Meldungen

Musikalische Grundschulen verbessern seit zehn Jahren Bildungschancen von Kindern

Musik in allen Fächern und zu jeder Gelegenheit: Das verbessert die Unterrichtsqualität, stärkt die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und erzeugt ein besseres Schulklima. Das ist das Ergebnis des Projekts "Musikalische Grundschule", das 2005 ins Leben gerufen wurde und seitdem rund...

Seehofer stellt 250 Millionen für neuen Münchner Konzertsaal in Aussicht

Bei einer Sitzung der CSU-Landtagsfraktion hat sich der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer erneut für den Bau eines neuen Münchner Konzertsaals ausgesprochen und die Summe von 250 Millionen dafür in Aussicht gestellt. Das meldet die SZ. Die Zusage sei sogar mit einer Ausweitung der...

Cambreling bleibt bis 2018 GMD der Staatsoper Stuttgart

Im Anschluss an das 6. Sinfoniekonzert des Staatsorchesters Stuttgart am Montag, 18. Mai 2015, in der Liederhalle teilte Sylvain Cambreling den Musikern mit, dass er seinen Vertrag als Generalmusikdirektor der Oper Stuttgart bis 2018 verlängert habe. „Ich freue...

Das größte Kammermusikfestival der Welt im kanadischen Ottawa auf neuen Wegen

Das größte Kammermusikfestival der Welt findet in der kanadischen Hauptstadt Ottawa statt. Die Vertreter des Festivals und Ottawas sind jedenfalls überzeugt davon, dass das alljährliche „Ottawa International Chamber Music Festival“ mit seinen über einhundert Konzerten in der letzten Juli- und...

70 Jahre Bamberger Symphoniker, 16 Jahre Chefdirigent Jonathan Nott - die Saison 2015/2016

Die Konzertsaison 2015/2016 der Bamberger Symphoniker, die Intendant Marcus Rudolf Axt und Chefdirigent Jonathan Nott jetzt vorstellten, steht im Zeichen eines besonderen Jubiläums: Im März 2016 begeht das Orchester seinen 70. Geburtstag. Außerdem ist die kommende Saison die letzte Spielzeit der...

Wahl des neuen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker kann bis zu 12 Monate dauern

Nach der ergebnislosen Wahl eines neuen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker gestern werden die Musiker die Wahl fortsetzen, wie es in einer Presseerklärung des Orchesters heißt.
Orchestervorstand Peter Riegelbauer: „Nach einer Orchesterversammlung, die 11 Stunden gedauert hat, sind wir...

Die Wahl des neuen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker blieb ohne Ergebnis

"Die Wahl des neuen @BerlinPhil-Chefdirigenten ist ohne Ergebnis geblieben." Das twitterten die Berliner Philharmoniker gegen 21.30 Uhr, also beinahe 12 Stunden nach dem Beginn des Abstimmungsprozesses für einen neuen Chefdirigenten. Die Pressestelle schickte eine entsprechende Meldung...

Mariss Jansons verlängert beim Symphonieorchestester des BR bis 2021 - Entscheidung gegen Berlin?

Mariss Jansons bleibt bis 2021 Chefdirigent von Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Darauf hätten sich der Dirigent und der Intendant des Bayerischen Rundfunks, Ulrich Wilhelm, verständigt, gab der BR heute bekannt. Vorausgegangen war ein orchesterinterner...

Christine Schäfer verlängert ihr Sabbatical

Die Sopranistin Christine Schäfer wird ihre im Spätsommer 2014 begonnene Auszeit von Bühnenauftritten fortsetzen. Wie die Händel-Festspiele in Halle mitteilen, hat die Sängerin ihren für den 11. Juni geplanten Auftritt abgesagt. Sie habe ihr Sabbatical auf „unbestimmte Zeit“ verlängert und alle...

BR-Klassik und Radio Fritz erhalten erstmals vergebenen Radiokulturpreis der GEMA

BR-Klassik und Radio Fritz erhalten den Radiokulturpreis der GEMA. Die erstmals vergebene Auszeichnung würdigt Hörfunkwellen, die sich in besonderer Weise der Förderung der Musikkultur verschrieben haben und maßgeblich dazu beitragen, eine lebendige Musikkultur in Deutschland zu ermöglichen. Die...

