Jarrousky Händel Partenope

CD der Woche

Georg Friedrich Händel: Partenope. Karina Gauvin, Philippe Jaroussky, Emöke Baráth, John Mark Ainsley, Teresa Iervolino, Luca Tittoto. Il Pomo d’Oro (Leitung: Riccardo Minasi), 3 CDs, Warner Classics

Es gibt wenige Sänger, die man bereits nach wenigen Tönen erkennt. Philippe Jaroussky gehört dazu mit seinem warmen leuchtenden Timbre und der schlackenlosen Stimmgebung.  Bei der formidablen „Partenope“-Einspielung von Riccardo Minasi macht der französische Countertenor aus Arsace einen zärtlichen Liebhaber, der gerade in den leisesten Passagen wie der schlichten Solokadenz von „Sento amor con novi dardi“ tief berührt. Aber auch wenn die Emotionen hochkochen wie in den zwei Koloraturarien Arsaces, bleibt Jarousskys Stimme fokussiert. Im Da-Capo reichert er den Solopart mit geschmackvollen Verzierungen an. Eine One-Man-Show ist diese Händel-Einspielung aber bei weitem nicht. Dafür sind mit Karina Gauvin als vor Selbstbewusstsein strotzende Königin Partenope, der knabenhaft klingenden Sopranistin Emöke Baráth (Armindo) und dem geerdeten Mezzosopran von Teresa Iervolino (Rosmira) auch die weiteren Hauptpartien hervorragend besetzt. Das italienische Barockensemble Il Pomo d’Oro zeigt größte Musizierlust. Und entwickelt eine Variabilität, die jeder Musiknummer eine besondere Farbe gibt.

Georg Rudiger

[zur nächsten CD-Rezension]

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.