Meldungen

Yuval Weinberg gewinnt internationalen Chordirigentenwettbewerb Towards Polyphony

Yuval Weinberg hat den 6. International Choir Conducting Competition Towards Polyphony gewonnen. In insgesamt drei Wettbewerbsrunden präsentierten sich Chordirigenten bis einschließlich 30 Jahre u.a. mit dem NFM Wroclaw Filharmonic Choir und einer großen Bandbreite verschiedener Werk- und...

Musizieren fördert Schulerfolge vor allem von Jugendlichen aus weniger gebildeten Familien

Jugendliche, die schon in jungen Jahren Musikunterricht hatten, haben bessere Schulnoten als andere. Darüber hinaus sind sie gewissenhafter, offener und ehrgeiziger. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Untersuchung auf der Basis von Daten der Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) im...

Bewerbungsphase für die International Telekom Beethoven Competition Bonn 2015 beginnt

Bewerbungen für die International Telekom Beethoven Competition 2015 sind ab sofort möglich. Der Klavierwettbewerb findet vom 4. bis 12. Dezember 2015 in Bonn statt. Für die Teilnahme können sich bis zum 15. Mai Pianisten bewerben, die zum Zeitpunkt des Wettbewerbs zwischen 18 und 32 Jahre alt...

Metzmacher wird Intendant der KunstFestSpiele Herrenhausen

Ingo Metzmacher, der frühere Generalmusikdirektor der Hamburgischen Staatsoper und Chefdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin, soll ab 2016 neuer Intendant der KunstFestSpiele Herrenhausen werden. Der international renommierte Dirigent und gebürtige Hannoveraner soll die künstlerische...

Deutsche Theater- und Orchesterlandschaft ist UNESCO-Kulturerbe

Die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft wurde in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen. Das Expertenkomitee würdigt die Deutsche Theater- und Orchesterlandschaft "mit ihren historisch gewachsenen regionalen Strukturen als Ausdruck lebendiger...

Kritik an Anna Netrebkos prorussischem Auftritt in Donezk

Der Auftritt Anna Netrebkos in der ostukrainischen Stadt Donezk, als sie bei der Überreichung einer Geldspende für die dortige Oper mit dem Separatistenführer Zarjow für ein Foto posierte, hat weltweit Kritik ausgelöst. Die Austrian Airlines haben daraufhin einen Werbeclip mit der Sopranistin von...

Leuchttürme kultureller Bildung: Bayern vergibt Preis für Buchhandlungen

Bayerns Wissenschaftsministerium schreibt 2015 erstmals den Bayerischen Buchhandelspreis aus. „Der Freistaat Bayern will mit diesem Preis die außergewöhnliche Leistung fördern, die viele Buchhandlungen vor Ort für die kulturelle Bildung erbringen“, begründete Minister Ludwig Spaenle heute in...

Rundfunkrat und Verwaltungsrat des BR unterstützen Pläne des Intendanten für neuen Münchner Konzertsaal

In der Münchner Konzertsaal-Diskussion unterstützen die Aufsichtsgremien des Bayerischen Rundfunks den Intendanten Ulrich Wilhelm und den Chefdirigenten des BR-Symphonieorchesters, Mariss Jansons, in ihrem Bemühen um einen zusätzlichen Saal. Nach einer hierzu einstimmig verabschiedeten Resolution...

Neustart für die Salle Modulable in Luzern

Die Stiftung Salle Modulable und Butterfield Trust haben heute den Neustart für ein modular aufgebautes Opernhaus in Luzern bekanntgegeben. Die beiden Parteien haben eine Vereinbarung unterzeichnet, mit der die rechtliche Auseinandersetzung um das Projekt beendet wird und die Parameter für die...

Direktoren-Karussell bei den Bayreuther Festspiele

Nachdem der bisherige technische Direktor der Bayreuther Festspiele Karlheinz Matitschka vorzeitig in den Ruhestand ging, hätte eigentlich sein Stellvertreter Andreas von Graffenried den Posten übernehmen sollen. Doch der winkte ab. Er werde die Festspiele verlassen, hieß es in Berichten der...

