Meldungen

Der ARD-Musikwettbewerb startet Ende August

Zum 64. Mal treffen sich vom 31. August bis zum 18. September 2015 Nachwuchskünstler aus allen Teilen der Welt zum Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München. In diesem Jahr wird er in den Fächern Posaune, Flöte, Gesang und Klavierduo ausgetragen. Insgesamt gab es 625 Bewerbungen aus 56...

Musiker der Salzburger Festspiele protestieren gegen FPÖ-Chef

Mit einer spontanen musikalischen Protestaktion reagierten die Musiker der Salzburger „Jedermann“-Aufführung am vergangenen Dienstag (18. August), als sie den Chef der rechtspopulistischen österreichischen Partei FPÖ Heinz-Christian Strache samt Entourage im Publikum entdeckten. In der...

Brand im Haus des Wiener Arnold Schönberg Centers

Nach einem Brand im Dach des Palais Fanto wird das Arnold Schönberg Center, das sich im 1. Stock des Gebäudes befindet, bis auf weiteres geschlossen bleiben. Es sind keine Personen zu Schaden gekommen, der Nachlass von Arnold Schönberg sowie der komplette Bibliotheksbestand konnten mit Hilfe von...

Chailly wird Chefdirigent des Luzern Festival Orchesters

Der neue Chefdirigent des Luzern Festival Orchesters heißt Riccardo Chailly. Er tritt die Position mit Beginn des Sommer-Festivals 2016 an: Am 12. August 2016 wird er das Festivalorchester im Eröffnungskonzert zum ersten Mal leiten – mit Gustav Mahlers Achter Symphonie. Riccardo Chaillys Vertrag...

Lorenzo Viotti gewinnt Young Conductors Award in Salzburg

Der 25-jährige Lorenzo Viotti hat den Young Conductors Award in Salzburg gewonnen. Die internationale Jury unter dem Vorsitz von Dennis Russell Davies erkannte dem Schweizer Dirigenten in einem Konzert mit der Solistin Federica Lombardi und der Camerata Salzburg den mit 15.000 Euro dotierten Preis...

Oper über Steve Jobs in Santa Fe

Die Oper Santa Fe wird 2017 eine Oper über das Leben des Apple-Mitgründers Steve Jobs herausbringen, Titel "The (R)evolution of Steve Jobs". Die Musik komponiert Mason Bates, das Libretto stammt von Mark Campbell. Thematisiert werden sollen Leben und Werk von Jobs, der als...

Andris Nelsons verlängert beim Boston Symphony Orchestra bis 2022

Das Boston Symphony Orchestra (BSO) und Andris Nelsons verkünden die Vertragsverlängerung von Andris Nelsons als BSO Music Director bis zur Saison 2021/22, nachdem er in dieser Rolle ein außergewöhnliches Jahr mit dem Orchester verbracht und einhelliges Lob sowie große Begeisterung bei Kritikern...

BR plant Literatursendungen aus Kostengründen abzuschaffen

Die Intendanz des Bayerischen Fernsehens beabsichtige die Einstellung der letzten Literatursendungen des Bayerischen Fernsehens, „Lesezeichen“ und „Lido“, zum Ende des Jahres wegen Sparmaßnahmen. Das befürchten die Autoren dieser Sendungen und wenden sich in Appellen und einer Petition an die...

Gefährlicher Bayreuther „Tristan“: Merkel kippt vom Stuhl, Seehofer muss ins Krankenhaus

Nicht ein Schwächeanfall, sondern ein maroder Stuhl im Pausenlokal ließ die deutsche Kanzlerin bei der „Tristan“-Premiere in Bayreuth am vergangenen Samstag von eben diesem kippen. Nachdem zunächst das Gerücht die Runde gemacht hatte, Merkel habe einen Schwächeanfall erlitten, beeilte sich ihr...

Geiger des Leipziger Streichquartetts wird seit Monaten von US-Justiz festgehalten

Der Primarius des Leipziger Streichquartetts, Stefan Arzberger, sitzt seit 27. März 2015 in New York fest, weil die Justiz ihm Mordversuch an einer 64-jährigen Amerikanerin vorwirft. Arzberger war auf einer Konzertreise in Amerika unterwegs, als er in eine ebenso rätselhafte wie fatale Geschichte...

