Ehemaliger Geschäftsführer der Salzburger Osterfestspiele soll 650 000 Euro veruntreut haben
Der interimistische Geschäftsführer der Salzburger Osterfestspiele, der Anwalt Peter Raue, hat jetzt in einem von den Salzburger Nachrichten veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur APA Details über die Untreue-Vorwürfe gegenüber den bisherigen Geschäftsführer der Salzburger Osterfestspiele Michael Dewitte und den technischen Direktor der Sommerfestspiele Klaus Kretschmer bekannt gegeben. Danach soll Dewitte rund 650.000 Euro "in die eigene Tasche bezahlt" haben. Dazu kämen eine lange Reihe nicht nachvollziehbarer Reisespesen aus dem Jahr 2009 von 90.000 Euro mit Hotelrechnungen von 650 Euro pro Nacht oder Taxirechnungen zum Salzburger Flughafen in Höhe von 585 Euro. Dewitte hatte ein Jahresgehalt von 117.000 Euro, plus dem Gehalt für seine Frau in Höhe von 45.000 Euro, wobei "kein Mensch weiß, für welche Leistung diese Frau bezahlt wurde", so Raue.
An den ebenfalls entlassenen technischen Direktor der Sommerfestspiele Klaus Kretschmer seien etwa 550.000 Euro bezahlt worden. In Firmen, in denen Kretschmer offizieller oder stiller Teilhaber ist, seien weitere 650.000 Euro geflossen. Offensichtlich hätten alle Prüfungsinstanzen versagt, meint Raue auf die Frage, warum diese Zahlungen nicht aufgefallen sind. Dewitte und Kretschmer bestreiten die gegen sie erhobenen Vorwürfe weiterhin. In einem Interview mit den Salzburger Nachrichten bezeichnete sich Kretschmer als "Bauernopfer". Für alle Beschuldigten gilt bis zum endgültigen Beweis des Gegenteils die Unschuldsvermutung.
02.02.10 23:35 Alter: 36 days