Gergiev wendet sich gegen jede Art von Diskriminierung

Der Dirigent Valery Gergiev hat sich in München gegen jede Art von Diskriminierung ausgesprochen. Er reagierte damit auf die Vorwürfe, er habe ein schwulenfeindliches Gesetz in Russland verteidigt. In einer von der Intendanz der Münchner Philharmoniker und der Stadt München (Kulturreferat) anberaumten Pressekonferenz widersprach der designierte Chefdirigent der Münchner Philharmoniker den seit geraumer Zeit kursierenden Vorwürfen. Gergiev sagte, er kenne das Gesetz gar nicht und äußere sich auch nicht dazu. Er wolle nicht über Politik sprechen, sein Thema sei die Musik. Er habe er in einem Interview in den Niederlanden lediglich darüber gesprochen, dass viele Menschen in Russland in Sorge waren, dass es dort soviel Kindesmissbrauch gebe. Das Gesetz sei möglicherweise eine Reaktion auf dieses Problem gewesen. Diese Aussage sei dann falsch gedeutet und in einen Zusammenhang mit Homophobie gebracht worden. Einen Zusammenhang zwischen Pädophilie und Homosexualität habe er aber nie hergestellt. Insofern sei seine Aussage missbraucht worden.
Auf Nachfragen nach der Verantwortung von Künstlern für die Freiheitsrechte in einer Demokratie, sagte Gergiev, dem ein enges Verhältnis zu Putin nachgesagt wird, dass er sich immer wieder auch gesellschaftlich engagiert habe, etwa für die Flutopfer in Japan oder gegen die Umweltverschmutzung in der baltischen See (er ist einer der Gründer des Baltic Sea Festivals). Und auch das Thema kulturelle Erziehung sei für ihn von ganz besonderer Wichtigkeit. Er wolle sich aber nicht über konkrete politische Ereignisse oder Personen äußern: „Ich interessiere mich nicht für Regierungen. Ich bin Künstler und nicht Politiker“.
So es seine Zuständigkeit etwa als Leiter des Mariinsky Theaters betrifft, werde er immer gegen Diskriminierung, ob aus nationalen, religiösen, sexuellen oder sonstigen Gründen, vorgehen.
Paul Müller, Intendant Münchner Philharmoniker, sagte, dass es wegen der kolportierten Aussagen Gergievs auch innerhalb des Orchesters Verunsicherung gegeben habe und dass es gut sei, das zum Thema gemacht zu haben. Er sei aber zuversichtlich, dass es nun wieder um die Musik gehen werde, wenn Gergiev in München dirigiere.
Die Münchner „Rosa Liste“ hatte Proteste gegen Gergiev am morgigen Mittwoch vor dem Konzert der Münchner Philharmoniker angekündigt.

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