"Erheblicher Schaden" für das Musikleben Münchens

In ungeschminkter Deutlichkeit hat eine Arbeitsgruppe des Landes Bayern und der Stadt München die negativen Konsequenzen eines möglichen Gasteig-Umbaus und einer darauffolgenden Doppelnutzung des Saals und des Herkulessaals durch die Münchner Philharmoniker, das Symphonieorchesters des BR sowie...

Flimm und Barenboim stellen Programm der kommenden Saison der Berliner Staatsoper vor – 2017 soll die Lindenoper wieder bespielt werden

(Berlin, 27. April 2015) Auf der heutigen Pressekonferenz der Berliner Staatsoper stellten Intendant Jürgen Flimm und Generalmusikdirektor Daniel Barenboim das Programm der Spielzeit 2015/2016 vor, der sechsten Saison der Staatsoper im Schiller Theater. Vorab gab es Dank und Lob an das...

Seehofer will nun doch neuen Konzertsaal für München bauen

Einige Wochen nach dem in der Öffentlichkeit zum Teil heftig kritisierten Vorhaben der bayerischen Landesregierung und der Stadt München, die Gasteig-Philharmonie abzureißen und dort einen verbesserten Saal für die  Münchner Philharmoniker und das BR-Symphonieorchester zu schaffen, gibt es nun...

Leo McFall gewinnt Deutschen Dirigentenpreis

Der aus London stammende Dirigent Leo McFall hat gestern, 24. April 2015, den diesjährigen Deutschen Dirigentenpreis gewonnen. McFall, derzeit 1. Kapellmeister am Theater Meiningen und Assistenzdirigent des Gustav Mahler Jugendorchesters, überzeugte am Pult des Konzerthausorchesters Berlin mit der...

Internationale Mieczysław Weinberg Gesellschaft gründet

Um die Musik von Mieczysław Weinberg zu fördern und seinem Gesamtwerk Aufmerksamkeit zu verschaffen wurde jetzt die Internationale Weinberg Gesellschaft mit Sitz in Augsburg gegründet. Ziel der Einrichtung ist es, Musiker zu ermutigen, Weinberg-Kompositionen aufzuführen und einem breiteren Publikum...

Peter Konwitschny inszeniert Die Eroberung von Mexico anstelle von Luc Bondy

Der Regisseur Luc Bondy wird "aus dispositionellen und persönlichen Gründen" die Regie von Wolfgang Rihms Oper "Die Eroberung von Mexico" bei den kommenden Salzburger Festspielen nicht übernehmen. Mit ihm ist auch sein Team (Johannes Schütz, Bühnenbild und Moidele Bickel,...

Elisabeth Kulman nimmt Abschied von der Opernbühne

Auch wenn die Mezzosopranistin Elisabeth Kulman als Bühnensängerin überaus erfolgreich und begehrt ist und mit hohem schauspielerischen Talent begabt, möchte sie in Zukunft keine Opern mehr szenisch singen. Das gab die Österreicherin jetzt bekannt und bat ihre Agentur, ihre Verpflichtungen für...

Architekt Frank Gehry entwirft Bühnenbild für Berliner Staatsoper

Die Berliner Staatsoper und die Staatskapelle Berlin feiern im nächsten Jahr das 20-jährige Bestehen der von Daniel Barenboim gegründeten Festtage . Eine Neuinszenierung von Christoph Willibald Glucks Orfeo ed Euridice wird am 18. März die große Premiere sein – mit Daniel Barenboim (Musikalische...

