Meldungen

BR-Klassik und Radio Fritz erhalten erstmals vergebenen Radiokulturpreis der GEMA

BR-Klassik und Radio Fritz erhalten den Radiokulturpreis der GEMA. Die erstmals vergebene Auszeichnung würdigt Hörfunkwellen, die sich in besonderer Weise der Förderung der Musikkultur verschrieben haben und maßgeblich dazu beitragen, eine lebendige Musikkultur in Deutschland zu ermöglichen. Die...

"Erheblicher Schaden" für das Musikleben Münchens

In ungeschminkter Deutlichkeit hat eine Arbeitsgruppe des Landes Bayern und der Stadt München die negativen Konsequenzen eines möglichen Gasteig-Umbaus und einer darauffolgenden Doppelnutzung des Saals und des Herkulessaals durch die Münchner Philharmoniker, das Symphonieorchesters des BR sowie...

Flimm und Barenboim stellen Programm der kommenden Saison der Berliner Staatsoper vor – 2017 soll die Lindenoper wieder bespielt werden

(Berlin, 27. April 2015) Auf der heutigen Pressekonferenz der Berliner Staatsoper stellten Intendant Jürgen Flimm und Generalmusikdirektor Daniel Barenboim das Programm der Spielzeit 2015/2016 vor, der sechsten Saison der Staatsoper im Schiller Theater. Vorab gab es Dank und Lob an das...

Seehofer will nun doch neuen Konzertsaal für München bauen

Einige Wochen nach dem in der Öffentlichkeit zum Teil heftig kritisierten Vorhaben der bayerischen Landesregierung und der Stadt München, die Gasteig-Philharmonie abzureißen und dort einen verbesserten Saal für die  Münchner Philharmoniker und das BR-Symphonieorchester zu schaffen, gibt es nun...

Leo McFall gewinnt Deutschen Dirigentenpreis

Der aus London stammende Dirigent Leo McFall hat gestern, 24. April 2015, den diesjährigen Deutschen Dirigentenpreis gewonnen. McFall, derzeit 1. Kapellmeister am Theater Meiningen und Assistenzdirigent des Gustav Mahler Jugendorchesters, überzeugte am Pult des Konzerthausorchesters Berlin mit der...

Internationale Mieczysław Weinberg Gesellschaft gründet

Um die Musik von Mieczysław Weinberg zu fördern und seinem Gesamtwerk Aufmerksamkeit zu verschaffen wurde jetzt die Internationale Weinberg Gesellschaft mit Sitz in Augsburg gegründet. Ziel der Einrichtung ist es, Musiker zu ermutigen, Weinberg-Kompositionen aufzuführen und einem breiteren Publikum...

Peter Konwitschny inszeniert Die Eroberung von Mexico anstelle von Luc Bondy

Der Regisseur Luc Bondy wird "aus dispositionellen und persönlichen Gründen" die Regie von Wolfgang Rihms Oper "Die Eroberung von Mexico" bei den kommenden Salzburger Festspielen nicht übernehmen. Mit ihm ist auch sein Team (Johannes Schütz, Bühnenbild und Moidele Bickel,...

Elisabeth Kulman nimmt Abschied von der Opernbühne

Auch wenn die Mezzosopranistin Elisabeth Kulman als Bühnensängerin überaus erfolgreich und begehrt ist und mit hohem schauspielerischen Talent begabt, möchte sie in Zukunft keine Opern mehr szenisch singen. Das gab die Österreicherin jetzt bekannt und bat ihre Agentur, ihre Verpflichtungen für...

Architekt Frank Gehry entwirft Bühnenbild für Berliner Staatsoper

Die Berliner Staatsoper und die Staatskapelle Berlin feiern im nächsten Jahr das 20-jährige Bestehen der von Daniel Barenboim gegründeten Festtage . Eine Neuinszenierung von Christoph Willibald Glucks Orfeo ed Euridice wird am 18. März die große Premiere sein – mit Daniel Barenboim (Musikalische...

Barenboim gedenkt in Konzert der Opfer der Flugzeugkatastrophe

Zu Beginn eines Konzert in der Berliner Philharmonie am 27. März gedachte Daniel Barenboim der Opfer des Flugzeugabsturzes vom vergangenen Dienstag. Die Wiener Philharmoniker spielten unter seiner Leitung für die Opfer und die Hinterbliebenen - eigens ins Programm aufgenommen - "Air" von...

