Genzmer-Wochenende in München

Kammermusik-Festival in memoriam Harald Genzmer

Zum 10. Todestag des Komponisten Harald Genzmer gibt es seiner früheren Heimatstadt München Mitte Dezember ein kleines, aber feines Festival

(München, November 2017) Er habe sogar ein Stück für Heckelphon komponiert, erzählte Harald Genzmer stolz bei einem Journalistengespräch aus Anlass seines 90. Geburtstags. 1999 war das, und Genzmer wirkte hellwach und so aus als würde er noch jede Menge weiterer Werke komponieren. Tatsächlich ist der Werkekatalog des bei Bremen geborenen und 2007 in seiner Wahlheimat München gestorbenen Komponisten beeindruckend in seiner Vielfalt. Vielfalt war Harald Genzmer wichtig, aber auch Verständlichkeit. „Ich käme aber nie auf die Idee, eine Musik zu schreiben, die nicht in irgendeiner Weise zu den Hörern spricht“, so Genzmer. Das hatte allerdings nichts mit Anbiederung zu tun, sondern mit seiner Zugewandtheit zu den Hörern und Interpreten seiner Musik. Genzmer hatte keine Interesse daran, für den Elfenbeinturm zu schreiben, er wollte gehört werden.

Zum 10. Todestag des Komponisten am 16. Dezember ist das nun verstärkt bei einem kleinen, aber feinen zweitägigen Kammermusik-Festival in München möglich, veranstaltet von der Genzmer-Stiftung und der Münchner Musikhochschule, wo Genzmer viele Jahre als Kompositionsprofessor tätig war. Dabei werden am 16. Und 17. Dezember bei freiem Eintritt in drei Konzerten Kompositionen von Genzmer in einen Kontext mit Werken anderer Komponisten gestellt. So sind Stücke seines Lehrers Paul Hindemith oder Kompositionen seiner „Vorbilder“ Strawinsky (Drei Stücke für Streichquartett), Bartok (Contrasts für Violine, Klarinette und Klavier) und Schreker („Der Wind“ für Klarinette, Horn, Violine, Cello und Klavier) zu hören.

Der Pianist Oliver Triendl, der für das Programm verantwortlich zeichnet, hat eine spannende Palette unterschiedlichster Gattungen und Stile zusammengestellt und dafür auch eine Reihe illustrer Musiker, wie den Solo-Hornisten des Mahler Chamber Orchestra José Vicente Castello oder den Solo-Cellisten der Münchner Philharmoniker Floris Mijnders verpflichten können. Weitere Komponistennamen im Festivalprogramm sind Richard Strauss, Rudi Stephan, Berthold Hummel und Max Reger, weitere Mitwirkende: Janne Thomsen, Flöte, Pascal Moragues, Klarinette, Christian Altenburger, Violine, Floris Mijnders, Cello, Alexandra Scott, Kontrabass, das Quatuor Sine Nomine, Antonia Schreiber, Harfe und Oliver Triendl, Klavier.

Harald-Genzmer-Konzertwochenende in der Hochschule für Musik und Theater, Arcisstr. 12. München:
3 Konzerte – Eintritt frei

 

Konzert I

Samstag, 16. Dezember 2017, 18 Uhr

Harald Genzmer          Sonate für Viola und Klavier Nr. 1  GeWV 219

Igor Strawinsky          Drei Stücke für Streichquartett

Roland Leistner-Mayer          ‚Poem X an H.G.’ op. 154 für Violine, Horn und Klavier

in Memoriam HArAlD GEnzmEr

(Uraufführung)

 

Béla Bartók                   Contrasts Sz 111

für Violine, Klarinette und Klavier

Konzert II

Samstag, 16. Dezember 2017, 20 Uhr

Richard Strauss           Variationen über ‚Das Dirndl is harb auf mi’ für Streichtrio

Harald Genzmer          Trio für Flöte, Viola und Harfe GeWV 316

Rudi Stephan                Musik für sieben Saiteninstrumente

Harald Genzmer          Sonatine für Horn und Klavier GeWV 233

Paul Hindemith           Quartett für Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier

Konzert III

Sonntag, 17. Dezember 2017, 11 Uhr

Franz Schreker            ‚Der Wind’ für Klarinette, Horn, Violine, Violoncello und Klavier

Berthold Hummel      Duo Concertante für Violoncello und Harfe op. 33

Harald Genzmer          Septett für Harfe, Flöte, Klarinette, Horn, Violine, Viola

und Violoncello GeWV 350

Max Reger                      Klarinettenquintett op. 146

 

Mitwirkende:

Janne Thomsen – Flöte

Kammermusikpartnerin von Yuri Bashmet, Joshua Bell, Steven Isserlis, Janine Jansen, Gidon Kremer, Mischa Maisky und Maxim Vengerov

Pascal Moragues – Klarinette

Solo-Klarinettist des Orchestre de Paris

Professor am Conservatoire supérieur in Paris

José Vicente Castelló – Horn

Solo-Hornist des Mahler Chamber Orchestra

Mitglied des Lucerne Festival Orchestras

Christian Altenburger – Violine

Solist mit Orchestern wie Berliner, Wiener und New Yorker Philharmoniker, Concertgebouw Amsterdam

Professor an der Wiener Musikuniversität

Béatrice Muthelet – Viola

Solo-Bratschistin des Mahler Chamber Orchestra

Kammermusikpartnerin u.a. von Joshua Bell, Renaud und Gautier Capuçon, Hélène Grimaud, Steven Isserlis, Viktoria Mullova, Emmanuel Pahud

Floris Mijnders – Violoncello

Solo-Cellist der Münchner Philharmoniker

Alexandra Scott – Kontrabass

Mitglied des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks

Professorin an der Hochschule für Musik Karlsruhe

Quatuor Sine Nomine

Preisträger des Wettbewerbs in Evian und des Borciani-Wettbewerbs

Antonia Schreiber, Harfe

Solo-Harfenistin des Gürzenich-Orchesters

Oliver Triendl, Klavier und künstlerische Leitung

über 100 CD-Einspielungen mit renommierten Orchestern und Kammermusikpartnern

künstlerischer Leiter des Kammermusikfestivals ‚Classix Kempten’

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