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Kurt Moll gestorben


Der große Sänger Kurt Moll ist im Alter von 78 Jahren am vergangenen Sonntag gestorben, wie seine Familie mitteilt. Geboren in Buir bei Köln studierte Moll an der Kölner Musikhochschule bevor er seine ersten Engagements in Aachen, Mainz und Wuppertal erhielt. Der internationale Durchbruch gelang ihm 1970 bei den Salzburger Festspielen als Sarastro (Die Zauberflöte); im selben Jahr wurde er an die Hamburgische Staatsoper verpflichtet, 1967 debüttierte er in Bayreuth. Besondere Schwerpunkte seines Repertoires bildeten die großen Basspartien bei Mozart, Wagner und Strauss. Kurt Moll war an allen großen Opernhäusern der Welt ein gern gesehener Gast, insbesondere in Hamburg, Wien, Bayreuth, Salzburg und München. Kurt Moll war Bayerischer, Hamburger und Wiener Kammersänger und Gesangsprofessor an der Kölner Musikhochschule.

Partien an der Bayerischen Staatsoper waren u.a. Sarastro, Rocco (Fidelio), Sir Morosus (Die schweigsame Frau), Pimen (Boris Godunow), Ochs auf Lerchenau (Der Rosenkavalier), Daland (Der fliegende Holländer), Gurnemanz (Parsifal), Veit Pogner (Die Meistersinger von Nürnberg), Seneca (L’incoronazione di Poppea), König Marke (Tristan und Isolde), Eremit (Der Freischütz). Bei den Münchner Opernfestspielen konnte es passieren, dass Moll in fünf von insgesamt elf Produktionen zu hören war. Die enge Beziehung zu München und zu Wolfgang Sawallisch gründete auf der Kölner Zeit Sawallischs, als der Dirigent Moll an die Kölner Oper holte. Zu Wolfgang Sawallischs Abschied von der Münchner Oper 1992 trat Moll als Überraschungsgast als Nachtwächter in den "Meistersingern" auf. Molls einzigartige Stimme verlieh den Partien, die er sang, eine ganz eigene, unverwechselbare Aura des Erhabenen - dabei ohne jedes Pathos. Eine Jahrhundertstimme. In einem Interview sagte Moll über sein Selbstverständnis als Sänger einmal: "Meine Aufgabe ist es, mich dem Publikum bei jeder Vorstellung, bei jeder Phrase, bei jedem Ton zu öffnen. Das Publikum soll in mich hineinsehen. Sich immer das Herz aufmachen, das ist, glaube ich, wichtig."

Bayerns Kunstminister Ludwig Spaenle würdigte die Leistungen des Kammersängers Kurt Moll in einer Pressemeldung wie folgt: "Kurt Moll war einer der ganz Großen. Sein unverwechselbares, nobles Timbre, seine immense musikalische Intelligenz und seine einzigartige Bühnenpräsenz haben ihn unvergesslich gemacht. Der Bayerischen Staatsoper war er über Jahrzehnte eng verbunden. Die künstlerischen Leistungen des Bayerischen Kammersängers hat der Freistaat Bayern mit den höchsten Auszeichnungen gewürdigt, die er zu vergeben hat: dem Bayerischen Verdienstorden und dem Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst. Wir werden Kurt Moll ein ehrendes Andenken bewahren."

BR-Klassik sendet am 7. März um 18.05 Uhr ein einstündiges Porträt über Kurt Moll.

6-3-2017