Meldungen

Das 360-Grad-Orchester - Münchner Philharmoniker präsentieren kommende Saison

Noch dezentraler wolle man agieren, noch mehr Publikum auch jenseits der Abonnenten ansprechen, die internationale Präsenz verstetigen. Das ist die Zielrichtung, die Intendant Paul Müller zusammen mit dem Chefidirigenten Valery Gergiev auch für die nächste und die weiteren Saisons ausgegeben haben....

Bayreuther Festspiele starten Online-Verkauf

Am 12. Februar 2017, 14 Uhr, starten die Bayreuther Festspiele ihren Verkauf von Eintrittskarten für die Bayreuther Festspiele 2017 im Online-Soforterwerbs-Verfahren. Wie schon 2016 werden auch in diesem Jahr für sämtliche Aufführungen der diesjährigen Festspiele Eintrittskarten online...

Musikfest Wien 2017 präsentiert Gesamtwerk von Pierre Boulez

Alle Jahre gibt es zum Abschluss der Wiener Musiksaison im Frühsommer ein Musikfest, das zum ersten Mal 1947 abgehalten wurde. Es findet alternierend im Musikverein und im Konzerthaus statt. In diesem Jahr wurde die Ankündigung getrübt durch die Mitteilung, dass die Wiener Festwochen ihre seit 1953...

Leipziger Bach-Archiv erwirbt Autograph einer Bach-Kantate

Das Leipziger Bach-Archiv hat eine wertvolle Original-Handschrift von Johann Sebastian Bach erworben. Das teilte das Archiv mit. Bei der Handschrift handelt es sich um die Partitur der Kantate "O Ewigkeit, du Donnerwort", mit der Bach am 11. Juni 1724 seinen zweiten Leipziger Jahrgang von...

Liebreich wird Leiter des Richard-Strauss-Festivals in Garmisch-Partenkirchen

Mit großer Mehrheit bekannte sich der Gemeinderat der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen in der Sitzung vom 25. Januar klar zur Fortführung des Richard-Strauss-Festivals und zur Erhöhung des Etats. Dirigent Alexander Liebreich wurde zum künstlerischen Leiter des Festivals und Nachfolger von Ks....

Pierre-Laurent Aimard erhält Siemens Musikpreis 2017

Der internationale Ernst von Siemens Musikpreis geht 2017 an den französischen Pianisten Pierre-Laurent Aimard. Die Auszeichnung für ein Leben im Dienste der Musik ist mit 250.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet am 2. Juni 2017 im Münchner Prinzregententheater statt. Insgesamt vergibt die...

Komponisten protestieren gegen Arte wegen Streichung der Rihm-Uraufführung aus dem Konzert der Eröffnung der Elbphilarmonie

In einem offenen Brief der Bayerischen Akademie der Schönen Künste protestieren zahlreiche Musiker, Komponisten und andere Personen des Kulturlebens dagegen, dass das Werk „Reminiszenz“ von Wolfgang Rihm, das dieser für die Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie komponiert hat, bei der...

Umfrage zu den wichtigsten Komponisten des 21. Jahrhunderts - Georg Friedrich Haas am häufigsten genannt

Das italienische Magazin Classic Voice hat mehr als 100 Experten aus ganz Europa zu den wichtigsten Kompositionen des 21. Jahrhunderts befragt. Bei der Umfrage unter Dirigenten, Journalisten, Programmmachern und Musikwissenschaftlern wurden die Werke von Georg Friedrich Haas am häufigsten genannt,...

Eröffnung der Elbphillharmonie live auf Arte

Die Elbphilharmonie wird am 11. Januar als hochmodernes Konzerthaus in der Hamburger HafenCity eröffnet. Das NDR Elbphilharmonie Orchester und sein Chefdirigent Thomas Hengelbrock gestalten am Mittwoch, den 11. Januar 2017 ab 18.30 Uhr das erste Konzert im großen Saal des architektonischen...

