Meldungen

KlassikInfo-Workshop „Schule des Hörens“

KlassikInfo bietet am 8. März 2015 von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr einen Tages-Workshop zum Thema „Schule des Hörens“ an. Das Gehör der Teilnehmer soll sensibilisiert werden, um unterschiedliche Interpretationen von Werken klassischer Musik besser wahrnehmen und eigenständig bewerten zu...

Deutsche Musikräte äußern große Sorgen wegen Handelsabkommen

In einem Gespräch mit bayerischen Staatsminister Marcel Huber übergaben die Spitzenvertreter der Musikräte aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Bayern dem Leiter der Bayerischen Staatskanzlei das Positionspapier „Handelshemmnis öffentliche Kulturförderung? Musikleben durch TiSA in Gefahr“....

Berliner Philharmoniker entscheiden über Rattle-Nachfolge

Die Berliner Phiharmoniker wollen im Mai über einen neuen Chefdirigenten entscheiden. Das berichtet die Berliner Morgenpost. Demnach soll es am 11. Mai eine Abstimmung des Orchesters geben, das seinen Chefdirigenten traditionell in Eigenregie bestimmt. Der bisherige Leiter der Berliner...

Marthaler inszeniert Offenbach – die kommende Saison an der Oper Stuttgart

Sechs Premieren präsentiert der Intendant der Stuttgarter Staatsoper Jossi Wieler in der kommenden Saison. Von Fairy Queen (UA 1692) bis Reigen (UA 1993) stehen Musiktheaterwerke aus drei Jahrhunderten auf dem Programm. Dabei wird er selbst Bellinis Puritani sowie Beethovens...

Nouvel verklagt Pariser Philharmonie

Der Architekt der neuen Pariser Philharmonie Jean Nouvel verklagt die Betreiber des Konzerthauses. Als Grund werden unauthorisierte Veränderungen an seinen Plänen genannt, wie die Zeitung Le Monde schreibt. 26 Änderungen seien ohne seine Zustimmung an den Plänen vorgenommen worden. Nouvel fordert...

Erfolgreiche Wiederbelebung von Jommellis Oper Il Vologeso (Berenike) in Stuttgart

Fast 250 Jahre nach der Uraufführung der Oper „Il Vologeso“, die Niccolo Jommelli als Hofkomponist für den württembergischen Herzog Carl Eugen geschrieben hatte brachte Intendant und Regisseur Jossi Wieler das Werk an der Stuttgarter Staatsoper heraus. Unter der musikalischen Leitung von Gabriele...

Hong Kong Philharmonic Orchestra startet Europa-Tournee

Im Februar und März 2015 wird das Hong Kong Philharmonic Orchestra (HK Phil) seine erste Europa-Tour seit über zehn Jahren unternehmen. Unter der Leitung des holländischen Dirigenten Jaap van Zweden wird das Orchester in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie England und Holland...

Münchner Philharmoniker stehen hinter Beschluss zum Gasteig-Umbau

In einem Brief an ihre Abonnentinnen und Abonnenten haben sich die Münchner Philharmoniker für den geplanten Umbau der Gasteig-Philharmonie ausgesprochen, wie dies die Spitzen der Stadt München und des Landes Bayern kürzlich beschlossen haben. Im Wortlauf schreibt das Orchester: "Liebe...

Teatro Colon lädt Katharina Wagner als Regisseurin aus

Die Bayreuther Festspielleiterin Katharina Wagner, die im Dezember am Teatro Colon die Oper Parsifal ihres Urgroßvaters hätte inszenieren sollen, wurde ausgeladen. Das Theater wünsche sich etwas „künstlerisch Stärkeres“. Das berichtet u.a. die Zeitung Die Welt. Wagner soll durch den...

