Meldungen

Andris Nelsons verlängert beim Boston Symphony Orchestra bis 2022

Das Boston Symphony Orchestra (BSO) und Andris Nelsons verkünden die Vertragsverlängerung von Andris Nelsons als BSO Music Director bis zur Saison 2021/22, nachdem er in dieser Rolle ein außergewöhnliches Jahr mit dem Orchester verbracht und einhelliges Lob sowie große Begeisterung bei Kritikern...

BR plant Literatursendungen aus Kostengründen abzuschaffen

Die Intendanz des Bayerischen Fernsehens beabsichtige die Einstellung der letzten Literatursendungen des Bayerischen Fernsehens, „Lesezeichen“ und „Lido“, zum Ende des Jahres wegen Sparmaßnahmen. Das befürchten die Autoren dieser Sendungen und wenden sich in Appellen und einer Petition an die...

Gefährlicher Bayreuther „Tristan“: Merkel kippt vom Stuhl, Seehofer muss ins Krankenhaus

Nicht ein Schwächeanfall, sondern ein maroder Stuhl im Pausenlokal ließ die deutsche Kanzlerin bei der „Tristan“-Premiere in Bayreuth am vergangenen Samstag von eben diesem kippen. Nachdem zunächst das Gerücht die Runde gemacht hatte, Merkel habe einen Schwächeanfall erlitten, beeilte sich ihr...

Geiger des Leipziger Streichquartetts wird seit Monaten von US-Justiz festgehalten

Der Primarius des Leipziger Streichquartetts, Stefan Arzberger, sitzt seit 27. März 2015 in New York fest, weil die Justiz ihm Mordversuch an einer 64-jährigen Amerikanerin vorwirft. Arzberger war auf einer Konzertreise in Amerika unterwegs, als er in eine ebenso rätselhafte wie fatale Geschichte...

BR-Klassik mit deutlichem Hörerzuwachs

Die Klassik-Welle des Bayerischen Rundfunks BR-Klassik (vormals Bayern 4) kann bei der aktuellen Mediaanalyse des Hörfunks in Bayern ein deutliches Plus bei den Nutzerzahlen (UKW) verbuchen. Von 55.000 Hörern bei der letzten Analyse hat sich die Zahl auf nunmehr 91.000 Hörer in der Stunde beinahe...

Hindernis für Besucher der Bayreuther Festspiele: Bahn sperrt Strecke

Auf Hindernisse und Verzögerungen müssen sich Besucher der Bayreuther Festspiele in diesem Sommer einstellen, die mit der Bahn von Nürnberg anreisen. Vom 1. August bis zum 14. September sperrt die Bahn den Streckenabschnitt zwischen Nürnberg und Pegnitz in beiden Richtungen durchgehend. Das ist...

Oper Genf muss in Ausweichquartier - bietet aber eine spannende nächste Saison

Eine aufregende neue Saison steht dem Grand Théâtre de Genève bevor, die geprägt ist vom Umzug aus dem Theater an der Place de Neuve in die neu errichtete Opéra des Nations im Parc Rigot nahe des UNO-Geländes. Während das angestammte Haus zwei Jahre lang für Renovierungsarbeiten geschlossen ist,...

Katharina Wagner lädt BR-Journalisten wegen Nichtgefallen aus

Ohne weitere Angabe von Gründen hat die Leiterin der Bayreuther Festspiele, Katharina Wagner, ein vereinbartes Interview zur Neuinszenierung des „Tristan“ mit einem Hörfunk-Journalisten des BR abgelehnt. Sie möchte nicht mit diesem Journalisten sprechen, hieß es. 14-7-2015

Schola Cantorum Basiliensis erhält REMA Early Music Award

Der erstmalig zu vergebende REMA Early Music Award geht an die Schola Cantorum Basiliensis, einen Sonderpreis erhält das Hilliard Ensemble. Als Europäisches Netzwerk für Alte Musik vereinigt REMA (Réseau Européen de Musique Ancienne) 60 Organisationen und Festivals aus 21 Ländern, die auf Alte...

Jahrespreis der Schallplattenkritik für Igor Levit

Der Pianist Igor Levit ist in der ausverkauften Philharmonie Essen mit einem  Jahrespreis des PdSK (Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V.) geehrt worden. Die Verleihung fand am 4. Juli im Rahmen des Abschlusskonzertes des Klavier-Festivals Ruhr statt. Eleonore Büning, Vorsitzende des...