Eröffnung der Elbphilharmonie - Übertragungen im Fernsehen, Radio und Internet

Am 11. und 12. Januar 2017 wird die Elbphilharmonie Hamburg eröffnet. Zu den Eröffnungskonzerten werden neben zahlreichen Gästen aus Kultur und Politik 1000 Gewinner einer internationalen Kartenverlosung erwartet. Wer nicht im Saal sitzt, kann die Veranstaltung im Fernsehen, Radio oder online live...

Villazón singt nicht mehr in South Pole

Rolando Villazón hat die Partie des Robert Falcon Scott in der Oper "South Pole" von Miroslav Srnka aus seinem Repertoire genommen. Das ließ der Tenor über die Bayerische Staatsoper mitteilen. Das Auftragswerk der Bayerischen Staatsoper hatte in Starbesetzung u.a. mit Thomas Hampson am...

Vertrag von Dominique Meyer an der Wiener Staatsoper wird nicht verlängert - Labelchef wird Nachfolger

Der Vertrag des Direktors der Wiener Staatsoper Dominique Meyer wird über 2020 nicht verlängert. Das gab das österreichische Kulturministerium bekannt. Meyer soll durch den Label-Manager und Journalisten Bogdan Roščić ersetzt werden. Eine Entscheidung, die in Österreich durchaus kontrovers...

Andrej Hermlin and his Swing Dance Orchestra zu Gast in München

Die Musik der amerikanischen Swinglegende Glenn Miller begeistert noch immer ein weltweites Publikum. Und wie bei den Comedian Harmonists gab und gibt es auch bei Millers Musik etliche Nachahmerformationen, die mal mehr mal weniger überzeugend den Klang des Originals kopieren. Eine klanglich und...

Hvorostovsky sagt Opernauftritte ab

Der russische Bariton Dmitri Hvorostovsky muss krankheitsbedingt seine Opernengagements in nächster Zukunft absagen. Das hat der Sänger über die Wiener Staatsoper bekannt gegeben, an der er häufig aufgetreten ist. Gleichgewichtsprobleme im Zusammenhang mit seiner Krankheit machten es ihm äußerst...

Anthony Bramall wird Chefdirigent des Münchner Gärtnerplatztheaters

Der englische Dirigent Anthony Bramall wird ab kommender Spielzeit neuer Chefdirigent des Münchner Gärtnerplatztheaters. Der aus London stammende Musiker, der gegenwärtig als stellvertretender GMD an der Oper Leipzig tätig ist, hat an der Guildhall School of Music and Drama zunächst Gesang...

Currentzis dirigiert räsonanz-Konzert in München

Im Rahmen der Konzertreihe der Ernst von Siemens Musikstiftung räsonanz – Stifterkonzerte kommen am 1. April 2017 Teodor Currentzis mit dem MusicAeterna Choir und dem Mahler Chamber Orchestra nach München. Der Chor aus Perm stellt sich damit zum ersten Mal in seiner Geschichte dem Münchner Publikum...

Erstmals Tage jüdischer Musik in Mecklenburg-Vorpommern

Ein fast vergessenes Kapitel der Geschichte und Gegenwart Mecklenburg-Vorpommerns wollen die Internationalen Tage jüdischer Musik aufschlagen: Vom 12. bis 14. Dezember 2016 lädt die erstmals stattfindende Veranstaltungsreihe ein, jüdisches Leben, Musik und Geschichte in MV an Originalschauplätzen –...

Wochenendseminar am Starnberger See: Komponisten in München

München war und ist eine der bedeutendsten Musikstädte der Welt. Hier lebten und wirkten musikalische Genies wie Wolfgang Amadeus Mozart, Richard Wagner oder Richard Strauss und prägten das musikalische Leben und den Ruf der Stadt. Nicht weniger als vier Wagner-Opern wurden in München uraufgeführt,...

