
Seit der Spielzeit 2008/09 ist Stefan Blunier Generalmusikdirektor in Bonn. In Essen hat er studiert, Darmstadt und Mannheim waren seine Stationen, bevor er an den Rhein gekommen ist. Eine Ära will der gebürtige Schweizer hier prägen, seine Handschrift hinterlassen. Und ist auf gutem Weg. Der Chef des Bonner Beethovenorchesters hat mit ungewöhnlichem Repertoire gepunktet. Etwa mit Eugen d'Alberts Oper "Golem", mit "Irrelohe" von Franz Schreker oder der 198. Sinfonie des finnischen Dirigenten und Komponisten Leif Segerstam. Live aufgenommene Werke des Wiener Fin de Siècle-Komponisten Franz Schmidt haben eine neue CD-Serie bei MDG eröffnet. Demnächst wird auch "Irrelohe" auf CD veröffentlicht.
Noch so manch andere Novität hat Blunier hier am Rhein eingeführt und das Publikum für sich längst eingenommen. Die Zahlen bestätigen die beste Auslastung der Konzerte seit Jahren.
Sabine Weber hat sich mit Stefan Blunier unterhalten.
KlassikInfo: Sie waren gerade in Brüssel, wo Sie mit Beginn dieser Saison zum "Premier Chef Invité" des Orchestre National de Belgique ernannt worden sind, danach geht es zu den Schwetzinger Festspielen...
Blunier: Genau! Ich bin in Brüssel drei bis vier Wochen pro Jahr verpflichtet. Gestern hatten wir das letzte der immer live im Radio übertragenen Konzerte. Jetzt kommen nach vielen Projekten in Bonn zahlreiche "ausserhäusige" Sachen. In der Woche nach Ostern dirigiere ich die Uraufführung von Georg Friedrich Haas' Oper "Das Bluthaus" bei den Schwetzinger Festspielen. Dann habe ich mein Debüt in Dresden mit "Tannhäuser", danach die Premiere der "Kameliterinnen" von Francis Poulenc an der Komischen Oper Berlin in der Inszenierung von Calixto Bieito. Mit dem Beethovenorchester gibt es aber dazwischen im Mai noch eine Tournee durch Slowenien und Österreich. Fünf Konzerte in Ljubljana, in Villach und in Salzburg selbst drei Konzerte zur Eröffnung der dortigen neuen Spielzeit.
Man sieht von den Städten leider nur wenig. Man kennt den Weg vom Konzert in die Konzerthalle und zum nächsten Italiener, zum Bahnhof und hat gar keine Zeit und Lust für etwas anderes, weil man alles reflektieren und überdenken muss: "was mach ich in der nächsten Probe anders und, und, und..." Das ist ein Dauerreflektieren. Und da habe ich dann nicht noch Lust, in eine Claude Monet-Ausstellung zu gehen. Da guckt man eher schlimm Fernsehen, RTL und so etwas... (lacht)
KlassikInfo: Ljubljana soll aber eine tolle Barockstadt sein...
Blunier: Ich weiß, aber wenn man sich vorstellt, dass Sie bestenfalls um zwei Uhr nachmittags ankommen, um sechs eine Anspielprobe haben, um acht dann Konzert, und am nächsten Tag fährt man dann schon weiter, da geht man vielleicht einen Kaffee trinken. Das ist alles austauschbar, das könnte Paris sein, London... Man muss gucken, dass man die Kräfte beisammen hält. Das ist manchmal wirklich ein trostloses Leben in Hotels. Dass die Leute da denken: ah, der Ruhm des Künstlers, und wie toll sein Leben doch ist! Nein, es ist manchmal eher ernüchternd...
KlassikInfo: Dirigieren sei immer ihr Traumberuf gewesen, haben Sie einmal gesagt. Dieser Traum hat aber dann auch Schattenseiten...?
Blunier: Es ist trotzdem ein schöner Traum, aber er hat nicht nur die Vorteile, wie sich das ein Laie so ausmalt. Man steht immer im Fokus, immer unter Beobachtung. Der Dirigent ist bei vielen Orchestern der natürliche Feind. Er verdient mehr, er darf sagen, wo es lang geht. Es gibt natürlich auch in unserem Metier wahnsinnig viele Blender und solche, die überhaupt kein Hintergrundwissen und über zu wenig Erfahrung verfügen. Da verstehe ich manchmal die Frustration der Musiker. Ein Dirigent wird gerne verantwortlich für das Resultat gemacht, und wenn es schlecht läuft wird es nicht dem Orchester angelastet, sondern dem Dirigenten. Man darf das auch nicht überbewerten. Manchmal spielt das Orchester wahnsinnig gut, und dann ist der Dirigent auch nicht schuld! Es sind Strömungen, man befruchtet sich gegenseitig, oder es kann einfach die Chemie - wie in einer Beziehung - nicht immer stimmen.
