Meldungen

Münchner DANCE-Festival findet 2015 erstmals im Frühjahr statt

Die 14. Ausgabe des Internationalen Festivals für zeitgenössischen Tanz DANCE findet in diesem Jahr erstmals im Frühjahr statt. Vom 7. bis zum 17. Mai bietet es 20 Produktionen von Choreographen aus Japan, China, Frankreich, Belgien, Israel, Kanada, den USA und Deutschland. Der Fokus der von Nina...

Opernintendantin von Valencia Schmidt verhaftet

Die Intendantin des Opernhauses Valencia Helga Schmidt wurde Medienberichten zufolge gestern (20. Januar 2015) von der spanischen Polizei in Valencia verhaftet und von ihrem Dienst suspendiert. Als Grund werden finanzielle Unregelmäßigkeiten und Korruption genannt. Schmidt hatte das architektonisch...

Music for the one God: Drei Weltreligionen in einem Konzert

„Music for the one God“ ist der Titel des Konzertes am Sonntag, 18. Januar 2015 um 20.00 Uhr in der Philharmonie im Münchner Gasteig. Sakrale Musik des Judentums, des Christentums und des Islam erklingt unter der Gesamtleitung von Mehmet C. Yeşilçay eine Collage, in der ein sephardisches Gebet, ein...

KlassikInfo-Workshop „Schule des Hörens“

KlassikInfo bietet am 8. März 2015 von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr einen Tages-Workshop zum Thema „Schule des Hörens“ an. Das Gehör der Teilnehmer soll sensibilisiert werden, um unterschiedliche Interpretationen von Werken klassischer Musik wahrnehmen und auch eigenständig bewerten zu können....

Chor des BR erhält Bayerischen Staatspreis für Musik

Der Chor des Bayerischen Rundfunks wird mit dem Bayerischen Staatspreis für Musik 2015 in der Kategorie „Professionelles Musizieren“ geehrt. Der Bayerische Staatspreis für Musik würdigt Einzelpersönlichkeiten oder Musikensembles, die sich durch herausragende musikalische Leistungen oder innovative...

Seehofer: Wir bauen den Konzertsaal

Nun hat sich der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer doch wieder für einen neuen Konzertsaal in München ausgesprochen. Beim Neujahrsgespräch im Münchner Presseclub hat sich Seehofer bekenntnishaft zu Gunsten des Projekts geäußert.  „Wir bauen den Konzertsaal, weil ich der festen...

Nouvel bei Eröffnung der Pariser Philharmonie nicht anwesend

Der Architekt der neuen Philharmonie in Paris Jean Nouvel ist bei den in diesen Tagen stattfindenden Eröffnungskonzerten nicht anwesend. Er halte die Eröffnung der Philharmonie für verfrüht, ließ er die Zeitung Le Monde wissen. Es hätten noch akustische Test durchgeführt werden müssen, auch seien...

Neuer Preis für Nachwuchsmusiker im Bereich der zeitgenössischen Musik gestiftet

Im Rahmen der Luzern Festival Akademie fördert der «Fritz-Gerber-Award» ab 2015 jährlich drei junge Musikerinnen und Musiker im Bereich der zeitgenössischen, klassischen Musik. Der neue «Fritz-Gerber-Award» für junge, hochbegabte Musiker und Musikerinnen im Bereich der klassischen, zeitgenössischen...

Neue Philharmonie in Paris wird eröffnet

Heute Abend wird die neue Pariser Philharmonie mit einem Konzert des Orchestre de Paris unter Paavo Järvi eröffnet. Weitere Eröffnungskonzerte u.a. mit Lang Lang und Helene Grimaud schließen sich in den folgenden zwei Tagen an. Das neue Gebäude in der Cité de la musique wurde von Stararchitekt Jean...

Tage Alter Musik Regensburg sollen höhere Förderung erhalten

Die international renommierten Tage Alter Musik in Regensburg, die seit über 30 Jahren alljährlich an Pfingsten stattfinden, sollen zukünftig stärker von der Stadt gefördert werden. Dafür hat sich der Bürgermeister von Regensburg, Joachim Wolberg ausgesprochen und eine Anhebung der Fördersumme in...

