Meldungen

NDR Sinfonieorchester heißt künftig NDR Elbphilharmonie Orchester

Für das NDR Sinfonieorchester beginnt im Januar 2017 eine neue Ära. Es zieht als Residenzorchester in die Elbphilharmonie ein – und ändert aus diesem Anlass seinen Namen: NDR Elbphilharmonie Orchester wird das Ensemble mit Vorstellung der kommenden Spielzeit am 15. April 2016 heißen.

Viktor Schoner soll Opernintendant in Stuttgart werden

Der künstlerische Betriebsdirektor der Bayerischen Staatsoper, Viktor Schoner, wird voraussichtlich neuer Intendant der Stuttgarter Staatsoper. Das jedenfalls ist der Wunsch der Findungskomission, die über die Nachfolge des derzeitigen Intendanten Jossi Wieler beraten hat. Der 41-jährige gebürtige...

Georges Aperghis erhält höchstdotierten Preis im Bereich der zeitgenössischen Musik

Der griechische Komponist Georges Aperghis ist mit dem BBVA Foundation Frontiers of Knowledge Award ausgezeichnet worden. Der mit jeweils 400.000 € dotierte Preis wird von der spanischen BBVA-Stiftung in acht Kategorien verliehen, darunter Biomedizin, Klimawandel, Management und zeitgenössische...

Eröffnung der Opéra des Nations in Genf mit Händels Alcina

Zur Eröffnung der Opéra des Nations, die dem Grand Théâtre de Genève während der zweieinhalbjährigen Renovierungsarbeiten im angestammten Haus an der Place de Neuve als  Ausweichspielstätte dient, präsentiert das Genfer Opernhaus am 15. Februar eine Neuproduktion von Georg Friedrich Händels...

Polar-Musikpreis 2016 für Cecilia Bartoli

Die Mezzosopranistin Cecilia Bartoli erhält in diesem Jahr den schwedischen Polar-Musikpreis. Die Jury würdigt damit den Einsatz der Sängerin für unbekannte Musik aus dem 17. bis 19. Jahrhundert. Der Polar Music Prize ist vom früheren Abba-Manager Stig Anderson ins Leben gegründet worden, er ist...

Die 29-jährige Mirga Gražinytė-Tyla wird Chefdirigentin des City of Birmingham Symphony Orchestra

Die litauische Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla wird im September das City of Birmingham Symphony Orchestra (CBSO) für einen Zeitraum von zunächst drei Jahren als 12. als Music Director leiten und damit die die Nachfolge von Andris Nelsons an, der das Orchester von 2008 bis 2015...

Gedenkkonzert für Pierre Boulez beim Lucerne Festival

In Erinnerung an Pierre Boulez, der am 5. Januar verstorben ist, veranstaltet das Lucerne  Festival am 20. März um 14.00 Uhr ein Gedenkkonzert. Das Konzert findet im Rahmen des Oster-Festivals statt (12. bis 20. März), das Programm gestaltet ein Alumni-Orchester der Lucerne Festival Academy:...

Zahl der deutschen Orchester sinkt

Die Zahl von derzeit 131 deutschen Kulturorchestern wird im Jahr 2016 weiter sinken. So lautet die pessimistische Prognose der Deutschen Orchestervereinigung (DOV) . Bei der ersten gesamtdeutschen Erfassung 1992 wurden noch 168 öffentlich finanzierte, regelmäßig spielende Berufsorchester gezählt....

Per Nørgård erhält Siemens Musikpreis 2016

Der dänische Komponist Per Nørgård wird mit dem Ernst von Siemens Musikpreis 2016 ausgezeichnet. Das gab die Stiftung heute bekannt. Nørgård, der in seiner Heimatstadt Kopenhagen und bei Nadja Boulanger in Paris Komposition studierte, gilt als der bedeutendste dänische zeitgenössische Komponist. Zu...

