Meldungen

Armutszeugnis für den Bayerischen Rundfunk: 70 der weltweit bedeutendsten Musiker und Komponisten protestieren gegen die Verlegung von BR-Klassik ins Digitalradio

70 der weltweit bedeutendsten deutschen und nicht-deutschen Musiker und Komponisten – darunter zahlreiche Preisträger des Ernst von Siemens Musikpreises – protestieren in einem gemeinsamen Appell gegen die Pläne des Bayerischen Rundfunks, die Klassik-Welle BR-Klassik ab 2016 von UKW zu nehmen und...

Harnoncourt protestiert gegen Verlegung von BR-Klassik ins Digitalradio

Nikolaus Harnoncourt, einer der berühmtesten Dirigenten unserer Zeit, hat sich angesichts der Pläne des Bayerischen Rundfunks, die Klassik-Welle BR-Klassik ab 2016 nur mehr digital zu verbreiten und nicht mehr wie bisher auf UKW, schockiert gezeigt: "Ich bin entsetzt über die geplante...

Die dümmste Musikpreis-Entscheidung des Jahres - 1 Million Dollar für die Wiener Philharmoniker

Die Wiener Philharmoniker werden in diesem Jahr mit dem Birgit Nilsson Preis ausgezeichnet. Der von der großen Sopranistin ins Leben gerufene Preis ist mit einer Million Dollar dotiert. Die Preisverleihung wird am 8. Oktober in Stockholm stattfinden.
Der Birgit Nilsson Preis ist laut...

Gergiev und Luisi springen für Maazel bei den Konzerten der Münchner Philharmoniker in New York ein

Für den erkrankten Chefdirigenten Lorin Maazel werden Valery Gergiev und Fabio Luisi die Konzerte der Münchner Philharmoniker in der Carnegie Hall in New York dirigieren. Beide Konzertprogramme bleiben unverändert. Das erste Konzert am Freitag, den 11. April, wird Valery Gergiev übernehmen und...

Klassik Radio startet zwei weitere Internet-Radiosender

Mit "Klassik Radio Smooth" und "Klassik Radio Brazil" bietet Klassik Radio jetzt zwei neue Web-Radiosender in der Klassik Radio Musikwelt an. "Klassik Radio Smooth" bietet "urbanen Smooth-Jazz-Sound mit weichen Beats, eingehenden Melodien und extra viel...

Opera Awards in London verliehen- Kirill Petrenko ist Dirigent des Jahres, Barrie Kosky Regisseur des Jahres

In London wurden gestern die Preisträger der International Opera Awards 2014 bekanntgegeben. Der Preis für das Lebenswerk ging an Gerard Mortier, den belgischen Opernintendanten, der am 9. März gestorben ist (siehe Nachruf auf KlassikInfo). "Mortier widmete sein Leben der Aufgabe, der...

Auch der Verband der Deutschen Konzertdirektionen protestiert gegen die Verlegung von BR-Klassik ins Digitalradio

Nach dem Deutschen Kulturrat, dem Deutschen und dem Bayerischen Musikrat protestiert nun auch noch der Verband der Deutschen Konzertdirektionen e.V. (VDKD) gegen die Pläne des BR-Intendanten, den Klassik-Sender BR-Klassik von UKW ins Digitalradio abzuschieben. Der VDKD fordert, "dass...

BR will trotz vielfachen Protests BR-Klassik weiterhin ins Digitalradio verlegen - jetzt sogar ganz offiziell

Noch vor kurzem wurde offiziell dementiert, jetzt ist die Katze aus dem Sack: Der BR will BR-Klassik weg von UKW ins Digitale verlegen. Angesichts der Proteste von Verbänden und Hörern von BR-Klassik (

Deutscher Musikrat widerspricht BR-Intendant Wilhelm - BR-Klassik nur gestärkt mit UKW

Der Deutsche Musikrat widerspricht in einer Erklärung der Ansicht des BR-Intendanten Ulrich Wilhelm, die Verlegung von BR-Klassik ins Digitalradio bei gleichzeitiger Verbesserung des Internetangebots sei eine Stärkung des Senders. Die Neustrukturierung dürfe keinesfalls dazu führen, dass ...

