Butterworth

CD der Woche

George Butterworth: Werke, James Rutherford, BBC National Orchestra of Wales: Kriss Russman (BIS  2195)
Zwei Lied-Recitals sowie ein von Neville Marriner dirigiertes Mischprogramm – das ist für den Moment die bescheidene Diskografie in Sachen George Butterworth (1885-1916). Allerdings hat der Komponist seinen Werkekatalog selber schmal gehalten, denn selbstkritisch vernichtete er vieles. Auf der anderen Seite löste der Tod der Mutter eine unerwartete Kreativität bei dem introvertierten Komponisten aus, der seine Gefühle vorrangig in Musik ausdrückte. Die Karriere von Butterworth lief hoffnungsvoll an, Arthur Nikisch leitete eine wichtige Uraufführung. Doch dann kam der Erste Weltkrieg, zu welchem sich der Komponist vaterländisch euphorisch meldete. 1916 fiel er, gerade mal 31 Jahre alt. Sein Schicksal erinnert an das von Rudi Stephan.
In dem vom BBC National Orchestra of Wales unter Kriss Russman sensibel und klangschön gebotenen Programm (der Dirigent hat einige Werke von Butterworth orchestriert bzw. im Falle der „Orchestra Fantasia“ vollendet) befinden sich zwei Idyllen. Dieser Begriff passt auf die mitunter leicht melancholisch angehauchte (und immer tonal grundierte) Musik von George Butterworth. Auch Volksliedhaftes findet sich in seinen Werken. Mit seinem Freund Ralph Vaughan Williams erforschte er, wie Dvorak und Bartók, die Musik des einfachen Volkes und adaptierte ihr Idiom. Die beiden Liederzyklen „A Shropshire Lad“ und „Love blows as the wind blows“ gestaltet der unter andrerem mit Wagner-Partien hervorgetretene Bariton James Rutherford kantabel und emotional erfüllt. George Butterworth sollte auch außerhalb Englands stärkere Beachtung finden.
Christoph Zimmermann

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