Meldungen

Barrie Kosky verlängert an der Komischen Oper

Barrie Kosky bleibt bis einschließlich der Spielzeit 2021/22 Intendant und Chefregisseur der Komischen Oper Berlin. Der Australier, der das Opernhaus an der Behrenstraße seit 2012 leitet, verlängert den bis 2017 laufenden Vertrag um weitere fünf Jahre. Der Stiftungsrat der Stiftung Oper in Berlin...

Nikolaus Harnoncourt erhält ECHO Klassik für Lebenswerk

Nikolaus Harnoncourt, vielfach ausgezeichneter Wegbereiter der historischen Aufführungspraxis, Dirigent, Ensemblegründer, Festivalmitbegründer, Musikpädagoge und Autor vielbeachteter Veröffentlichungen, wird für sein Lebenswerk mit dem ECHO Klassik ausgezeichnet. „Nikolaus Harnoncourt hat mit...

Welser-Möst verlängert beim Cleveland Orchestra bis 2022

Der Dirigent Franz Welser-Möst, der gerade auf spektakuläre Weise seinen Posten als Musikchef der Wiener Staatsoper gekündigt hat (siehe KlassikInfo), hat jetzt seinen Vertrag beim Cleveland Orchestra verlängert. Welser-Möst ist seit 2002 Musikdirektor des amerikanischen Orchesters, das nach dem...

Daniele Gatti übernimmt Leitung des Concertgebouw Orchestra

Der italienische Dirigent Daniele Gatti wird neuer Chefdirigent des Concergebouw Orchestra Amsterdam. Er löst 2016 Mariss Jansons ab, der die Leitung des berühmtesten niederländischen Orchesters aus Gesundheitsgründen abgibt.
Gatti ist seit September 2008 musikalischer Leiter des Orchestre...

Peter Gülke wird Chefdirigent der Brandenburger Symphoniker

Der Dirigent Peter Gülke wird neuer Chefdirigent der Brandenburger Symphoniker. Er tritt sein Amt 2015 in Brandenburg an der Havel an, und folgt damit auf Michael Helmrath, dessen Vertrag zum Sommer 2015 endet. Peter Gülke wurde 1934 in Weimar geboren. Er studiert Violoncello und...

Bayerische Staatsoper ist der große Gewinner der Kritikerumfrage der Zeitschrift Opernwelt

Die Bayerische Staatsoper ist der große Gewinner der Kritikerumfrage der Zeitschrift "Opernwelt" unter fünfzig unabhängigen Musikkritikern in Europa und den USA. Das Theater wurde zum Opernhaus des Jahres 2014 gewählt, ihr GMD Kirill Petrenko zum Dirigenten des Jahres, das...

Milica Djordjević erhält Belmont-Preis

Die serbische Komponistin Milica Djordjević erhält den mit 20.000 € dotierten Belmont-Preis 2015 für zeitgenössische Musik der Forberg-Schneider-Stiftung. Mit ihr wird eine junge Komponistin ausgezeichnet, deren künstlerische Entwicklung und Karriere die Stiftung seit nunmehr drei Jahren...

Künstler und Kunstermöglicher: Markus Hinterhäuser erhält Musikpreis des Heidelberger Frühling

Der österreichische Pianist und Kulturmanager Markus Hinterhäuser erhält den mit 10.000 Euro dotierten Musikpreis des Heidelberger Frühling 2015. Das gleichnamige Musikfestival vergibt die Auszeichnung jährlich im Wechsel an einen Kulturschaffenden oder einen Kulturjournalisten, der sich...

Christopher Hogwood gestorben

Als Gründer und Leiter der Academy of Ancient Music war der Dirigent Christopher Hogwood einer der wichtigsten Vertreter der historische Aufführungspraxis. Jetzt ist Hogwood im Alter von 73 Jahren in Cambridge gestorben.
Hogwoods Aufnahmen gehören zum Besten, was diese Richtung der...

