Meldungen

Deutsche Musikräte äußern große Sorgen wegen Handelsabkommen

In einem Gespräch mit bayerischen Staatsminister Marcel Huber übergaben die Spitzenvertreter der Musikräte aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Bayern dem Leiter der Bayerischen Staatskanzlei das Positionspapier „Handelshemmnis öffentliche Kulturförderung? Musikleben durch TiSA in Gefahr“....

Berliner Philharmoniker entscheiden über Rattle-Nachfolge

Die Berliner Phiharmoniker wollen im Mai über einen neuen Chefdirigenten entscheiden. Das berichtet die Berliner Morgenpost. Demnach soll es am 11. Mai eine Abstimmung des Orchesters geben, das seinen Chefdirigenten traditionell in Eigenregie bestimmt. Der bisherige Leiter der Berliner...

Marthaler inszeniert Offenbach – die kommende Saison an der Oper Stuttgart

Sechs Premieren präsentiert der Intendant der Stuttgarter Staatsoper Jossi Wieler in der kommenden Saison. Von Fairy Queen (UA 1692) bis Reigen (UA 1993) stehen Musiktheaterwerke aus drei Jahrhunderten auf dem Programm. Dabei wird er selbst Bellinis Puritani sowie Beethovens...

Nouvel verklagt Pariser Philharmonie

Der Architekt der neuen Pariser Philharmonie Jean Nouvel verklagt die Betreiber des Konzerthauses. Als Grund werden unauthorisierte Veränderungen an seinen Plänen genannt, wie die Zeitung Le Monde schreibt. 26 Änderungen seien ohne seine Zustimmung an den Plänen vorgenommen worden. Nouvel fordert...

Erfolgreiche Wiederbelebung von Jommellis Oper Il Vologeso (Berenike) in Stuttgart

Fast 250 Jahre nach der Uraufführung der Oper „Il Vologeso“, die Niccolo Jommelli als Hofkomponist für den württembergischen Herzog Carl Eugen geschrieben hatte brachte Intendant und Regisseur Jossi Wieler das Werk an der Stuttgarter Staatsoper heraus. Unter der musikalischen Leitung von Gabriele...

Hong Kong Philharmonic Orchestra startet Europa-Tournee

Im Februar und März 2015 wird das Hong Kong Philharmonic Orchestra (HK Phil) seine erste Europa-Tour seit über zehn Jahren unternehmen. Unter der Leitung des holländischen Dirigenten Jaap van Zweden wird das Orchester in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie England und Holland...

Münchner Philharmoniker stehen hinter Beschluss zum Gasteig-Umbau

In einem Brief an ihre Abonnentinnen und Abonnenten haben sich die Münchner Philharmoniker für den geplanten Umbau der Gasteig-Philharmonie ausgesprochen, wie dies die Spitzen der Stadt München und des Landes Bayern kürzlich beschlossen haben. Im Wortlauf schreibt das Orchester: "Liebe...

KlassikInfo-Workshop „Schule des Hörens“

KlassikInfo bietet am 8. März 2015 von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr einen Tages-Workshop zum Thema „Schule des Hörens“ an. Das Gehör der Teilnehmer soll sensibilisiert werden, um unterschiedliche Interpretationen von Werken klassischer Musik besser wahrnehmen und eigenständig bewerten zu...

Teatro Colon lädt Katharina Wagner als Regisseurin aus

Die Bayreuther Festspielleiterin Katharina Wagner, die im Dezember am Teatro Colon die Oper Parsifal ihres Urgroßvaters hätte inszenieren sollen, wurde ausgeladen. Das Theater wünsche sich etwas „künstlerisch Stärkeres“. Das berichtet u.a. die Zeitung Die Welt. Wagner soll durch den...

György Kurtág erhält höchstdotierten Preis im Bereich der zeitgenössischen Musik

Der ungarische Komponist György Kurtág ist mit dem BBVA Foundation Frontiers of Knowledge Award ausgezeichnet worden. Der mit 400.000 € dotierte Preis wird von der spanischen Finanzgruppe BBVA in acht Kategorien verliehen. Frühere Preisträger im Bereich zeitgenössische Musik sind Pierre Boulez,...

