Meldungen

KlassikInfo löscht Facebook-Konto aus Datenschutzgründen

Aufgrund der geänderten Nutzungsbedingungen des sozialen Netzwerks Facebook, das dem Konzern das Abgreifen von Nutzerdaten in einer für uns nicht mehr akzeptablen Weise erlaubt, löscht KlassikInfo seinen Account auf Facebook. Er ist ab sofort nicht mehr zugänglich.

Dirigent Israel Yinon stirbt während eines Konzerts

Der aus Israel stammende Dirigent Israel Yinon ist am gestern (29.1.2015) während eines Konzerts in Luzern zusammengebrochen und gestorben.  
Der 59-Jährige dirigierte im Kultur- und Kongresszentrums Luzern die "Alpensinfonie" von Richard Strauss mit dem Orchester der Jungen...

Domingo gibt Rollendebüt als Macbeth in Berlin und dirigiert ein Sonderkonzert

Der Ausnahmekünstler Plácido Domingo gibt im Februar an der Berliner Staats­oper nicht nur sein Rollendebüt in der Titelpartie von Giuseppe Verdis Macbeth, sondern er tritt auch in einem Sonder­konzert als Dirigent mit der Staatskapelle Berlin auf. Neben Plácido Domingo singen in der...

Christoph Eschenbach erhält Siemens Musikpreis

Der Pianist und Dirigent Christoph Eschenbach erhält den diesjährigen Ernst von Siemens Musikpreis. Die Auszeichnung für ein Leben im Dienste der Musik ist mit 250.000 Euro dotiert. Der Preis wird Christoph Eschenbach am 31. Mai 2015 im Münchner Herkulessaal durch den Präsidenten der Bayerischen...

Jonathan Nott übernimmt Orchestre de la Suisse Romande

Zur Saison 2016/2017 wird Jonathan Nott Chefdirigent und Musikdirektor des Orchestre de la Suisse Romande in Genf. Nott, dessen Vertrag als Chefdirigent der Bamberger Symphoniker im Sommer 2016 endet, wurde mit überwältigender Mehrheit zum Nachfolger von Neeme Järvi gewählt. „Es erfüllt mich mit...

Livermore ersetzt suspendierte Intendantin von Valencia Schmidt

Der italienische Opernregisseur Davide Livermore leitet ab sofort das Opernhaus Valencia, nachdem die bisherige Intendantin Helga Schmidt wegen des Verdachts auf Veruntreung von Geldern in der vergangenen Woche festgenommen und von ihrem Dienst suspendiert worden war (KlassikInfo berichtete). Die...

KlassikInfo-Workshop „Schule des Hörens“

KlassikInfo bietet am 8. März 2015 von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr einen Tages-Workshop zum Thema „Schule des Hörens“ an. Das Gehör der Teilnehmer soll sensibilisiert werden, um unterschiedliche Interpretationen von Werken klassischer Musik besser wahrnehmen und eigenständig bewerten zu können....

Münchner DANCE-Festival findet 2015 erstmals im Frühjahr statt

Die 14. Ausgabe des Internationalen Festivals für zeitgenössischen Tanz DANCE findet in diesem Jahr erstmals im Frühjahr statt. Vom 7. bis zum 17. Mai bietet es 20 Produktionen von Choreographen aus Japan, China, Frankreich, Belgien, Israel, Kanada, den USA und Deutschland. Der Fokus der von Nina...

Opernintendantin von Valencia Schmidt verhaftet

Die Intendantin des Opernhauses Valencia Helga Schmidt wurde Medienberichten zufolge gestern (20. Januar 2015) von der spanischen Polizei in Valencia verhaftet und von ihrem Dienst suspendiert. Als Grund werden finanzielle Unregelmäßigkeiten und Korruption genannt. Schmidt hatte das architektonisch...

