Meldungen

Gefahr für die Freiheit der Kunst: Deutscher Bühnenverein protestiert gegen Berufung von Tibor Navracsics zum EU-Kommissar für Kultur

Den Vorschlag von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, den jetzigen ungarischen Außenminister Tibor Navracsics zum EU-Kommissar für Bildung, Jugend, Kultur und Bürgergesellschaft zu berufen, stößt beim Deutschen Bühnenverein auf scharfe Ablehnung. „Es kann nicht sein, dass ein Politiker wie...

Krise an der Wiener Staatsoper weitet sich aus: Auch de Billy zieht sich als Dirigent zurück

Nach der Kündigung von Franz Welser-Möst als Musikdirektor der Wiener Staatsoper in der vergangenen Woche hat nun auch der Dirigent Betrand de Billy bekanntgegeben, an dem Haus künftig nicht mehr arbeiten zu wollen. Als Grund nannte de Billy den Direktor Dominique Meyer, dem er "Unehrlichkeit...

Appell von Gidon Kremer zur Ukraine-Krise: Menschliche Werte stehen auf dem Spiel

Im Vorfeld seines Dresdner Konzerts unter dem Titel "Mein Russland" veröffentlichte der Geiger Gidon Kremer einen Appell, mit dem er auf die Gefahren von Ignoranz und Tatenlosigkeit im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise aufmerksam machen möchte. Loyalität dem eigenen Land gegenüber könne...

Beim 17. Beijing Music Festival steht Richard Strauss im Zentrum

Das Beijing Music Festival steht in diesem Jahr ganz im Zeichen des 150. Geburtstags von Richard Strauss. Von 9. bis zum 31. Oktober präsentiert das Festival unter anderem die Münchner Philharmoniker unter Andris Poga (am 9.10. mit Eine Alpensinfonie op. 64 und am 10.10. Don Juan op. 20, Till...

Zwei erste Preise beim ARD-Musikwettbewerb 2014

Die Preisträger des 63. Internationalen Musikwettbewerbs der ARD stehen fest. Insgesamt wurden zwei erste, vier zweite sowie sechs dritte Preise vergeben.
Einen ersten Preis gab es im Fach Cello. Der Ungar István Várdai überzeugte die Jury mit seiner Interpretation von Antonín Dvořáks...

Hengelbrock verlängert beim NDR Sinfonieorchester

Thomas Hengelbrock bleibt Chefdirigent des NDR Sinfonieorchesters. Er hat seinen bis 2016 laufenden Vertrag um weitere drei Jahre bis 2019 verlängert.
Hengelbrock und NDR Intendant Lutz Marmor unterzeichneten eine entsprechende Vereinbarung am 11. September, einen Tag vor der Saisoneröffnung...

Die Berliner Philharmoniker live im Unterricht

Einmal ein Konzert der Berliner Philharmoniker live erleben – für viele Tausend Schüler und Studenten geht dieser Wunsch seit 2012 in Erfüllung. Im Rahmen der Initiative EXPLORE CLASSICAL MUSIC! vergibt die Deutsche Bank pro Jahr 500 kostenfreie Jahreslizenzen für die Digital Concert Hall an...

Trifonov, Klieser, Devieilhe und Yang sind die ECHO Nachwuchskünstler des Jahres

Der Pianist Daniil Trifonov, der Hornist Felix Klieser, die Sopranistin Sabine Devieilhe und die Violinistin Tianwa Yang sind die diesjährigen Preisträger des ECHO Klassik in der Kategorie „Nachwuchskünstler/-in des Jahres“. Der ECHO Klassik wird von der Deutschen Phono-Akademie – das...

Kein Schmäh: Welser-Möst wirft an der Wiener Staatsoper hin

Der musikalische Direktor der Wiener Staatsoper Franz Welser-Möst hat mit sofortiger Wirkung seinen Rückzug von seinem Posten bekannt gegeben. Als Grund nannte der Dirigent unüberwindliche künstlerische Differenzen mit dem Intendanten der Staatsoper Dominique Meyer. Wohl schon länger gab es...

Nominierungen für Deutschen Theaterpreis DER FAUST 2014 stehen fest

Am 08. November 2014 wird der Deutsche Theaterpreis DER FAUST zum neunten Mal verliehen. In diesem Jahr findet die Vergabe in der Hamburgischen Staatsoper statt. Ausgezeichnet werden Künstlerinnen und Künstler, deren Arbeit wegweisend für das deutsche Theater ist. DER FAUST ist ein nationaler,...