Singen macht glücklich - große Resonanz bei WDR-Chorwettbewerb

Ob Gospel-, Shanty- oder Kammer-Chor, traditioneller Männergesangverein, caritativer Lebenshilfe- oder Pop-Rock-Chor - über 300 Chöre aus ganz Nordrhein-Westfalen beweisen in ihren Bewerbungen, dass das Motto des landesweiten Wettbewerbs „Singen macht glücklich“ passt. "Die eingesandten...

Ein Sommer voller Musik: Rheingau Musik Festival 2015

Mit der zweiwöchigen kubanisch-europäischen Orchesterakademie »CuE« betritt das Rheingau Musik Festival gemeinsam mit der Akademie Balthasar Neumann unter Leitung von Thomas Hengelbrock im Sommer 2015 Neuland. Als transatlantische Jugendakademie steht CuE für gelebten Kulturaustausch: 60 junge...

Deutscher Musikrat nennt Münchner Konzertsaal-Beschluss schlechteste aller Lösungen

Der Generalsekretär des Deutschen Musikrats Christian Höppner kritisiert die Entscheidung von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter, statt eines zusätzlichen Konzertsaal-Neubaus die Philharmonie im Kulturzentrum Gasteig entkernenund sanieren zu...

Anne-Sophie Mutter: Seehofer hat sein Wort gebrochen

Die Geigerin Anne-Sophie Mutter wirft dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer Wortbruch im Zusammenhang mit dem geplanten Umbau der Gasteig-Philharmonie vor. Seehofer habe sein Versprechen für einen neuen Münchner Konzertsaal gegeben. Ein Umbau sei jedoch kein neuer Saal, sagte die...

Münchner Bürger starten Online-Petition für dritten Konzertsaal

(München, 4-2-2015) Münchner Bürger haben heute eine Online-Petition für einen dritten Konzertsaal gestartet. Hintergrund ist die Entscheidung von Bayerns Minsterpräsidenten Horst Seehofer und dem Münchner OB Dieter Reiter keinen dritten Konzertsaal bauen zu wollen, sondern lediglich die...

Kein zusätzlicher Konzertsaal für München – oder doch?

Die Spitzen von Stadt und Land haben getagt und einen Beschluss gefasst: Die ungenügende und renovierungsbedürftige Gasteig-Philharmonie in München wird entkernt und durch einen neuen, besseren Saal ersetzt. Einen weiteren Saal, wie von vielen erwartet, soll es nicht geben.
Auch wenn viel...

Stadt München und Bayern wollen neuen Konzertsaal in der Gasteig-Philharmonie errichten

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter gaben heute bei einer gemeinsamen Pressekonferenz bekannt, dass die Münchner Philharmonie im Gasteig entkernt werden und ein neuer Saal darin gebaut werden soll. An den Kosten wollen sich Stadt und Land...

KlassikInfo löscht Facebook-Konto aus Datenschutzgründen

Aufgrund der geänderten Nutzungsbedingungen des sozialen Netzwerks Facebook, das dem Konzern das Abgreifen von Nutzerdaten in einer für uns nicht mehr akzeptablen Weise erlaubt, löscht KlassikInfo seinen Account auf Facebook. Er ist ab sofort nicht mehr zugänglich.

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Eine Musiklegende geht in Ruhestand

Alban Berg Quartett Foto: EMI

Das Wiener Alban Berg Quartett löst sich nach 37 Jahren auf

(Wien, Mai 2007) Das Alban Berg Quartett, seit 37 Jahren Garant für höchste künstlerische Qualität, wird in der kommenden Saison sein letztes Konzert geben. Dabei hatte das wohl renommierteste Kammermusik-Ensemble der Gegenwart nach dem Tod seines langjährigen Bratschisten Thomas Kakuska vor zwei Jahren mit Isabel Charisius gerade erst eine hervorragende junge Musikerin als Nachfolgerin gewinnen können.

