Meldungen

Opernbus der Komischen Oper auf der "Gastarbeiterroute"

Vom 29. Mai bis zum 9. Juni 2016 fährt der Opern-Kleinbus der Komischen Oper Berlin von Berlin aus nach Istanbul und legt über die vier Stationen München, Wien, Belgrad und Sofia eine musikalische Spur entlang der sogenann­ten "Gastar­beiterroute". Dass Musiktheater keine abgehobene...

Claudio Abbado-Kompositionspreis der Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker geht an Vito Žuraj

Preisträger des Claudio-Abbado-Kompositionspreises 2016 ist der 1979 geborene slowenische Komponist Vito Žuraj. Claudio Abbado, von 1989 bis 2002 Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, hatte der Stiftung zur Förderung der Orchester-Akademie im Jahr 2002 das Vermögen seiner...

Musikforschung: Musikkritiker verstehen

Schön oder nicht schön – nach welchen Kriterien beurteilen Kritiker die Leistung eines Künstlers? Die Musikwissenschaftlerin Elena Alessandri nahm sich dieser Frage in ihrer Doktorarbeit an, die sie an der Hochschule Luzern erarbeitete und mit der sie einen PhD am Royal College of Music in London...

Konzerte und Sendungen zum 70-jährigen Bestehen des Chor des Bayerischen Rundfunks

Am 1. Mai 1946 trat der Chor von Radio München, dem Vorläufer des Bayerischen Rundfunks, erstmals vor die Mikrofone. Die aktuelle Spielzeit des BR-Chors steht ganz im Zeichen seines 70-jährigen Bestehens. Vor allem im April und Mai 2016 steht der Chor im Mittelpunkt zahlreicher...

Stellenstreichungen bei den BR-Orchestern?

Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge will der BR noch mehr Stellen abbauen als bisher geplant, um sein Millionendefizit auszugleichen. Dieses sei  vor allem aufgrund der gestiegenen Aufwendungen für Pensionsleistungen entstanden. Freie Stellen sollen nicht mehr besetzt werden, 150...

Jakub Hrůšas erste Saison als Chefdirigent der Bamberger Symphoniker

Die Konzertsaison 2016/2017 der Bamberger Symphoniker, die Intendant Marcus Rudolf Axt und der designierte Chefdirigent Jakub Hrůša heute vorstellten, steht unter dem Motto »Aufbrüche«: Mit dem neuen Chefdirigenten starten die Bamberger Symphoniker im September 2016 in eine neue Ära. Außerdem hat...

Aris Quartett gewinnt Joseph-Joachim-Kammermusik-Wettbewerb

Das Aris Quartett hat den ersten Preis beim 7. Internationalen Joseph Joachim Kammermusikwettbewerb gewonnen. Der Wettbewerb wird an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar durchgeführt und ist mit insgesamt 17.500 Euro dotiert, der erste Preis mit 10.000 Euro. Das Aris Quartett hat sich 2009...

Programm der ersten Spielzeit der Elbphilharmonie vorgestellt

Heute Vormittag wurde im Beisein des Ersten Bürgermeisters der Freien und Hansestadt Hamburg Olaf Scholz sowie des Intendanten des NDR Lutz Marmor im Parkhaus (!) der Elbphilharmonie das Programm der Konzertsaison 2016/17 vorgestellt. Die Präsentation des Programms übernahm Christoph...

Hannes Reich gewinnt Deutschen Chordirigentenpreis

Beim Finalkonzert mit dem RIAS Kammerchor vergab der Deutsche Musikrat am Samstag, 9. April, zum zweiten Mal die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung an einen jungen Dirigenten. Neben dem Preisgeld, gestiftet von der Deutschen Orchestervereinigung (DOV) und der Vereinigung deutscher Opernchöre und...

Wandtafel „Verstummte Stimmen“ im Opernhaus Stuttgart erinnert an Opfer des Nationalsozialismus

Zum Gedenken an 23 während der Zeit des Nationalsozialismus verfemte, verfolgte und ermordete Angehörige der Staatstheater Stuttgart hat Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, gemeinsam mit den Intendanten der Staatstheater Stuttgart am Donnerstag, 7....