Die Carl Bechstein Stiftung stiftet Klaviere für Schulen

In Berlins Schulen wird verstärkt Klavier gespielt, nachdem die Carl Bechstein Stiftung im vergangenen Jahr allein 40 Klaviere in Schulen der Hauptstadt aufgestellt hat – in diesen Tagen werden weitere ausgeliefert. Die Förderung des Klavierspiels ist Zweck der noch jungen Stiftung, die ihr...

Muti verlässt die Oper Rom

Riccardo Muti gibt sein Amt als Erster Dirigent der römischen Oper auf. Der 73-jährige italienische Dirigent hatte den Posten sechs Jahr inne und während dieser Zeit versucht, dem finanziell angeschlagenen Haus wieder ein künstlerisches Profil zu geben. Muti zieht sich Presseberichten zufolge auch...

Deutscher Musikrat: Freihandelsabkommen bedroht deutsche Kulturförderung

Neben den internationalen TTIP und CETA stellt vor allem das „Trade in Services Agreement“ (Abkommen zum Handel mit Dienstleistungen; kurz TISA) eine Bedrohung für das Kulturleben in Deutschland dar. Ziel des Abkommens ist der Abbau von Handelshemmnissen im Dienstleistungssektor. Der...

Gefahr für die Freiheit der Kunst: Deutscher Bühnenverein protestiert gegen Berufung von Tibor Navracsics zum EU-Kommissar für Kultur

Den Vorschlag von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, den jetzigen ungarischen Außenminister Tibor Navracsics zum EU-Kommissar für Bildung, Jugend, Kultur und Bürgergesellschaft zu berufen, stößt beim Deutschen Bühnenverein auf scharfe Ablehnung. „Es kann nicht sein, dass ein Politiker wie...

Krise an der Wiener Staatsoper weitet sich aus: Auch de Billy zieht sich als Dirigent zurück

Nach der Kündigung von Franz Welser-Möst als Musikdirektor der Wiener Staatsoper in der vergangenen Woche hat nun auch der Dirigent Betrand de Billy bekanntgegeben, an dem Haus künftig nicht mehr arbeiten zu wollen. Als Grund nannte de Billy den Direktor Dominique Meyer, dem er "Unehrlichkeit...

Appell von Gidon Kremer zur Ukraine-Krise: Menschliche Werte stehen auf dem Spiel

Im Vorfeld seines Dresdner Konzerts unter dem Titel "Mein Russland" veröffentlichte der Geiger Gidon Kremer einen Appell, mit dem er auf die Gefahren von Ignoranz und Tatenlosigkeit im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise aufmerksam machen möchte. Loyalität dem eigenen Land gegenüber könne...

Beim 17. Beijing Music Festival steht Richard Strauss im Zentrum

Das Beijing Music Festival steht in diesem Jahr ganz im Zeichen des 150. Geburtstags von Richard Strauss. Von 9. bis zum 31. Oktober präsentiert das Festival unter anderem die Münchner Philharmoniker unter Andris Poga (am 9.10. mit Eine Alpensinfonie op. 64 und am 10.10. Don Juan op. 20, Till...

Zwei erste Preise beim ARD-Musikwettbewerb 2014

Die Preisträger des 63. Internationalen Musikwettbewerbs der ARD stehen fest. Insgesamt wurden zwei erste, vier zweite sowie sechs dritte Preise vergeben.
Einen ersten Preis gab es im Fach Cello. Der Ungar István Várdai überzeugte die Jury mit seiner Interpretation von Antonín Dvořáks...

Hengelbrock verlängert beim NDR Sinfonieorchester

Thomas Hengelbrock bleibt Chefdirigent des NDR Sinfonieorchesters. Er hat seinen bis 2016 laufenden Vertrag um weitere drei Jahre bis 2019 verlängert.
Hengelbrock und NDR Intendant Lutz Marmor unterzeichneten eine entsprechende Vereinbarung am 11. September, einen Tag vor der Saisoneröffnung...