Music for the one God: Drei Weltreligionen in einem Konzert

„Music for the one God“ ist der Titel des Konzertes am Sonntag, 18. Januar 2015 um 20.00 Uhr in der Philharmonie im Münchner Gasteig. Sakrale Musik des Judentums, des Christentums und des Islam erklingt unter der Gesamtleitung von Mehmet C. Yeşilçay eine Collage, in der ein sephardisches Gebet, ein...

Chor des BR erhält Bayerischen Staatspreis für Musik

Der Chor des Bayerischen Rundfunks wird mit dem Bayerischen Staatspreis für Musik 2015 in der Kategorie „Professionelles Musizieren“ geehrt. Der Bayerische Staatspreis für Musik würdigt Einzelpersönlichkeiten oder Musikensembles, die sich durch herausragende musikalische Leistungen oder innovative...

Seehofer: Wir bauen den Konzertsaal

Nun hat sich der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer doch wieder für einen neuen Konzertsaal in München ausgesprochen. Beim Neujahrsgespräch im Münchner Presseclub hat sich Seehofer bekenntnishaft zu Gunsten des Projekts geäußert.  „Wir bauen den Konzertsaal, weil ich der festen...

Nouvel bei Eröffnung der Pariser Philharmonie nicht anwesend

Der Architekt der neuen Philharmonie in Paris Jean Nouvel ist bei den in diesen Tagen stattfindenden Eröffnungskonzerten nicht anwesend. Er halte die Eröffnung der Philharmonie für verfrüht, ließ er die Zeitung Le Monde wissen. Es hätten noch akustische Test durchgeführt werden müssen, auch seien...

Neuer Preis für Nachwuchsmusiker im Bereich der zeitgenössischen Musik gestiftet

Im Rahmen der Luzern Festival Akademie fördert der «Fritz-Gerber-Award» ab 2015 jährlich drei junge Musikerinnen und Musiker im Bereich der zeitgenössischen, klassischen Musik. Der neue «Fritz-Gerber-Award» für junge, hochbegabte Musiker und Musikerinnen im Bereich der klassischen, zeitgenössischen...

Neue Philharmonie in Paris wird eröffnet

Heute Abend wird die neue Pariser Philharmonie mit einem Konzert des Orchestre de Paris unter Paavo Järvi eröffnet. Weitere Eröffnungskonzerte u.a. mit Lang Lang und Helene Grimaud schließen sich in den folgenden zwei Tagen an. Das neue Gebäude in der Cité de la musique wurde von Stararchitekt Jean...

Tage Alter Musik Regensburg sollen höhere Förderung erhalten

Die international renommierten Tage Alter Musik in Regensburg, die seit über 30 Jahren alljährlich an Pfingsten stattfinden, sollen zukünftig stärker von der Stadt gefördert werden. Dafür hat sich der Bürgermeister von Regensburg, Joachim Wolberg ausgesprochen und eine Anhebung der Fördersumme in...

Deutscher Bühnenverein: „Je suis Charlie“ - Die Freiheit der Kunst ist unantastbar

In einer Presseerklärung des Deutschen Bühnenvereins solidarisieren sich die Theater und Orchester in Deutschland nach dem Pariser Anschlag auf die Zeitung Charlie Hebdo mit der Bewegung „Je suis Charlie“. Wörtlich heißt es: "Die Theater und Orchester in Deutschland verurteilen aufs Schärfste...

Thomas Larcher erhält Elise L. Stoeger Preis

Der österreichische Komponist Thomas Larcher erhält den Elise L. Stoeger Preis der Chamber Music Society des Lincoln Center New York 2014-2015. Der Stoeger Preis ist mit 25.000 US-Dollar der höchstdotierte Preis im Bereich der Kammermusik und wird alle zwei Jahre als Würdigung bedeutender...

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Samson im Muskelkostüm

Einstürzende Altbauten Foto: Lelli Masotti / Oper Rom

Charles Dutoit dirigiert „Samson et Dalila“ von Camille Saint-Saëns am Teatro dell’Opera di Roma. Carlus Padrissa von La Fura dels Baus inszeniert

(Rom, im April 2013) „Samson et Dalila“ von Camille Saint-Saëns ist eine Oper, die man leider nicht oft zu hören bekommt. Vor allem nicht in Italien, wo die französische Oper ein sehr stiefmütterliches Dasein fristet. Ob es sich um französische Opern des 18. oder des 19. Jahrhunderts handelt spielt dabei keine Rolle. Wenn französisch gesungen wird, bleiben viele italienische Opernfreunde daheim.