Bratscher des Artemis Quartetts Friedemann Weigle gestorben

Nach langer Krankheit und doch plötzlich ist der Bratscher Friedemann Weigle am vergangenen Wochenende verstorben. Weigle war Gründungsmitglied und 20 Jahre lang Bratscher des Petersen Quartetts, bevor er 2007 dem Artemis Quartett beitrat und mit diesem weltweit Erfolge feierte. Darüber hinaus war...

Will he stay or will he go? Noch ist offen, ob Petrenko parallel zu seinem Amt als Chef der Berliner Philharmoniker auch als GMD in München verlängert

Nach Auskunft des Bayerischen Kunstministeriums sind die Gespräche mit dem Dirigenten Kirill Petrenko über eine Verlängerung seines 2018 endenden Vertrags als GMD der Bayerischen Staatsoper parallel zu seinem neuen Posten als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker noch nicht abgeschlossen. Das...

Bayreuth ist immer für einen Ärger gut: Jetzt streiten der Leiter des Wagner-Museums und die Stadt vor Gericht

Parallel zur Wiedereröffnung des Richard-Wagner-Museums in Bayreuth nach fünfjähriger Renovierung am 26. Juli tragen der Leiter des Museums, Sven Friedrich, und die Stadt einen Rechtsstreit aus. Hintergrund sind zwei Abmahnungen, die der Museumsleiter von der Stadt im Frühjahr dieses Jahres...

Michel van der Aa erhält Johannes Vermeer Preis 2015

Michel van der Aa (geb. 1970) erhält den niederländischen Staatspreis für die Schönen Künste 2015, den Johannes Vermeer Award. Die Auszeichnung ist mit 100.000 EUR dotiert und wird seit 2009 jährlich an herausragende, in den Niederlanden tätige Künstler aller Sparten verliehen. Zu den bisherigen...

Ivor Bolton wird neuer Chefdirigent des Orchesters Basel

Das Sinfonieorchester Basel hat Ivor Bolton zu seinem neuen Musikdirektor und Chefdirigenten gewählt. Von Beginn der Konzertsaison 2016/17 wird der britische Dirigent an der Spitze des Orchesters stehen. Bolton erhält einen Vierjahresvertrag, der bis Ende der Spielzeit 2019/2020 dauert. Der...

Na also: Thielemann bekommt doch noch einen neuen Chefposten

Nachdem er bei den Berliner Philharmonikern in der vergangenen Woche leer ausging, hat der Dirigent Christian Thielemann nun doch noch einen schönen neuen Chefposten erhalten: Er wurde jetzt zum Musikdirektor der Bayreuther Festspiele ernannt. Einen Musikdirektor gab es in Bayreuth noch nie,...

Bayreuth in Turbulenzen: Anja Kampe sagt Isolde ab

Nach der Umbesetzung der Partie des Siegfried im "Ring" und einem angeblichen "Hausverbot" für die Noch-Mitintendantin Eva Wagner-Pasquier während der Proben zum "Tristan" folgt jetzt ein weiterer Paukenschlag bei den Bayreuther Festspielen: Knapp vier Wochen vor der...

Lang Lang unterrichtet Nachwuchspianisten beim Allianz Junior Music Camp 2015

Vom 18. bis 24. November 2015 lädt die Lang Lang International Music Foundation (LLIMF) zum dritten Allianz Junior Music Camp in den Musikverein nach Wien ein. Dieses einwöchige, von der LLIMF entwickelte Förderprogramm richtet sich an Nachwuchspianisten, die die Möglichkeit bekommen, mit dem...

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Eine Musiklegende geht in Ruhestand

Alban Berg Quartett Foto: EMI

Das Wiener Alban Berg Quartett löst sich nach 37 Jahren auf

(Wien, Mai 2007) Das Alban Berg Quartett, seit 37 Jahren Garant für höchste künstlerische Qualität, wird in der kommenden Saison sein letztes Konzert geben. Dabei hatte das wohl renommierteste Kammermusik-Ensemble der Gegenwart nach dem Tod seines langjährigen Bratschisten Thomas Kakuska vor zwei Jahren mit Isabel Charisius gerade erst eine hervorragende junge Musikerin als Nachfolgerin gewinnen können.

