Meldungen

Die Orpheum-Musikstiftung feiert mit eigener CD-Serie ihr 25jähriges Jubiläum

Die in Zürich beheimatete Orpheum-Stiftung zur Förderung junger Solisten startet aus Anlass ihres 25-jährigen Bestehens in diesem Jahr eine eigene CD-Reihe. Geplant sind Aufnahmen mit von der Stiftung unterstützten Nachwuchstalenten, die in Kooperation mit Sony Music entstehen und den Musikern als...

Aufblasbare Konzerthalle des Luzern Festivals mit Preis ausgezeichnet

Das Projekt der mobilen Konzerthalle "Luzern Festival Ark Nova" ist im Rahmen der internationalen Konferenz Classical:NEXT mit dem Innovation Award ausgezeichnet worden. Eine internationale Jury von Musikjournalisten und Bloggern aus insgesamt 14 Ländern nominierte insgesamt 21...

Musikalische Grundschulen verbessern seit zehn Jahren Bildungschancen von Kindern

Musik in allen Fächern und zu jeder Gelegenheit: Das verbessert die Unterrichtsqualität, stärkt die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und erzeugt ein besseres Schulklima. Das ist das Ergebnis des Projekts "Musikalische Grundschule", das 2005 ins Leben gerufen wurde und seitdem rund...

Seehofer stellt 250 Millionen für neuen Münchner Konzertsaal in Aussicht

Bei einer Sitzung der CSU-Landtagsfraktion hat sich der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer erneut für den Bau eines neuen Münchner Konzertsaals ausgesprochen und die Summe von 250 Millionen dafür in Aussicht gestellt. Das meldet die SZ. Die Zusage sei sogar mit einer Ausweitung der...

Cambreling bleibt bis 2018 GMD der Staatsoper Stuttgart

Im Anschluss an das 6. Sinfoniekonzert des Staatsorchesters Stuttgart am Montag, 18. Mai 2015, in der Liederhalle teilte Sylvain Cambreling den Musikern mit, dass er seinen Vertrag als Generalmusikdirektor der Oper Stuttgart bis 2018 verlängert habe. „Ich freue...

Das größte Kammermusikfestival der Welt im kanadischen Ottawa auf neuen Wegen

Das größte Kammermusikfestival der Welt findet in der kanadischen Hauptstadt Ottawa statt. Die Vertreter des Festivals und Ottawas sind jedenfalls überzeugt davon, dass das alljährliche „Ottawa International Chamber Music Festival“ mit seinen über einhundert Konzerten in der letzten Juli- und...

70 Jahre Bamberger Symphoniker, 16 Jahre Chefdirigent Jonathan Nott - die Saison 2015/2016

Die Konzertsaison 2015/2016 der Bamberger Symphoniker, die Intendant Marcus Rudolf Axt und Chefdirigent Jonathan Nott jetzt vorstellten, steht im Zeichen eines besonderen Jubiläums: Im März 2016 begeht das Orchester seinen 70. Geburtstag. Außerdem ist die kommende Saison die letzte Spielzeit der...

Wahl des neuen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker kann bis zu 12 Monate dauern

Nach der ergebnislosen Wahl eines neuen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker gestern werden die Musiker die Wahl fortsetzen, wie es in einer Presseerklärung des Orchesters heißt.
Orchestervorstand Peter Riegelbauer: „Nach einer Orchesterversammlung, die 11 Stunden gedauert hat, sind wir...

Die Wahl des neuen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker blieb ohne Ergebnis

"Die Wahl des neuen @BerlinPhil-Chefdirigenten ist ohne Ergebnis geblieben." Das twitterten die Berliner Philharmoniker gegen 21.30 Uhr, also beinahe 12 Stunden nach dem Beginn des Abstimmungsprozesses für einen neuen Chefdirigenten. Die Pressestelle schickte eine entsprechende Meldung...

Mariss Jansons verlängert beim Symphonieorchestester des BR bis 2021 - Entscheidung gegen Berlin?

Mariss Jansons bleibt bis 2021 Chefdirigent von Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Darauf hätten sich der Dirigent und der Intendant des Bayerischen Rundfunks, Ulrich Wilhelm, verständigt, gab der BR heute bekannt. Vorausgegangen war ein orchesterinterner...

