Meldungen

Bregenzer Festspiele enden mit Besucherrekord

Trotz eines mäßigen Sommers können die Bregenzer Festspiele auf die erfolgreichste Saison ihrer Geschichte zurückblicken. Die "Zauberflöten"-Inszenierung des scheidenden Intendanten David Poutney zählte 406.000 Besucher und überflügelte den bisherigen Rekordhalter "West Side...

Neues Mitglied bei den Berliner Philharmonikern ist erst 18 Jahre alt

18 Jahre jung ist der Neuzugang bei den Berliner Philharmonikern, der Trompeter Florian Pichler. Davor war der Österreicher bereits Solo-Trompeter des ORF Radio-Symphonie Orchesters. Florian Pichlers musikalischer Werdegang wurzelt in der österreichischen Blasmusiktradition. Weil der Vater...

Nikolaus Harnoncourt übernimmt Konzert für Lorin Maazel in Salzburg

Als Ersatz für den kürzlich verstorbenen Lorin Maazel wird Nikolaus Harnoncourt das Konzert am 24. Januar im Rahmen der Mozartwoche 2015 mit den Wiener Philharmonikern im Großen Festspielhaus dirigieren. "Es ist ein Glücksfall, dass Nikolaus Harnoncourt, Träger der Goldenen Mozart Medaille,...

Flötist und Dirigent Frans Brüggen gestorben

Im Alter von 79 Jahren ist der weltweit renommierte niederländische Dirigent und Blockflötist Frans Brüggen in Amsterdam gestorben. Der aus Amsterdam stammende Brüggen gehörte zu den wichtigsten Vertretern der Alte-Musik-Bewegung und setzte sowohl als Dirigent wie als Flötist Mastäbe in der...

Boulez kann nicht zur Lucerne Festival Academy kommen

Von einer kürzlichen Schulteroperation noch zu sehr geschwächt, muss Pierre Boulez, der Künstlerische Leiter der Lucerne Festival Academy, zu seinem grossen Bedauern vorerst auf seine Reise nach Luzern verzichten. Das teilt das Luzern Festival mit. Boulez hoffe, möglicherweise zum Ende des...

Die Ersatz-Spielzeit 2014/15 der Münchner Philharmoniker nach dem Tod von Lorin Maazel

Der 85. Geburtstag von Lorin Maazel im März 2015 war Ausgangspunkt für die Programmplanungen der Münchner Philharmoniker in der Spielzeit 2014/15 gewesen – eine Saison zu Ehren des Chefdirigenten des Orchesters mit Werken, die Maazel besonders am Herzen lagen. Sein Tod vor knapp vier Wochen...

Michael Haefliger verlängert Vertrag beim Luzern Festival

Michael Haefliger, Intendant des Luzern Festivals, verlängert seinen Vertrag bis Ende des Jahres 2020. Haefliger leitet das Festival in dieser Funktion seit 1999 und hat seitdem unter anderem durch die Gründung des Luzern Festival Orchestras mit Claudio Abbado 2003 und der Luzern Festival Academy...

Tenor Carlo Bergonzi gestorben

Der große italienische Tenor Carlo Bergonzi ist am Samstag im Alter von 90 Jahren in Mailand  gestorben. Vor allem als Verdi-Tenor setzte der bei Busseto (Verdis Geburtsort) geborene Sänger Maßstäbe, war an der Mailänder Scala ebenso zu Hause wie an der New Yorker Met. Sein Sängerdebüt hatte...

Oper Rom von Schließung bedroht

Nach Streiks der Gewerkschaften ist die Oper in Rom akut von der Schließung bedroht. Das berichten italienische Zeitungen. In einer Krisensitzung am morgigen Dienstag (29. Juli) soll über die Zukunft des Hauses entschieden werden. Beobachter erwarten von dem Krisentreffen allerdings kaum eine...

Nacht über Richard Wagner?