Berliner Philharmoniker ernennen Seiji Ozawa zum Ehrenmitglied

Vor der heutigen Generalprobe in der Berliner Philharmonie haben die Berliner Philharmoniker als Ausdruck  ihrer  langjährigen  Verbundenheit  Seiji  Ozawa  in  den  Kreis  der  Ehrenmitglieder  des Orchesters aufgenommen.   Knut ...

Jansons dirigiert Uraufführung eines Requiems von Wolfgang Rihm - die Saison 2016/17 beim Symphonieorchester des BR

Der Chefdirigent des Symphonieorchesters des BR Mariss Jansons wird in der kommenden Saison im Rahmen der musica viva ein großes chorsymphonisches Werk von Wolfgang Rihm mit dem Titel „Ein Requiem“ zur Uraufführung bringen. In den Programmen des Chefdirigenten finden sich außerdem unter anderem...

Bratschist verklagt Londoner Oper

Der Bratschist Chris Goldscheider verklagt die Londoner Oper Covent Garden auf Zahlung von Schadenersatz. Begründung: Das Theater sei dafür verantwortlich, dass 2012 während der Proben zu Wagners „Walküre“ sein Gehör einen irreversiblen Schaden genommen habe. Das berichtet die englische Presse. Die...

Andris Nelsons erhält Glashütte MusikFestspielPreis

Für sein Engagement zur Vermittlung klassischer Musik und die Nachwuchsförderung bekommt Andris Nelsons im Rahmen der Dresdner Musikfestspiele den Glashütte Original MusikFestspielPreis 2016 verliehen. Musikalische Traditionen mit bewegenden Interpretationen in die Zukunft zu führen und sie für...

Gergiev stellt Programm der nächsten Saison bei den Münchner Philharmonikern vor

Die Musiker der Münchner Philharmoniker sind voll des Lobes für ihren neuen Chefdirigenten Valery Gergiev. Die Arbeit am Klang sei beispielhaft, schwärmt etwa Orchestervorstand Stephan Haack bei der Vorstellung des Programms der kommenden Saison heute im Münchner Gasteig. Sie erinnere an die Zeit...

Kleinitz wird Intendantin der Opéra national du Rhin

Die Stuttgarter Operndirektorin Eva Kleinitz übernimmt ab September 2017 die Leitung der Opéra national du Rhin in Strasbourg, Mulhouse und Colmar. Eva Kleinitz studierte  Musikwissenschaft, Entwicklungspsychologie und Italienische Literaturwissenschaft bevor sie für die Bregenzer Festspiele...

Borodin Quartett und Gémaux Quartett beim Streichquartett-Festival Ickinger Frühling

Das internationale Kammermusikfestival Ickinger Frühling 2016 versammelt auch in diesem Jahr wieder vier Kammermusik-Ensembles und Solisten der Spitzenklasse im Ickinger Rilke-Konzertsaal. Das kammermusikalische Highlight der Saison findet am Wochenende vom 16.-17. April statt. Shooting Stars der...

Dallas Symphony Orchestra sagt Europa-Tournee aus Sicherheitsgründen ab

Das Dallas Symphony Orchestra hat seine Europa-Tournee aus Sicherheitsgründen abgesagt. Das teilt die Musikgesellschaft Basel mit. In Basel hätte das Orchester am 14. April auftreten sollen. Das Amadeus Chamber Orchestra des Polnischen Rundfunks wird für das amerikanische Orchester einspringen.