Christine Schäfer verlängert ihr Sabbatical

Die Sopranistin Christine Schäfer wird ihre im Spätsommer 2014 begonnene Auszeit von Bühnenauftritten fortsetzen. Wie die Händel-Festspiele in Halle mitteilen, hat die Sängerin ihren für den 11. Juni geplanten Auftritt abgesagt. Sie habe ihr Sabbatical auf „unbestimmte Zeit“ verlängert und alle...

BR-Klassik und Radio Fritz erhalten erstmals vergebenen Radiokulturpreis der GEMA

BR-Klassik und Radio Fritz erhalten den Radiokulturpreis der GEMA. Die erstmals vergebene Auszeichnung würdigt Hörfunkwellen, die sich in besonderer Weise der Förderung der Musikkultur verschrieben haben und maßgeblich dazu beitragen, eine lebendige Musikkultur in Deutschland zu ermöglichen. Die...

"Erheblicher Schaden" für das Musikleben Münchens

In ungeschminkter Deutlichkeit hat eine Arbeitsgruppe des Landes Bayern und der Stadt München die negativen Konsequenzen eines möglichen Gasteig-Umbaus und einer darauffolgenden Doppelnutzung des Saals und des Herkulessaals durch die Münchner Philharmoniker, das Symphonieorchesters des BR sowie...

Flimm und Barenboim stellen Programm der kommenden Saison der Berliner Staatsoper vor – 2017 soll die Lindenoper wieder bespielt werden

(Berlin, 27. April 2015) Auf der heutigen Pressekonferenz der Berliner Staatsoper stellten Intendant Jürgen Flimm und Generalmusikdirektor Daniel Barenboim das Programm der Spielzeit 2015/2016 vor, der sechsten Saison der Staatsoper im Schiller Theater. Vorab gab es Dank und Lob an das...

Seehofer will nun doch neuen Konzertsaal für München bauen

Einige Wochen nach dem in der Öffentlichkeit zum Teil heftig kritisierten Vorhaben der bayerischen Landesregierung und der Stadt München, die Gasteig-Philharmonie abzureißen und dort einen verbesserten Saal für die  Münchner Philharmoniker und das BR-Symphonieorchester zu schaffen, gibt es nun...

Leo McFall gewinnt Deutschen Dirigentenpreis

Der aus London stammende Dirigent Leo McFall hat gestern, 24. April 2015, den diesjährigen Deutschen Dirigentenpreis gewonnen. McFall, derzeit 1. Kapellmeister am Theater Meiningen und Assistenzdirigent des Gustav Mahler Jugendorchesters, überzeugte am Pult des Konzerthausorchesters Berlin mit der...

Internationale Mieczysław Weinberg Gesellschaft gründet

Um die Musik von Mieczysław Weinberg zu fördern und seinem Gesamtwerk Aufmerksamkeit zu verschaffen wurde jetzt die Internationale Weinberg Gesellschaft mit Sitz in Augsburg gegründet. Ziel der Einrichtung ist es, Musiker zu ermutigen, Weinberg-Kompositionen aufzuführen und einem breiteren Publikum...

Peter Konwitschny inszeniert Die Eroberung von Mexico anstelle von Luc Bondy

Der Regisseur Luc Bondy wird "aus dispositionellen und persönlichen Gründen" die Regie von Wolfgang Rihms Oper "Die Eroberung von Mexico" bei den kommenden Salzburger Festspielen nicht übernehmen. Mit ihm ist auch sein Team (Johannes Schütz, Bühnenbild und Moidele Bickel,...

zum Archiv ->

Eine Musiklegende geht in Ruhestand

Alban Berg Quartett Foto: EMI

Das Wiener Alban Berg Quartett löst sich nach 37 Jahren auf

(Wien, Mai 2007) Das Alban Berg Quartett, seit 37 Jahren Garant für höchste künstlerische Qualität, wird in der kommenden Saison sein letztes Konzert geben. Dabei hatte das wohl renommierteste Kammermusik-Ensemble der Gegenwart nach dem Tod seines langjährigen Bratschisten Thomas Kakuska vor zwei Jahren mit Isabel Charisius gerade erst eine hervorragende junge Musikerin als Nachfolgerin gewinnen können.