Kulturkampf in Bayern: 10.000 Unterschriften in 2 Tagen gegen BR-Klassik-Verlegung - auch der Deutsche Kulturrat protestiert

Die Online-Petition für den Verbleib von BR-Klassik auf UKW haben in nur zwei Tagen bereits 10.000 Hörer unterschrieben. Sie protestieren damit gegen die Pläne der BR-Führung, den seit 30 Jahren bestehenden einzigen Klassik-Sender der ARD von UKW weg auf eine Digitalwelle zu verlegen. Bis zu 50.000...

Online-Petition für den Verbleib von BR-Klassik auf UKW

Der Bayerische Musikrat hat eine Online-Petition für den Verbleib von BR-Klassik auf UKW gestartet. Der Musikrat fordert den Intendanten des Bayerischen Rundfunks, die Mitglieder des Rundfunkrats und alle Verantwortlichen des Bayerischen Rundfunks darin auf, das Programm BR-Klassik für die Dauer...

Beethovenfest Bonn 2014 unter dem Motto Götterfunken - erstmals unter der Leitung von Nike Wagner

Das Beethovenfest Bonn 2014 steht unter dem Motto »Götterfunken«. In 60 Veranstaltungen soll anschaulich gemacht werden, wie Musik das Publikum berührt und wozu Musik die Zuhörer bewegen kann – wie der »göttliche Funke« überspringt.  Das Motto vollendet eine dreijährige Erkundung, die 2012 mit...

Die nächste Spielzeit an der Wiener Staatsoper

Mit einer Platzausnutzung von 99,63% kann man an der Wiener Staatsoper eigentlich nichts falsch machen. Es sei denn, man schockiert die Touristen und die Wiener mit zu viel Moderne. Aber da dräut keine Gefahr beim Intendanten Dominique Meyer. Rigoletto, Elektra, Idomeneo, Don Pasquale –...

De Billy gibt Wiener Lohengrin-Dirigat ab

Der Dirigent Bertrand de Billy hat die Premiere der Wagner-Oper Lohengrin am 12. April an der Wiener Staatsoper nach einer Auseinandersetzung mit dem Regisseur Andreas Homoki abgegeben. Homoki, Intendant der Zürcher Oper, wollte Streichungen im 3. Akt der Oper, die de Billy nicht akzeptieren...

Verfassungsgericht begrenzt politischen Einfluss auf ZDF und ARD

Das Bundesverfassungsgericht hat den Einfluss der Politik in den Verwaltungsgremien des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland begrenzt. Der Anteil von Personen aus Politik und staatlichen Organisationen dürfe künftig nicht mehr als ein Drittel betragen. Das hat das Gericht heute...

Friedrich-Luft-Preis für For the Disconnected Child

Falk Richters Inszenierung For the Disconnected Child erhält den diesjährigen Friedrich-Luft-Preis für die beste Berliner oder Potsdamer Theateraufführung. Die Koproduktion der Staatsoper im Schiller Theater mit der Schaubühne am Lehniner Platz wurde im Juni 2013 an der Schaubühne...

Eleonore Büning erhält Musikpreis des Heidelberger Frühlings

Die Musikjournalistin Eleonore Büning (FAZ) erhält den diesjährigen Musikpreis des "Heidelberger Frühlings". Das gleichnamige Musikfestival vergibt die Auszeichnung zum zweiten Mal an "Kulturschaffende, die sich substanziell und nachhaltig für die Vermittlung von klassischer Musik...

Winfried Kretschmann hält Fusion der SWR-Orchester für falsch

 In einem Schreiben an den Generalsekretär des Deutschen Musikrates und Chefredakteur des Musikforums hat Staatssekretär Jürgen Walter im Auftrag von Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Auffassung vertreten, dass die Fusion der beiden SWR Klangkörper falsch sei. Der Brief sei...