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Samson im Muskelkostüm

Einstürzende Altbauten Foto: Lelli Masotti / Oper Rom

Charles Dutoit dirigiert „Samson et Dalila“ von Camille Saint-Saëns am Teatro dell’Opera di Roma. Carlus Padrissa von La Fura dels Baus inszeniert

(Rom, im April 2013) „Samson et Dalila“ von Camille Saint-Saëns ist eine Oper, die man leider nicht oft zu hören bekommt. Vor allem nicht in Italien, wo die französische Oper ein sehr stiefmütterliches Dasein fristet. Ob es sich um französische Opern des 18. oder des 19. Jahrhunderts handelt spielt dabei keine Rolle. Wenn französisch gesungen wird, bleiben viele italienische Opernfreunde daheim.

Es gehört also schon Mut dazu, an einem grossen Opernhaus wie in Rom eine der wichtigsten und sicherlich auch schwierigsten französischen Opern des 19. Jahrhunderts auf die Bühne zu bringen. Ein Werk, das auch, und das macht den ganzen musikalischen Reiz von „Samson et Dalila“ aus, von der leidenschaftlichen Auseinandersetzug für oder gegen die Musik Richard Wagners lebt.
Saint-Saëns war als Wagnerianer verschrien, als sogenannter „Wagnérien impéniten“, doch damit tut man dem Franzosen mehr als Unrecht. Sicherlich nähert sich seine Musik Wagner mehr als die von Bizet. Auch wenn Saint-Saëns leitmotivische Elemente verarbeitet und dem Orchester eine verstärkte Präsenz als in anderen zeitgenössischen französischen Opern einräumt, war er nie ein erklärter Anhänger Wagners.

Saint-Saëns suchte sich musikalisch einen eigenen Weg zwischen Wagner und der typisch französischen Musik seiner Zeit, und deshalb ist sein Hauptwerk musikalisch hoch interessant. Die Oper hatte übrigens nicht in Frankreich ihre Uraufführung, sondern, dank der Vermittlung von Franz Liszt, 1877 in Weimar. Der Komponist wurde stürmisch gefeiert.
Die Neuproduktion an der römischen Staatsoper war ein Risiko. Schon wegen des Orchesters. In der Regel tun sich italienische Orchester schwer mit französischer Musik. Den meisten italienischen Dirigenten gelingt es nicht, das nur scheinbar leichte der französischen Musik, ihr tonales Fließen adäquat umzusetzen.
Deshalb engagierte man Charles Dutoit. Obwohl kein junger Mann mehr, war seine Interpretation der Partitur meisterhaft. Ein großes Lob auch dem Orchester der römischen Staatsoper.

Die Besetzung war gut, mehr aber auch nicht. Aleksandrs Antonenko sang den Samson. Eine Stimme, die für einen Kraftprotz, der Tempel zum Einstürzen bringt, zu klein und zu unsicher war. Da nützte auch das Kostüm nichts: Carlus Padrissa von der spanischen Theatergruppe La Fura dels Baus hatte den Sänger in ein Muskelkostüm gesteckt, das an den Zeichentrickhelden Hulk erinnerte.
Olga Borodina interpretierte die Dalila. Sicherlich war die Borodina einmal ein wirklich guter dramatischer Mezzosopran. Die Rolle der Dalila sang sie weltweit, doch scheint ihre Stimme in vielen Momenten ein wenig wacklig geworden zu sein. Auch der ansonsten ausgezeichnete Chor der Staatsoper enttäuschte ein wenig: dass er französisch sang war nur zu erraten.

Interessant hingegen die Regie von Carlus Padrissa. Um Geld zu sparen, nutzte er Videoprojektionen. Das funktionierte ausgezeichnet. Kurios die Szene mit dem Siegesfest. Der Regisseur stellte sadomasochistische Folterszenen dar, die anscheinend an Pier Paolo Pasolinis Film „120 Tage von Salò“ erinnern sollten. Während in Pasolinis Film die Gefolterten nackt sind, sind sie in der Inszenierung Padrissas in hautfarbene und eng am Körper anliegende Gummianzüge gekleidet. Das wirkte doch recht albern, aber in Rom muß man immer noch und immer wieder auf das eher konservative Publikum Rücksicht nehmen, das bei einem nackten Körper auf der Bühne in der Regel mit einem erstaunten „Oh!“ reagiert.

Thomas Migge