KlassikInfo: Seit der Spielzeit August 2008/09 sind sie GMD in der Beethovenstadt Bonn und Chef des Beethovenorchesters. Hat das Alleinstellungsmerkmal "Beethoven" Sie schon vereinnahmen können?
Blunier: Das hat es schon immer. Ich war ja Pianist, bin es noch immer - nicht immer ganz so aktiv wie ich es mir wünschte... Für einen Pianisten ist Beethoven täglich Brot. Es gibt seine 32 Klaviersonaten, wahnsinnig wichtige Kammermusik und sehr schöne Lieder. Wenn die Sinfonien dazu kommen, ist es nur eine logische Fortsetzung. Er ist und bleibt einer meiner Lieblingskomponisten und ein zentrales Anliegen für jedes Orchester. Durch die verschiedenen Hörgewohnheiten bleibt es auch immer eine hochbrisante Herausforderung. Jeder merkt, wenn es nicht rund läuft. Zudem ist es auch schwer geworden eine neue Deutung zu finden. Da ist schon alles versucht worden in alle Richtungen, aber man muss für sich eine eigene konsequente Linie finden, es bleibt also spannend...
KlassikInfo: Haben Sie ihre Beethovenlinie gefunden?
Blunier: Ich weiß schon, wie ich es gerne hätte. Man muss aber auch den Partner berücksichtigen. Natürlich hat das Beethovenorchester eine große Tradition. Aber man muss bedenken, dass mein Vorgänger Roman Kofman Ukrainer war, der Beethoven ganz diametral angelegt hat. Mir schwebt eher das Schnelle, Knackige, auch das Aggressive vor. Beethoven war ein Extremist, was dann manchmal auch in seiner Musik durchschlägt. Neben seiner revolutionären Urkraft findet man auch zuhauf sehr seelenvolle Passagen. Da gibt es extremste Welten zu beliefern. Aber wir sind auf einem guten Weg. Die letzte "Eroica" war sehr federnd und lebendig, schon fast frankophil!
KlassikInfo: Ihr Name klingt ja auch französisch...
Blunier: Schön wär's, wenn ich Franzose wäre, dann könnte ich wenigstens eine Sprache perfekt. Mit Schweizerdeutsch können Sie ja gar nichts machen...
KlassikInfo: Ihr Name geht auf hugenottische Vorfahren zurück?
Blunier: Ja, aber (lacht)...außer einem gewissen südländischen Temperament und einer Liebe zu Gänseleberpastete ist nicht viel übrig geblieben...
KlassikInfo: Wie verstehen Sie hier ihre Rolle als GMD?
Blunier: Erzkonservativ. Und das ist etwas, das im heutigen schnelllebigen und auf Glamour ausgerichteten Geschäft für viele Veranstalter und Agenten nicht so prickelnd ist. Man sucht nach Schnellschüssen. Und es gibt immer neue, die man nachschießen kann. Nein, ich verstehe mich in der Position schon sehr klar definiert nach deutschem System. Da ist man zuständig für Vielerlei: Zunächst für die Dirigate. Aber es wird auch eine Art Management erwartet. Ich lege die gedanklichen Linien an, lade Künstler ein, nicht nur Solisten und Dirigenten, auch Chöre und muss die Formate mit Inhalten definieren. Letztendlich bin ich auch verantwortlich für das Budget und für eine sinnvolle Disposition der Termine. Man muss also auch ein kaufmännisches Händchen haben. Des Weiteren ist sehr viel Psychologie gefragt, weil man sich als 'Vater des Orchesters' - wenn man das pathetisch so nennen will - auch mit unschönen Sachen wie Mobbing und anderweitigen Konflikten auseinandersetzen muss. Als guter Chef muss man auch eine Anlaufstelle für Probleme sein können, sonst sollte man nur Gastverträge ausüben wie der in Belgien. Das ist hübsch, da komme ich, da dirigiere ich, freu mich und gehe wieder. Hier in Bonn ist im Minimum die Hälfte der Arbeit nichts "Dirigentisches". Es geht auch um Akquise, um Sponsorengespräche, Politiker wollen auch geliebt werden. Es gibt schrecklich viel neben den Auftritten.
KlassikInfo: Da kommt es Ihnen ja zupass, dass, wenn es stimmt, hinter jedem Schweizer ein Bankier und Buchalter steht...
Blunier: Ich mache gerne Listen. Meine Frau meint manchmal, es wäre bedenklich, weil ich alles ausrechne. Ich mache Spielereien und komme auf so krause Ideen, dass ich überlege, mit welchem Komponisten habe ich wie viel verdient? Und dann rechne ich eine Gage durch Minuten und füge die Zahlen in selbstangefertigte Listen ein. Das ist einmal pro Jahr zwei Stunden Arbeit, aber auch eine Liebhaberei der Zahlenspiele...
