Meldungen

Internationale Mieczysław Weinberg Gesellschaft gründet

Um die Musik von Mieczysław Weinberg zu fördern und seinem Gesamtwerk Aufmerksamkeit zu verschaffen wurde jetzt die Internationale Weinberg Gesellschaft mit Sitz in Augsburg gegründet. Ziel der Einrichtung ist es, Musiker zu ermutigen, Weinberg-Kompositionen aufzuführen und einem breiteren Publikum...

Peter Konwitschny inszeniert Die Eroberung von Mexico anstelle von Luc Bondy

Der Regisseur Luc Bondy wird "aus dispositionellen und persönlichen Gründen" die Regie von Wolfgang Rihms Oper "Die Eroberung von Mexico" bei den kommenden Salzburger Festspielen nicht übernehmen. Mit ihm ist auch sein Team (Johannes Schütz, Bühnenbild und Moidele Bickel,...

Elisabeth Kulman nimmt Abschied von der Opernbühne

Auch wenn die Mezzosopranistin Elisabeth Kulman als Bühnensängerin überaus erfolgreich und begehrt ist und mit hohem schauspielerischen Talent begabt, möchte sie in Zukunft keine Opern mehr szenisch singen. Das gab die Österreicherin jetzt bekannt und bat ihre Agentur, ihre Verpflichtungen für...

Architekt Frank Gehry entwirft Bühnenbild für Berliner Staatsoper

Die Berliner Staatsoper und die Staatskapelle Berlin feiern im nächsten Jahr das 20-jährige Bestehen der von Daniel Barenboim gegründeten Festtage . Eine Neuinszenierung von Christoph Willibald Glucks Orfeo ed Euridice wird am 18. März die große Premiere sein – mit Daniel Barenboim (Musikalische...

Barenboim gedenkt in Konzert der Opfer der Flugzeugkatastrophe

Zu Beginn eines Konzert in der Berliner Philharmonie am 27. März gedachte Daniel Barenboim der Opfer des Flugzeugabsturzes vom vergangenen Dienstag. Die Wiener Philharmoniker spielten unter seiner Leitung für die Opfer und die Hinterbliebenen - eigens ins Programm aufgenommen - "Air" von...

Auf zum Südpol - die kommende Saison an der Bayerischen Staatsoper

Die Südpolexpedition von Scott und Amundsen ist Thema einer hochkarätig besetzten Uraufführung, die die Bayerische Staatsoper für die kommende Saison plant: „South Pole“ des tschechischen Komponisten Miroslav Srnka und des australischen Autors Tom Holloway. Leiten wird die Uraufführung kein...

Howard Arman wird neuer Leiter des BR-Chores

Howard Arman, derzeit Musikdirektor des Luzerner Theaters, wird ab der Konzertsaison 2016/17 die Leitung des Chors des Bayerischen Rundfunks übernehmen. Der Engländer  wird die Nachfolge von Peter Dijkstra antreten. Sein Vertrag läuft zunächst über drei Spielzeiten bis Ende der Saison 2018/19....

Streit um Dutilleux in Frankreich

In Frankreich ist ein Streit über den 2013 gestorbenen Komponisten Henri Dutilleux entbrannt. Hintergrund sind Vorwürfe, Dutilleux habe mit dem Vichy-Regime kollaboriert. Aus diesem Grund wird seit einiger Zeit die Anbringung einer Gedenktafel an seinem Pariser Wohnhaus blockiert. Dagegen haben nun...

Thomas Hengelbrock erhält Karajan-Musikpreis 2015

Der Herbert von Karajan Musikpreis 2015/2016 wird dem Dirigenten Thomas Hengelbrock verliehen. Im Rahmen einer Aufführung des Oratoriums „Elias“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy am Samstag, 30. Januar 2016 findet die Preisverleihung statt. Das mit der Auszeichnung verbundene Preisgeld von 50.000...