"Wer sich aufs Quartettspiel einlässt, verschreibt sich seinen Kollegen mit Haut und Haar", sagt Valentin Erben. Seit der Gründung 1971 spielt er Cello im Alban Berg Quartett. Im nächsten Jahr, nach dann 37 Jahren Quartettzugehörigkeit, will Erben noch einmal zu neuen Ufern aufbrechen. Für Günther Pichler, den Primarius und Mitgründer des Alban Berg Quartetts, war das zunächst schwer zu verstehen: "Mich hat diese Entscheidung sehr überrascht - überwältigt, kann man sagen. Ich wusste von diesem Entschluss Wochen vor den anderen Mitgliedern des Quartetts und habe auch meinen Kollegen Erben gebeten, noch einmal darüber nachzudenken. Doch es blieb dabei. Aber wir waren dann alle der Meinung: Wenn es so ist, dann akzeptieren das - ohne Groll und ohne Ressentiments."

Aufhören wollte das Alban Berg Quartett schon vor zwei Jahren, als der langjährige Bratschist Thomas Kakuska verstarb. Ein Verlust, der es den anderen Quartettmitgliedern zunächst sehr schwer gemacht hatte. Denn ein Streichquartett ist eben nicht nur eine musikalische Zweckgemeinschaft, sondern auch ein kompliziertes soziales Beziehungsgeflecht, in dem es menschelt wie in einer langjährigen Ehe. Wenn da plötzlich einer fehlt, ist das, als würde ein sorgfältig austariertes Mobile plötzlich aus dem Gleichgewicht gebracht. Günther Pichler: "Thomas Kakuska war ja ein sehr farbiger Mensch, völlig anders, als er nach außen gewirkt hat. Aber er hat im Quartett eine gewisse Autorität gehabt, gerade weil er nur selten davon Gebrauch gemacht hat. Und dann seine Sprüche! Das war wunderbar, etwa wenn die Diskussionen zu lang wurden. Dann hieß es: Weißt wos, halt die Goschn und spiel im Takt. Da war dann nichts mehr zu entgegnen. Da war Ende der Diskussion. Naja, das kann ein anderer so nicht sagen."


Es war Kakuska selbst, der vor seinem Tod seine Kollegen ausdrücklich darum gebeten hatte, auch ohne ihn weiterzumachen. Und so suchte das Alban Berg Quartett - und fand die Bratschistin Isabel Charisius. Mit vollem Elan stürzte sie sich in die gemeinsame Arbeit. Doch die Phase der Eroberungen und Entdeckungen lag für die älteren Kollegen bereits viele Jahre zurück, wie Günther Pichler erzählt: "Wir haben unheimliches Glück gehabt, dass wir Isabel Charisius gefunden haben - und sicher war es auch für sie eine tolle Sache, in so kurzer Zeit eine Entwicklung mitzubekommen, die sozusagen das Ergebnis von jahrzehntelanger Arbeit ist. Aber ein junges Mitglied, das neu dazukommt, möchte andererseits doch auch alles völlig neu ausprobieren. Das ist aber nicht drin. Denn das Repertoire ist da, wir haben nicht mehr die Zeit - und die Energie, die wir damals aufgewendet haben, um neue Werke zu studieren."


Schon mit 18 Jahren war Günther Pichler unter Wolfgang Sawallisch Konzertmeister der Wiener Symphoniker geworden, mit Mitte 20 wurde er unter Karajan Konzertmeister der Wiener Philharmoniker. Als Primarius des Alban Berg Quartetts hat er die Kunst des Streichquartetts technisch auf einen neuen Stand geführt. Und da das Alban Berg Quartett in seiner unverwechselbaren Verbindung aus geistiger Durchdringung und Wienerischer Sinnlichkeit auch musikalisch auf allerhöchstem Niveau agierte, sind die meisten seiner zahlreichen Aufnahmen bis heute schlicht unübertroffen. Zeit also, sich endlich zurücklehnen? "Ich bin dann 50 Jahre im Beruf, bin 68, und wenn ich bedenke, dass ein Jahrhundertstern wie Jascha Heifetz, der ich ja nicht bin, mit 70 sein letztes Konzert gegeben hat, dann denk' ich mir, dass das vielleicht gar keine schlechte Zeit zum Aufhören ist. Trotzdem sehen wir bei jedem Konzert dieser Situation mit Wehmut entgegen. Mein Gott: Noch einmal München! Und um nicht zu sentimental zu werden, was uns als Wahlwienern ja nahe läge, haben wir unsere Abschiedskonzerte nach Buenos Aires verlegt, ins Teatro Colón, das wir sehr lieben,  um uns dort zu verabschieden - endgültig."
Bernhard Neuhoff