KlassikInfo: Aber Sie haben kein geheimes Zimmer, wo sie die Wände mit Zahlenlisten zu gehangen haben wie der geniale Mathematiker John Nash im Film "Beautiful Mind"?
Blunier: Ich bin leider nicht genial. Und heutzutage hat man alles im Computer und arbeitet mit Excel-Tabellen. Das musste ich lernen, denn das wird in diesem Job auch erwartet. Man muss medial antworten können und auch schon einmal ein Exposés erstellen. Das habe ich vielleicht hier in Bonn auch an mich gerissen, weil es mir wichtig ist, hier etwas mit Leib und Seele zu prägen. Eine Ära, über die kann man dann hinterher streiten, ob sie gut war oder nicht, aber eine Handschrift will ich schon hinterlassen. Mein Vertrag läuft bis 2013.
KlassikInfo: Ihre Ära ist ja nicht nur mit ungewöhnlichem Repertoire oder mit Werken aufgefallen, die Sie dramatisch wohl überlegt und abgewogen angesetzt haben, wie ihr Opern-Einstand mit Richard Straussens "Elektra" - auf den Tag genau 100 Tage nach der UA in Dresden und...
Blunier: ...auf die Stunde der Uraufführung genau!
KlassikInfo: Für ihren Konzerteinstand haben Sie die 135 Musiker mit Richard Strauss auch noch die Berge hinauf gejagt. Eine Hommage an ihre Alpenheimat?
Blunier: Nein, eher ein fescher Aberglaube. Ich hatte damit seinerzeit in Darmstadt eröffnet. Und diese Lebensphase war sowohl schön als auch erfolgreich. Und da habe ich gedacht, man kann das Schicksal vielleicht noch einmal gefügig machen, quasi rituell, mit dem gleichen Stück.
Es ist ja auch ein ganz tolles Stück, und man muss am Anfang auch ein klares Signal setzen. Aber ich habe mir das Eröffnungskonzert sehr genau überlegt. Weil es mit der "Alpensinfonie" ein bisschen populistisch wird, habe ich Schönberg und Ligeti mit auf's Programm gesetzt, um zu zeigen, wo der Hammer hängt: Ich mach jetzt keinen Kuschelkurs. Wenn man mich einkauft weiß man, dass man sich eventuell so etwas wie Nikolai Mjaskowski anhören muss und man nicht nur einen faden Brahms-Zyklus bekommen wird. Ich mache das Halbe-Halbe, mische sehr Bekanntes mit sehr Unbekanntem. Wir haben jetzt "Irrelohe" von Franz Schreker in der Oper aufgeführt. Die kommt demnächst auf CD heraus - ein Traum! Ebenso Eugen d'Alberts "Golem". Vielleicht bin ich schnell gelangweilt, aber ich könnte nicht mein Leben lang wie Carlos Kleiber dieselben 8 Stücke dirigieren. Da gibt es zuviel, das man dem Publikum aufzwingen muss, denn begeisterungsfähig und überzeugbar sind sie dann doch in der größten Mehrzahl. Ich finde, dass es meine moralische Verpflichtung ist, solche zu unrecht vergessenen Komponisten zu "reviveln".
KlassikInfo: Wie entdecken Sie diese Stücke, wo begegnen Ihnen die Komponisten?
Blunier: In meinem schönen Auto gibt es eine wunderbare Stereoanlage. Und weil ich viel reise, habe ich in meinem Kofferraum Ikea-Kisten nach Themen geordnet mit CDs die ich mir anhören möchte. Und ich habe eine Liste - auch da eine Liste... - wo ich die Werke nach ABC- Kategorien einstufe und dann später jederzeit sofort weiß, wie ich ein Stück einzuordnen habe. Und ich höre mir alles an: Bachs Orgelwerke über Villa-Lobos komplette Streichquartette oder wie jetzt gerade alle Mjaskowski Sinfonien. Ich höre mir nie mehr eine "Traviata" oder Beethoven Fünf an, das mach ich ja selber andauernd. Ich bin ein neugieriger Großkunde bei cpo und kaufe alles, was ich nicht kenne. Nächste Saison kommt übrigens die 21. Sinfonie von Mjaskowski, ein Russe, etwas skrjabinepigonal, aber ob ihrer wunderbaren Depressivität ein absolutes "must"
KlassikInfo: Die Opern "Irrelohe" oder "Golem" haben sie sich aber nicht anhören können, die gab es doch nicht auf CD?
Blunier: D'Albert liebe ich ja sowieso, seine Klavierkonzerte, dieses Süffige, das fand ich schon immer gut. Aber ich darf mich nicht mit fremden Federn schmücken. Bei d'Albert war es mein Agent, der in seinen Jugendjahren bei einer Regieassistenz das Werk kennengelernt hat und es mir unbedingt empfohlen hat. Dann habe ich mir die Partitur bestellt und war sofort Feuer und Flamme.