Götz-Friedrich-Preis an Yuval Sharon

Der Götz-Friedrich-Preis für die beste Opernaufführung der Spielzeit 2013/14 geht an Yuval Sharon für seine Inszenierung von John Adams Oper "Doctor Atomic" am Staatstheater Karlsruhe. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert. Den mit 2500 Euro dotierten Studio-Preis erhält Béatrice Lachaussée...

Tölzer Knabenchor entlässt seinen Leiter Ralf Ludewig

Während einer Chinatournee wurde der Leiter des Tölzer Knabenchors Ralf Ludewig  entlassen. Als Grund wurden "unterschiedliche Vorstellungen über die Entwicklung des Chores für die Zukunft" genannt.
Der Chorgründer und Vorgänger Ludewigs Gerhard Schmidt-Gaden, der die...

Susanna Mälkki übernimmt Helsinki Philharmonic Orchestra

Die finnische Dirigentin Susanna Mälkki wird ab Herbst 2016 für zunächst drei Jahre Chefdirigentin des Helsinki Philharmonic Orchestra. Mälkki wurde 1969 in Helsinki geboren und studierte an der Sibelius Akademie ihrer Heimatstadt und an der Royal Academy of Music in London Cello und Dirigieren,...

Auftakt zum 63. Internationalen Musikwettbewerb der ARD

Am Montag, 1. September 2014 beginnt mit dem ersten Durchgang in der Kategorie Schlagzeug in München der 63. Internationale Musikwettbewerb der ARD. Beworben hatten sich in diesem Jahr 519 Musikerinnen und Musiker sowie Ensembles aus 50 Ländern und fünf Kontinenten, so viele wie noch nie in der...

Bregenzer Festspiele enden mit Besucherrekord

Trotz eines mäßigen Sommers können die Bregenzer Festspiele auf die erfolgreichste Saison ihrer Geschichte zurückblicken. Die "Zauberflöten"-Inszenierung des scheidenden Intendanten David Poutney zählte 406.000 Besucher und überflügelte den bisherigen Rekordhalter "West Side...

Neues Mitglied bei den Berliner Philharmonikern ist erst 18 Jahre alt

18 Jahre jung ist der Neuzugang bei den Berliner Philharmonikern, der Trompeter Florian Pichler. Davor war der Österreicher bereits Solo-Trompeter des ORF Radio-Symphonie Orchesters. Florian Pichlers musikalischer Werdegang wurzelt in der österreichischen Blasmusiktradition. Weil der Vater...

Nikolaus Harnoncourt übernimmt Konzert für Lorin Maazel in Salzburg

Als Ersatz für den kürzlich verstorbenen Lorin Maazel wird Nikolaus Harnoncourt das Konzert am 24. Januar im Rahmen der Mozartwoche 2015 mit den Wiener Philharmonikern im Großen Festspielhaus dirigieren. "Es ist ein Glücksfall, dass Nikolaus Harnoncourt, Träger der Goldenen Mozart Medaille,...

Flötist und Dirigent Frans Brüggen gestorben

Im Alter von 79 Jahren ist der weltweit renommierte niederländische Dirigent und Blockflötist Frans Brüggen in Amsterdam gestorben. Der aus Amsterdam stammende Brüggen gehörte zu den wichtigsten Vertretern der Alte-Musik-Bewegung und setzte sowohl als Dirigent wie als Flötist Mastäbe in der...

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Eine Musiklegende geht in Ruhestand

Alban Berg Quartett Foto: EMI

Das Wiener Alban Berg Quartett löst sich nach 37 Jahren auf

(Wien, Mai 2007) Das Alban Berg Quartett, seit 37 Jahren Garant für höchste künstlerische Qualität, wird in der kommenden Saison sein letztes Konzert geben. Dabei hatte das wohl renommierteste Kammermusik-Ensemble der Gegenwart nach dem Tod seines langjährigen Bratschisten Thomas Kakuska vor zwei Jahren mit Isabel Charisius gerade erst eine hervorragende junge Musikerin als Nachfolgerin gewinnen können.

