Meldungen

Umfrage zu den wichtigsten Komponisten des 21. Jahrhunderts - Georg Friedrich Haas am häufigsten genannt

Das italienische Magazin Classic Voice hat mehr als 100 Experten aus ganz Europa zu den wichtigsten Kompositionen des 21. Jahrhunderts befragt. Bei der Umfrage unter Dirigenten, Journalisten, Programmmachern und Musikwissenschaftlern wurden die Werke von Georg Friedrich Haas am häufigsten genannt,...

Eröffnung der Elbphillharmonie live auf Arte

Die Elbphilharmonie wird am 11. Januar als hochmodernes Konzerthaus in der Hamburger HafenCity eröffnet. Das NDR Elbphilharmonie Orchester und sein Chefdirigent Thomas Hengelbrock gestalten am Mittwoch, den 11. Januar 2017 ab 18.30 Uhr das erste Konzert im großen Saal des architektonischen...

Eröffnung der Elbphilharmonie - Übertragungen im Fernsehen, Radio und Internet

Am 11. und 12. Januar 2017 wird die Elbphilharmonie Hamburg eröffnet. Zu den Eröffnungskonzerten werden neben zahlreichen Gästen aus Kultur und Politik 1000 Gewinner einer internationalen Kartenverlosung erwartet. Wer nicht im Saal sitzt, kann die Veranstaltung im Fernsehen, Radio oder online live...

Villazón singt nicht mehr in South Pole

Rolando Villazón hat die Partie des Robert Falcon Scott in der Oper "South Pole" von Miroslav Srnka aus seinem Repertoire genommen. Das ließ der Tenor über die Bayerische Staatsoper mitteilen. Das Auftragswerk der Bayerischen Staatsoper hatte in Starbesetzung u.a. mit Thomas Hampson am...

Vertrag von Dominique Meyer an der Wiener Staatsoper wird nicht verlängert - Labelchef wird Nachfolger

Der Vertrag des Direktors der Wiener Staatsoper Dominique Meyer wird über 2020 nicht verlängert. Das gab das österreichische Kulturministerium bekannt. Meyer soll durch den Label-Manager und Journalisten Bogdan Roščić ersetzt werden. Eine Entscheidung, die in Österreich durchaus kontrovers...

Andrej Hermlin and his Swing Dance Orchestra zu Gast in München

Die Musik der amerikanischen Swinglegende Glenn Miller begeistert noch immer ein weltweites Publikum. Und wie bei den Comedian Harmonists gab und gibt es auch bei Millers Musik etliche Nachahmerformationen, die mal mehr mal weniger überzeugend den Klang des Originals kopieren. Eine klanglich und...

Hvorostovsky sagt Opernauftritte ab

Der russische Bariton Dmitri Hvorostovsky muss krankheitsbedingt seine Opernengagements in nächster Zukunft absagen. Das hat der Sänger über die Wiener Staatsoper bekannt gegeben, an der er häufig aufgetreten ist. Gleichgewichtsprobleme im Zusammenhang mit seiner Krankheit machten es ihm äußerst...

Anthony Bramall wird Chefdirigent des Münchner Gärtnerplatztheaters

Der englische Dirigent Anthony Bramall wird ab kommender Spielzeit neuer Chefdirigent des Münchner Gärtnerplatztheaters. Der aus London stammende Musiker, der gegenwärtig als stellvertretender GMD an der Oper Leipzig tätig ist, hat an der Guildhall School of Music and Drama zunächst Gesang...

Currentzis dirigiert räsonanz-Konzert in München

Im Rahmen der Konzertreihe der Ernst von Siemens Musikstiftung räsonanz – Stifterkonzerte kommen am 1. April 2017 Teodor Currentzis mit dem MusicAeterna Choir und dem Mahler Chamber Orchestra nach München. Der Chor aus Perm stellt sich damit zum ersten Mal in seiner Geschichte dem Münchner Publikum...

Erstmals Tage jüdischer Musik in Mecklenburg-Vorpommern

Ein fast vergessenes Kapitel der Geschichte und Gegenwart Mecklenburg-Vorpommerns wollen die Internationalen Tage jüdischer Musik aufschlagen: Vom 12. bis 14. Dezember 2016 lädt die erstmals stattfindende Veranstaltungsreihe ein, jüdisches Leben, Musik und Geschichte in MV an Originalschauplätzen –...

Wochenendseminar am Starnberger See: Komponisten in München

München war und ist eine der bedeutendsten Musikstädte der Welt. Hier lebten und wirkten musikalische Genies wie Wolfgang Amadeus Mozart, Richard Wagner oder Richard Strauss und prägten das musikalische Leben und den Ruf der Stadt. Nicht weniger als vier Wagner-Opern wurden in München uraufgeführt,...

Vom Zoll beschlagnahmte Gitarren erklingen bald an der Kölner Musikhochschule

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) überlässt der Hochschule für Musik und Tanz Köln drei hochwertige, handgefertigte Breedlove Akustik-Gitarren. Die drei Gitarren wurden am 2. Dezember 2015 vom Zollfahndungsamt Frankfurt am Main bei der Einfuhr nach Deutschland sichergestellt, da an ihnen Teile...

Kristian Bezuidenhout wird Mitglied der künstlerischen Leitung des Freiburger Barockorchesters

Der aus Südafrika stammende Pianist Kristian Bezuidenhout wird in der kommenden Saison 2017/18 neben Gottfried von der Goltz die Künstlerische Leitung des Freiburger Barockorchesters (FBO) übernehmen. Petra Müllejans, die seit über zwei Jahrzehnten das FBO künstlerisch geleitet hat, legt diese...