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Kampf dem Hollywood-Schmalz

Vilde Frang (Foto: Lillian Birnbaum) und Jukka-Pekka Saraste (Foto: Juha Ruuska)

Das WDR Sinfonieorchester spielte unter der Leitung von Jukka-Pekka Saraste Werke von Beethoven, Schönberg und Korngold - Solistin war die norwegische Geigerin Vilde Frang

(Köln, 19. April 2013) Einmal pro Jahr spielt das WDR Sinfonieorchester in der Kölner Philharmonie nicht im Rahmen einer Eigenveranstaltung, sondern als Gast in der Reihe "Rundfunk-Sinfonieorchester in der Kölner Philharmonie". Der zuständige Deutschlandfunk sendet die Veranstaltung wenige Tage später als "Konzertdokument der Woche" (diesmal am 28. April 2013). Eine Liveübertragung kam zusätzlich vom WDR, der überdies mit einem großen Aufgebot an Fernsehkameras aufwartete.  

Das Motto des von Jukka-Pekka Saraste geleiteten Abends, "Heimat in der Fremde", war sicher nicht auf Ludwig van Beethoven gemünzt, dessen zweite Sinfonie das Programm beschloss. Von Bonn nach Wien ist es zwar recht weit, vor allem damals, aber eine Heimat hat Beethoven in der Donaumetropole nun wahrlich gefunden. Anders verhält es sich mit Arnold Schönberg und Erich Wolfgang Korngold, die es beide aus dem vom Nationalsozialismus terrorisierten Deutschland in die USA trieb.  

Schönberg fasste in den USA Fuß, fand in dem ebenfalls emigrierten Dirigenten Fritz Stiedry einen Befürworter. So wurde seine zweite Kammersinfonie, bereits 1906 begonnen, doch immer wieder beiseitegelegt, schließlich doch noch vollendet, obwohl den Komponisten dabei der Wechsel zur Zwölftönigkeit quasi überrollte. Wie ein Werk vollenden, das unter gänzlich anderen musikalische Voraussetzungen konzipiert wurde? "Was hat der Autor hier gemeint?", fragte sich Schönberg selber. Man spürt als Hörer dessen Auseinandersetzung mit sich selbst, empfindet Opus 38 gleichwohl nicht als Second-Hand-Werk. Jukka-Pekka Saraste, ein mitunter durchaus konvulsivisch agierender, aber doch immer sachlich kontrollierender Dirigent, ließ das "Ungleichgewicht" auf klanglicher Ebene ohnehin stimmig erscheinen. Die WDR-Musiker wirkten engagiert und konzentriert.  

Korngold steht keineswegs im Abseits wie noch vor einigen Jahrzehnten, zumindest was den Phonomarkt angeht. Der WDR hat mit Aufnahmen vieler seiner Werke (Nordwestdeutsche Philharmonie, Werner Andreas Albert - von cpo übernommen, leider nicht mehr auf dem Markt) sicher zu dieser günstigen Entwicklung beigetragen. Der einstige Opernhit "Die tote Stadt" ist dem Repertoire ohnehin verlässlich wiedergewonnen. Das 1945 entstandene Violinkonzert wurde von Heifetz, Perlman und Anne-Sophie Mutter gespielt. Der Musik wird jedoch immer noch Hollywood-Schmalz angekreidet.  

Nun gut: Korngolds Filmarbeit hat fraglos Spuren hinterlassen, aber das muss seine Musik ja nicht abwerten - Großzügigkeit des Hörens vorausgesetzt. Die norwegische Geigerin Vilde Frang warf sich mit viel Energie auf das geigerisch äußerst dankbare Werk, wich bei aller Sanglichkeit des Tons vor rissigen Klangwirkungen aber nicht aus und wehrte dem Einfluss von Sentimentalität. Damit war sie eins mit Jukka-Pekka Saraste, der nur im Finalsatz mitunter etwas Mühe hatte, sein Orchester zu präzisieren. Die Beethoven-Sinfonie, bereits auf der Schwelle zur Romantik stehend, geriet Saraste dann aber so geradlinig wie feurig. Vor allem das schwärmerische Larghetto besaß enormes Flair.  

Christoph Zimmermann


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