Meldungen

Rettungsplan für SWR Sinfonieorchester gescheitert

Das Stiftungsmodell zur Rettung des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg (SO) ausserhalb des SWR ist gescheitert. Es stehen keine ausreichenden Stifter zur Verfügung, um das Orchester zu finanzieren, das nach dem Willen des SWR 2016 mit dem Radiosymphonieorchster Stuttgart fusionieren...

Münchner Philharmoniker und Symphonieorchester des BR geben gemeinsames Gedenkkonzert für Lorin Maazel

Zum Gedenken und zu Ehren des am 13. Juli verstorbenen Maestro Lorin Maazel geben die Münchner Philharmoniker und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks am 21. Juli ein gemeinsames Konzert. Beiden Orchestern war Lorin Maazel durch sein Amt als Chefdirigent eng verbunden. Bei...

Ulf Schirmer verlängert an der Oper Leipzig bis 2020

Der Intendant und Generalmusikdirektor der Oper Leipzig Ulf Schirmer ist heute in der Ratsversammlung der Stadt Leipzig für eine weitere Amtszeit bestätigt worden. Damit verlängert sich sein Vertrag bis zum Sommer 2020. Ulf Schirmer ist seit der Spielzeit 2009/10 Generalmusikdirektor und wurde im...

Junge Union Bayern: Verlegung von BR-Klassik widerspricht Kultur- und Grundversorgung

Die Junge Union Bayern (Jugendorganisation der CSU) hat auf ihrer Landesversammlung am vergangenen Sonntag nahezu einstimmig den Verbleib von "BR-Klassik" auf der UKW-Frequenz gefordert. "Insbesondere dem öffentlichen Rundfunk obliegt die Aufgabe der Kultur- und Grundversorgung aller...

Katharina Wagner geht in Bayreuth in die Verlängerung

Der Vertrag der Leiterin der Bayreuther Festspiele Katharina Wagner ist um fünf Jahre verlängert worden. Ihr bisheriger Vertrag endet nach der Saison 2015, der Anschlussvertrag läuft demnach bis 2020. Darauf hätten sich die Gesellschafter Bund, Land, Stadt Bayreuth und Gesellschaft der Freunde...

Gert Voss gestorben

Der große deutsche Theaterschauspieler Gert Voss ist gestern (13. Juli 2014) im Alter von 72 Jahren in Wien nach kurzer schwerer Krankheit gestorben. Knapp drei Jahrzehnte war Voss am Wiener Burgtheater zu erleben gewesen, wo er auch seine größten Erfolge als Schauspieler feierte. Unvergessen etwa...

Konzerte im Kurhaus Wiesbaden müssen wegen Überschwemmung verlegt werden

Aufgrund von Überschwemmungen in Wiesbaden am Freitagnachmittag, durch die auch das Kurhaus Wiesbaden in Mitleidenschaft gezogen wurde, ist das Gebäude im Moment nicht bespielbar. Wie lange das Kurhaus als Spielstätte ausfällt, ist noch nicht klar, teil das Rheingau Musikfestival mit. Das Konzert...

Lorin Maazel gestorben

Im Alter von 84 Jahren ist der amerikanische Dirigent und Komponist Lorin Maazel nach einer Lungenentzündung in seinem Haus im Bundesstaats Virginia in den USA gestorben. Erst vor kurzem hat er als Chefdirigent der Münchner Philharmoniker krankheitsbedingt seinen Rücktritt erklärt. Maazel, der 1930...

Neuigkeiten, aber keine News in Bayreuth

Nichts Neues entdeckt, wer auf der Homepage der Bayreuther Festspiele unter „News“ nachsieht. Die letzte Eintragung stammt vom 19. Mai 2014! Man erfährt also z.B. nicht, dass Annette Dasch nicht die Elsa im "Lohengrin" singen wird, weil sie schwanger ist und auch nicht, dass Frau Merkel...