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Kampf dem Hollywood-Schmalz

Vilde Frang (Foto: Lillian Birnbaum) und Jukka-Pekka Saraste (Foto: Juha Ruuska)

Das WDR Sinfonieorchester spielte unter der Leitung von Jukka-Pekka Saraste Werke von Beethoven, Schönberg und Korngold - Solistin war die norwegische Geigerin Vilde Frang

(Köln, 19. April 2013) Einmal pro Jahr spielt das WDR Sinfonieorchester in der Kölner Philharmonie nicht im Rahmen einer Eigenveranstaltung, sondern als Gast in der Reihe "Rundfunk-Sinfonieorchester in der Kölner Philharmonie". Der zuständige Deutschlandfunk sendet die Veranstaltung wenige Tage später als "Konzertdokument der Woche" (diesmal am 28. April 2013). Eine Liveübertragung kam zusätzlich vom WDR, der überdies mit einem großen Aufgebot an Fernsehkameras aufwartete.  

Das Motto des von Jukka-Pekka Saraste geleiteten Abends, "Heimat in der Fremde", war sicher nicht auf Ludwig van Beethoven gemünzt, dessen zweite Sinfonie das Programm beschloss. Von Bonn nach Wien ist es zwar recht weit, vor allem damals, aber eine Heimat hat Beethoven in der Donaumetropole nun wahrlich gefunden. Anders verhält es sich mit Arnold Schönberg und Erich Wolfgang Korngold, die es beide aus dem vom Nationalsozialismus terrorisierten Deutschland in die USA trieb.  

Schönberg fasste in den USA Fuß, fand in dem ebenfalls emigrierten Dirigenten Fritz Stiedry einen Befürworter. So wurde seine zweite Kammersinfonie, bereits 1906 begonnen, doch immer wieder beiseitegelegt, schließlich doch noch vollendet, obwohl den Komponisten dabei der Wechsel zur Zwölftönigkeit quasi überrollte. Wie ein Werk vollenden, das unter gänzlich anderen musikalische Voraussetzungen konzipiert wurde? "Was hat der Autor hier gemeint?", fragte sich Schönberg selber. Man spürt als Hörer dessen Auseinandersetzung mit sich selbst, empfindet Opus 38 gleichwohl nicht als Second-Hand-Werk. Jukka-Pekka Saraste, ein mitunter durchaus konvulsivisch agierender, aber doch immer sachlich kontrollierender Dirigent, ließ das "Ungleichgewicht" auf klanglicher Ebene ohnehin stimmig erscheinen. Die WDR-Musiker wirkten engagiert und konzentriert.  

Korngold steht keineswegs im Abseits wie noch vor einigen Jahrzehnten, zumindest was den Phonomarkt angeht. Der WDR hat mit Aufnahmen vieler seiner Werke (Nordwestdeutsche Philharmonie, Werner Andreas Albert - von cpo übernommen, leider nicht mehr auf dem Markt) sicher zu dieser günstigen Entwicklung beigetragen. Der einstige Opernhit "Die tote Stadt" ist dem Repertoire ohnehin verlässlich wiedergewonnen. Das 1945 entstandene Violinkonzert wurde von Heifetz, Perlman und Anne-Sophie Mutter gespielt. Der Musik wird jedoch immer noch Hollywood-Schmalz angekreidet.  

Nun gut: Korngolds Filmarbeit hat fraglos Spuren hinterlassen, aber das muss seine Musik ja nicht abwerten - Großzügigkeit des Hörens vorausgesetzt. Die norwegische Geigerin Vilde Frang warf sich mit viel Energie auf das geigerisch äußerst dankbare Werk, wich bei aller Sanglichkeit des Tons vor rissigen Klangwirkungen aber nicht aus und wehrte dem Einfluss von Sentimentalität. Damit war sie eins mit Jukka-Pekka Saraste, der nur im Finalsatz mitunter etwas Mühe hatte, sein Orchester zu präzisieren. Die Beethoven-Sinfonie, bereits auf der Schwelle zur Romantik stehend, geriet Saraste dann aber so geradlinig wie feurig. Vor allem das schwärmerische Larghetto besaß enormes Flair.  

Christoph Zimmermann


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