die als Nürnbergs neue Generalmusikdirektorin auf mich zukommt; auf die Arbeit mit der großartigen Staatsphilharmonie und dem wunderbaren Team um Jens-Daniel Herzog, in das ich seit den ersten Begegnungen das größte Vertrauen hatte und mit dem einfach die Chemie stimmt.“

„Mit Joana Mallwitz als GMD und Jan Philipp Gloger als Schauspieldirektor sind zwei der gefragtesten Künstler ihrer Generation künftig Spartenleiter am Staatstheater Nürnberg. Sie stehen für einen Generationswechsel und bringen dabei die nötige Erfahrung mit, um ihre Sparten kompetent und ideenreich in die Zukunft zu führen. Als designierter Staatsintendant bin ich stolz und froh, solche Persönlichkeiten für Nürnberg gewonnen zu haben. Das Nürnberger Publikum darf sich auf ihren frischen Blick auf bekannte Stücke des Opern- und Musikrepertoires freuen, ebenso aber auf ihre Ideen, wie das Musikleben in Nürnberg weiterentwickelt werden kann. Ich freue mich besonders, dass sich Joana Mallwitz längerfristig ans Staatstheater Nürnberg binden und hier eine kontinuierliche Arbeit machen will – dazu sind nicht viele der hochbegabten Dirigenten ihrer Generation bereit. Dass sich eine Musikerin wie Joana Mallwitz für das Staatstheater Nürnberg entscheidet, zeigt die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit dieses Theaters und dieser Stadt.“, sagte Jens-Daniel Herzog im Rahmen einer Pressekonferenz.

Nürnbergs Kulturreferentin Julia Lehner freute sich besonders, dass mit Joana Mallwitz zum ersten Mal eine Frau dem größten Orchester Nürnbergs vorsteht: „Mit der Berufung von Frau Mallwitz zur Generalmusikdirektorin an das Staatstheater Nürnberg wurde ein Schritt vollzogen, der in unserer Gesellschaft höchst überfällig ist: Frauen in Führungspositionen. Die Verpflichtung der hochkompetenten Dirigentin wird entscheidend dazu beitragen, dass das Haus auf dem richtigen Weg in die Zukunft ist. Statt Lippenbekenntnissen werden in Nürnberg Tatsachen geschaffen.“

Zusammen mit dem neuen Intendanten Jens-Daniel Herzog, der ebenfalls im Herbst 2018 sein Amt in Nürnberg antritt, wird also eine völlig neue Führungsriege am Nürnberger Staatstheater starten. Man darf sehr gespannt sein.

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