David Zinman nimmt Abschied vom Tonhalle Orchester Zürich

Mit einer Aufführung von Gustav Mahlers zweiter Symphonie in der Zürcher Tonhalle hat sich der langjährige Chefdirigent des Tonhalle Orchesters Abschied von seinen Musikern verabschiedet. David Zinmans Abschiedskonzert am 11. Juli war der klingende Schlusspunkt einer ausserordentlich erfolgreichen...

Jugend statt Klassik: BR-Rundfunkrat beschließt Wellentausch von BR-Klassik mit Jugendsender Puls für das Jahr 2018

Nach einer insgesamt mehr als 10-monatigen Diskussion und einer vom Mai auf den Juli verschobenen Abstimmung hat der Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks heute (10. Juli 2014) dem umstrittenen Plan des Intendanten des BR Ulrich Wilhelm zugestimmt, im Jahr 2018 die Klassikwelle BR-Klassik von der...

Duisburg lehnt Kunstinstallation von Gregor Schneider für Ruhrtriennale ab

Die Stadt Duisburg lehnt die Kunstinstallation von Gregor Schneider für die Ruhrtriennale im Lehmbruck Museum ab. Das für die Ruhrtriennale 2014 im Duisburger Lehmbruck Museum geplante Kunstwerk des international renommierten Raumkünstlers Gregor Schneider kann somit nicht realisiert werden....

Rheingau Musik Preis für Christoph Eschenbach

Der Pianist, Dirigent und Mentor Christoph Eschenbach wird mit dem Rheingau Musik Preis 2014 ausgezeichnet. Mit der Ehrung würdigt die Jury des Rheingau Musik Preises den "beeindruckenden und außergewöhnlichen Musiker Christoph Eschenbach für sein Lebenswerk als Pianist, Dirigent und...

Gergiev provoziert weiterhin mit pro-russischen Parolen

In einem Interview der finnischen Zeitung "Helsingin Sanomat" hat der russische Dirigent Valery Gergiev behauptet, der Ukraine-Konflikt sei ausschließlich eine Sache der Ukraine und die Annexion der Krim eine demokratische Volksabstimmung gegen ukrainische Faschisten gewesen. Russland...

Kultusminister Spaenle gegen Verlegung von BR-Klassik ins Digitalradio

Der bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) hat sich gegen eine Verlegung des Senders BR-Klassik ins Digitalradio DAB+ ausgesprochen. Damit reiht sich Spaenle in die lange Liste der Protestierer gegen die geplante Verlegung des einzigen reinen Klassiksenders der ARD von UKW ins Digitalradio...

Raskatavos Oper "Hundeherz" in Lyon erhält Kritikerpreis

Die Produktion der Oper "Hundeherz" des russischen Komponisten Alexander Raskatov an der Oper Lyon im Januar dieses Jahres wird mit dem Prix de la Critique 2014 für die beste französische Erstaufführung der Saison 2013/2014 ausgezeichnet. Die Regie stammt von Simon Mc Burney. In der 2010...

Musikjournalist Rohde und Komponistin Saunders erhalten Happy-New-Ears-Preis

Die Komponistin Rebecca Saunders und der Musikjournalist Gerhard Rohde erhalten den von der Hans und Gertrud Zender-Stiftung gestifteten Happy-New-Ears-Preis. Die Preise sind mit 10.000 bzw. 8.000 Euro dotiert und werden im zweijährigen Turnus einen Preis jeweils in den Fächern Komposition und...

Lorin Maazel tritt als Chefdirigent der Münchner Philharmoniker zurück

Lorin Maazel legt aus gesundheitlichen Gründen sein Amt als Chefdirigent der Münchner Philharmoniker nieder. Wie er dem Münchner Kulturreferenten, Hans Georg Küppers, mitteilte, verlaufe sein Genesungsprozess langsamer als erhofft, sodass er in seiner Verantwortung für die Münchner...