"Wer sich aufs Quartettspiel einlässt, verschreibt sich seinen Kollegen mit Haut und Haar", sagt Valentin Erben. Seit der Gründung 1971 spielt er Cello im Alban Berg Quartett. Im nächsten Jahr, nach dann 37 Jahren Quartettzugehörigkeit, will Erben noch einmal zu neuen Ufern aufbrechen. Für Günther Pichler, den Primarius und Mitgründer des Alban Berg Quartetts, war das zunächst schwer zu verstehen: "Mich hat diese Entscheidung sehr überrascht - überwältigt, kann man sagen. Ich wusste von diesem Entschluss Wochen vor den anderen Mitgliedern des Quartetts und habe auch meinen Kollegen Erben gebeten, noch einmal darüber nachzudenken. Doch es blieb dabei. Aber wir waren dann alle der Meinung: Wenn es so ist, dann akzeptieren das - ohne Groll und ohne Ressentiments."

Aufhören wollte das Alban Berg Quartett schon vor zwei Jahren, als der langjährige Bratschist Thomas Kakuska verstarb. Ein Verlust, der es den anderen Quartettmitgliedern zunächst sehr schwer gemacht hatte. Denn ein Streichquartett ist eben nicht nur eine musikalische Zweckgemeinschaft, sondern auch ein kompliziertes soziales Beziehungsgeflecht, in dem es menschelt wie in einer langjährigen Ehe. Wenn da plötzlich einer fehlt, ist das, als würde ein sorgfältig austariertes Mobile plötzlich aus dem Gleichgewicht gebracht. Günther Pichler: "Thomas Kakuska war ja ein sehr farbiger Mensch, völlig anders, als er nach außen gewirkt hat. Aber er hat im Quartett eine gewisse Autorität gehabt, gerade weil er nur selten davon Gebrauch gemacht hat. Und dann seine Sprüche! Das war wunderbar, etwa wenn die Diskussionen zu lang wurden. Dann hieß es: Weißt wos, halt die Goschn und spiel im Takt. Da war dann nichts mehr zu entgegnen. Da war Ende der Diskussion. Naja, das kann ein anderer so nicht sagen."


Es war Kakuska selbst, der vor seinem Tod seine Kollegen ausdrücklich darum gebeten hatte, auch ohne ihn weiterzumachen. Und so suchte das Alban Berg Quartett - und fand die Bratschistin Isabel Charisius. Mit vollem Elan stürzte sie sich in die gemeinsame Arbeit. Doch die Phase der Eroberungen und Entdeckungen lag für die älteren Kollegen bereits viele Jahre zurück, wie Günther Pichler erzählt: "Wir haben unheimliches Glück gehabt, dass wir Isabel Charisius gefunden haben - und sicher war es auch für sie eine tolle Sache, in so kurzer Zeit eine Entwicklung mitzubekommen, die sozusagen das Ergebnis von jahrzehntelanger Arbeit ist. Aber ein junges Mitglied, das neu dazukommt, möchte andererseits doch auch alles völlig neu ausprobieren. Das ist aber nicht drin. Denn das Repertoire ist da, wir haben nicht mehr die Zeit - und die Energie, die wir damals aufgewendet haben, um neue Werke zu studieren."


Schon mit 18 Jahren war Günther Pichler unter Wolfgang Sawallisch Konzertmeister der Wiener Symphoniker geworden, mit Mitte 20 wurde er unter Karajan Konzertmeister der Wiener Philharmoniker. Als Primarius des Alban Berg Quartetts hat er die Kunst des Streichquartetts technisch auf einen neuen Stand geführt. Und da das Alban Berg Quartett in seiner unverwechselbaren Verbindung aus geistiger Durchdringung und Wienerischer Sinnlichkeit auch musikalisch auf allerhöchstem Niveau agierte, sind die meisten seiner zahlreichen Aufnahmen bis heute schlicht unübertroffen. Zeit also, sich endlich zurücklehnen? "Ich bin dann 50 Jahre im Beruf, bin 68, und wenn ich bedenke, dass ein Jahrhundertstern wie Jascha Heifetz, der ich ja nicht bin, mit 70 sein letztes Konzert gegeben hat, dann denk' ich mir, dass das vielleicht gar keine schlechte Zeit zum Aufhören ist. Trotzdem sehen wir bei jedem Konzert dieser Situation mit Wehmut entgegen. Mein Gott: Noch einmal München! Und um nicht zu sentimental zu werden, was uns als Wahlwienern ja nahe läge, haben wir unsere Abschiedskonzerte nach Buenos Aires verlegt, ins Teatro Colón, das wir sehr lieben,  um uns dort zu verabschieden - endgültig."
Bernhard Neuhoff