"Irrelohe" - Franz Schreker, da ist sowieso alles gut! Die Story fand ich irre spannend, geschweige denn seine Klangsprache und Orchesterbehandlung! Weil es nur zwei vergriffene Aufnahmen gab, die sowohl klanglich als auch interpretatorisch unbefriedigend sind, fasste ich den Plan einer Live- Produktion. Es ist eine sehr schöne CD geworden, weil diese Klangwelt dem BOB wahnsinnig gut liegt: das deutsche dekadente Schwere - und meine Musiker haben eine bezaubernde Piano-Kultur! Die Aufnahme ist stellenweise höchst irrisierend geworden. Ich höre mir gerade die "Endabnahme" des dritten Aktes durch, wir schneiden ja aus zwei, drei Aufführungen zusammen.
KlassikInfo: Sie kosten gerne Effekte aus, lieben dynamische Exzesse - Sind Sie ein Extremmusiker?
Blunier: Ja, schon immer gewesen. Das könnte man mir auch vorwerfen, dass ich immer extrem auf schwarz-weiß gehe. Laut kann jedes Orchester. Aber schön laut ist schon schwieriger und es gibt ganz wenige Orchester, die des "Leise-spielens" fähig sind. Das muss man pro Konzert zwei, dreimal radikal ansetzen, und dann sind die Leute begeistert. Das ist ein toller Effekt, dieser quasi "Nicht-Zustand". In Belgien habe ich gerade die "Images" von Claude Debussy gemacht. Und die sind in der Lage nur noch "en pastell" zu spielen. Die können dafür nicht so geerdet spielen wie die Deutschen. Aber das ist schon ein traumhaft, wenn das so ein flirrender Zustand ist.
KlassikInfo: Französische Orchesterkultur ist ja auch ein bisschen anders...
Blunier: Ja, und beim Bruckner möchte ich dann dieses Teutonische eben auch nicht missen oder bei Schreker diese perversen Zuspitzungen. Dagegen ist d'Albert fast Himbeersirup. Bei Schreker geht es zu wie in der "Elektra". Das ist der schiere Wahnsinn, was da abgeht an Zuständen, auch an gewalttätigen Farben. Da finden Sie ganz schäbige und außergewöhnliche Klangkonstruktionen.
KlassikInfo: Sie lieben das Fin de siècle?
Blunier: Ja, ich bin ein Mensch der Abgründe liebt. Ich bevorzuge kompromittierende Filme und Bücher, ich habe ein Faible für Serienmörder, ich lese auch wahnsinnig gerne über Amstetten und die RAF.
Ich bin eigentlich ein ganz harmloser Mensch. Aber das erregt mich mental wahnsinnig. Und diese Georg Friedrich Haas Oper in Schwetzingen, übrigens eine Koproduktion mit Bonn, die Klaus Weise auch inszeniert, da geht es im weiteren Sinne um die Thematik Amstetten. Nicht, dass wir uns falsch verstehen! Mich fasziniert nicht das Leid der Opfer, ich gehe vielmehr von der Täterseite aus. Wie kann ein Mensch so strukturiert sein und/ auch wie es die Umwelt schafft, das übersehen zu "wollen" oder zu können.
KlassikInfo: Vielleicht, weil Sie aus der ordentlichen Schweiz kommen?
Blunier: Ne, die Schweiz ist gar nicht so ordentlich, da täuschen Sie sich! Es gibt dort eine der höchsten Aidsraten, die meisten Drogentoten Europas, und es gibt eine hochgradige Subkultur. Die Schweiz suggeriert nur das Siegel der Schönheit, aber die Abgründe sind da immens. Dort finden Sie Sachen vor, die man in den schlimmsten Vierteln von Berlin nicht sehen kann.
KlassikInfo: Welche Musik hören Sie dann in Ihrer Freizeit?
Blunier: Wenn ich ein neues Programm dirigiere, höre ich so drum herum. Man nennt das so schön "Sekundärliteratur". Auch die dazugehörigen Bücher lese ich, denn ich habe hier in Bonn von mir selbstverfasste Einführungsvorträge eingeführt. Das fördert meine Vorbereitung auf das Konzert...
KlassikInfo: Sie bleiben also immer im Klassikgenre?
Blunier: Jazz finde ich toll, aber das höre ich selten. Sehr gerne aber Heavy Metal. Ich bin ein totaler Fan von Heavy Metall. Es hat so etwas Archaisches, Wuchtiges und die dunkle Gefühlswelt wird heraufbeschworen. Deshalb interessieren mich auch Demagogen unter dem psychologischen Aspekt. In meinem nächsten Leben würde ich wohl Psychologe und nicht mehr Musiker werden wollen. Wohl deshalb interessieren mich die Abgründe.
KlassikInfo: Und das Fin de siècle!