Deutscher Bühnenverein: „Je suis Charlie“ - Die Freiheit der Kunst ist unantastbar

In einer Presseerklärung des Deutschen Bühnenvereins solidarisieren sich die Theater und Orchester in Deutschland nach dem Pariser Anschlag auf die Zeitung Charlie Hebdo mit der Bewegung „Je suis Charlie“. Wörtlich heißt es: "Die Theater und Orchester in Deutschland verurteilen aufs Schärfste...

Thomas Larcher erhält Elise L. Stoeger Preis

Der österreichische Komponist Thomas Larcher erhält den Elise L. Stoeger Preis der Chamber Music Society des Lincoln Center New York 2014-2015. Der Stoeger Preis ist mit 25.000 US-Dollar der höchstdotierte Preis im Bereich der Kammermusik und wird alle zwei Jahre als Würdigung bedeutender...

Statistik des Konzertbetriebs 2014: Dirigenten und Komponisten werden jünger

Das Durchschnittsalter der weltweit gefragtesten Dirigenten hat sich 2014 deutlich verringert. Zu diesem Ergebnis kommt eine weltweite statistische Erhebung des Musik-Magazins bachtrack.  Lag das Alter der Maestri 2010 noch bei 61 Jahren, so war es 2014 im Schnitt bei 50 Jahren. Auch die...

Waltraud Meier zum Ehrenmitglied der Berliner Staatsoper ernannt

Begleitet von standing ovations des Publikums wurde Waltraud Meier am 28. Dezember im Schiller Theater zum Ehrenmitglied der Staatsoper Unter den Linden ernannt. Zuvor hatte sie die Isolde in Richard Wagners "Tristan und Isolde" gesungen, zum allerletzten Mal in Berlin (danach noch ein...

Neuer Münchner Konzertsaal: Wortbruch Seehofers als Weihnachtsgeschenk?

Pressemeldungen zufolge will Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer entgegen früherer Zusagen nun doch keinen Konzertsaal-Neubau für München. Das berichtet die SZ heute (22.12.14). Es habe ein Gespräch zwischen der Stadtspitze und dem bayerischen Ministerpräsidenten gegeben, bei dem statt eines...

Yuval Weinberg gewinnt internationalen Chordirigentenwettbewerb Towards Polyphony

Yuval Weinberg hat den 6. International Choir Conducting Competition Towards Polyphony gewonnen. In insgesamt drei Wettbewerbsrunden präsentierten sich Chordirigenten bis einschließlich 30 Jahre u.a. mit dem NFM Wroclaw Filharmonic Choir und einer großen Bandbreite verschiedener Werk- und...

Musizieren fördert Schulerfolge vor allem von Jugendlichen aus weniger gebildeten Familien

Jugendliche, die schon in jungen Jahren Musikunterricht hatten, haben bessere Schulnoten als andere. Darüber hinaus sind sie gewissenhafter, offener und ehrgeiziger. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Untersuchung auf der Basis von Daten der Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) im...

Bewerbungsphase für die International Telekom Beethoven Competition Bonn 2015 beginnt

Bewerbungen für die International Telekom Beethoven Competition 2015 sind ab sofort möglich. Der Klavierwettbewerb findet vom 4. bis 12. Dezember 2015 in Bonn statt. Für die Teilnahme können sich bis zum 15. Mai Pianisten bewerben, die zum Zeitpunkt des Wettbewerbs zwischen 18 und 32 Jahre alt...

zum Archiv ->

Eine Musiklegende geht in Ruhestand

Alban Berg Quartett Foto: EMI

Das Wiener Alban Berg Quartett löst sich nach 37 Jahren auf

(Wien, Mai 2007) Das Alban Berg Quartett, seit 37 Jahren Garant für höchste künstlerische Qualität, wird in der kommenden Saison sein letztes Konzert geben. Dabei hatte das wohl renommierteste Kammermusik-Ensemble der Gegenwart nach dem Tod seines langjährigen Bratschisten Thomas Kakuska vor zwei Jahren mit Isabel Charisius gerade erst eine hervorragende junge Musikerin als Nachfolgerin gewinnen können.