Bartoli verlängert Vertrag bei den Salzburger Pfingstfestspielen bis 2021

Cecilia Bartoli hat ihren Vertrag als künstlerische Leiterin der Salzburger Pfingstfestspiele bis 2021 verlängert.
Cecilia Bartoli: "Ich bin überglücklich und dankbar als Künstlerische Leiterin der Pfingstfestspiele auch zukünftig Musik und Kunst in der großartigen Stadt Salzburg...

Wertschöpfung des Festspielhauses Baden-Baden für die Stadt liegt bei jährlich 49 Millionen Euro

Das Festspielhaus Baden-Baden konnte seine wirtschaftliche Bedeutung für die Stadt Baden-Baden in den vergangenen fünf Jahren weiter steigern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität St. Gallen, die Baden-Badens Oberbürgermeisterin Margret Mergen und Festspielhaus-Geschäftsführer...

Sebastian Weigle verlängert als Generalmusikdirektor in Frankfurt bis 2023

Der Leiter des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters Sebastian Weigle hat seinen Vertrag bis 2023 verlängert. Weigle hat die Position seit der Saison 2008/09 inne. Der gebürtige Berliner begann seine Karriere als Hornist in der Berliner Staatsoper unter Daniel Barenboim, war dann an dem...

Kirill Petrenko dirigiert den Rosenkavalier an der Wiener Staatsoper

Kirill Petrenko kehrt nach vier Jahren an die Wiener Staatsoper zurück und dirigiert ab Donnerstag, 20. November 2014 erstmalig Richard Strauss’ "Rosenkavalier" im Haus am Ring. Unter seiner musikalischen Leitung stellt sich Alice Coote als Octavian erstmals dem Staatsopernpublikum vor....

Münchner Philharmoniker bieten Konzertübertragungen im Livestream an

Die Münchner Philharmoniker starten in ihre Video-Livestream-Saison 2014/15 mit einer Konzertübertragung am Samstag, den 22.11.2014, 19:00 Uhr  aus der Philharmonie im Gasteig in München. Auf dem Programm stehen Mozarts Symphonie Nr. 31 D-Dur „Pariser Symphonie“, Mendelssohn Bartholdys...

BR-Intendant Wilhelm fordert Beschluss für neuen Münchner Konzertsaal im Finanzgarten

Der Intendant des Bayerischen Rundfunks Ulrich Wilhelm hat sich für einen neuen Münchner Konzertsaal auf dem Areal des sogenannten Finanzgartens in der Nähe des Odeonsplatzes ausgesprochen. In einem Interview mit der SZ und in einem Beitrag des BR äußerte er den Wunsch, nach den langen...

Meese darf nicht in Bayreuth inszenieren – knickt die Festspielleitung vor dem Publikum ein?

Der Aktionskünstler Jonathan Meese wird nun doch nicht 2016 den „Parsifal“ in Bayreuth inszenieren. Die Festspiele haben den Künstler ausgeladen, angeblich weil sein Bühnenkonzept zu teuer sei, heißt es. Die Absage reiht sich nahtlos ein in eine ganze Liste spektakulärer Umbesetzungen von...

Met kürzt Gagen der Stars

Die in finanzielle Schieflage geratene Metropolitan Opera in New York hat nach den Gehältern ihrer Mitarbeiter nun auch die Gagen der Star-Sänger gekürzt. Das berichtet die New York Times. Betroffen davon seine  die Gagen von Stars wie Anna Netrebko, Renee Fleming oder Placido Domingo, die an...

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Eine Musiklegende geht in Ruhestand

Alban Berg Quartett Foto: EMI

Das Wiener Alban Berg Quartett löst sich nach 37 Jahren auf

(Wien, Mai 2007) Das Alban Berg Quartett, seit 37 Jahren Garant für höchste künstlerische Qualität, wird in der kommenden Saison sein letztes Konzert geben. Dabei hatte das wohl renommierteste Kammermusik-Ensemble der Gegenwart nach dem Tod seines langjährigen Bratschisten Thomas Kakuska vor zwei Jahren mit Isabel Charisius gerade erst eine hervorragende junge Musikerin als Nachfolgerin gewinnen können.