Blunier: Genau! Und da gibt es bei Schreker ganz exemplarisch zeitbezogene Beispiele. Der schreibt dann mitten im größten Lärm - wo in der Partitur steht "mit wilder Rohheit und Brutalität" - den Bratschen ein dreifaches Pianissimo zu, wo man genau weiß, dass man das nicht hören wird. Der Reflex der braven Orchestermusiker ist klar; er spielt dann diese Passage zu laut, quasi hörbar. Das ist aber leider falsch, das muss die Freudsche Tiefenebene bleiben. Das ist quasi Subtext, die Ebene des Unterbewusstseins. Ich glaube trotzdem, dass die sogenannte "Unhörbarkeit" dem sensiblen Publikum transportiert wird, auch wenn sie es vordergründig nicht wahrnehmen. Es läuft ja vieles über das Unterbewusstsein. Und das lebt Schreker exzessiv aus. Die waren wahrscheinlich alle bei Freud in der Therapie. Bei Mahler weiß man es ja und von verschiedenen Anderen. Ich wäre da vermutlich auch hin gegangen, das war eine neue hoch interessante Strömung...
KlassikInfo: Eine - ich nenn es jetzt einmal "abstruse" Beschäftigung - führt dann tatsächlich dazu, dass man eine Partitur ernster nimmt?
Blunier: Ja, sicher. Denn es muss ja einen Sinn haben, dass er das so leise haben will, das möchte ich dann auch so verwirklicht wissen. Uns ist es in den größten Teilen auch richtig gut gelungen auf dieser CD.
KlassikInfo: Da warten wir jetzt alle drauf?
Blunier: Ja, die kommt in Bälde. Wir haben jetzt noch Einiges vorher in der Pipeline. Wir haben ein Stück nach dem anderen produziert.
KlassikInfo: Ihre erste Schönberg-CD, eine Produktion, ist auch gleich für den International Classical Music Award ICMA nominiert worden. Die CD mit live im Konzert aufgenommenen Werken vom seinerzeit berühmten Wiener Franz Schmidt hat einen niederländischen Musikpreis gewonnen...
Blunier: Franz Schmidt ist seinerzeit einer der berühmtesten Wiener Musiker gewesen. Er war Cellist bei den Wiener Philharmonikern und gleichzeitig Klavier- und Kompositionsprofessor an der Hochschule, ein Genie! Zubin Mehta hat mit den Wienern seine 4. Sinfonie bereits in den 80-er Jahren aufgenommen. Fabio Luisi und Neeme Järvi haben eine Gesamtaufnahme seiner Sinfonien unlängst vollendet. Das ist absolut gigantische Musik!
KlassikInfo: Aber hier im Rheinland ist er noch nicht so bekannt...
Blunier: Weil sich die Dirigenten nicht dafür interessieren. Viele denken: lieber zum 35. Mal Dvoraks Neunte. Das würde mir nichts geben.
KlassikInfo: Ein paar Stichworte zu ihrer Biographie: Stimmt es, dass Sie im Thuner Laienorchester auch das Horn geblasen haben?
Blunier: Ja, ich war zweites, mein Onkel drittes, mein Vater viertes, und mein Opa war davor viertes Horn, also eine Horndynastie. Heute würde mein Ansatz gerade noch für drei Minuten reichen, dann ist Sense. Ich mache es jetzt ja auch nicht mehr seit 15 Jahren, für was auch? Ich habe ja tagtäglich Musik um die Ohren. Dann versuche ich mir doch lieber die letzten Kulturen des Klaviers aufrecht zu halten.
KlassikInfo: Wie kommt man vom Horn zum Dirigieren?
Blunier: Es gibt einige Beispiele namhafter Kollegen. Nicht nur Pianisten und Geiger werden Dirigenten. Horn habe ich später in Orchestern zur Aushilfe gespielt und mir so das Studium finanziert. Und dabei auch Orchesterpsychologie geschnuppert. Ich war auch sehr früh in der Musikhochschule, und dann hat deren Direktor gemeint, ich sei so ein Dirigententyp. Dann habe ich mit 16 eine hochgradige Begabtenförderung erhalten mit viel Theorie- und Einzelunterricht zusätzlich, das gibt es in der Schweiz auch. Und dann hatte ich mit 20 ein Lehrdiplom in der Tasche, etwa zu vergleichen mit einem Schulmusikabschluss hier. Und dann bin ich zum eigentlichen Studium nach Essen an die Folkwang- Hochschule, obwohl ich auch in München einen Studienplatz erhalten hatte. In Essen konnte man aber viel öfter das Hochschulorchester dirigieren, es gab so genannte Repertoiretage. Da hat mein Lehrer Reinhard Peters, ein Berliner Urgewächs, in einer Fünfstunden-Session in der ersten Woche "Capriccio italien" und in der nächsten Woche die Zweite Bruckner mit dem Orchester ohne Konzertauftritt geprobt. Die Leute sollten für ihre Probespiele Orchestererfahrungen sammeln können. Und in der letzten Stunde durften wir Studenten nachdirigieren. Wir waren nur zu fünft, die Hälfte davon zierte sich aus Angstgründen. So kam ich eigentlich fast jeden Dienstag für 10 bis 15 Minuten mit irgendeinem Werk dran. Das Orchester hat natürlich auf jeden Fehler hochsensibel reagiert, weil darin keine ausgebufften Profis waren und sie das Stück auch noch nicht intus hatten. Das war eine verblüffend gute Schulung mit oft unliebsamen Resultaten.
