Alexander Kluge erhält Jean-Paul-Preis

Alexander Kluge – Kognitiver Weltöffner und Multitalent

(München, 11. Dezember 2017) Der Schriftsteller und Filmemacher Alexander Kluge hat den vom Land Bayern vergebenen Jean-Paul-Preis erhalten. Kunstminister Ludwig Spaenle überreichte ihn am Montagabend, 11. Dezember, in der Münchner Residenz im Rahmen eines Festakts. Der 1932 in Halberstadt geborene Filmemacher, Schriftsteller und Medienpolitiker habe das Geistesleben der Bundesrepublik Deutschland vielfältig geprägt, so Spaenle. Der mit 15.000 Euro dotierte Literaturpreis des Freistaats wird alle zwei Jahre auf Vorschlag einer Jury vergeben.

Bewusstsein schaffen, Gesellschaft verändern

In der Bewertung der Jury heißt es: „Alexander Kluge hat über Jahrzehnte hinweg größten Einfluss auf das kulturelle Leben Deutschlands gehabt. Von seinem vielgestaltigen Werk können wir hier nur den literarischen Anteil würdigen, der erstaunlich genug ist. Kluge erfand seine ganz eigene literarische Form und hat ihr klassische Gestalt verliehen: die geschichtsphilosophische Episode. Was es mit der Geschichte auf sich hat, dieser Frage entgeht niemand; und Kluge gibt Antwort darauf in Tausenden von Einzelgeschichten, immer originell, immer in der ihm eigenen virtuosen Technik des Assoziierens und Collagierens und einem so knappen wie eleganten Stil, doch ohne dem Leser eine bestimmte Meinung aufzuzwingen, dafür als brillanter Netzwerker in Kooperation mit Künstlern aller Genres. Seine Texte geben zu denken und fordern auf zur geistigen Selbständigkeit. Mit dem Jean-Paul-Preis, dem bayerischen Staatspreis für Literatur, wird ein großer Autor und großer Aufklärer geehrt.“

Der in München lebende Kluge bedankte sich für den Preis mit einer Dankesrede der besonderen Art: Eine Abfolge von Minutenfilmen, kurzen Musikstücken und Lesungen, in denen der Künstler sein ungebrochen überbordendes philosophisch-künstlerisches Potential einmal mehr deutlich machte und sich dabei mit den Themen Phantasie, Jean Paul, Vernunft und Kunstkritik auseinandersetzte. Ganz wie Sven Hanuschek ihn in seiner Laudatio gewürdigt hatte: ein „kognitiver Weltöffner“.

Der Jean-Paul-Preis des Freistaats Bayern wurde in diesem Jahr zum 18. Mal verliehen. Unter den bisherigen Preisträgern waren Friedrich Dürrenmatt, Botho Strauß, Horst Bienek, Herrmann Lenz, Günter de Bruyn, Herbert Rosendorfer, Gerhard Polt, Sarah Kirsch, Uwe Dick, Brigitte Kronauer und Petra Morsbach.

Der Jury gehören derzeit an: Sven Hanuschek, Katrin Lange, Burkhard Müller, Reinhard Wittmann, Cornelia Zetzsche.

Breite Literaturförderung des Freistaats Bayern

Der Jean-Paul-Preis ist nur ein Beispiel der breit gefächerten Autorenförderung Bayerns. Neben der Vergabe von Literatur- und Übersetzerstipendien unterstützt der Freistaat Literaturfestivals und Projekte, bei denen Autorinnen und Autoren die Möglichkeit haben, ihre Werke zu präsentieren und über sie zu diskutieren. Mit Blick auf die Literaturförderung des Freistaats betonte Dr. Ludwig Spaenle: „Staatliche Literaturpreise stehen für die Anerkennung literarischer Qualität durch die öffentliche Hand. Die hohe Bedeutung der Literatur für unsere Lebenswelt findet sich in unserer Literaturförderung wieder. Künstlerinnen und Künstler zu fördern, ist nicht nur unser verfassungsmäßiger Auftrag, sondern bereichert unsere Gesellschaft um immer neue ästhetische Erfahrungen.“

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