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Musikfest Wien 2017 präsentiert Gesamtwerk von Pierre Boulez


Alle Jahre gibt es zum Abschluss der Wiener Musiksaison im Frühsommer ein Musikfest, das zum ersten Mal 1947 abgehalten wurde. Es findet alternierend im Musikverein und im Konzerthaus statt. In diesem Jahr wurde die Ankündigung getrübt durch die Mitteilung, dass die Wiener Festwochen ihre seit 1953 bestehende Kooperation mit den beiden Konzertveranstaltern aufkündigen und diese nun das Musikfest allein ausrichten und finanzieren müssen.

Zum erfreulichen Teil der Ankündigung: Im Fokus des 38. Internationalen Musikfestes (domiziliert im Konzerthaus) steht vom 7. Mai bis zum 23. Juni das Gesamtwerk von Pierre Boulez. In 14 Konzerten sind zentrale Werke des im Vorjahr verstorbenen Komponisten zu hören. Zum Auftakt spielt das Boulez Ensemble unter der Leitung von Daniel Barenboim die Structures pour deux pianos. Barenboim wird zudem beim offiziellen Eröffnungskonzert des Musikfestes am 14. Mai die Wiener Philharmoniker dirigieren (Notations I – IV und Notations VII, Werke die er selbst uraufgeführt hat, in Kombination mit Werken aus Bedřich Smetanas "Má vlast").

Weitere Konzerte bestreiten das mdw Chamber Orchestra (mdw = Universität für Musik und darstellende Kunst Wien) und Mitglieder des Webern Symphonie Orchesters, Das Toronto Symphony Orchestra, das Swedish Radio Symphony Orchestra, das RSO Wien, Carolin & Jörg Widman mit dem SWR Experimentalstudio, Emanuel Pahud, Pierre-Laurent Amard und Tamara Stefanovich, die Boulez´ gesamtes Klavierwerk aufführen werden, das oenm (österreichisches ensemble für neue musik), "die reihe, Company of Music", PHACE. Le Marteau sans maitre: Ensemble, und das Klangforum Wien.

Es handelt sich dabei um die erste Gesamtaufführung der Musik von Pierre Boulez, der mit dem Wiener Konzerthaus Zeit seines Lebens eng verbunden war, ebenso wie Daniel Barenboim mit dem Komponisten.

Derek Weber

3-2-2017