"Wer sich aufs Quartettspiel einlässt, verschreibt sich seinen Kollegen mit Haut und Haar", sagt Valentin Erben. Seit der Gründung 1971 spielt er Cello im Alban Berg Quartett. Im nächsten Jahr, nach dann 37 Jahren Quartettzugehörigkeit, will Erben noch einmal zu neuen Ufern aufbrechen. Für Günther Pichler, den Primarius und Mitgründer des Alban Berg Quartetts, war das zunächst schwer zu verstehen: "Mich hat diese Entscheidung sehr überrascht - überwältigt, kann man sagen. Ich wusste von diesem Entschluss Wochen vor den anderen Mitgliedern des Quartetts und habe auch meinen Kollegen Erben gebeten, noch einmal darüber nachzudenken. Doch es blieb dabei. Aber wir waren dann alle der Meinung: Wenn es so ist, dann akzeptieren das - ohne Groll und ohne Ressentiments."

Aufhören wollte das Alban Berg Quartett schon vor zwei Jahren, als der langjährige Bratschist Thomas Kakuska verstarb. Ein Verlust, der es den anderen Quartettmitgliedern zunächst sehr schwer gemacht hatte. Denn ein Streichquartett ist eben nicht nur eine musikalische Zweckgemeinschaft, sondern auch ein kompliziertes soziales Beziehungsgeflecht, in dem es menschelt wie in einer langjährigen Ehe. Wenn da plötzlich einer fehlt, ist das, als würde ein sorgfältig austariertes Mobile plötzlich aus dem Gleichgewicht gebracht. Günther Pichler: "Thomas Kakuska war ja ein sehr farbiger Mensch, völlig anders, als er nach außen gewirkt hat. Aber er hat im Quartett eine gewisse Autorität gehabt, gerade weil er nur selten davon Gebrauch gemacht hat. Und dann seine Sprüche! Das war wunderbar, etwa wenn die Diskussionen zu lang wurden. Dann hieß es: Weißt wos, halt die Goschn und spiel im Takt. Da war dann nichts mehr zu entgegnen. Da war Ende der Diskussion. Naja, das kann ein anderer so nicht sagen."


Es war Kakuska selbst, der vor seinem Tod seine Kollegen ausdrücklich darum gebeten hatte, auch ohne ihn weiterzumachen. Und so suchte das Alban Berg Quartett - und fand die Bratschistin Isabel Charisius. Mit vollem Elan stürzte sie sich in die gemeinsame Arbeit. Doch die Phase der Eroberungen und Entdeckungen lag für die älteren Kollegen bereits viele Jahre zurück, wie Günther Pichler erzählt: "Wir haben unheimliches Glück gehabt, dass wir Isabel Charisius gefunden haben - und sicher war es auch für sie eine tolle Sache, in so kurzer Zeit eine Entwicklung mitzubekommen, die sozusagen das Ergebnis von jahrzehntelanger Arbeit ist. Aber ein junges Mitglied, das neu dazukommt, möchte andererseits doch auch alles völlig neu ausprobieren. Das ist aber nicht drin. Denn das Repertoire ist da, wir haben nicht mehr die Zeit - und die Energie, die wir damals aufgewendet haben, um neue Werke zu studieren."


Schon mit 18 Jahren war Günther Pichler unter Wolfgang Sawallisch Konzertmeister der Wiener Symphoniker geworden, mit Mitte 20 wurde er unter Karajan Konzertmeister der Wiener Philharmoniker. Als Primarius des Alban Berg Quartetts hat er die Kunst des Streichquartetts technisch auf einen neuen Stand geführt. Und da das Alban Berg Quartett in seiner unverwechselbaren Verbindung aus geistiger Durchdringung und Wienerischer Sinnlichkeit auch musikalisch auf allerhöchstem Niveau agierte, sind die meisten seiner zahlreichen Aufnahmen bis heute schlicht unübertroffen. Zeit also, sich endlich zurücklehnen? "Ich bin dann 50 Jahre im Beruf, bin 68, und wenn ich bedenke, dass ein Jahrhundertstern wie Jascha Heifetz, der ich ja nicht bin, mit 70 sein letztes Konzert gegeben hat, dann denk' ich mir, dass das vielleicht gar keine schlechte Zeit zum Aufhören ist. Trotzdem sehen wir bei jedem Konzert dieser Situation mit Wehmut entgegen. Mein Gott: Noch einmal München! Und um nicht zu sentimental zu werden, was uns als Wahlwienern ja nahe läge, haben wir unsere Abschiedskonzerte nach Buenos Aires verlegt, ins Teatro Colón, das wir sehr lieben,  um uns dort zu verabschieden - endgültig."
Bernhard Neuhoff