Schwebender Impressionismus
Carlos Mena singt Lieder aus Spanien - "Paisajes del Recuerdo - Landschaften der Erinnerung", Harmonia Mundi (HMI 987073)
Carlos Mena ist trotz seiner mittlerweile vier Solo-CDs für Harmonia Mundi noch immer ein Geheimtipp. Das hat nicht zuletzt mit dem Nischen-Repertoire des 1971 in Vitoria/Gasteiz geborenen Basken zu tun: Nach Musik der spanischen Renaissance-Komponisten Tomas Luis de Victoria (1548-1611) und Enríquez de Valderrábano (1500-1557) veröffentlichte er in "La Cantada española en América" Werke Joseph de Nebras und Joseph de Torres aus dem 18. Jahrhundert mit dem Ensemble "Al Ayre espagñol". Auf seiner neuen CD mit baskischen Liedern ("Paisajes del Recuerdo - Landschaften der Erinnerung") für Harmonia Mundi (HMI 987073) spannt sich der Bogen vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zu seinem Ende - mit den 1997 komponierten "Tres cantiones de Segovia" von Carmelo Bernaolas. Insbesondere die Lieder von Andrés Isasis aus den 30er Jahren offenbaren einen apart schwebenden Spätimpressionismus, aber auch die "Tres cantos vascos" von Francisco Escudero vereinen Volkstümlichkeit mit farbiger, avancierter Klavierbegleitung. Wieder ist Menas ganz eigen timbrierte Stimme mit ihrem charakteristisch geradlinig schwingenden Vibrato perfekt, sehr ausdrucksvoll und idiomatisch eingesetzt.