"Wer sich aufs Quartettspiel einlässt, verschreibt sich seinen Kollegen mit Haut und Haar", sagt Valentin Erben. Seit der Gründung 1971 spielt er Cello im Alban Berg Quartett. Im nächsten Jahr, nach dann 37 Jahren Quartettzugehörigkeit, will Erben noch einmal zu neuen Ufern aufbrechen. Für Günther Pichler, den Primarius und Mitgründer des Alban Berg Quartetts, war das zunächst schwer zu verstehen: "Mich hat diese Entscheidung sehr überrascht - überwältigt, kann man sagen. Ich wusste von diesem Entschluss Wochen vor den anderen Mitgliedern des Quartetts und habe auch meinen Kollegen Erben gebeten, noch einmal darüber nachzudenken. Doch es blieb dabei. Aber wir waren dann alle der Meinung: Wenn es so ist, dann akzeptieren das - ohne Groll und ohne Ressentiments."

Aufhören wollte das Alban Berg Quartett schon vor zwei Jahren, als der langjährige Bratschist Thomas Kakuska verstarb. Ein Verlust, der es den anderen Quartettmitgliedern zunächst sehr schwer gemacht hatte. Denn ein Streichquartett ist eben nicht nur eine musikalische Zweckgemeinschaft, sondern auch ein kompliziertes soziales Beziehungsgeflecht, in dem es menschelt wie in einer langjährigen Ehe. Wenn da plötzlich einer fehlt, ist das, als würde ein sorgfältig austariertes Mobile plötzlich aus dem Gleichgewicht gebracht. Günther Pichler: "Thomas Kakuska war ja ein sehr farbiger Mensch, völlig anders, als er nach außen gewirkt hat. Aber er hat im Quartett eine gewisse Autorität gehabt, gerade weil er nur selten davon Gebrauch gemacht hat. Und dann seine Sprüche! Das war wunderbar, etwa wenn die Diskussionen zu lang wurden. Dann hieß es: Weißt wos, halt die Goschn und spiel im Takt. Da war dann nichts mehr zu entgegnen. Da war Ende der Diskussion. Naja, das kann ein anderer so nicht sagen."


Es war Kakuska selbst, der vor seinem Tod seine Kollegen ausdrücklich darum gebeten hatte, auch ohne ihn weiterzumachen. Und so suchte das Alban Berg Quartett - und fand die Bratschistin Isabel Charisius. Mit vollem Elan stürzte sie sich in die gemeinsame Arbeit. Doch die Phase der Eroberungen und Entdeckungen lag für die älteren Kollegen bereits viele Jahre zurück, wie Günther Pichler erzählt: "Wir haben unheimliches Glück gehabt, dass wir Isabel Charisius gefunden haben - und sicher war es auch für sie eine tolle Sache, in so kurzer Zeit eine Entwicklung mitzubekommen, die sozusagen das Ergebnis von jahrzehntelanger Arbeit ist. Aber ein junges Mitglied, das neu dazukommt, möchte andererseits doch auch alles völlig neu ausprobieren. Das ist aber nicht drin. Denn das Repertoire ist da, wir haben nicht mehr die Zeit - und die Energie, die wir damals aufgewendet haben, um neue Werke zu studieren."


Schon mit 18 Jahren war Günther Pichler unter Wolfgang Sawallisch Konzertmeister der Wiener Symphoniker geworden, mit Mitte 20 wurde er unter Karajan Konzertmeister der Wiener Philharmoniker. Als Primarius des Alban Berg Quartetts hat er die Kunst des Streichquartetts technisch auf einen neuen Stand geführt. Und da das Alban Berg Quartett in seiner unverwechselbaren Verbindung aus geistiger Durchdringung und Wienerischer Sinnlichkeit auch musikalisch auf allerhöchstem Niveau agierte, sind die meisten seiner zahlreichen Aufnahmen bis heute schlicht unübertroffen. Zeit also, sich endlich zurücklehnen? "Ich bin dann 50 Jahre im Beruf, bin 68, und wenn ich bedenke, dass ein Jahrhundertstern wie Jascha Heifetz, der ich ja nicht bin, mit 70 sein letztes Konzert gegeben hat, dann denk' ich mir, dass das vielleicht gar keine schlechte Zeit zum Aufhören ist. Trotzdem sehen wir bei jedem Konzert dieser Situation mit Wehmut entgegen. Mein Gott: Noch einmal München! Und um nicht zu sentimental zu werden, was uns als Wahlwienern ja nahe läge, haben wir unsere Abschiedskonzerte nach Buenos Aires verlegt, ins Teatro Colón, das wir sehr lieben,  um uns dort zu verabschieden - endgültig."
Bernhard Neuhoff