Meldungen

Salzburger Festspiele als Wirtschaftsfaktor: 183 Mill. € Wertschöpfung und 2.800 Arbeitsplätze

Die Salzburger Festspiele schaffen direkt und indirekt eine Wertschöpfung in Salzburg von 183 Mill. € und in Österreich von 215 Mill. €. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Wirtschaftskammer Salzburg. Die Festspiele sichern damit in Salzburg eine Beschäftigung (inklusive der...

Salzburger Festspiele 2017: Aida mit Muti und Netrebko

Offiziell ist noch nichts, aber es kursieren bereits etliche Informationen über das Programm der Salzburger Festspiele 2017, die ersten Festspiele unter der Leitung des neuen Intendanten Markus Hinterhäuser. Demnach wird Riccardo Muti Verdis "Aida" dirigieren mit Anna Netrebko in der...

Lionel Bringuier tritt nach nur vier Jahren als Chefdirigent des Tonhalle-Orchesters ab

Das war dann doch eine Überraschung. Der 29-jährige französische Dirigent Lionel Bringuier wird seinen bis zum Sommer 2018 laufenden Vertrag als Chefdirigent des Tonhalle-Orchesters Zürich nicht verlängern. Das teilte das Orchester mit. Man habe sich einvernehmlich darauf verständigt, den Vertrag...

Peter Baumgardt verlässt Europäische Wochen Passau

Der Intendant der Europäische Wochen Passau, Peter Baumgardt, wird das Festival verlassen. Darauf hätten sich Baumgart und der Vorstand des Festivals geeinigt, heißt es in Pressemeldungen. Über die Modalitäten werde derzeit noch verhandelt. Über die Hintergründe des Rückzugs des seit 2012...

Vesselina Kasarova wird Opfer eines Handtaschenraubs in Innsbruck und sagt Oper ab

Mit Bedauern hat Vesselina Kasarova kurzfristig ihre Auftritte in der Produktion der Chimarosa-Oper „Il matrimonio segreto" bei den Innsbrucker Festwochen abgesagt. Die Mezzosopranistin war für die Rolle der Fidalma besetzt. Grund für die Absage ist eine Verletzung, die sich die Sängerin...

Traviata knapp vor der Zauberflöte in der Aufführungsstatistik 2014/15

Eine neue Struktur innerhalb der Werkstatistik führt dazu, dass der Dauerbrenner "Die Zauberflöte" von Wolfgang-Amadeus Mozart seine Spitzenpositionen als meistaufgeführte Oper in der Saison 2014/2015 zum ersten Mal abgeben muss. Der Grund dafür ist, dass...

Kündigung von Serge Dorny war nicht rechtens

Die Kündigung des designierten Intendanten der Dresdner Semperoper, Serge Dorny im Jahr 2014, ist ungültig. Das hat das Oberlandesgericht Dresden jetzt in zweiter Instanz entschieden. 2013 war der Dorny, der die Oper Lyon leitet, zum Intendanten der Semperoper bestimmt worden. Doch noch vor seinen...

Bayerische Staatsoper verschiebt "Oper für alle" wegen Trauerfeier für die Opfer des Amoklaufs

Die Bayerische Staatsoper sagt die Veranstaltung "Oper für alle" am kommenden Sonntag, 31. Juli 2016, aufgrund des parallel stattfindenden Gedenkgottesdienstes und des Trauerakts für die Opfer des Münchner Amoklaufs vorläufig ab. "Die Staatsoper und alle ihre Mitarbeiter, Sänger und...

Gewinner des Internationalen Mut-Autorenwettbewerbs 2016 stehen fest

Am Samstag, den 23. Juni, präsentierte das Münchner Gärtnerplatztheater im Akademietheater das Finale »Frei zur Uraufführung!« des Internationalen Mut-Autorenwettbewerbs für musikalisches Unterhaltungstheater. Mit insgesamt 40 eingereichten Stückkonzepten hatten sich Komponisten, Liedtexter und...