Jaap van Zweden wird neuer Chefdirigent der New Yorker Philharmoniker

Wie die New Yorker Philharmoniker melden, wird der Holländer Jaap van Zweden neuer Chefdirigent des Orchesters. Er wird sein Amt zur Saison 2018 antreten und damit Alan Gilbert nachfolgen, der nach fast zehn Jahren an der Spitze des Ensembles seinen Rückzug zum Ende der Saison 2016-17 angekündigt...

Verfälschtes Gutachten für Münchner Konzertsaal brachte Marstall zu Unrecht in Verruf

Das vom Bayerischen Kultusministerium 2010 bei dem japanischen Akustiker Yasuhisa Toyota in Auftrag gegebene Gutachten für den Marstallplatz als möglichen Standort für einen neuen Münchner Konzertsaal war vom damaligen Kunstminister Wolfgang Heubisch falsch widergegeben worden. In der Folge wurde...

Thomas Oberender bleibt Intendant der Berliner Festspiele bis 2021

Der Intendant der Berliner Festspiele Thomas Oberender hat seinen Vertrag um weitere fünf Jahre bis zum 31. Dezember 2021 verlängert.
Der Autor und Dramaturg Oberender ist seit 2012 Intendant der Berliner Festspiele. Zuvor war er von 2006 bis 2011 Schauspieldirektor bei den Salzburger...

Frank Peter Zimmermann erhält Stradivari von chinesisch-deutschem Unternehmer

Die renommierte „Général Dupont, Grumiaux“ Stradivari (1727) wird an Frank Peter Zimmermann verliehen. Der Geiger spielt mit dem Instrument erstmals öffentlich die deutsche Erstaufführung des 2. Violinkonzerts von Magnus Lindberg, das für ihn geschrieben wurde, am 21./22./23. Januar 2016 mit den...

Artemis Quartett ist wieder komplett

Nach einem halben Jahr der Trauer um Friedemann Weigle, in dem der Entschluss reifte, das Ensemble fortzuführen, gibt das Artemis Quartett sein neues Mitglied bekannt: Die amerikanische Geigerin Anthea Kreston wird ab sofort die Position der 2. Geige übernehmen. Gregor Sigl schließt in einer...

Ausstellung 150 Jahre Münchner Gärtnerplatztheater

Anlässlich des 150. Geburtstages zeigt das Deutsche Theatermuseum München vom 16. Januar – 10. April 2016 eine Ausstellung, kuratiert von Stefan Frey. "Dem Volk zur Lust und zum Gedeihen" lautete 1865 der Zimmermannspruch zum Richtfest des Münchner Gärtnerplatztheaters. Und dem Volk blieb...

In einem Jahr eröffnet die Elbphilharmonie - mit zum Teil kostenlosen Karten

Am 11. und 12. Januar 2017 wird das NDR Sinfonieorchester unter der Leitung von Thomas Hengelbrock das Eröffnungskonzert im Großen Saal der Elbphilharmonie geben. Sowohl für den Bau selbst als auch für die Planungen des Konzertbetriebs sind nun die letzten Phasen angebrochen. Für das...

Spaenle: Musik ist ein Kulturgut von unschätzbarem Wert

Bayerns Bildungsminister Ludwig Spaenle und sein Vorgänger im Amt, der Präsident des Bayerischen Musikrats Thomas Goppel, haben heute in München eine Vereinbarung zur vertieften Zusammenarbeit von Bildungsministerium und Musikrat unterzeichnet.
Musik sei ein Kulturgut von unschätzbarem Wert,...

Deutscher Operettenpreis für junge Dirigenten geht an Dominic Limburg

Beim Abschlusskonzert des Operettenworkshops, das am vergangenen Samstag in der ausverkauften Musikalischen Komödie Leipzig stattfand, konnte der 1990 geborene Dominic Limburg u.a. mit seiner Interpretation von Johann Strauß‘ berühmten Kaiserwalzer die Jury am meisten überzeugen. Der Preisträger...