"Wer sich aufs Quartettspiel einlässt, verschreibt sich seinen Kollegen mit Haut und Haar", sagt Valentin Erben. Seit der Gründung 1971 spielt er Cello im Alban Berg Quartett. Im nächsten Jahr, nach dann 37 Jahren Quartettzugehörigkeit, will Erben noch einmal zu neuen Ufern aufbrechen. Für Günther Pichler, den Primarius und Mitgründer des Alban Berg Quartetts, war das zunächst schwer zu verstehen: "Mich hat diese Entscheidung sehr überrascht - überwältigt, kann man sagen. Ich wusste von diesem Entschluss Wochen vor den anderen Mitgliedern des Quartetts und habe auch meinen Kollegen Erben gebeten, noch einmal darüber nachzudenken. Doch es blieb dabei. Aber wir waren dann alle der Meinung: Wenn es so ist, dann akzeptieren das - ohne Groll und ohne Ressentiments."

Aufhören wollte das Alban Berg Quartett schon vor zwei Jahren, als der langjährige Bratschist Thomas Kakuska verstarb. Ein Verlust, der es den anderen Quartettmitgliedern zunächst sehr schwer gemacht hatte. Denn ein Streichquartett ist eben nicht nur eine musikalische Zweckgemeinschaft, sondern auch ein kompliziertes soziales Beziehungsgeflecht, in dem es menschelt wie in einer langjährigen Ehe. Wenn da plötzlich einer fehlt, ist das, als würde ein sorgfältig austariertes Mobile plötzlich aus dem Gleichgewicht gebracht. Günther Pichler: "Thomas Kakuska war ja ein sehr farbiger Mensch, völlig anders, als er nach außen gewirkt hat. Aber er hat im Quartett eine gewisse Autorität gehabt, gerade weil er nur selten davon Gebrauch gemacht hat. Und dann seine Sprüche! Das war wunderbar, etwa wenn die Diskussionen zu lang wurden. Dann hieß es: Weißt wos, halt die Goschn und spiel im Takt. Da war dann nichts mehr zu entgegnen. Da war Ende der Diskussion. Naja, das kann ein anderer so nicht sagen."


Es war Kakuska selbst, der vor seinem Tod seine Kollegen ausdrücklich darum gebeten hatte, auch ohne ihn weiterzumachen. Und so suchte das Alban Berg Quartett - und fand die Bratschistin Isabel Charisius. Mit vollem Elan stürzte sie sich in die gemeinsame Arbeit. Doch die Phase der Eroberungen und Entdeckungen lag für die älteren Kollegen bereits viele Jahre zurück, wie Günther Pichler erzählt: "Wir haben unheimliches Glück gehabt, dass wir Isabel Charisius gefunden haben - und sicher war es auch für sie eine tolle Sache, in so kurzer Zeit eine Entwicklung mitzubekommen, die sozusagen das Ergebnis von jahrzehntelanger Arbeit ist. Aber ein junges Mitglied, das neu dazukommt, möchte andererseits doch auch alles völlig neu ausprobieren. Das ist aber nicht drin. Denn das Repertoire ist da, wir haben nicht mehr die Zeit - und die Energie, die wir damals aufgewendet haben, um neue Werke zu studieren."


Schon mit 18 Jahren war Günther Pichler unter Wolfgang Sawallisch Konzertmeister der Wiener Symphoniker geworden, mit Mitte 20 wurde er unter Karajan Konzertmeister der Wiener Philharmoniker. Als Primarius des Alban Berg Quartetts hat er die Kunst des Streichquartetts technisch auf einen neuen Stand geführt. Und da das Alban Berg Quartett in seiner unverwechselbaren Verbindung aus geistiger Durchdringung und Wienerischer Sinnlichkeit auch musikalisch auf allerhöchstem Niveau agierte, sind die meisten seiner zahlreichen Aufnahmen bis heute schlicht unübertroffen. Zeit also, sich endlich zurücklehnen? "Ich bin dann 50 Jahre im Beruf, bin 68, und wenn ich bedenke, dass ein Jahrhundertstern wie Jascha Heifetz, der ich ja nicht bin, mit 70 sein letztes Konzert gegeben hat, dann denk' ich mir, dass das vielleicht gar keine schlechte Zeit zum Aufhören ist. Trotzdem sehen wir bei jedem Konzert dieser Situation mit Wehmut entgegen. Mein Gott: Noch einmal München! Und um nicht zu sentimental zu werden, was uns als Wahlwienern ja nahe läge, haben wir unsere Abschiedskonzerte nach Buenos Aires verlegt, ins Teatro Colón, das wir sehr lieben,  um uns dort zu verabschieden - endgültig."
Bernhard Neuhoff