Es gehört also schon Mut dazu, an einem grossen Opernhaus wie in Rom eine der wichtigsten und sicherlich auch schwierigsten französischen Opern des 19. Jahrhunderts auf die Bühne zu bringen. Ein Werk, das auch, und das macht den ganzen musikalischen Reiz von „Samson et Dalila“ aus, von der leidenschaftlichen Auseinandersetzug für oder gegen die Musik Richard Wagners lebt.
Saint-Saëns war als Wagnerianer verschrien, als sogenannter „Wagnérien impéniten“, doch damit tut man dem Franzosen mehr als Unrecht. Sicherlich nähert sich seine Musik Wagner mehr als die von Bizet. Auch wenn Saint-Saëns leitmotivische Elemente verarbeitet und dem Orchester eine verstärkte Präsenz als in anderen zeitgenössischen französischen Opern einräumt, war er nie ein erklärter Anhänger Wagners.

Saint-Saëns suchte sich musikalisch einen eigenen Weg zwischen Wagner und der typisch französischen Musik seiner Zeit, und deshalb ist sein Hauptwerk musikalisch hoch interessant. Die Oper hatte übrigens nicht in Frankreich ihre Uraufführung, sondern, dank der Vermittlung von Franz Liszt, 1877 in Weimar. Der Komponist wurde stürmisch gefeiert.
Die Neuproduktion an der römischen Staatsoper war ein Risiko. Schon wegen des Orchesters. In der Regel tun sich italienische Orchester schwer mit französischer Musik. Den meisten italienischen Dirigenten gelingt es nicht, das nur scheinbar leichte der französischen Musik, ihr tonales Fließen adäquat umzusetzen.
Deshalb engagierte man Charles Dutoit. Obwohl kein junger Mann mehr, war seine Interpretation der Partitur meisterhaft. Ein großes Lob auch dem Orchester der römischen Staatsoper.

Die Besetzung war gut, mehr aber auch nicht. Aleksandrs Antonenko sang den Samson. Eine Stimme, die für einen Kraftprotz, der Tempel zum Einstürzen bringt, zu klein und zu unsicher war. Da nützte auch das Kostüm nichts: Carlus Padrissa von der spanischen Theatergruppe La Fura dels Baus hatte den Sänger in ein Muskelkostüm gesteckt, das an den Zeichentrickhelden Hulk erinnerte.
Olga Borodina interpretierte die Dalila. Sicherlich war die Borodina einmal ein wirklich guter dramatischer Mezzosopran. Die Rolle der Dalila sang sie weltweit, doch scheint ihre Stimme in vielen Momenten ein wenig wacklig geworden zu sein. Auch der ansonsten ausgezeichnete Chor der Staatsoper enttäuschte ein wenig: dass er französisch sang war nur zu erraten.

Interessant hingegen die Regie von Carlus Padrissa. Um Geld zu sparen, nutzte er Videoprojektionen. Das funktionierte ausgezeichnet. Kurios die Szene mit dem Siegesfest. Der Regisseur stellte sadomasochistische Folterszenen dar, die anscheinend an Pier Paolo Pasolinis Film „120 Tage von Salò“ erinnern sollten. Während in Pasolinis Film die Gefolterten nackt sind, sind sie in der Inszenierung Padrissas in hautfarbene und eng am Körper anliegende Gummianzüge gekleidet. Das wirkte doch recht albern, aber in Rom muß man immer noch und immer wieder auf das eher konservative Publikum Rücksicht nehmen, das bei einem nackten Körper auf der Bühne in der Regel mit einem erstaunten „Oh!“ reagiert.

Thomas Migge
 



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