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Vertrag von Dominique Meyer an der Wiener Staatsoper wird nicht verlängert - Labelchef wird Nachfolger


Der Vertrag des Direktors der Wiener Staatsoper Dominique Meyer wird über 2020 nicht verlängert. Das gab das österreichische Kulturministerium bekannt. Meyer soll durch den Label-Manager und Journalisten Bogdan Roščić ersetzt werden. Eine Entscheidung, die in Österreich durchaus kontrovers aufgenommen wurde, hat Roščić bislang doch noch nicht in einem Opernhaus gearbeitet. Viele sprechen aber dennoch von einem mutigen und guten Schritt für die Zukunft des Hauses, das unter Meyers Leitung in den vergangenen Jahren deutlich verblasste.

Der 1964 in Belgrad geborene Bogdan Roščić war nach seinem Studium der Philosophie und Musikwissenschaft, das er mit einer Promotion über Adorno abschloss, bei österreichischen Tageszeitungen tätig. 1993 begann er bei Ö3 und stieg zum Senderchef auf, 2002 wurde er Managing Director von Universal Music Austria. Weitere Laufbahnstationen: 2003 Künstlerischer Leiter des Universal-Labels Deutsche Grammophon, 2006 Managing Director des Universal-Unternehmens Decca Music Group, 2009 Präsident von Sony Masterworks.

Der österreichische Kunst- und Kulturminister Thomas Drozda stellte bei einer Pressekonferenz im Bundeskanzleramt am 21. Dezember Bogdan Roščić als neuen Staatsoperndirektor für die Periode 2020 bis 2025 vor: „Als Top-Manager für klassische Musik bringt er internationale Kompetenz und Führungserfahrung mit. Dieser Generationswechsel vereint eine Kombination aus künstlerischem Anspruch, Leidenschaft und Begeisterungsfähigkeit“, so Bundesminister Drozda.

„Für mich ist diese Ernennung die persönlich wichtigste Entscheidung meines beruflichen Lebens“, zeigte sich Roščić sehr dankbar – er werde seine Verantwortung mit Liebe und Leidenschaft wahrnehmen: „2022 jährt sich der Amtsantritt Gustav Mahlers als Operndirektor zum 125. Mal. Die Staatsoper wird ihren bedeutendsten Direktor gebührend feiern, indem sie sich Inspiration holt aus den Grundsätzen, die er in das Haus getragen hat: unbedingter Kunst- und Gestaltungswille, höchster inhaltlicher Ehrgeiz in allem, Unterordnung aller Aspekte des Betriebs unter die Ansprüche höchster Qualität.“

Drozda läßt sich mit den Worten zitieren: "Wenn Sie so wollen, geht es auch darum, eine Staatsoper 4.0 zu kreieren."

22-12-2016