Georg Fritzsch verabschiedet sich 2019 nach 16 Jahren als GMD in Kiel – mit einem kompletten „Ring“ und einer beachtlichen Erfolgsbilanz

Mit der Komplettierung von Wagners „Ring“ im März 2018 und einer Neuinszenierung von Strauss‘ „Frau ohne Schatten“ im kommenden Jahr verabschiedet sich Georg Fritzsch nach 16 Jahren zum Ende der Spielzeit 2018/19 als Generalmusikdirektor an der Oper Kiel. Er möchte sich neuen künstlerischen Herausforderungen zuwenden, wie er sagt.

Georg Fritzsch ist seit Herbst 2003 GMD in Kiel und führte das Haus zu vielen künstlerischen Erfolgen. Außerdem ist er ein gefragter Gastdirigent nicht nur, aber besonders für das Deutsche Fach. Sein von der Presse gefeiertes Dirigat der Neuinszenierung von „Hänsel und Gretel“ an der Staatsoper Stuttgart war zuletzt allerdings von den Repressalien gegen Regisseur Kirill Serebrennikow in Russland überschattet, der die Inszenierung nicht ausführen konnte. Am 9. Dezember 2017 ging an der Oper Kiel die Neuproduktion von Richard Strauss‘ „Arabella“ unter Fritzschs erfolgreich über die Bühne.

Ein Meilenstein für Fritzsch und die Kieler Oper ist die Vollendung von Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“ an der Oper Kiel im März 2018, den er in der Spielzeit 2015/16 begonnen hat. „Götterdämmerung“ hat am 10. März 2018 Premiere. Ende Juni, Anfang Juli wird dann der gesamte „Ring“ unter der Leitung von Georg Fritzsch an der Oper Kiel zu erleben sein. 2019 wird Georg Fritzsch an der Oper Kiel die Neuproduktion von „Die Frau ohne Schatten“ leiten und damit sein Strauss-Repertoire um ein großes Werk erweitern.

Ein Herz für den Nachwuchs

Neben seinen zahlreichen Verpflichtungen als Dirigent engagiert sich Georg Fritzsch sehr für die Förderung junger Dirigenten und Dirigentinnen. Nach seiner Professur an der Musikhochschule Tilburg (NL) leitet er seit 2003 regelmäßig Dirigierkurse für das Dirigentenforum des Deutschen Musikrates. Mit Beginn des Studienjahrs 2017/18 übernahm Georg Fritzsch eine Professur für Dirigieren an der Hochschule für Musik und Theater in München als Nachfolger von Bruno Weil.

Mit einem Nachwuchsprojekt, dem er sich mit großem Engagement widmet, machte Fritzsch in Kiel Furore. Er gründete den Verein „Akademien am Theater Kiel e.V.“ und ermöglicht damit ca. 350 Kindern und Jugendlichen aus allen sozialen Schichten eine kostenlose künstlerische Ausbildung bei arrivierten Künstlerinnen und Künstlern. Dazu gehören die Chorakademie mit 250 Mitgliedern, die Orchesterakademie mit 40 Mitgliedern im Alter von 12-19 Jahren, sowie die Ballettakademie mit 50 Mitgliedern. Bisheriger Höhepunkt ist die Uraufführung des Auftragswerks „Marina, die kleine Meerjungfrau“ im Juni 2017. Für die Akademien am Theater Kiel e.V. ist Fritzsch nicht nur künstlerischer Impulsgeber, er kümmert sich auch um die Finanzierung. Den jährlichen Budgetbedarf von rund 90 000 Euro decken Sponsoren und öffentliche Geldgeber ab, die der GMD persönlich für sein Herzensprojekt gewinnen konnte.

Viele positive Entwicklungen an der Kieler Oper tragen die Handschrift von Georg Fritzsch und ergeben eine sehr positive Bilanz – künstlerisch wie strukturell: Das Philharmonische Orchester wurde vergrößert und spielt nun das klassische Repertoire „historisch informiert“ mit Naturinstrumenten und Klassikbögen. Der Etat des Theaters Kiel hat sich unter Georg Fritzsch als Vorstandsmitglied der AÖR von 23 Mio. € auf dann 36 Mio. € entwickelt. Die Akademien am Theater Kiel sind ebenfalls eine beachtete Erfolgsgeschichte, die mit seinem Namen verbunden ist.

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