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Samson im Muskelkostüm

Einstürzende Altbauten Foto: Lelli Masotti / Oper Rom

Charles Dutoit dirigiert „Samson et Dalila“ von Camille Saint-Saëns am Teatro dell’Opera di Roma. Carlus Padrissa von La Fura dels Baus inszeniert

(Rom, im April 2013) „Samson et Dalila“ von Camille Saint-Saëns ist eine Oper, die man leider nicht oft zu hören bekommt. Vor allem nicht in Italien, wo die französische Oper ein sehr stiefmütterliches Dasein fristet. Ob es sich um französische Opern des 18. oder des 19. Jahrhunderts handelt spielt dabei keine Rolle. Wenn französisch gesungen wird, bleiben viele italienische Opernfreunde daheim.

Es gehört also schon Mut dazu, an einem grossen Opernhaus wie in Rom eine der wichtigsten und sicherlich auch schwierigsten französischen Opern des 19. Jahrhunderts auf die Bühne zu bringen. Ein Werk, das auch, und das macht den ganzen musikalischen Reiz von „Samson et Dalila“ aus, von der leidenschaftlichen Auseinandersetzug für oder gegen die Musik Richard Wagners lebt.
Saint-Saëns war als Wagnerianer verschrien, als sogenannter „Wagnérien impéniten“, doch damit tut man dem Franzosen mehr als Unrecht. Sicherlich nähert sich seine Musik Wagner mehr als die von Bizet. Auch wenn Saint-Saëns leitmotivische Elemente verarbeitet und dem Orchester eine verstärkte Präsenz als in anderen zeitgenössischen französischen Opern einräumt, war er nie ein erklärter Anhänger Wagners.

Saint-Saëns suchte sich musikalisch einen eigenen Weg zwischen Wagner und der typisch französischen Musik seiner Zeit, und deshalb ist sein Hauptwerk musikalisch hoch interessant. Die Oper hatte übrigens nicht in Frankreich ihre Uraufführung, sondern, dank der Vermittlung von Franz Liszt, 1877 in Weimar. Der Komponist wurde stürmisch gefeiert.
Die Neuproduktion an der römischen Staatsoper war ein Risiko. Schon wegen des Orchesters. In der Regel tun sich italienische Orchester schwer mit französischer Musik. Den meisten italienischen Dirigenten gelingt es nicht, das nur scheinbar leichte der französischen Musik, ihr tonales Fließen adäquat umzusetzen.
Deshalb engagierte man Charles Dutoit. Obwohl kein junger Mann mehr, war seine Interpretation der Partitur meisterhaft. Ein großes Lob auch dem Orchester der römischen Staatsoper.

Die Besetzung war gut, mehr aber auch nicht. Aleksandrs Antonenko sang den Samson. Eine Stimme, die für einen Kraftprotz, der Tempel zum Einstürzen bringt, zu klein und zu unsicher war. Da nützte auch das Kostüm nichts: Carlus Padrissa von der spanischen Theatergruppe La Fura dels Baus hatte den Sänger in ein Muskelkostüm gesteckt, das an den Zeichentrickhelden Hulk erinnerte.
Olga Borodina interpretierte die Dalila. Sicherlich war die Borodina einmal ein wirklich guter dramatischer Mezzosopran. Die Rolle der Dalila sang sie weltweit, doch scheint ihre Stimme in vielen Momenten ein wenig wacklig geworden zu sein. Auch der ansonsten ausgezeichnete Chor der Staatsoper enttäuschte ein wenig: dass er französisch sang war nur zu erraten.

Interessant hingegen die Regie von Carlus Padrissa. Um Geld zu sparen, nutzte er Videoprojektionen. Das funktionierte ausgezeichnet. Kurios die Szene mit dem Siegesfest. Der Regisseur stellte sadomasochistische Folterszenen dar, die anscheinend an Pier Paolo Pasolinis Film „120 Tage von Salò“ erinnern sollten. Während in Pasolinis Film die Gefolterten nackt sind, sind sie in der Inszenierung Padrissas in hautfarbene und eng am Körper anliegende Gummianzüge gekleidet. Das wirkte doch recht albern, aber in Rom muß man immer noch und immer wieder auf das eher konservative Publikum Rücksicht nehmen, das bei einem nackten Körper auf der Bühne in der Regel mit einem erstaunten „Oh!“ reagiert.

Thomas Migge