64. Orgelwoche Nürnberg unter dem Thema Freiheit

Die ION, die Internationale Orgelwoche Nürnberg – Musica Sacra, findet in ihrer 64. Ausgabe mit dem Thema „Freiheit“ vom 19. bis zum 28. Juni 2015 statt. Alle Veranstaltungen sind speziell für bzw. mit der ION konzipiert. Zu den herausragenden Klangkörpern des Internationalen Nürnberger...

Daniele Rustioni wird Chefdirigent an der Oper Lyon

Der 32-jährige italienische Dirigent Daniele Rustioni wird im September 2017 Chefdirigent an der Oper Lyon und damit Nachfolger von Kazushi Ono. Nach seinem Studium in Mailand wurde Rustioni 2009 in London am Royal Opera House Covent Garden Assistent des Chefdirigenten Antonio Pappano, eine...

Andreas Scholl erhält Rheingau Musik Preis

Der deutsche Countertenor Andreas Scholl wird mit dem Rheingau Musik Preis 2015 wird ausgezeichnet. Die durch das Rheingau Musik Festival initiierte und mit 10.000,- Euro dotierte Auszeichnung wird in diesem Jahr zum 22. Mal vergeben. Das Preisgeld stellt das Hessische Ministerium für Wissenschaft...

City of Birmingham Symphony Orchestra zum letzten Mal mit seinem Chef Andris Nelsons auf Europatournee

Vom 19. Mai bis 7. Juni 2015 besteht zum letzten Mal die Gelegenheit, das City of Birmingham Symphony Orchestra (CBSO) unter der Leitung von Music Director Andris Nelsons auf Europatournee zu erleben. Die Amtszeit des Letten endet nach sieben Jahren im kommenden Juli.
Stephen Maddock, Chief...

Rattle übernimmt 2017 Leitung des London Symphony Orchestra

Was schon als Gerücht über längere Zeit die Runde machte, wurde nun bestätigt: Simon Rattle wird neuer Chefdirigent des London Symphony Orchestra (LSO). Bereits im September 2017 werde er sein Amt antreten, da ist er noch Leiter der Berliner Philharmoniker, die er 2018 verlassen wird. Rattle wird...

Theatergemeinde München plädiert für neuen Konzertsaal in München

In einem öffentlichen Brief an Horst Seehofer und Dieter Reiter drückt die Münchner Theatergemeinde ihre Sorgen über die Pläne, die Gasteig-Philharmonie aufwendig umzubauen, aus. Sie befürchtet einen großen Schaden für das Münchner Kulturleben und plädiert dafür, statt des Umbaus einen...

KlassikInfo-Workshop „Schule des Hörens“

KlassikInfo bietet am 8. März 2015 von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr einen Tages-Workshop zum Thema „Schule des Hörens“ an. Das Gehör der Teilnehmer soll sensibilisiert werden, um unterschiedliche Interpretationen von Werken klassischer Musik besser wahrnehmen und eigenständig bewerten zu...

Deutsche Musikräte äußern große Sorgen wegen Handelsabkommen

Spitzenvertreter der Musikräte aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Bayern haben dem Leiter der Bayerischen Staatskanzlei Marcel Huber das Positionspapier „Handelshemmnis öffentliche Kulturförderung? Musikleben durch TiSA in Gefahr“ übergeben. Im Rahmen der Übergabe am 24. Februar 2015 in...

Berliner Philharmoniker entscheiden über Rattle-Nachfolge

Die Berliner Phiharmoniker wollen im Mai über einen neuen Chefdirigenten entscheiden. Das berichtet die Berliner Morgenpost. Demnach soll es am 11. Mai eine Abstimmung des Orchesters geben, das seinen Chefdirigenten traditionell in Eigenregie bestimmt. Der bisherige Leiter der Berliner...