65. Internationaler Musikwettbewerb der ARD in den Fächern Kontrabass, Horn, Harfe und Streichquartett

Vom 29. August bis zum 16. September 2016 treffen sich Nachwuchsmusiker aus allen Teilen der Welt in München zum 65. Internationalen Musikwettbewerb der ARD. In diesem Jahr wird der Wettbewerb in den Fächern Kontrabass, Horn, Harfe und Streichquartett ausgetragen. Insgesamt gab es 345 Bewerbungen...

Polizei äußert bei einigen Beschäftigten der Bayreuther Festspiele Sicherheitsbedenken

Bei der Überprüfung des Personals der Bayreuther Festspiele hat die Polizei bei einigen Mitarbeitern Sicherheitsbedenken angemeldet. Die etwa 35 Personen sollen nicht mehr in sicherheitsrelevanten Bereichen, also im Festspielhaus eingesetzt werden, heißt es. Die polizeilichen Bedenken beziehen sich...

Der Preis ist nicht heiß: fragwürdiger Echo-Klassik 2016 vergeben

Anna Netrebko, Philippe Jaroussky, Sol Gabetta, Pinchas Zukerman, Holger Falk, Asya Fateyeva, Grigory Sokolov, Christiane Karg und Andrea Bocelli – sie alle und noch viele viele Musikerinnen und Musiker mehr, 48 um genau zu sein, gehören zu den Preisträgern des Echo-Klassik 2016; frei nach dem...

BR-Klassik-Festspielzeit bietet Festival-Highlights des Jahres 2016

An rund 70 Abenden vom 26. Juni bis 10. September bietet BR-Klassik die großen musikalischen Ereignisse dieses Sommers in Mitschnitten und Liveübertragungen. Den Auftakt machte die Eröffnung der Münchner Opernfestspiele am 26.6. mit der Neuinszenierung von Jacques Fromental Halévys Oper „La Juive“....

Münchner Philharmoniker starten eigenes Label

Am 30. September 2016 veröffentlichen die Münchner Philharmoniker und ihr Chefdirigent Valery Gergiev die ersten beiden Live-Konzertaufzeichnugen des orchestereigenen Labels MPHIL: Mahlers Symphonie Nr. 2 (Antrittskonzert) und Bruckners Symphonie Nr. 4. Die Aufnahmen erscheinen ein Jahr nach...

Bayreuther Parsifal-Premiere live auf BR-Klassik und am 30. Juli in 3sat

Die Richard-Wagner-Festspiele auf dem Grünen Hügel von Bayreuth werden in diesem Jahr mit der Premiere der „Parsifal"-Neuproduktion eröffnet. BR-Klassik überträgt am Montag, 25. Juli, ab 15.57 Uhr live aus dem Bayreuther Festspielhaus im Hörfunk und im Videostream auf br-klassik.de/concert. Am...

Facebook erhält Verschlossene Auster

Das amerikanische soziale Netzwerk Facebook erhält in diesem Jahr die "Verschlossene Auster", den traditionellen Preis für den Informationsblockierer des Jahres, den die Journalistenorganisation Netzwerk Recherche vergibt. Sie kritisiert damit den intransparenten Umgang von Facebook mit...

Harte Zeiten für Bayreuth-Besucher

Das Bayreuther Festspielhaus verfügt über die vermutlich unbequemsten Opernsitze der Welt. Fünf Stunden Wagner werden hier schnell zu einer Herausforderung für Rücken und Beine, selbst für ausgesprochene Fans des Meisters. Und jetzt dürfen die Besucher nicht mal mehr Sitzkissen mit ins Auditorium...

Musikpreis des VDKD geht an Alexej Gerassimez

Der mit 10.000 Euro dotierte Musikpreis des Verbandes der Deutschen Konzertdirektionen e.V. (VDKD) geht in diesem Jahr an den Percussionisten Alexej Gerassimez. Die Auszeichnung wird jährlich wechselnd an förderungswürdige junge Musiker oder Ensembles, beziehungsweise Bands, aus den Bereichen der...