György Kurtág erhält höchstdotierten Preis im Bereich der zeitgenössischen Musik

Der ungarische Komponist György Kurtág ist mit dem BBVA Foundation Frontiers of Knowledge Award ausgezeichnet worden. Der mit 400.000 € dotierte Preis wird von der spanischen Finanzgruppe BBVA in acht Kategorien verliehen. Frühere Preisträger im Bereich zeitgenössische Musik sind Pierre Boulez,...

Singen macht glücklich - große Resonanz bei WDR-Chorwettbewerb

Ob Gospel-, Shanty- oder Kammer-Chor, traditioneller Männergesangverein, caritativer Lebenshilfe- oder Pop-Rock-Chor - über 300 Chöre aus ganz Nordrhein-Westfalen beweisen in ihren Bewerbungen, dass das Motto des landesweiten Wettbewerbs „Singen macht glücklich“ passt. "Die eingesandten...

Ein Sommer voller Musik: Rheingau Musik Festival 2015

Mit der zweiwöchigen kubanisch-europäischen Orchesterakademie »CuE« betritt das Rheingau Musik Festival gemeinsam mit der Akademie Balthasar Neumann unter Leitung von Thomas Hengelbrock im Sommer 2015 Neuland. Als transatlantische Jugendakademie steht CuE für gelebten Kulturaustausch: 60 junge...

Deutscher Musikrat nennt Münchner Konzertsaal-Beschluss schlechteste aller Lösungen

Der Generalsekretär des Deutschen Musikrats Christian Höppner kritisiert die Entscheidung von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter, statt eines zusätzlichen Konzertsaal-Neubaus die Philharmonie im Kulturzentrum Gasteig entkernenund sanieren zu...

Anne-Sophie Mutter: Seehofer hat sein Wort gebrochen

Die Geigerin Anne-Sophie Mutter wirft dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer Wortbruch im Zusammenhang mit dem geplanten Umbau der Gasteig-Philharmonie vor. Seehofer habe sein Versprechen für einen neuen Münchner Konzertsaal gegeben. Ein Umbau sei jedoch kein neuer Saal, sagte die...

Münchner Bürger starten Online-Petition für dritten Konzertsaal

(München, 4-2-2015) Münchner Bürger haben heute eine Online-Petition für einen dritten Konzertsaal gestartet. Hintergrund ist die Entscheidung von Bayerns Minsterpräsidenten Horst Seehofer und dem Münchner OB Dieter Reiter keinen dritten Konzertsaal bauen zu wollen, sondern lediglich die...

Kein zusätzlicher Konzertsaal für München – oder doch?

Die Spitzen von Stadt und Land haben getagt und einen Beschluss gefasst: Die ungenügende und renovierungsbedürftige Gasteig-Philharmonie in München wird entkernt und durch einen neuen, besseren Saal ersetzt. Einen weiteren Saal, wie von vielen erwartet, soll es nicht geben.
Auch wenn viel...

Stadt München und Bayern wollen neuen Konzertsaal in der Gasteig-Philharmonie errichten

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter gaben heute bei einer gemeinsamen Pressekonferenz bekannt, dass die Münchner Philharmonie im Gasteig entkernt werden und ein neuer Saal darin gebaut werden soll. An den Kosten wollen sich Stadt und Land...

KlassikInfo löscht Facebook-Konto aus Datenschutzgründen

Aufgrund der geänderten Nutzungsbedingungen des sozialen Netzwerks Facebook, das dem Konzern das Abgreifen von Nutzerdaten in einer für uns nicht mehr akzeptablen Weise erlaubt, löscht KlassikInfo seinen Account auf Facebook. Er ist ab sofort nicht mehr zugänglich.

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Samson im Muskelkostüm

Einstürzende Altbauten Foto: Lelli Masotti / Oper Rom

Charles Dutoit dirigiert „Samson et Dalila“ von Camille Saint-Saëns am Teatro dell’Opera di Roma. Carlus Padrissa von La Fura dels Baus inszeniert

(Rom, im April 2013) „Samson et Dalila“ von Camille Saint-Saëns ist eine Oper, die man leider nicht oft zu hören bekommt. Vor allem nicht in Italien, wo die französische Oper ein sehr stiefmütterliches Dasein fristet. Ob es sich um französische Opern des 18. oder des 19. Jahrhunderts handelt spielt dabei keine Rolle. Wenn französisch gesungen wird, bleiben viele italienische Opernfreunde daheim.

