Interpretationsvergleich von Strauss‘ Heldenleben in BR-Klassik

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Auch wenn Richard Strauss für den Titel seiner Tondichtung „Ein Heldenleben“ den unbestimmten Artikel gewählt hat, so ahnten seine Zeitgenossen doch, dass es sich bei dem hier porträtierten Helden wohl zu einem Gutteil um den Komponisten selbst, also um Richard Strauss handelt. Strauss inszenierte sich in seinem 1897 bis 1898 entstandenen Werk als musikalischen Helden, der es mit seinen Widersachern, den Musik-Banausen im Publikum und unter den Kritikern, aufnimmt und sich ihnen kämpferisch entgegenstellt. So kann man das Werk deuten.
Aber Richard Strauss war eine viel zu kluge und weltläufige Persönlichkeit, als dass er sich nur selbstgerecht in Szene setzen wollte. Tatsächlich ging es ihm viel allgemeiner um die Stellung des Künstlers in der Gesellschaft, die letztlich immer eine Außenseiterposition ist. Mehr noch als in seinen vorangegangenen Werken ist „Ein Heldenleben“ geprägt von einer überaus modernen, weit ins 20. Jahrhundert vorausweisenden Musiksprache, die Strauss zur Speerspitze der musikalischen Avantgarde in Deutschland machte.
Robert Jungwirth vergleicht am 24. September um 20.05 Uhr in BR-Klassik (auch im Internet live zu hören) Aufnahmen des Werks u.a. mit den Dirigenten Herbert von Karajan, Karl Böhm, Georg Solti, Christian Thielemann, Mariss Jansons und Richard Strauss.

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