BR-Klassik mit deutlichem Hörerzuwachs

Die Klassik-Welle des Bayerischen Rundfunks BR-Klassik (vormals Bayern 4) kann bei der aktuellen Mediaanalyse des Hörfunks in Bayern ein deutliches Plus bei den Nutzerzahlen (UKW) verbuchen. Von 55.000 Hörern bei der letzten Analyse hat sich die Zahl auf nunmehr 91.000 Hörer in der Stunde beinahe...

Hindernis für Besucher der Bayreuther Festspiele: Bahn sperrt Strecke

Auf Hindernisse und Verzögerungen müssen sich Besucher der Bayreuther Festspiele in diesem Sommer einstellen, die mit der Bahn von Nürnberg anreisen. Vom 1. August bis zum 14. September sperrt die Bahn den Streckenabschnitt zwischen Nürnberg und Pegnitz in beiden Richtungen durchgehend. Das ist...

Oper Genf muss in Ausweichquartier - bietet aber eine spannende nächste Saison

Eine aufregende neue Saison steht dem Grand Théâtre de Genève bevor, die geprägt ist vom Umzug aus dem Theater an der Place de Neuve in die neu errichtete Opéra des Nations im Parc Rigot nahe des UNO-Geländes. Während das angestammte Haus zwei Jahre lang für Renovierungsarbeiten geschlossen ist,...

Katharina Wagner lädt BR-Journalisten wegen Nichtgefallen aus

Ohne weitere Angabe von Gründen hat die Leiterin der Bayreuther Festspiele, Katharina Wagner, ein vereinbartes Interview zur Neuinszenierung des „Tristan“ mit einem Hörfunk-Journalisten des BR abgelehnt. Sie möchte nicht mit diesem Journalisten sprechen, hieß es. 14-7-2015

Schola Cantorum Basiliensis erhält REMA Early Music Award

Der erstmalig zu vergebende REMA Early Music Award geht an die Schola Cantorum Basiliensis, einen Sonderpreis erhält das Hilliard Ensemble. Als Europäisches Netzwerk für Alte Musik vereinigt REMA (Réseau Européen de Musique Ancienne) 60 Organisationen und Festivals aus 21 Ländern, die auf Alte...

Jahrespreis der Schallplattenkritik für Igor Levit

Der Pianist Igor Levit ist in der ausverkauften Philharmonie Essen mit einem  Jahrespreis des PdSK (Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V.) geehrt worden. Die Verleihung fand am 4. Juli im Rahmen des Abschlusskonzertes des Klavier-Festivals Ruhr statt. Eleonore Büning, Vorsitzende des...

Bratscher des Artemis Quartetts Friedemann Weigle gestorben

Nach langer Krankheit und doch plötzlich ist der Bratscher Friedemann Weigle am vergangenen Wochenende verstorben. Weigle war Gründungsmitglied und 20 Jahre lang Bratscher des Petersen Quartetts, bevor er 2007 dem Artemis Quartett beitrat und mit diesem weltweit Erfolge feierte. Darüber hinaus war...

Will he stay or will he go? Noch ist offen, ob Petrenko parallel zu seinem Amt als Chef der Berliner Philharmoniker auch als GMD in München verlängert

Nach Auskunft des Bayerischen Kunstministeriums sind die Gespräche mit dem Dirigenten Kirill Petrenko über eine Verlängerung seines 2018 endenden Vertrags als GMD der Bayerischen Staatsoper parallel zu seinem neuen Posten als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker noch nicht abgeschlossen. Das...