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Singendes Klavier

Olga Scheps' neues Album „Vocalise“ überzeugt konzeptionell und musikalisch
Von Henriette Schwarz

(August 2015) „Vocalise“ heißt das neue Album der jungen deutsch-russischen Pianistin Olga Scheps – dabei ist eine Vokalise ja eigentlich ein Stück für die menschliche Stimme, das, wie die Bezeichnung schon verrät, nur auf Vokalen gesungen wird. Ein origineller, wenn auch im ersten Moment etwas in die Irre führender Titel für die Zusammenstellung der elf romantischen Klavierstücke verschiedener Komponisten von Chopin bist Liszt also, der sich bei näherem Hinhören aber als überaus passend entpuppt.

Die Pianistin über ihr Album in einem Interview mit WDR 3: „Ich finde, dass die gesangliche Komponente beim Klavierspielen eine sehr große Rolle spielt; ich habe das immer als eine große Herausforderung gesehen, das Gesangliche aus dem Klavier – was ja eigentlich von der Physik her ein Schlaginstrument ist – rauszuholen.“
Dass dies eine gute und noch dazu in Stückauswahl und musikalischer Umsetzung gelungene Idee ist, zeigt sich von der ersten Nummer der CD an, Frédéric Chopins schwermütiges Nocturne in c-Moll, op. 48 Nr. 1. Bestimmt und mit klarem Anschlag, dabei aber nie statisch, sondern mehr als flexibel in Dynamik und Tempo, stellt Olga Scheps hier die Melodie des Nocturne ins Zentrum des Geschehens und nimmt sich die Zeit, mit jedem einzelnen Ton die düsteren Tiefen so sensibel zu ergründen, dass das „Schlaginstrument“ ganz schnell vergessen ist.

Olga Scheps spielt die romantischen Melodien – ob in Franz Liszts Klavierfassung des Schumann-Liedes „Widmung“ aus dem Zyklus „Myrthen“ op. 25 oder Johannes Brahms' melancholisches Intermezzo in Es-Dur op. 117 No. 1 - mit sanfter Feinfühligkeit und viel Liebe zum Detail, ohne sie dabei mit Gefühlsüberschwang zu überladen. Im Gegenteil: ihre Interpretationen wirken trotz tiefer Emotion und Präzision leicht und unprätentiös, niemals kitschig. Ein bisschen Virtuosität darf auch nicht fehlen: Das umfangreichste Werk der CD, Schuberts „Wanderer-Fantasie“, ist – vor allem im rasanten Allegro – technisch höchst anspruchsvoll, was man Olga Scheps' Spiel aber überhaupt nicht anhört. Nach Gesanglichem klingt das nicht, vielmehr nach großem technischen Klavier-Können.

Namensgeber und eines der Herzstücke der CD (und übrigens erst an neunter Stelle zu hören) ist die „Vocalise“ von Sergej Rachmaninow, das Lied ohne Worte aus dem 1912 komponierten Liederzyklus op. 34 in einer Transkription für Klavier von Alan Richardson. Es bedarf bei Olga Scheps' Spiel nicht viel Fantasie, um sich die eingängige Melodie der „Vocalise“ mit Ohrwurmcharakter, die gelegentlich zum Mitsummen einlädt, statt vom Klavier gespielt von einer menschlichen Stimme gesungen vorzustellen. So einfühlsam und nuanciert – mal als kraftvolles Vorwärtsdrängen, mal als zerbrechlich-zartes Flimmern - spielt sie, dass sie das Klavier wahrlich singen lässt. Das Album hält, was sein Titel verspricht. 
 
Komplettes Interview mit Olga Scheps (WDR 3): www.wdr3.de/musik/olga-scheps-100.html