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Samson im Muskelkostüm

Einstürzende Altbauten Foto: Lelli Masotti / Oper Rom

Charles Dutoit dirigiert „Samson et Dalila“ von Camille Saint-Saëns am Teatro dell’Opera di Roma. Carlus Padrissa von La Fura dels Baus inszeniert

(Rom, im April 2013) „Samson et Dalila“ von Camille Saint-Saëns ist eine Oper, die man leider nicht oft zu hören bekommt. Vor allem nicht in Italien, wo die französische Oper ein sehr stiefmütterliches Dasein fristet. Ob es sich um französische Opern des 18. oder des 19. Jahrhunderts handelt spielt dabei keine Rolle. Wenn französisch gesungen wird, bleiben viele italienische Opernfreunde daheim.

Es gehört also schon Mut dazu, an einem grossen Opernhaus wie in Rom eine der wichtigsten und sicherlich auch schwierigsten französischen Opern des 19. Jahrhunderts auf die Bühne zu bringen. Ein Werk, das auch, und das macht den ganzen musikalischen Reiz von „Samson et Dalila“ aus, von der leidenschaftlichen Auseinandersetzug für oder gegen die Musik Richard Wagners lebt.
Saint-Saëns war als Wagnerianer verschrien, als sogenannter „Wagnérien impéniten“, doch damit tut man dem Franzosen mehr als Unrecht. Sicherlich nähert sich seine Musik Wagner mehr als die von Bizet. Auch wenn Saint-Saëns leitmotivische Elemente verarbeitet und dem Orchester eine verstärkte Präsenz als in anderen zeitgenössischen französischen Opern einräumt, war er nie ein erklärter Anhänger Wagners.

Saint-Saëns suchte sich musikalisch einen eigenen Weg zwischen Wagner und der typisch französischen Musik seiner Zeit, und deshalb ist sein Hauptwerk musikalisch hoch interessant. Die Oper hatte übrigens nicht in Frankreich ihre Uraufführung, sondern, dank der Vermittlung von Franz Liszt, 1877 in Weimar. Der Komponist wurde stürmisch gefeiert.
Die Neuproduktion an der römischen Staatsoper war ein Risiko. Schon wegen des Orchesters. In der Regel tun sich italienische Orchester schwer mit französischer Musik. Den meisten italienischen Dirigenten gelingt es nicht, das nur scheinbar leichte der französischen Musik, ihr tonales Fließen adäquat umzusetzen.
Deshalb engagierte man Charles Dutoit. Obwohl kein junger Mann mehr, war seine Interpretation der Partitur meisterhaft. Ein großes Lob auch dem Orchester der römischen Staatsoper.

Die Besetzung war gut, mehr aber auch nicht. Aleksandrs Antonenko sang den Samson. Eine Stimme, die für einen Kraftprotz, der Tempel zum Einstürzen bringt, zu klein und zu unsicher war. Da nützte auch das Kostüm nichts: Carlus Padrissa von der spanischen Theatergruppe La Fura dels Baus hatte den Sänger in ein Muskelkostüm gesteckt, das an den Zeichentrickhelden Hulk erinnerte.
Olga Borodina interpretierte die Dalila. Sicherlich war die Borodina einmal ein wirklich guter dramatischer Mezzosopran. Die Rolle der Dalila sang sie weltweit, doch scheint ihre Stimme in vielen Momenten ein wenig wacklig geworden zu sein. Auch der ansonsten ausgezeichnete Chor der Staatsoper enttäuschte ein wenig: dass er französisch sang war nur zu erraten.

Interessant hingegen die Regie von Carlus Padrissa. Um Geld zu sparen, nutzte er Videoprojektionen. Das funktionierte ausgezeichnet. Kurios die Szene mit dem Siegesfest. Der Regisseur stellte sadomasochistische Folterszenen dar, die anscheinend an Pier Paolo Pasolinis Film „120 Tage von Salò“ erinnern sollten. Während in Pasolinis Film die Gefolterten nackt sind, sind sie in der Inszenierung Padrissas in hautfarbene und eng am Körper anliegende Gummianzüge gekleidet. Das wirkte doch recht albern, aber in Rom muß man immer noch und immer wieder auf das eher konservative Publikum Rücksicht nehmen, das bei einem nackten Körper auf der Bühne in der Regel mit einem erstaunten „Oh!“ reagiert.

Thomas Migge
 



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