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Ebenholz und französische Eiche

Quatuor Ébène Foto: Juliien Mignot

Mit dem Quatuor Ébène trat erstmals ein Streichquartett im kleinen Saal der Elbphilharmonie auf – auch in diesem Saal überzeugt die Akustik nicht uneingeschränkt

Von Klaus Kalchschmid

(Hamburg, 26. Januar 2017) Ein kleiner Schock trifft den Neuling, wenn er die „kleine Elbphilharmonie“ in Hamburg erstmals betritt, denn die Wände aus französischer Eiche unter einer hohen schwarzen Decke sind gefräst, als wären sie ein einziger Streuselkuchen oder gelbe Schwämme, wie man sie von alten Weinkellern kennt. Wird das Licht gedimmt, verstärkt sich das Gelb noch, aber weit größer ist die Überraschung, wenn das Quatuor Ébène (zu Deutsch: Ebenholz) die neue Streichquartett-Reihe der Elbphilharmonie eröffnet und Mozarts d-moll-Quartett KV 417b fast unhörbar leise beginnt. So fein schimmernd die Pianissimi in diesem klassisch rechteckigen Raum für bis zu 550 Besucher klingen, so verstörend ist alles andere, weil es so gut wie keinen Nachhall, also kaum räumlichen Klang gibt. Daher entsteht nie eine homogene Rundung der vier Streicher, und jeden einzelnen Musiker hört man auch als separate Stimme. Weil aber das Quatuor Ébène sowieso glasklar und strukturell durchleuchtend und oftmals fast ohne Vibrato spielt, stützt der Raum diese Interpretation nicht, sondern führt sie beinahe ad absurdum. Sowohl bei Spielern wie Hörern stellt sich fast etwas wie Beklemmung ein, so schön einzelne Momente im Leisen gelingen und der Röntgenblick auch neue Einsichten zu Tage fördert. Dabei wäre der Reichtum gerade dieses Quartetts mit seinem so vielgestaltigen finalen Variationensatz ein wunderbarer Einstieg für das Konzert.

Danach spielen die vier jungen Franzosen zum überhaupt ersten Mal öffentlich das f-moll-Quartett op. 95 von Ludwig van Beethoven. Und schenken weder sich noch uns irgendetwas, scheren sich auch nicht um die Akustik, die die herbe Attacke schnell hässlich und rau klingen lässt. Was Beethoven da in einem kaum mehr der klassischen viersätzigen Sonatensatzform gehorchenden, gleichsam durchkomponierten Stück immer wieder wie ein Vulkan ausbrechen lässt, ist nichts weniger als ein, wie das Programmheft süffisant bemerkt, „komponiertes Frustfoul“; soll heißen, Beethoven antwortete auf den Vorwurf, sein op. 59 sei „bizarr“ und „nicht fasslich“ nun wirklich mit einem Solitär, der schroffe Kanten aufweist und nur selten „verständlich“ ist – bis hin zum plötzlichen geradezu spöttisch klingenden Mendelssohn-Ton kurz vor Schluss, der zu sagen scheint: „Ha, Leute ich könnte auch anders, aber ich will es nicht!“

In der folgenden Pause im allzu vollen, allzu niedrigen Foyer ganz aus braunem Holz wird heftig über die Akustik diskutiert, später Plätze getauscht und sich gefreut auf das Ravel-Quartett, das ein Parade-Stück der Ébènes ist, von ihnen oft gespielt und gehört. Tatsächlich geschieht ein kleines Wunder! Liegt es daran, dass Pierre Colombet, Gabriel le Magadure, Raphaël Merlin und ihr neuer Bratscher Adrien Boisseau den Ravel schon beim „Blinde Date“ (zusammen mit Jazz) am gleichen Ort vor zwei Tagen gespielt hatten? Oder vertragen die raffinierten Harmonien und der Klangsensualismus dieses Stücks eine so trockene, ja spröde (Studio-)Akustik nicht nur, sondern ist sie ihnen sogar zuträglich? Jetzt endlich leuchten Akkorde, haben Linien plastische Kontur, spürt und hört man einen lebendigen Organismus. Auch die beiden launigen Piazzolla-Zugaben – darunter der berühmte Libertango – fühlen sich hörbar wohl in diesem Raum, und wir mit ihnen.

Am 6. Mai 2017 spielt das Quatuor Ébène fast dasselbe Programm im Münchner Herkulessaal. Dann steht statt Ravel das Debussy-Quartett auf dem Programm.