"Nacht über Richard Wagner?" ist der Text einer Anzeige in der FAZ vom 25. Juli, dem Tag der Eröffnung der Bayreuther Festspiele. Weiße Schrift in einem schwarzen Quadrat, darunter nur eine Mail-Adresse: eva.und.du@googlemail. Was will uns das sagen? Nun, "Nacht über Bayreuth"...

Arvo Pärt erhält Praemium Imperiale

Der estnische Komponist Arvo Pärt erhält in diesem Jahr den mit 110.000 Euro dotierten Praemium Imperiale Musikpreis. Der Preis wurde 1989 vom japanischen Kaiserhaus gestiftet und gilt als einer der höchstdotierten Musikpreise weltweit. Er nicht nur in der Kategorie Musik vergeben wird, sondern...

Rettungsplan für SWR Sinfonieorchester gescheitert

Das Stiftungsmodell zur Rettung des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg (SO) ausserhalb des SWR ist gescheitert. Es stehen keine ausreichenden Stifter zur Verfügung, um das Orchester zu finanzieren, das nach dem Willen des SWR 2016 mit dem Radiosymphonieorchster Stuttgart fusionieren...

Münchner Philharmoniker und Symphonieorchester des BR geben gemeinsames Gedenkkonzert für Lorin Maazel

Zum Gedenken und zu Ehren des am 13. Juli verstorbenen Maestro Lorin Maazel geben die Münchner Philharmoniker und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks am 21. Juli ein gemeinsames Konzert. Beiden Orchestern war Lorin Maazel durch sein Amt als Chefdirigent eng verbunden. Bei...

Ulf Schirmer verlängert an der Oper Leipzig bis 2020

Der Intendant und Generalmusikdirektor der Oper Leipzig Ulf Schirmer ist heute in der Ratsversammlung der Stadt Leipzig für eine weitere Amtszeit bestätigt worden. Damit verlängert sich sein Vertrag bis zum Sommer 2020. Ulf Schirmer ist seit der Spielzeit 2009/10 Generalmusikdirektor und wurde im...

Junge Union Bayern: Verlegung von BR-Klassik widerspricht Kultur- und Grundversorgung

Die Junge Union Bayern (Jugendorganisation der CSU) hat auf ihrer Landesversammlung am vergangenen Sonntag nahezu einstimmig den Verbleib von "BR-Klassik" auf der UKW-Frequenz gefordert. "Insbesondere dem öffentlichen Rundfunk obliegt die Aufgabe der Kultur- und Grundversorgung aller...

Katharina Wagner geht in Bayreuth in die Verlängerung

Der Vertrag der Leiterin der Bayreuther Festspiele Katharina Wagner ist um fünf Jahre verlängert worden. Ihr bisheriger Vertrag endet nach der Saison 2015, der Anschlussvertrag läuft demnach bis 2020. Darauf hätten sich die Gesellschafter Bund, Land, Stadt Bayreuth und Gesellschaft der Freunde...

Gert Voss gestorben

Der große deutsche Theaterschauspieler Gert Voss ist gestern (13. Juli 2014) im Alter von 72 Jahren in Wien nach kurzer schwerer Krankheit gestorben. Knapp drei Jahrzehnte war Voss am Wiener Burgtheater zu erleben gewesen, wo er auch seine größten Erfolge als Schauspieler feierte. Unvergessen etwa...

Konzerte im Kurhaus Wiesbaden müssen wegen Überschwemmung verlegt werden

Aufgrund von Überschwemmungen in Wiesbaden am Freitagnachmittag, durch die auch das Kurhaus Wiesbaden in Mitleidenschaft gezogen wurde, ist das Gebäude im Moment nicht bespielbar. Wie lange das Kurhaus als Spielstätte ausfällt, ist noch nicht klar, teil das Rheingau Musikfestival mit. Das Konzert...