KlassikInfo: Die direkte Rückmeldung ist eine gute Schulung?
Blunier: Ich hatte außerdem wegen meiner Affinität zur Neuen Musik zahlreiche Gelegenheiten, Uraufführungen der Komponistenklassen, meist für Kammerensembles, zu dirigieren. In München bestand höchstens zwei Mal pro Jahr die Chance zu einem Dirigat. Und das Dirigieren ist doch wie Autofahren. Ab Kilometer 100.000 kommt dann ein Wissen ob der Sache hinzu. Am Anfang kann man mit jugendlichem Übermut alles übertünchen. Aber das ist auf Dauer nicht solide genug.
KlassikInfo: Und Sie sind ganz klassisch in ihre Karriere eingestiegen?
Blunier: Ich bin so eingestiegen, dass ich die Mühsal der Korepetition auf mich genommen habe, wo man im Theater von der Pike auf alles lernt, auch die unangenehmen Punkte. Und habe zeitgleich auch Dirigentenwettbewerbe mitgemacht...
KlassikInfo: In Besançon sind sie Zweiter geworden...
Blunier: In Kopenhagen, beim Malko-Wettbewerb, wurde ich vierter. Ich kam nicht ins Finale, weil sich die Jury ob meiner Leistung ernsthaft zerstritten hat. Polarisieren ist oftmals gar nicht das Schlechteste. Ich war darüber hinaus auch froh, denn ich hatte die Finalstücke nicht gelernt. Ich hätte komplett versagt und alle Erwartung nicht erfüllt. So war ich der "Arme" und habe dann trotzdem viele Konzertangebote gekriegt, vor allem durch Kitajenko, mehr als ich vermutlich gekriegt hätte, wenn ich ins Finale gekommen und dann gescheitert wäre.
KlassikInfo: Dmitri Kitajenko hat Sie protegiert, ist er auch eines ihrer Vorbilder?
Blunier: Ja, er ist ein Meister der Eleganz. Er macht ausschließlich Konzerte, ist mit der russischen Tradition sehr verhaftet und außerdem ein sehr liebenswürdiger Mensch. Ich kann mich jetzt nicht als ein Schüler von ihm bezeichnen, aber er hat mir immer wieder seinen Rat angedeihen lassen.
KlassikInfo: Liedbegleitung wurde ja auch noch eines ihrer Betätigungsfelder und ein zweites Standbein.
Blunier: War es und dann wurde es weniger. Jetzt fange ich wieder an. Ich war sogar kürzlich als Liedbegleiter in Indien, ein Traum! Zusammen mit Nicola Beller-Carbone, die auch in der Kölner Oper einiges gemacht hat und international sehr renommiert ist. Sie ist in Spanien aufgewachsen, und wir haben spanisches Repertoire gemacht, aber auch Schumanns "Maria Stuarda", die spröden späten Lieder. Ich glaube, ich habe über 1000 Lieder im Repertoire, die alle abrufbar wären, je nachdem, was der Sänger will. Aber Liederabende sind als Konzertformat nicht mehr so gefragt. Selbst Koryphäen des Liedgesangs füllen eine Philharmonie kaum noch. Es ist schade, dieser Sinn für Miniaturen ist nicht mehr durchgängig gefragt.
KlassikInfo: Zurück zum Beethovenorchester, das durch Sie ja schon Erfolge verbuchen kann: Beste Auslastung der städtischen Konzert seit Jahren! Bonn ist wieder stolz auf sein Orchester! Sind das Pfründe, mit denen Sie auch kulturpolitisch ein bisschen wuchern können?
Blunier: Ich hoffe sehr, denn wenn das nicht mehr funktioniert, dann bin ich ratlos. Ich verstehe immer, wenn man etwas in Frage stellt, was nicht läuft. Es gibt geschichtlich Entwicklungen, dass Wirtschaftszweige nicht mehr rentabel, nicht mehr gefragt oder überholt sind. Dann soll man sich nicht scheuen, Schritte einzuleiten und knallharte Konsequenzen ziehen. Aber ich finde die derzeitige Spardiskussion schwierig, denn die Bonner Kulturinstitute sind momentan ausnehmend erfolgreich und bei den Bonner Bürgern sehr beliebt. Die stetig anwachsenden Auslastungen sprechen doch eine Sprache für sich. Deshalb empfinde ich diese Kulturspardebatte als wirklich demotivierend für uns Kulturschaffende.
KlassikInfo: Welche Argumente werden vorgebracht?