Plácido Domingo dirigiert zum 50jährigen Bühnen-Jubiläum Aida in Spektakelinszenierung in 10 Städten

Zu seinem 50. Bühnen-Jubiläum 2017 hat Plácido Domingo - mittlerweile schon zur Legende gewordener Opernstar - Großes vor: die monumentale Open-Air-Aufführung von "Aida" als ein riesiges Spektakel, um neue Freunde für das Genre Oper zu gewinnen, "mit allen Möglichkeiten, die moderne...

Sechs deutsche Orchester erhalten Bundesförderung

Wie der Haushaltsausschuss des Bundestags gestern beschloss, soll die einzigartige deutsche Orchesterlandschaft angesichts stets wachsender internationaler Herausforderungen darin unterstützt werden, ihre künstlerische Qualität weiter zu steigern und ihre Organisationsstrukturen nach modernsten...

Marcus Bosch verlässt Nürnberg

Marcus Bosch wird mit Ende der Spielzeit 2017/2018 seine Tätigkeit als Generalmusikdirektor des Staatstheaters Nürnberg und der Staatsphilharmonie Nürnberg beenden. Das teilte seine Agentur heute mit. Bosch werde zum Wintersemester 2018 eine Professur für Dirigieren und die Leitung des...

Wagner-Museum zeigt erstmals Original-Partitur des Parsifal

Das Richard Wagner Museum Bayreuth präsentiert die originale Partiturhandschrift des „Parsifal" erstmals öffentlich in seiner „Schatzkammer". Zwischen September 1877 und Januar 1882 komponierte Wagner sein letztes und von ihm selbst so genanntes „Weltabschiedswerk", das...

Sonderpreis des Bayerischen Kunstministeriums für Alexander Liebreich

Der Dirigent Alexander Liebreich wird mit dem diesjährigen Sonderpreis des Kulturpreises Bayern geehrt. Der aus Regensburg stammende Liebreich war bis vor kurzem Chef des Münchner Kammerorchesters und reüssierte damit nicht nur in München, sondern auch auf nationalen und internationalen Podien. Er...

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Singendes Klavier

Olga Scheps' neues Album „Vocalise“ überzeugt konzeptionell und musikalisch
Von Henriette Schwarz

(August 2015) „Vocalise“ heißt das neue Album der jungen deutsch-russischen Pianistin Olga Scheps – dabei ist eine Vokalise ja eigentlich ein Stück für die menschliche Stimme, das, wie die Bezeichnung schon verrät, nur auf Vokalen gesungen wird. Ein origineller, wenn auch im ersten Moment etwas in die Irre führender Titel für die Zusammenstellung der elf romantischen Klavierstücke verschiedener Komponisten von Chopin bist Liszt also, der sich bei näherem Hinhören aber als überaus passend entpuppt.

Die Pianistin über ihr Album in einem Interview mit WDR 3: „Ich finde, dass die gesangliche Komponente beim Klavierspielen eine sehr große Rolle spielt; ich habe das immer als eine große Herausforderung gesehen, das Gesangliche aus dem Klavier – was ja eigentlich von der Physik her ein Schlaginstrument ist – rauszuholen.“
Dass dies eine gute und noch dazu in Stückauswahl und musikalischer Umsetzung gelungene Idee ist, zeigt sich von der ersten Nummer der CD an, Frédéric Chopins schwermütiges Nocturne in c-Moll, op. 48 Nr. 1. Bestimmt und mit klarem Anschlag, dabei aber nie statisch, sondern mehr als flexibel in Dynamik und Tempo, stellt Olga Scheps hier die Melodie des Nocturne ins Zentrum des Geschehens und nimmt sich die Zeit, mit jedem einzelnen Ton die düsteren Tiefen so sensibel zu ergründen, dass das „Schlaginstrument“ ganz schnell vergessen ist.

Olga Scheps spielt die romantischen Melodien – ob in Franz Liszts Klavierfassung des Schumann-Liedes „Widmung“ aus dem Zyklus „Myrthen“ op. 25 oder Johannes Brahms' melancholisches Intermezzo in Es-Dur op. 117 No. 1 - mit sanfter Feinfühligkeit und viel Liebe zum Detail, ohne sie dabei mit Gefühlsüberschwang zu überladen. Im Gegenteil: ihre Interpretationen wirken trotz tiefer Emotion und Präzision leicht und unprätentiös, niemals kitschig. Ein bisschen Virtuosität darf auch nicht fehlen: Das umfangreichste Werk der CD, Schuberts „Wanderer-Fantasie“, ist – vor allem im rasanten Allegro – technisch höchst anspruchsvoll, was man Olga Scheps' Spiel aber überhaupt nicht anhört. Nach Gesanglichem klingt das nicht, vielmehr nach großem technischen Klavier-Können.

Namensgeber und eines der Herzstücke der CD (und übrigens erst an neunter Stelle zu hören) ist die „Vocalise“ von Sergej Rachmaninow, das Lied ohne Worte aus dem 1912 komponierten Liederzyklus op. 34 in einer Transkription für Klavier von Alan Richardson. Es bedarf bei Olga Scheps' Spiel nicht viel Fantasie, um sich die eingängige Melodie der „Vocalise“ mit Ohrwurmcharakter, die gelegentlich zum Mitsummen einlädt, statt vom Klavier gespielt von einer menschlichen Stimme gesungen vorzustellen. So einfühlsam und nuanciert – mal als kraftvolles Vorwärtsdrängen, mal als zerbrechlich-zartes Flimmern - spielt sie, dass sie das Klavier wahrlich singen lässt. Das Album hält, was sein Titel verspricht. 
 
Komplettes Interview mit Olga Scheps (WDR 3): www.wdr3.de/musik/olga-scheps-100.html