Auf zum Südpol - die kommende Saison an der Bayerischen Staatsoper

Die Südpolexpedition von Scott und Amundsen ist Thema einer hochkarätig besetzten Uraufführung, die die Bayerische Staatsoper für die kommende Saison plant: „South Pole“ des tschechischen Komponisten Miroslav Srnka und des australischen Autors Tom Holloway. Leiten wird die Uraufführung kein...

Howard Arman wird neuer Leiter des BR-Chores

Howard Arman, derzeit Musikdirektor des Luzerner Theaters, wird ab der Konzertsaison 2016/17 die Leitung des Chors des Bayerischen Rundfunks übernehmen. Der Engländer  wird die Nachfolge von Peter Dijkstra antreten. Sein Vertrag läuft zunächst über drei Spielzeiten bis Ende der Saison 2018/19....

Streit um Dutilleux in Frankreich

In Frankreich ist ein Streit über den 2013 gestorbenen Komponisten Henri Dutilleux entbrannt. Hintergrund sind Vorwürfe, Dutilleux habe mit dem Vichy-Regime kollaboriert. Aus diesem Grund wird seit einiger Zeit die Anbringung einer Gedenktafel an seinem Pariser Wohnhaus blockiert. Dagegen haben nun...

Thomas Hengelbrock erhält Karajan-Musikpreis 2015

Der Herbert von Karajan Musikpreis 2015/2016 wird dem Dirigenten Thomas Hengelbrock verliehen. Im Rahmen einer Aufführung des Oratoriums „Elias“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy am Samstag, 30. Januar 2016 findet die Preisverleihung statt. Das mit der Auszeichnung verbundene Preisgeld von 50.000...

64. Orgelwoche Nürnberg unter dem Thema Freiheit

Die ION, die Internationale Orgelwoche Nürnberg – Musica Sacra, findet in ihrer 64. Ausgabe mit dem Thema „Freiheit“ vom 19. bis zum 28. Juni 2015 statt. Alle Veranstaltungen sind speziell für bzw. mit der ION konzipiert. Zu den herausragenden Klangkörpern des Internationalen Nürnberger...

Daniele Rustioni wird Chefdirigent an der Oper Lyon

Der 32-jährige italienische Dirigent Daniele Rustioni wird im September 2017 Chefdirigent an der Oper Lyon und damit Nachfolger von Kazushi Ono. Nach seinem Studium in Mailand wurde Rustioni 2009 in London am Royal Opera House Covent Garden Assistent des Chefdirigenten Antonio Pappano, eine...

Andreas Scholl erhält Rheingau Musik Preis

Der deutsche Countertenor Andreas Scholl wird mit dem Rheingau Musik Preis 2015 wird ausgezeichnet. Die durch das Rheingau Musik Festival initiierte und mit 10.000,- Euro dotierte Auszeichnung wird in diesem Jahr zum 22. Mal vergeben. Das Preisgeld stellt das Hessische Ministerium für Wissenschaft...

City of Birmingham Symphony Orchestra zum letzten Mal mit seinem Chef Andris Nelsons auf Europatournee

Vom 19. Mai bis 7. Juni 2015 besteht zum letzten Mal die Gelegenheit, das City of Birmingham Symphony Orchestra (CBSO) unter der Leitung von Music Director Andris Nelsons auf Europatournee zu erleben. Die Amtszeit des Letten endet nach sieben Jahren im kommenden Juli.
Stephen Maddock, Chief...

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Eine Musiklegende geht in Ruhestand

Alban Berg Quartett Foto: EMI

Das Wiener Alban Berg Quartett löst sich nach 37 Jahren auf

(Wien, Mai 2007) Das Alban Berg Quartett, seit 37 Jahren Garant für höchste künstlerische Qualität, wird in der kommenden Saison sein letztes Konzert geben. Dabei hatte das wohl renommierteste Kammermusik-Ensemble der Gegenwart nach dem Tod seines langjährigen Bratschisten Thomas Kakuska vor zwei Jahren mit Isabel Charisius gerade erst eine hervorragende junge Musikerin als Nachfolgerin gewinnen können.