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Samson im Muskelkostüm

Einstürzende Altbauten Foto: Lelli Masotti / Oper Rom

Charles Dutoit dirigiert „Samson et Dalila“ von Camille Saint-Saëns am Teatro dell’Opera di Roma. Carlus Padrissa von La Fura dels Baus inszeniert

(Rom, im April 2013) „Samson et Dalila“ von Camille Saint-Saëns ist eine Oper, die man leider nicht oft zu hören bekommt. Vor allem nicht in Italien, wo die französische Oper ein sehr stiefmütterliches Dasein fristet. Ob es sich um französische Opern des 18. oder des 19. Jahrhunderts handelt spielt dabei keine Rolle. Wenn französisch gesungen wird, bleiben viele italienische Opernfreunde daheim.

Es gehört also schon Mut dazu, an einem grossen Opernhaus wie in Rom eine der wichtigsten und sicherlich auch schwierigsten französischen Opern des 19. Jahrhunderts auf die Bühne zu bringen. Ein Werk, das auch, und das macht den ganzen musikalischen Reiz von „Samson et Dalila“ aus, von der leidenschaftlichen Auseinandersetzug für oder gegen die Musik Richard Wagners lebt.
Saint-Saëns war als Wagnerianer verschrien, als sogenannter „Wagnérien impéniten“, doch damit tut man dem Franzosen mehr als Unrecht. Sicherlich nähert sich seine Musik Wagner mehr als die von Bizet. Auch wenn Saint-Saëns leitmotivische Elemente verarbeitet und dem Orchester eine verstärkte Präsenz als in anderen zeitgenössischen französischen Opern einräumt, war er nie ein erklärter Anhänger Wagners.

Saint-Saëns suchte sich musikalisch einen eigenen Weg zwischen Wagner und der typisch französischen Musik seiner Zeit, und deshalb ist sein Hauptwerk musikalisch hoch interessant. Die Oper hatte übrigens nicht in Frankreich ihre Uraufführung, sondern, dank der Vermittlung von Franz Liszt, 1877 in Weimar. Der Komponist wurde stürmisch gefeiert.
Die Neuproduktion an der römischen Staatsoper war ein Risiko. Schon wegen des Orchesters. In der Regel tun sich italienische Orchester schwer mit französischer Musik. Den meisten italienischen Dirigenten gelingt es nicht, das nur scheinbar leichte der französischen Musik, ihr tonales Fließen adäquat umzusetzen.
Deshalb engagierte man Charles Dutoit. Obwohl kein junger Mann mehr, war seine Interpretation der Partitur meisterhaft. Ein großes Lob auch dem Orchester der römischen Staatsoper.

Die Besetzung war gut, mehr aber auch nicht. Aleksandrs Antonenko sang den Samson. Eine Stimme, die für einen Kraftprotz, der Tempel zum Einstürzen bringt, zu klein und zu unsicher war. Da nützte auch das Kostüm nichts: Carlus Padrissa von der spanischen Theatergruppe La Fura dels Baus hatte den Sänger in ein Muskelkostüm gesteckt, das an den Zeichentrickhelden Hulk erinnerte.
Olga Borodina interpretierte die Dalila. Sicherlich war die Borodina einmal ein wirklich guter dramatischer Mezzosopran. Die Rolle der Dalila sang sie weltweit, doch scheint ihre Stimme in vielen Momenten ein wenig wacklig geworden zu sein. Auch der ansonsten ausgezeichnete Chor der Staatsoper enttäuschte ein wenig: dass er französisch sang war nur zu erraten.

Interessant hingegen die Regie von Carlus Padrissa. Um Geld zu sparen, nutzte er Videoprojektionen. Das funktionierte ausgezeichnet. Kurios die Szene mit dem Siegesfest. Der Regisseur stellte sadomasochistische Folterszenen dar, die anscheinend an Pier Paolo Pasolinis Film „120 Tage von Salò“ erinnern sollten. Während in Pasolinis Film die Gefolterten nackt sind, sind sie in der Inszenierung Padrissas in hautfarbene und eng am Körper anliegende Gummianzüge gekleidet. Das wirkte doch recht albern, aber in Rom muß man immer noch und immer wieder auf das eher konservative Publikum Rücksicht nehmen, das bei einem nackten Körper auf der Bühne in der Regel mit einem erstaunten „Oh!“ reagiert.

Thomas Migge