Andrés Orozco-Estrada wird Chefdirigent der Wiener Symphoniker

Andrés Orozco-Estrada wird ab der Spielzeit 2021-22 Chefdirigent der Wiener Symphoniker. Schon in der Saison 2020-21 wird er als Designierter Chefdirigent mit dem Orchester zusammenarbeiten. Als Nachfolger Philippe Jordans wird Orozco-Estrada der 16. Chefdirigent des Wiener Traditionsorchesters. Ausgelegt ist die Zusammenarbeit zunächst auf 5 Jahre. Neben Konzerten in Wien, Bregenz und auf Tournee wird Orozco-Estrada das Orchester auch bei Opernaufführungen und bei CD-Einspielungen leiten.
 
Andrés Orozco-Estrada erklärt zu seiner Ernennung: „Die Wiener Symphoniker sind für mich ein traditionsreicher Repräsentant der Wiener Klangkultur. Ich freue mich sehr, als Chefdirigent die hervorragende Qualität des Orchesters auch in Zukunft zu garantieren und an neuen Aufgaben weiterzuentwickeln. Es ist mir ein Anliegen, eine noch engere Verbindung zum Wiener Publikum aufzubauen, unsere Musik möglichst vielen Menschen nahezubringen und gleichzeitig die internationale Ausstrahlung der Wiener Symphoniker zu fördern! Dieses hervorragende Orchester meiner musikalischen Heimatstadt zu leiten, ist für mich eine großartige Motivation für die zukünftige Zusammenarbeit, in welche ich meine ganze Energie investieren werde.“
 
„Die Wiener Symphoniker sind allen voran eine Familie. Das spürt man bei jedem Konzert, das unterscheidet die Musiker der Stadt Wien von vielen anderen Eliteorchestern“, kommentiert Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny. „Daher stimmt es besonders hoffnungsfreudig, dass Andrés Orozco-Estrada dem Ruf der Familie folgt und den ihm gebührenden Platz in seiner Wahlheimatstadt einnimmt.“  
 
Johannes Neubert, Intendant der Wiener Symphoniker, erläutert die Entscheidung: „Mit Andrés Orozco-Estrada konnten wir einen der international führenden Dirigenten seiner Generation für uns gewinnen. Ganz besonders verbindet uns mit ihm der Ansatz, die Wiener Klangkultur frisch und aufgeschlossen weiter zu entwickeln. Orozco-Estradas Offenheit für Neuerungen und seine stilistische Vielfalt ermöglichen es uns, die Wiener Symphoniker noch stärker als innovative Kraft aus und für Wien zu etablieren.“
 
„Wir haben Andrés Orozco-Estrada bei unseren gemeinsamen Konzerten in den letzten Jahren als einen der spannendsten, vielseitigsten und inspirierendsten Dirigenten unserer Zeit kennen gelernt,“ erklärt Orchestervorstand Thomas Schindl. „Nicht zuletzt durch seine Studienzeit hier in Wien ist er mit dem Orchester, seiner Geschichte und Klangtradition wohl vertraut. Es ist eine große Freude, dass wir Andrés Orozco-Estrada gewinnen konnten, mit uns die künstlerische Zukunft der Wiener Symphoniker zu gestalten. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit unserem zukünftigen Chefdirigenten.“
 
Orozco-Estrada debütierte bei den Wiener Symphoniker 2006 und hat das Orchester bislang acht Mal geleitet – zuletzt im Oktober 2017 im Wiener Musikverein. Für die Spielzeit 2018-19 sind weitere vier gemeinsame Auftritte geplant: Neben einem Orchesterkonzert bei den Bregenzer Festspielen dirigiert Orozco-Estrada auch die drei traditionellen Konzerte zum Jahreswechsel mit Beethovens 9. Symphonie im Wiener Konzerthaus.
 
Der 40-jährige Andrés Orozco-Estrada wurde in Medellín, Kolumbien geboren und in Wien ausgebildet. Seit der Spielzeit 2014-15 ist er Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters Frankfurt und Music Director beim Houston Symphony Orchestra. Außerdem ernannte ihn das London Philharmonic Orchestra im September 2015 zu seinem Ersten Gastdirigenten. Zuvor war er Chefdirigent des Tonkünstler-Orchesters, mit dem er zwischen 2009 und 2015 sehr erfolgreich zusammenarbeitete.
 
Andrés Orozco-Estrada dirigiert viele der führenden Orchester weltweit, darunter die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker, das Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia, das Orchestre National de France, die Staatskapelle Dresden, das Gewandhausorchester Leipzig und das Mahler Chamber Orchestra ebenso wie die US-amerikanischen Orchester in Philadelphia, Pittsburgh, Cleveland und Chicago. Im Sommer 2014 war er erstmals beim Glyndebourne Festival mit „Don Giovanni“ zu Gast und nach seinem begeisternden Debüt bei den Salzburger Festspielen kehrte er im Sommer 2016 dorthin zurück.
 
Die Wiener Symphoniker zählen zu den traditionsreichsten internationalen Spitzenorchestern. Mit jährlich mehr als 160 Konzert- und Opernauftritten bilden sie das Rückgrat des Wiener Musiklebens. Gegründet 1900 unter dem Namen „Wiener Concertverein“, prägten so herausragende Dirigentenpersönlichkeiten wie Wilhelm Furtwängler, Hans Knappertsbusch, Herbert von Karajan, Wolfgang Sawallisch, Georges Prêtre, Rafael Frühbeck de Burgos, Vladimir Fedosejev und Fabio Luisi die Entwicklung der einzigartigen Wiener Klangkultur des Orchesters. Der amtierende Chefdirigent Philippe Jordan leitet das Orchester seit der Spielzeit 2014-15.



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