Blunier: Sie glauben ja gar nicht, was da alles diskutiert wurde. Es gibt die Oper und die Beethovenhalle, aber es spielt ein und dasselbe Orchester. So gab es bei der Bürgerbefragung zu den Spardebatten dummdreiste Vorschläge, man solle doch eins der beiden Orchester streichen. Erschütternd! Dann taucht immer wieder gerne die Frage auf, wieso denn das BOB so viele Planstellen bräuchte, wenn in gewissen Opernvorstellungen doch nur 50 Musiker mitwirken würden. Dass parallel dazu immer zahlreiche Proben stattfinden, dass es Tarife gibt, und dass eine Fußballmannschaft auch nicht mit nur 11 "Männecken" existieren kann, wird gerne ignoriert. Dass das Orchester schon mehr als genug und zum Teil bis über die Grenze der Zumutbarkeit hinaus ausgelastet ist, das können wir anhand der Dienstpläne und Zahlen dokumentieren.
KlassikInfo: Nach der "Irrelohe"-Premiere ist das Ensemble nach vorne an die Rampe getreten und hat für eine Unterschriftenaktion geworben...
Blunier: Da wurde meiner Meinung nach allerdings etwas zu früh Wind aufgewirbelt. Da sickerten gerade diverse Varianten von Sparvorhaben durch und ich habe immer gesagt, dass ich mich da nicht verfrüht hineinziehen lassen möchte. Ich protestiere dann, wenn ich genau weiß, wogegen protestiert wird. Es geisterten da vier oder fünf Sparvarianten durch die Lüfte, die zum Teil komplett diametral andere Zahlen hatten. Und nach der Premiere hat man im Generellen profilaktisch revoltiert. Aber positiverweise hat es der Oper auch zu neuer Aufmerksamkeit verholfen. Die Besucherzahlen sind aufwärts gegangen, das Publikum ist wach gerüttelt worden. Und man hat auch wieder zum richtigen Zeitpunkt die Proteste ruhen lassen. Man muss nur wie in einem Krieg fürs Finale gut vorbereitet sein...
KlassikInfo: Das klingt bedrohlich. Aber die Sparvorhaben gegenüber dem Orchester und der Oper sind jetzt aber erst einmal vom Tisch?
Blunier: Nein, nein, in der Oper gar nicht - da wird nach wie vor dran gegraben. Und ich vermute, da wird auch noch ein Hammer kommen. Aber dann muss man sich dazu konkret verhalten.
KlassikInfo: Da fällt es sicherlich nicht leicht, die hehren Ziele der Kunst zu verfolgen, bis 2013 haben Sie ja noch einiges vor?
Blunier: Die Qualität weiter zu steigern, und das Publikum bei Laune zu halten, auch mit Novitäten. Das hat sich ja rumgesprochen, dass auch Ungewohntes Hand und Fuß haben kann. Und die ganze Stadt musikalisch lebendig erscheinen zu lassen. Die Leute für unsere Ideen zu begeistern und mitzuziehen ist mein erklärtes Ziel.
KlassikInfo: Die Sache mit dem Merchandising von Fanartikeln des Orchesters hat aber nun doch geklappt. War das Ihre Idee?
Blunier: Das war meine Idee. Ich glaube tatsächlich daran, dass durch so genannte Fanartikel die Identifikation eines Orchesters in der Stadt auch damit gesteigert werden kann.
KlassikInfo: Was ist denn auf der Fan-Tasse zu sehen?
Blunier: Irgendetwas mit Beethoven natürlich, man hat sie mir noch vorenthalten!
KlassikInfo: Bobby-Klassik ist ein unter ihnen gewachsenes pädagogisches Heranführungsprogramm an die klassische Musik für Kinder und Jugendliche. Wie muss man sich so eine Veranstaltung vorstellen?
Blunier: Wir haben einen hauptamtlichen Konzertpädagogen. Thomas Honickel ist ein ausgewiesener Experte auf diesem Gebiet. Da wird auf spielerische, aber dennoch anspruchsvolle Art der Jugend Verschiedenstes angeboten. Je nach Alter stuft er das sehr genau ab zwischen ganz klein, mittelklein bis hin zu den Älteren. Und je nach dem wählt er Themen, gestaltet den Umfang und lotet die Schwierigkeit des Stoffs aus. Daraus hat er eigene Konzertformate entwickelt, mit viel Illustration, mit Farben, mit Texten, mit Gästen und Solisten. Es ist eine gezielte Heranführung von Jugendlichen und Jüngeren, um die Zuschauer von Morgen zu bilden.
KlassikInfo: Von "Geistern und Gespenstern" heißt ein Familienkonzert oder es gibt die Serie "Florestan spezial", in der Professor Florestan oder Maestro Eusebius musikalische Bühnenwunder wie Regen, Donner und Sturm untersuchen...