"Wer sich aufs Quartettspiel einlässt, verschreibt sich seinen Kollegen mit Haut und Haar", sagt Valentin Erben. Seit der Gründung 1971 spielt er Cello im Alban Berg Quartett. Im nächsten Jahr, nach dann 37 Jahren Quartettzugehörigkeit, will Erben noch einmal zu neuen Ufern aufbrechen. Für Günther Pichler, den Primarius und Mitgründer des Alban Berg Quartetts, war das zunächst schwer zu verstehen: "Mich hat diese Entscheidung sehr überrascht - überwältigt, kann man sagen. Ich wusste von diesem Entschluss Wochen vor den anderen Mitgliedern des Quartetts und habe auch meinen Kollegen Erben gebeten, noch einmal darüber nachzudenken. Doch es blieb dabei. Aber wir waren dann alle der Meinung: Wenn es so ist, dann akzeptieren das - ohne Groll und ohne Ressentiments."

Aufhören wollte das Alban Berg Quartett schon vor zwei Jahren, als der langjährige Bratschist Thomas Kakuska verstarb. Ein Verlust, der es den anderen Quartettmitgliedern zunächst sehr schwer gemacht hatte. Denn ein Streichquartett ist eben nicht nur eine musikalische Zweckgemeinschaft, sondern auch ein kompliziertes soziales Beziehungsgeflecht, in dem es menschelt wie in einer langjährigen Ehe. Wenn da plötzlich einer fehlt, ist das, als würde ein sorgfältig austariertes Mobile plötzlich aus dem Gleichgewicht gebracht. Günther Pichler: "Thomas Kakuska war ja ein sehr farbiger Mensch, völlig anders, als er nach außen gewirkt hat. Aber er hat im Quartett eine gewisse Autorität gehabt, gerade weil er nur selten davon Gebrauch gemacht hat. Und dann seine Sprüche! Das war wunderbar, etwa wenn die Diskussionen zu lang wurden. Dann hieß es: Weißt wos, halt die Goschn und spiel im Takt. Da war dann nichts mehr zu entgegnen. Da war Ende der Diskussion. Naja, das kann ein anderer so nicht sagen."


Es war Kakuska selbst, der vor seinem Tod seine Kollegen ausdrücklich darum gebeten hatte, auch ohne ihn weiterzumachen. Und so suchte das Alban Berg Quartett - und fand die Bratschistin Isabel Charisius. Mit vollem Elan stürzte sie sich in die gemeinsame Arbeit. Doch die Phase der Eroberungen und Entdeckungen lag für die älteren Kollegen bereits viele Jahre zurück, wie Günther Pichler erzählt: "Wir haben unheimliches Glück gehabt, dass wir Isabel Charisius gefunden haben - und sicher war es auch für sie eine tolle Sache, in so kurzer Zeit eine Entwicklung mitzubekommen, die sozusagen das Ergebnis von jahrzehntelanger Arbeit ist. Aber ein junges Mitglied, das neu dazukommt, möchte andererseits doch auch alles völlig neu ausprobieren. Das ist aber nicht drin. Denn das Repertoire ist da, wir haben nicht mehr die Zeit - und die Energie, die wir damals aufgewendet haben, um neue Werke zu studieren."


Schon mit 18 Jahren war Günther Pichler unter Wolfgang Sawallisch Konzertmeister der Wiener Symphoniker geworden, mit Mitte 20 wurde er unter Karajan Konzertmeister der Wiener Philharmoniker. Als Primarius des Alban Berg Quartetts hat er die Kunst des Streichquartetts technisch auf einen neuen Stand geführt. Und da das Alban Berg Quartett in seiner unverwechselbaren Verbindung aus geistiger Durchdringung und Wienerischer Sinnlichkeit auch musikalisch auf allerhöchstem Niveau agierte, sind die meisten seiner zahlreichen Aufnahmen bis heute schlicht unübertroffen. Zeit also, sich endlich zurücklehnen? "Ich bin dann 50 Jahre im Beruf, bin 68, und wenn ich bedenke, dass ein Jahrhundertstern wie Jascha Heifetz, der ich ja nicht bin, mit 70 sein letztes Konzert gegeben hat, dann denk' ich mir, dass das vielleicht gar keine schlechte Zeit zum Aufhören ist. Trotzdem sehen wir bei jedem Konzert dieser Situation mit Wehmut entgegen. Mein Gott: Noch einmal München! Und um nicht zu sentimental zu werden, was uns als Wahlwienern ja nahe läge, haben wir unsere Abschiedskonzerte nach Buenos Aires verlegt, ins Teatro Colón, das wir sehr lieben,  um uns dort zu verabschieden - endgültig."
Bernhard Neuhoff