Meldungen

(K)Ein Schildbürgerstreich: München soll nicht einen, sondern zwei neue Konzertsäle bekommen

Diese Meldung in der Münchner Lokalpresse setzt einer über zehnjährigen Debatte um einen möglichen neuen Konzertsaal für München mit endlosen Reden und Gegenreden von unterschiedlichster Seite nun doch die Krone auf: München soll nicht einen, sondern möglicherweise zwei neue Konzertsäle bekommen....

Peter Ruzicka wird Geschäftsführer der Salzburger Osterfestspiele

Der Komponist und Dirigent und ehemalige Intendant der Salzburger Festspiele Peter Ruzicka wurde zum neuen Alleinge­schäftsführer der Osterfestspiele Salzburg ab 1. Juli 2015 ernannt.
Peter Ruzicka konnte sich nach einer internationalen Ausschreibung in einem mehrstufigen Auswahlverfahren...

Echo-Klassik-Preisträger 2014 veröffentlichen Appell für Frieden und Toleranz

19 Preisträger des diesjährigen Echo-Klassik-Preises haben einen Appell an ihr Publikum gerichtet, in dem sie dafür werben, sich für Frieden und Toleranz in der Welt stark zu machen und die Werte des humanistischen Erbes und der Musik zu verteidigen. Die Unterzeichner des Aufrufs: Anna...

Verschleierte Frau mußte Pariser Oper verlassen

Weil sie einen Ganzkörperschleier trug, mußte eine Besucherin einer Aufführung der "Traviata" an der Pariser Bastille-Oper das Haus während der Vorstellung verlassen. Choristen hatten sich geweigert weiterzusingen, solange die Frau ihren Schleier anbehält. Die Frau wurde vor die Wahl...

Barrie Kosky verlängert an der Komischen Oper

Barrie Kosky bleibt bis einschließlich der Spielzeit 2021/22 Intendant und Chefregisseur der Komischen Oper Berlin. Der Australier, der das Opernhaus an der Behrenstraße seit 2012 leitet, verlängert den bis 2017 laufenden Vertrag um weitere fünf Jahre. Der Stiftungsrat der Stiftung Oper in Berlin...

Nikolaus Harnoncourt erhält ECHO Klassik für Lebenswerk

Nikolaus Harnoncourt, vielfach ausgezeichneter Wegbereiter der historischen Aufführungspraxis, Dirigent, Ensemblegründer, Festivalmitbegründer, Musikpädagoge und Autor vielbeachteter Veröffentlichungen, wird für sein Lebenswerk mit dem ECHO Klassik ausgezeichnet. „Nikolaus Harnoncourt hat mit...

Welser-Möst verlängert beim Cleveland Orchestra bis 2022

Der Dirigent Franz Welser-Möst, der gerade auf spektakuläre Weise seinen Posten als Musikchef der Wiener Staatsoper gekündigt hat (siehe KlassikInfo), hat jetzt seinen Vertrag beim Cleveland Orchestra verlängert. Welser-Möst ist seit 2002 Musikdirektor des amerikanischen Orchesters, das nach dem...

Daniele Gatti übernimmt Leitung des Concertgebouw Orchestra

Der italienische Dirigent Daniele Gatti wird neuer Chefdirigent des Concergebouw Orchestra Amsterdam. Er löst 2016 Mariss Jansons ab, der die Leitung des berühmtesten niederländischen Orchesters aus Gesundheitsgründen abgibt.
Gatti ist seit September 2008 musikalischer Leiter des Orchestre...

Peter Gülke wird Chefdirigent der Brandenburger Symphoniker

Der Dirigent Peter Gülke wird neuer Chefdirigent der Brandenburger Symphoniker. Er tritt sein Amt 2015 in Brandenburg an der Havel an, und folgt damit auf Michael Helmrath, dessen Vertrag zum Sommer 2015 endet. Peter Gülke wurde 1934 in Weimar geboren. Er studiert Violoncello und...

Bayerische Staatsoper ist der große Gewinner der Kritikerumfrage der Zeitschrift Opernwelt

Die Bayerische Staatsoper ist der große Gewinner der Kritikerumfrage der Zeitschrift "Opernwelt" unter fünfzig unabhängigen Musikkritikern in Europa und den USA. Das Theater wurde zum Opernhaus des Jahres 2014 gewählt, ihr GMD Kirill Petrenko zum Dirigenten des Jahres, das...

