Eröffnung der Salzburger Osterfestspiele mit Wagners "Walküre"
(Salzburg, 15. März 2008) "Der alte Sturm, die alte Müh! Doch stand muss ich hier halten." Die von Wotan in seinen Bart gesungenen Worte kündigen es unheilvoll an: Die Auseinandersetzung mit seiner Frau Fricka wird wohl eher unlustig verlaufen. Er hatte sich vor ihr sogar ins Gebirge geflüchtet, doch jetzt naht sie ihm, holt ihn von seinen Allmachtsfantasien auf den Boden der Tatsachen zurück. Schmerzvoll, aber unausweichlich, so dass Wotan schon sein Ende kommen sieht.
Welch ein Absturz, welche eine Fallhöhe. Noch am Ende des "Rheingolds" - beim Triumphzug nach Walhall - glaubt Wotan die Zügel der Herrschaft in Händen zu halten. Am Ende der "Walküre" schleicht er von der Bühne wie ein getretener Hund. Ein Opfer seiner eigenen Gier nach Macht und Gold - und als solches noch nicht mal bemitleidenswert.
Außer der Projektion einer grandiosen, schneebedeckten Bergkulisse zu Beginn dieser Szene ist die Bühne kahl und leer. Hohe grau-weiße Hände begrenzen die Szene, manchmal sieht man ganz oben noch ein Fenster, wie in einer Gefängniszelle. Wenige Requisiten dienen zu sinnfälligen Andeutungen: Kriegssspielzeug, schwarze und weiße Mäntel, Schwerter und Schilde.