Aus für DGB-Vorstellungen auf dem Grünen Hügel

Ab kommenden Sommer wird es keine Gewerkschaftsvorstellungen mehr bei den Bayreuther Festspielen geben. Das haben der Verwaltungsrat der Festspiele und die Festspielleitung entschieden, meldet die Süddeutsche Zeitung heute (14.12.). Hintergrund der Entscheidung ist die vom Bayerischen Rechnungshof gerügte Vergabepraxis von Karten auf dem Grünen Hügel und der damit verbundene Missbrauch. Gewerkschafter hätten vergünstigte Karten zu erhöhten Preisen weiterverkauft. Mit dem Beschluss wird den Gewerkschaften damit nach 60 Jahren der Stuhl vor die Tür gestellt. Wolfgang Wagner hatte die Gewerkschaftsvorstellungen ins Leben gerufen und Zeit seines Lebens daran festgehalten, da er zum einen von den Gewerkschaften nach dem Krieg bei der Wiedereröffnung der Festspiele unterstützt worden war, zum anderen weil es auch der Idee des Gründers der Festspiele, Richard Wagner, entsprach, auch jenen Publikumsschichten den Besuch der Festspiele zu ermöglichen, die dazu finanzielle sonst nicht in der Lage wären. Der Bayerisches DGB-Vorsitzende Matthias Jena äußerte gegenüber der SZ Verwunderung und Bedauern, die Festspielleitung habe das Erbe Wolfgang Wagners auf dem Grünen Hügel begraben.
Mit anderen fragwürdigen Praktiken der Kartenvergabe, wie Kartenkontingenten für Reiseveranstalter, die diese dann überteuert in Luxusarrangements anbieten, beschäftigt sich sogar die Hofer Staatsanwaltschaft, die wegen des Verdachts der Untreue am Grünen Hügel ermittelt.

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