Es gehört also schon Mut dazu, an einem grossen Opernhaus wie in Rom eine der wichtigsten und sicherlich auch schwierigsten französischen Opern des 19. Jahrhunderts auf die Bühne zu bringen. Ein Werk, das auch, und das macht den ganzen musikalischen Reiz von „Samson et Dalila“ aus, von der leidenschaftlichen Auseinandersetzug für oder gegen die Musik Richard Wagners lebt.
Saint-Saëns war als Wagnerianer verschrien, als sogenannter „Wagnérien impéniten“, doch damit tut man dem Franzosen mehr als Unrecht. Sicherlich nähert sich seine Musik Wagner mehr als die von Bizet. Auch wenn Saint-Saëns leitmotivische Elemente verarbeitet und dem Orchester eine verstärkte Präsenz als in anderen zeitgenössischen französischen Opern einräumt, war er nie ein erklärter Anhänger Wagners.

Saint-Saëns suchte sich musikalisch einen eigenen Weg zwischen Wagner und der typisch französischen Musik seiner Zeit, und deshalb ist sein Hauptwerk musikalisch hoch interessant. Die Oper hatte übrigens nicht in Frankreich ihre Uraufführung, sondern, dank der Vermittlung von Franz Liszt, 1877 in Weimar. Der Komponist wurde stürmisch gefeiert.
Die Neuproduktion an der römischen Staatsoper war ein Risiko. Schon wegen des Orchesters. In der Regel tun sich italienische Orchester schwer mit französischer Musik. Den meisten italienischen Dirigenten gelingt es nicht, das nur scheinbar leichte der französischen Musik, ihr tonales Fließen adäquat umzusetzen.
Deshalb engagierte man Charles Dutoit. Obwohl kein junger Mann mehr, war seine Interpretation der Partitur meisterhaft. Ein großes Lob auch dem Orchester der römischen Staatsoper.

Die Besetzung war gut, mehr aber auch nicht. Aleksandrs Antonenko sang den Samson. Eine Stimme, die für einen Kraftprotz, der Tempel zum Einstürzen bringt, zu klein und zu unsicher war. Da nützte auch das Kostüm nichts: Carlus Padrissa von der spanischen Theatergruppe La Fura dels Baus hatte den Sänger in ein Muskelkostüm gesteckt, das an den Zeichentrickhelden Hulk erinnerte.
Olga Borodina interpretierte die Dalila. Sicherlich war die Borodina einmal ein wirklich guter dramatischer Mezzosopran. Die Rolle der Dalila sang sie weltweit, doch scheint ihre Stimme in vielen Momenten ein wenig wacklig geworden zu sein. Auch der ansonsten ausgezeichnete Chor der Staatsoper enttäuschte ein wenig: dass er französisch sang war nur zu erraten.

Interessant hingegen die Regie von Carlus Padrissa. Um Geld zu sparen, nutzte er Videoprojektionen. Das funktionierte ausgezeichnet. Kurios die Szene mit dem Siegesfest. Der Regisseur stellte sadomasochistische Folterszenen dar, die anscheinend an Pier Paolo Pasolinis Film „120 Tage von Salò“ erinnern sollten. Während in Pasolinis Film die Gefolterten nackt sind, sind sie in der Inszenierung Padrissas in hautfarbene und eng am Körper anliegende Gummianzüge gekleidet. Das wirkte doch recht albern, aber in Rom muß man immer noch und immer wieder auf das eher konservative Publikum Rücksicht nehmen, das bei einem nackten Körper auf der Bühne in der Regel mit einem erstaunten „Oh!“ reagiert.

Thomas Migge