Gérard Mortier geht nicht an die New York City Opera

Gérard Mortier, derzeit noch Intendant der Pariser Oper, wird nicht Chef der New York City Opera. Das berichteten am Montag die „FAZ“ und die „Süddeutsche Zeitung“. Mortier, der das Amt des Intendanten von New Yorks zweitem Opernhaus mit Beginn der kommenden Saison hätte antreten sollen, habe sich zum Rückzug entschlossen, weil das Opernhaus die ihm zugesagte Finanzierung nicht mehr habe garantieren können. Für seine erste Saison 2009/2010 sollte er 60 Millionen Dollar zur Verfügung haben. Nach der dramatischen Verschärfung der Finanzkrise habe das Opernhaus nur noch 36 Millionen Dollar für die Saison zur Verfügung, heißt es im Beitrag der „FAZ“. Davon seinen 34 Millionen bereits Fixkosten, so dass für das künstlerische Programm nur noch 2 Millionen geblieben wären. Viel zu wenig für Mortiers ambitioniertes Programm, das unter anderem die New Yorker Erstaufführung von Olivier Messiaens „St. Francois d’Assise“ und eine Neuinszenierung von Phil Glass Oper „Einstein on the Beach“ vorgesehen hatte.  Er wolle es ja nicht mit den 300 Millionen vergleichen, die das Budget der Pariser Oper ausmache, sagte Mortier der „FAZ“, aber die New York City Opera brauche doch etwas mehr, als etwa das Budget der Oper in Trier betrage.

Schon die gepanten 60 Millionen hatte sich Mortier in harten Verhandlungen für sein Programm erkämpft. Durch die Finanzkrise, die New York besonders heftig getroffen hat, seien die Geldgeber bei den Spenden für die Kultur besonders zurückhaltend geworden. Der Aufsichtsrat des Opernhauses habe nur noch für 36 Millionen Dollar die Verantwortung übernehmen wollen. Zugleich hat die „New York City Opera“ noch 15 Millionen Dollar Schulden. Gérard Mortier ist im Kulturbereich das erste prominente Opfer der Finanzkrise. Sein Entschluss, nicht nach New York gehen zu wollen, sei dort mit großem Bedauern, aber auch mit Verständnis aufgenommen worden. Die 1943 gegründete „New York City Opera“ gilt als das zweite Opernhaus New Yorks nach der „Met“ und befindet sich, wie dieses, im Lincoln Center.

Gérard Mortier steht seit 2004 an der Spitze der Pariser Oper mit den Häusern Opéra Bastille und Palais Garnier. Mortiers Pariser Vertrag hätte schon zum Ende der Spielzeit 2007/2008 auslaufen sollen, da er im November 2008 65 Jahre alt wird und er dann nach dem in Frankreich geltenden Recht seinen Posten hätte aufgeben müssen. Er wurde aber bis Ende August 2009 verlängert, damit Mortier diese Saison noch zu Ende führen kann.

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