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Samson im Muskelkostüm

Einstürzende Altbauten Foto: Lelli Masotti / Oper Rom

Charles Dutoit dirigiert „Samson et Dalila“ von Camille Saint-Saëns am Teatro dell’Opera di Roma. Carlus Padrissa von La Fura dels Baus inszeniert

(Rom, im April 2013) „Samson et Dalila“ von Camille Saint-Saëns ist eine Oper, die man leider nicht oft zu hören bekommt. Vor allem nicht in Italien, wo die französische Oper ein sehr stiefmütterliches Dasein fristet. Ob es sich um französische Opern des 18. oder des 19. Jahrhunderts handelt spielt dabei keine Rolle. Wenn französisch gesungen wird, bleiben viele italienische Opernfreunde daheim.

Es gehört also schon Mut dazu, an einem grossen Opernhaus wie in Rom eine der wichtigsten und sicherlich auch schwierigsten französischen Opern des 19. Jahrhunderts auf die Bühne zu bringen. Ein Werk, das auch, und das macht den ganzen musikalischen Reiz von „Samson et Dalila“ aus, von der leidenschaftlichen Auseinandersetzug für oder gegen die Musik Richard Wagners lebt.
Saint-Saëns war als Wagnerianer verschrien, als sogenannter „Wagnérien impéniten“, doch damit tut man dem Franzosen mehr als Unrecht. Sicherlich nähert sich seine Musik Wagner mehr als die von Bizet. Auch wenn Saint-Saëns leitmotivische Elemente verarbeitet und dem Orchester eine verstärkte Präsenz als in anderen zeitgenössischen französischen Opern einräumt, war er nie ein erklärter Anhänger Wagners.

Saint-Saëns suchte sich musikalisch einen eigenen Weg zwischen Wagner und der typisch französischen Musik seiner Zeit, und deshalb ist sein Hauptwerk musikalisch hoch interessant. Die Oper hatte übrigens nicht in Frankreich ihre Uraufführung, sondern, dank der Vermittlung von Franz Liszt, 1877 in Weimar. Der Komponist wurde stürmisch gefeiert.
Die Neuproduktion an der römischen Staatsoper war ein Risiko. Schon wegen des Orchesters. In der Regel tun sich italienische Orchester schwer mit französischer Musik. Den meisten italienischen Dirigenten gelingt es nicht, das nur scheinbar leichte der französischen Musik, ihr tonales Fließen adäquat umzusetzen.
Deshalb engagierte man Charles Dutoit. Obwohl kein junger Mann mehr, war seine Interpretation der Partitur meisterhaft. Ein großes Lob auch dem Orchester der römischen Staatsoper.

Die Besetzung war gut, mehr aber auch nicht. Aleksandrs Antonenko sang den Samson. Eine Stimme, die für einen Kraftprotz, der Tempel zum Einstürzen bringt, zu klein und zu unsicher war. Da nützte auch das Kostüm nichts: Carlus Padrissa von der spanischen Theatergruppe La Fura dels Baus hatte den Sänger in ein Muskelkostüm gesteckt, das an den Zeichentrickhelden Hulk erinnerte.
Olga Borodina interpretierte die Dalila. Sicherlich war die Borodina einmal ein wirklich guter dramatischer Mezzosopran. Die Rolle der Dalila sang sie weltweit, doch scheint ihre Stimme in vielen Momenten ein wenig wacklig geworden zu sein. Auch der ansonsten ausgezeichnete Chor der Staatsoper enttäuschte ein wenig: dass er französisch sang war nur zu erraten.

Interessant hingegen die Regie von Carlus Padrissa. Um Geld zu sparen, nutzte er Videoprojektionen. Das funktionierte ausgezeichnet. Kurios die Szene mit dem Siegesfest. Der Regisseur stellte sadomasochistische Folterszenen dar, die anscheinend an Pier Paolo Pasolinis Film „120 Tage von Salò“ erinnern sollten. Während in Pasolinis Film die Gefolterten nackt sind, sind sie in der Inszenierung Padrissas in hautfarbene und eng am Körper anliegende Gummianzüge gekleidet. Das wirkte doch recht albern, aber in Rom muß man immer noch und immer wieder auf das eher konservative Publikum Rücksicht nehmen, das bei einem nackten Körper auf der Bühne in der Regel mit einem erstaunten „Oh!“ reagiert.

Thomas Migge