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Samson im Muskelkostüm

Einstürzende Altbauten Foto: Lelli Masotti / Oper Rom

Charles Dutoit dirigiert „Samson et Dalila“ von Camille Saint-Saëns am Teatro dell’Opera di Roma. Carlus Padrissa von La Fura dels Baus inszeniert

(Rom, im April 2013) „Samson et Dalila“ von Camille Saint-Saëns ist eine Oper, die man leider nicht oft zu hören bekommt. Vor allem nicht in Italien, wo die französische Oper ein sehr stiefmütterliches Dasein fristet. Ob es sich um französische Opern des 18. oder des 19. Jahrhunderts handelt spielt dabei keine Rolle. Wenn französisch gesungen wird, bleiben viele italienische Opernfreunde daheim.

Es gehört also schon Mut dazu, an einem grossen Opernhaus wie in Rom eine der wichtigsten und sicherlich auch schwierigsten französischen Opern des 19. Jahrhunderts auf die Bühne zu bringen. Ein Werk, das auch, und das macht den ganzen musikalischen Reiz von „Samson et Dalila“ aus, von der leidenschaftlichen Auseinandersetzug für oder gegen die Musik Richard Wagners lebt.
Saint-Saëns war als Wagnerianer verschrien, als sogenannter „Wagnérien impéniten“, doch damit tut man dem Franzosen mehr als Unrecht. Sicherlich nähert sich seine Musik Wagner mehr als die von Bizet. Auch wenn Saint-Saëns leitmotivische Elemente verarbeitet und dem Orchester eine verstärkte Präsenz als in anderen zeitgenössischen französischen Opern einräumt, war er nie ein erklärter Anhänger Wagners.

Saint-Saëns suchte sich musikalisch einen eigenen Weg zwischen Wagner und der typisch französischen Musik seiner Zeit, und deshalb ist sein Hauptwerk musikalisch hoch interessant. Die Oper hatte übrigens nicht in Frankreich ihre Uraufführung, sondern, dank der Vermittlung von Franz Liszt, 1877 in Weimar. Der Komponist wurde stürmisch gefeiert.
Die Neuproduktion an der römischen Staatsoper war ein Risiko. Schon wegen des Orchesters. In der Regel tun sich italienische Orchester schwer mit französischer Musik. Den meisten italienischen Dirigenten gelingt es nicht, das nur scheinbar leichte der französischen Musik, ihr tonales Fließen adäquat umzusetzen.
Deshalb engagierte man Charles Dutoit. Obwohl kein junger Mann mehr, war seine Interpretation der Partitur meisterhaft. Ein großes Lob auch dem Orchester der römischen Staatsoper.

Die Besetzung war gut, mehr aber auch nicht. Aleksandrs Antonenko sang den Samson. Eine Stimme, die für einen Kraftprotz, der Tempel zum Einstürzen bringt, zu klein und zu unsicher war. Da nützte auch das Kostüm nichts: Carlus Padrissa von der spanischen Theatergruppe La Fura dels Baus hatte den Sänger in ein Muskelkostüm gesteckt, das an den Zeichentrickhelden Hulk erinnerte.
Olga Borodina interpretierte die Dalila. Sicherlich war die Borodina einmal ein wirklich guter dramatischer Mezzosopran. Die Rolle der Dalila sang sie weltweit, doch scheint ihre Stimme in vielen Momenten ein wenig wacklig geworden zu sein. Auch der ansonsten ausgezeichnete Chor der Staatsoper enttäuschte ein wenig: dass er französisch sang war nur zu erraten.

Interessant hingegen die Regie von Carlus Padrissa. Um Geld zu sparen, nutzte er Videoprojektionen. Das funktionierte ausgezeichnet. Kurios die Szene mit dem Siegesfest. Der Regisseur stellte sadomasochistische Folterszenen dar, die anscheinend an Pier Paolo Pasolinis Film „120 Tage von Salò“ erinnern sollten. Während in Pasolinis Film die Gefolterten nackt sind, sind sie in der Inszenierung Padrissas in hautfarbene und eng am Körper anliegende Gummianzüge gekleidet. Das wirkte doch recht albern, aber in Rom muß man immer noch und immer wieder auf das eher konservative Publikum Rücksicht nehmen, das bei einem nackten Körper auf der Bühne in der Regel mit einem erstaunten „Oh!“ reagiert.

Thomas Migge