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Samson im Muskelkostüm

Einstürzende Altbauten Foto: Lelli Masotti / Oper Rom

Charles Dutoit dirigiert „Samson et Dalila“ von Camille Saint-Saëns am Teatro dell’Opera di Roma. Carlus Padrissa von La Fura dels Baus inszeniert

(Rom, im April 2013) „Samson et Dalila“ von Camille Saint-Saëns ist eine Oper, die man leider nicht oft zu hören bekommt. Vor allem nicht in Italien, wo die französische Oper ein sehr stiefmütterliches Dasein fristet. Ob es sich um französische Opern des 18. oder des 19. Jahrhunderts handelt spielt dabei keine Rolle. Wenn französisch gesungen wird, bleiben viele italienische Opernfreunde daheim.

Es gehört also schon Mut dazu, an einem grossen Opernhaus wie in Rom eine der wichtigsten und sicherlich auch schwierigsten französischen Opern des 19. Jahrhunderts auf die Bühne zu bringen. Ein Werk, das auch, und das macht den ganzen musikalischen Reiz von „Samson et Dalila“ aus, von der leidenschaftlichen Auseinandersetzug für oder gegen die Musik Richard Wagners lebt.
Saint-Saëns war als Wagnerianer verschrien, als sogenannter „Wagnérien impéniten“, doch damit tut man dem Franzosen mehr als Unrecht. Sicherlich nähert sich seine Musik Wagner mehr als die von Bizet. Auch wenn Saint-Saëns leitmotivische Elemente verarbeitet und dem Orchester eine verstärkte Präsenz als in anderen zeitgenössischen französischen Opern einräumt, war er nie ein erklärter Anhänger Wagners.

Saint-Saëns suchte sich musikalisch einen eigenen Weg zwischen Wagner und der typisch französischen Musik seiner Zeit, und deshalb ist sein Hauptwerk musikalisch hoch interessant. Die Oper hatte übrigens nicht in Frankreich ihre Uraufführung, sondern, dank der Vermittlung von Franz Liszt, 1877 in Weimar. Der Komponist wurde stürmisch gefeiert.
Die Neuproduktion an der römischen Staatsoper war ein Risiko. Schon wegen des Orchesters. In der Regel tun sich italienische Orchester schwer mit französischer Musik. Den meisten italienischen Dirigenten gelingt es nicht, das nur scheinbar leichte der französischen Musik, ihr tonales Fließen adäquat umzusetzen.
Deshalb engagierte man Charles Dutoit. Obwohl kein junger Mann mehr, war seine Interpretation der Partitur meisterhaft. Ein großes Lob auch dem Orchester der römischen Staatsoper.

Die Besetzung war gut, mehr aber auch nicht. Aleksandrs Antonenko sang den Samson. Eine Stimme, die für einen Kraftprotz, der Tempel zum Einstürzen bringt, zu klein und zu unsicher war. Da nützte auch das Kostüm nichts: Carlus Padrissa von der spanischen Theatergruppe La Fura dels Baus hatte den Sänger in ein Muskelkostüm gesteckt, das an den Zeichentrickhelden Hulk erinnerte.
Olga Borodina interpretierte die Dalila. Sicherlich war die Borodina einmal ein wirklich guter dramatischer Mezzosopran. Die Rolle der Dalila sang sie weltweit, doch scheint ihre Stimme in vielen Momenten ein wenig wacklig geworden zu sein. Auch der ansonsten ausgezeichnete Chor der Staatsoper enttäuschte ein wenig: dass er französisch sang war nur zu erraten.

Interessant hingegen die Regie von Carlus Padrissa. Um Geld zu sparen, nutzte er Videoprojektionen. Das funktionierte ausgezeichnet. Kurios die Szene mit dem Siegesfest. Der Regisseur stellte sadomasochistische Folterszenen dar, die anscheinend an Pier Paolo Pasolinis Film „120 Tage von Salò“ erinnern sollten. Während in Pasolinis Film die Gefolterten nackt sind, sind sie in der Inszenierung Padrissas in hautfarbene und eng am Körper anliegende Gummianzüge gekleidet. Das wirkte doch recht albern, aber in Rom muß man immer noch und immer wieder auf das eher konservative Publikum Rücksicht nehmen, das bei einem nackten Körper auf der Bühne in der Regel mit einem erstaunten „Oh!“ reagiert.

Thomas Migge
 



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