Blunier: Es sind bis zu zwölf verschiedene Programme. Es ist nicht nur eine Alibi-Übung wie anderswo, sondern es ist ein eigenständiger Zweig mit einem eigenen Budget und einer eigenen PR.
KlassikInfo: Das Kehrauskonzert ist auch eine Bonner Spezialität...
Blunier: Das hat mit der Oper zu tun. Der Mensch steht ja auf Gala, nicht die Zeitschrift, obwohl das vielleicht auch? In diesem Konzert zum Ende der Saison zeigen wir noch einmal alles, was in der Opern-Saison an Höhepunkten da gewesen ist, im Kurzverfahren. Wir bieten auch einige "Amuses gueules" für die nächste Spielzeit an. Es ist eine Art Showdown. Jeder Sänger singt etwas. Möglichst viele Dirigenten sind beteiligt. Und zum Schluss kommt "O Sole mio" mit allen gesungen.
KlassikInfo: Und das nehmen die Bonner Bildungsbürger an?
Blunier: Das ist wahnsinnig begehrt. Da kommt vielleicht nicht der Oberstudienrat. Da kommt eher, und das ist gar nicht abwertend gemeint, die Fleischereifrau, die schon lange dem Herrn soundso die Schnitzel verkauft und weiß, er singt heute Abend gleich zwei schöne Arien. Und natürlich die ganzen Opernfreunde, Liebhaber von Singstimmen, die wissen, dass sie an dem Abend alle 17 Sänger des Ensembles geboten bekommen und nicht nur die Fünf, die in einer Oper singen... Der Opernchor ist natürlich auch dabei. Das Ganze mit einer Moderation garniert - es ist wie eine Abschiedsparty. Das Beethovenorchester macht etwas Vergleichbares mit dem Orchesterfest, in der Oper gibt es halt das Kehrauskonzert. Das ist wie ein Neujahrskonzert im Sommer.
KlassikInfo: Wird das Beethovenorchester eigentlich dieses Jahr auf dem Beethovenfest präsenter sein als im vergangen Jahr?
Blunier: Nein, und das wird auch im nächsten Jahr nicht anders sein. Mit der Intendantin Ilona Schmiel habe ich einen sehr guten Kontakt und auch regen Austausch. Obwohl wir unsere Frequenz dort gerne dort erhöhen würden, sind beide Parteien bis 2012 komplett durchgeplant, da kann man nicht plötzlich so etwas aus dem Hut zaubern. Für den Zeitraum danach, werden aber intensivere Modelle angedacht.
KlassikInfo: Ein letztes leidiges Bonner Thema: das Beethovenfestspielhaus, das gerade auf Eis gelegt worden ist und das Sie eigentlich favorisieren. Ist die Akustik der alten Beethovenhalle so schlecht?
Blunier: Wenn ich auf dem Podium stehe, dann ist das erwiesenermaßen akustisch der beste Platz in der Halle. Also ich habe meine Freude daran, da zu stehen. Aber ich kenne das auch als Zuhörer, wenn ich auf ungünstigen Plätzen sitze, dass es da eklatante akustische Phänomene geben kann, dass man die Bässe z.B. nicht hört oder die Geigen kaum. Ich kann verstehen, dass es in Zeiten von finanziellen Engpässen und solchen Millionengräbern wie dem WCCB dem Bürger schwer zu vermitteln ist, dass etwas Neues gebaut werden muss. Ich halte aber die Entwürfe für so genial und den Finanzierungswillen der Daxe so seriös, dass man das unbedingt hätte umsetzen müssen. Das ist als Vision für eine Stadt schon extrem notwendig. Was mich seinerzeit geärgert hat, war dieser Dilettantismus, der von statten ging. Die Hausaufgaben in der Vorbauphase wurden nicht gemacht, wichtige Sachen nicht bedacht. Es war zum Beispiel nicht klar, wo wir in der Zeit des Baus spielen würden, und insofern war ich sehr zweigeteilt. Wir hätten keine Bleibe gehabt. Und wenn man solche Bauvorhaben kennt, muss man eher mit Verzögerung rechnen. Da hätten wir mit dramatischen Einbußen rechnen müssen. Mir wäre am liebsten gewesen, dass die Beethovenhalle stehen bleibt und man irgendwo anders einen neuen schönen Saal in Bonn baut. Es gab nach eingehenden Prüfungen - man glaubt es kaum - in unserer Stadt keinen alternativen Raum für die Umbauphase.
KlassikInfo: Aber die Vision lebt noch?
Blunier: Ich denke schon. Eigentlich sollte ich nach einem Dreiviertel meiner Tätigkeit hier schon nicht mehr in der Beethovenhalle sein. Und jetzt komme ich in meine vierte Saison und bin es immer noch. Meine längerfristige Planung wurde dadurch regelrecht torpediert. Ich halte aber immer noch und unvermindert an der Notwendigkeit dieses Jahrhundertbaus fest!
Sabine Weber