"Wer sich aufs Quartettspiel einlässt, verschreibt sich seinen Kollegen mit Haut und Haar", sagt Valentin Erben. Seit der Gründung 1971 spielt er Cello im Alban Berg Quartett. Im nächsten Jahr, nach dann 37 Jahren Quartettzugehörigkeit, will Erben noch einmal zu neuen Ufern aufbrechen. Für Günther Pichler, den Primarius und Mitgründer des Alban Berg Quartetts, war das zunächst schwer zu verstehen: "Mich hat diese Entscheidung sehr überrascht - überwältigt, kann man sagen. Ich wusste von diesem Entschluss Wochen vor den anderen Mitgliedern des Quartetts und habe auch meinen Kollegen Erben gebeten, noch einmal darüber nachzudenken. Doch es blieb dabei. Aber wir waren dann alle der Meinung: Wenn es so ist, dann akzeptieren das - ohne Groll und ohne Ressentiments."

Aufhören wollte das Alban Berg Quartett schon vor zwei Jahren, als der langjährige Bratschist Thomas Kakuska verstarb. Ein Verlust, der es den anderen Quartettmitgliedern zunächst sehr schwer gemacht hatte. Denn ein Streichquartett ist eben nicht nur eine musikalische Zweckgemeinschaft, sondern auch ein kompliziertes soziales Beziehungsgeflecht, in dem es menschelt wie in einer langjährigen Ehe. Wenn da plötzlich einer fehlt, ist das, als würde ein sorgfältig austariertes Mobile plötzlich aus dem Gleichgewicht gebracht. Günther Pichler: "Thomas Kakuska war ja ein sehr farbiger Mensch, völlig anders, als er nach außen gewirkt hat. Aber er hat im Quartett eine gewisse Autorität gehabt, gerade weil er nur selten davon Gebrauch gemacht hat. Und dann seine Sprüche! Das war wunderbar, etwa wenn die Diskussionen zu lang wurden. Dann hieß es: Weißt wos, halt die Goschn und spiel im Takt. Da war dann nichts mehr zu entgegnen. Da war Ende der Diskussion. Naja, das kann ein anderer so nicht sagen."


Es war Kakuska selbst, der vor seinem Tod seine Kollegen ausdrücklich darum gebeten hatte, auch ohne ihn weiterzumachen. Und so suchte das Alban Berg Quartett - und fand die Bratschistin Isabel Charisius. Mit vollem Elan stürzte sie sich in die gemeinsame Arbeit. Doch die Phase der Eroberungen und Entdeckungen lag für die älteren Kollegen bereits viele Jahre zurück, wie Günther Pichler erzählt: "Wir haben unheimliches Glück gehabt, dass wir Isabel Charisius gefunden haben - und sicher war es auch für sie eine tolle Sache, in so kurzer Zeit eine Entwicklung mitzubekommen, die sozusagen das Ergebnis von jahrzehntelanger Arbeit ist. Aber ein junges Mitglied, das neu dazukommt, möchte andererseits doch auch alles völlig neu ausprobieren. Das ist aber nicht drin. Denn das Repertoire ist da, wir haben nicht mehr die Zeit - und die Energie, die wir damals aufgewendet haben, um neue Werke zu studieren."


Schon mit 18 Jahren war Günther Pichler unter Wolfgang Sawallisch Konzertmeister der Wiener Symphoniker geworden, mit Mitte 20 wurde er unter Karajan Konzertmeister der Wiener Philharmoniker. Als Primarius des Alban Berg Quartetts hat er die Kunst des Streichquartetts technisch auf einen neuen Stand geführt. Und da das Alban Berg Quartett in seiner unverwechselbaren Verbindung aus geistiger Durchdringung und Wienerischer Sinnlichkeit auch musikalisch auf allerhöchstem Niveau agierte, sind die meisten seiner zahlreichen Aufnahmen bis heute schlicht unübertroffen. Zeit also, sich endlich zurücklehnen? "Ich bin dann 50 Jahre im Beruf, bin 68, und wenn ich bedenke, dass ein Jahrhundertstern wie Jascha Heifetz, der ich ja nicht bin, mit 70 sein letztes Konzert gegeben hat, dann denk' ich mir, dass das vielleicht gar keine schlechte Zeit zum Aufhören ist. Trotzdem sehen wir bei jedem Konzert dieser Situation mit Wehmut entgegen. Mein Gott: Noch einmal München! Und um nicht zu sentimental zu werden, was uns als Wahlwienern ja nahe läge, haben wir unsere Abschiedskonzerte nach Buenos Aires verlegt, ins Teatro Colón, das wir sehr lieben,  um uns dort zu verabschieden - endgültig."
Bernhard Neuhoff