Milica Djordjević erhält Belmont-Preis

Die serbische Komponistin Milica Djordjević erhält den mit 20.000 € dotierten Belmont-Preis 2015 für zeitgenössische Musik der Forberg-Schneider-Stiftung. Mit ihr wird eine junge Komponistin ausgezeichnet, deren künstlerische Entwicklung und Karriere die Stiftung seit nunmehr drei Jahren...

Künstler und Kunstermöglicher: Markus Hinterhäuser erhält Musikpreis des Heidelberger Frühling

Der österreichische Pianist und Kulturmanager Markus Hinterhäuser erhält den mit 10.000 Euro dotierten Musikpreis des Heidelberger Frühling 2015. Das gleichnamige Musikfestival vergibt die Auszeichnung jährlich im Wechsel an einen Kulturschaffenden oder einen Kulturjournalisten, der sich...

Christopher Hogwood gestorben

Als Gründer und Leiter der Academy of Ancient Music war der Dirigent Christopher Hogwood einer der wichtigsten Vertreter der historische Aufführungspraxis. Jetzt ist Hogwood im Alter von 73 Jahren in Cambridge gestorben.
Hogwoods Aufnahmen gehören zum Besten, was diese Richtung der...

Die Carl Bechstein Stiftung stiftet Klaviere für Schulen

In Berlins Schulen wird verstärkt Klavier gespielt, nachdem die Carl Bechstein Stiftung im vergangenen Jahr allein 40 Klaviere in Schulen der Hauptstadt aufgestellt hat – in diesen Tagen werden weitere ausgeliefert. Die Förderung des Klavierspiels ist Zweck der noch jungen Stiftung, die ihr...

Muti verlässt die Oper Rom

Riccardo Muti gibt sein Amt als Erster Dirigent der römischen Oper auf. Der 73-jährige italienische Dirigent hatte den Posten sechs Jahr inne und während dieser Zeit versucht, dem finanziell angeschlagenen Haus wieder ein künstlerisches Profil zu geben. Muti zieht sich Presseberichten zufolge auch...

Deutscher Musikrat: Freihandelsabkommen bedroht deutsche Kulturförderung

Neben den internationalen TTIP und CETA stellt vor allem das „Trade in Services Agreement“ (Abkommen zum Handel mit Dienstleistungen; kurz TISA) eine Bedrohung für das Kulturleben in Deutschland dar. Ziel des Abkommens ist der Abbau von Handelshemmnissen im Dienstleistungssektor. Der...

Gefahr für die Freiheit der Kunst: Deutscher Bühnenverein protestiert gegen Berufung von Tibor Navracsics zum EU-Kommissar für Kultur

Den Vorschlag von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, den jetzigen ungarischen Außenminister Tibor Navracsics zum EU-Kommissar für Bildung, Jugend, Kultur und Bürgergesellschaft zu berufen, stößt beim Deutschen Bühnenverein auf scharfe Ablehnung. „Es kann nicht sein, dass ein Politiker wie...

Krise an der Wiener Staatsoper weitet sich aus: Auch de Billy zieht sich als Dirigent zurück

Nach der Kündigung von Franz Welser-Möst als Musikdirektor der Wiener Staatsoper in der vergangenen Woche hat nun auch der Dirigent Betrand de Billy bekanntgegeben, an dem Haus künftig nicht mehr arbeiten zu wollen. Als Grund nannte de Billy den Direktor Dominique Meyer, dem er "Unehrlichkeit...

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Eine Musiklegende geht in Ruhestand

Alban Berg Quartett Foto: EMI

Das Wiener Alban Berg Quartett löst sich nach 37 Jahren auf

(Wien, Mai 2007) Das Alban Berg Quartett, seit 37 Jahren Garant für höchste künstlerische Qualität, wird in der kommenden Saison sein letztes Konzert geben. Dabei hatte das wohl renommierteste Kammermusik-Ensemble der Gegenwart nach dem Tod seines langjährigen Bratschisten Thomas Kakuska vor zwei Jahren mit Isabel Charisius gerade erst eine hervorragende junge Musikerin als Nachfolgerin gewinnen können.

"Wer sich aufs Quartettspiel einlässt, verschreibt sich seinen Kollegen mit Haut und Haar", sagt Valentin Erben. Seit der Gründung 1971 spielt er Cello im Alban Berg Quartett. Im nächsten Jahr, nach dann 37 Jahren Quartettzugehörigkeit, will Erben noch einmal zu neuen Ufern aufbrechen. Für Günther Pichler, den Primarius und Mitgründer des Alban Berg Quartetts, war das zunächst schwer zu verstehen: "Mich hat diese Entscheidung sehr überrascht - überwältigt, kann man sagen. Ich wusste von diesem Entschluss Wochen vor den anderen Mitgliedern des Quartetts und habe auch meinen Kollegen Erben gebeten, noch einmal darüber nachzudenken. Doch es blieb dabei. Aber wir waren dann alle der Meinung: Wenn es so ist, dann akzeptieren das - ohne Groll und ohne Ressentiments."

Aufhören wollte das Alban Berg Quartett schon vor zwei Jahren, als der langjährige Bratschist Thomas Kakuska verstarb. Ein Verlust, der es den anderen Quartettmitgliedern zunächst sehr schwer gemacht hatte. Denn ein Streichquartett ist eben nicht nur eine musikalische Zweckgemeinschaft, sondern auch ein kompliziertes soziales Beziehungsgeflecht, in dem es menschelt wie in einer langjährigen Ehe. Wenn da plötzlich einer fehlt, ist das, als würde ein sorgfältig austariertes Mobile plötzlich aus dem Gleichgewicht gebracht. Günther Pichler: "Thomas Kakuska war ja ein sehr farbiger Mensch, völlig anders, als er nach außen gewirkt hat. Aber er hat im Quartett eine gewisse Autorität gehabt, gerade weil er nur selten davon Gebrauch gemacht hat. Und dann seine Sprüche! Das war wunderbar, etwa wenn die Diskussionen zu lang wurden. Dann hieß es: Weißt wos, halt die Goschn und spiel im Takt. Da war dann nichts mehr zu entgegnen. Da war Ende der Diskussion. Naja, das kann ein anderer so nicht sagen."


Es war Kakuska selbst, der vor seinem Tod seine Kollegen ausdrücklich darum gebeten hatte, auch ohne ihn weiterzumachen. Und so suchte das Alban Berg Quartett - und fand die Bratschistin Isabel Charisius. Mit vollem Elan stürzte sie sich in die gemeinsame Arbeit. Doch die Phase der Eroberungen und Entdeckungen lag für die älteren Kollegen bereits viele Jahre zurück, wie Günther Pichler erzählt: "Wir haben unheimliches Glück gehabt, dass wir Isabel Charisius gefunden haben - und sicher war es auch für sie eine tolle Sache, in so kurzer Zeit eine Entwicklung mitzubekommen, die sozusagen das Ergebnis von jahrzehntelanger Arbeit ist. Aber ein junges Mitglied, das neu dazukommt, möchte andererseits doch auch alles völlig neu ausprobieren. Das ist aber nicht drin. Denn das Repertoire ist da, wir haben nicht mehr die Zeit - und die Energie, die wir damals aufgewendet haben, um neue Werke zu studieren."


Schon mit 18 Jahren war Günther Pichler unter Wolfgang Sawallisch Konzertmeister der Wiener Symphoniker geworden, mit Mitte 20 wurde er unter Karajan Konzertmeister der Wiener Philharmoniker. Als Primarius des Alban Berg Quartetts hat er die Kunst des Streichquartetts technisch auf einen neuen Stand geführt. Und da das Alban Berg Quartett in seiner unverwechselbaren Verbindung aus geistiger Durchdringung und Wienerischer Sinnlichkeit auch musikalisch auf allerhöchstem Niveau agierte, sind die meisten seiner zahlreichen Aufnahmen bis heute schlicht unübertroffen. Zeit also, sich endlich zurücklehnen? "Ich bin dann 50 Jahre im Beruf, bin 68, und wenn ich bedenke, dass ein Jahrhundertstern wie Jascha Heifetz, der ich ja nicht bin, mit 70 sein letztes Konzert gegeben hat, dann denk' ich mir, dass das vielleicht gar keine schlechte Zeit zum Aufhören ist. Trotzdem sehen wir bei jedem Konzert dieser Situation mit Wehmut entgegen. Mein Gott: Noch einmal München! Und um nicht zu sentimental zu werden, was uns als Wahlwienern ja nahe läge, haben wir unsere Abschiedskonzerte nach Buenos Aires verlegt, ins Teatro Colón, das wir sehr lieben,  um uns dort zu verabschieden - endgültig."
Bernhard Neuhoff