Meldungen

Sopranistin Anna Voshege gewinnt Richard-Strauss-Wettbewerb 2017

Die Sopranistin Anna Voshege ist die Gewinnerin des diesjährigen Richard-Strauss-Gesangswettbewerb in München. Von 78 jungen Sängerinnen und Sängern wurden 16 zum Vorsingen eingeladen, sieben kamen ins Finale. Die 27jährige australisch-deutsche Sängerin überzeugte die Jury mit ihren...

Salam Syria - Festival in Elbphilharmonie widmet sich der Musikkultur Syriens

Bis zum Ausbruch des Bürgerkrieges gab es in Syrien – von jeher Schmelztiegel unterschiedlicher Religionen und Kulturen – eine lebendige und vielfältige Musikszene. Inzwischen haben über vier Millionen Menschen das Land auf der Flucht vor Terror und Zerstörung verlassen. Das...

Juilliard School mit Online-Kursen

Eine der berühmtesten Musikakademien der Welt, die New Yorker Juilliard School, bietet wieder Online-Kurse für ein weltweites Publikum an. Die Kurse, die in der Rubrik "Open Classroom" gebucht werden können und im Mai und Juni beginnen, stehen jedermann offen, sind aber kostenpflichtig....

Kurt Moll gestorben

Der große Sänger Kurt Moll ist im Alter von 78 Jahren am vergangenen Sonntag gestorben, wie seine Familie mitteilt. Geboren in Buir bei Köln studierte Moll an der Kölner Musikhochschule bevor er seine ersten Engagements in Aachen, Mainz und Wuppertal erhielt. Der internationale Durchbruch gelang...

Chick Corea zu Gast in München

Jazzlegende Chick Corea (75) - einer der bedeutendsten zeitgenössischen Jazz-Pianisten und Komponisten – kommt für einen seiner seltenen Soloabende nach München. Schon in seinen Zwanzigern spielte er in der Band der Jazz-Ikone Miles Davis und wirkte auf dessen Alben "Filles de...

Mehr Menschen in Konzerten als in Fußballstadien

Konzerte und klassische Live-Musik im Theater oder auf Musikfestivals haben vierzig Prozent mehr Besucher als die 1. Bundesliga im Fußballstadion. Das gab die Deutschen Orchestervereinigung (DOV) bekannt. „Ich bin überzeugt, dass wir gerade den Beginn einer Trendwende im Klassikbereich erleben“,...

Präsident des Dt. Bühnenvereins Khuon kritisiert Opernkritik in der "Zeit" als schwulenfeindlich

In einem offenen Brief kritisiert der Präsident des Deutschen Bühnenvereins, Ulrich Khuon, eine Kritik der Oper "Edward II" von Christine Lemke-Matwey in der "Zeit" als diskriminierend und schwulenfeindlich. Hier der Brief im Wortlaut: "Verblüfft und erschrocken lese ich...

Publikumsmagnet Elbphilharmonie: 1 Million Besucher auf der Plaza

Die Elbphilharmonie hat sich in weniger als vier Monaten zu einer der Sehenswürdigkeiten Deutschlands entwickelt. Alle Konzerte der laufenden Spielzeit sind ausverkauft, und auf der Plaza wurde heute die millionste Besucherin begrüßt. 111 Tage sind vergangen, seit am 5. November 2016 – gut zwei...

Das 360-Grad-Orchester - Münchner Philharmoniker präsentieren kommende Saison

Noch dezentraler wolle man agieren, noch mehr Publikum auch jenseits der Abonnenten ansprechen, die internationale Präsenz verstetigen. Das ist die Zielrichtung, die Intendant Paul Müller zusammen mit dem Chefidirigenten Valery Gergiev auch für die nächste und die weiteren Saisons ausgegeben haben....

Bayreuther Festspiele starten Online-Verkauf

Am 12. Februar 2017, 14 Uhr, starten die Bayreuther Festspiele ihren Verkauf von Eintrittskarten für die Bayreuther Festspiele 2017 im Online-Soforterwerbs-Verfahren. Wie schon 2016 werden auch in diesem Jahr für sämtliche Aufführungen der diesjährigen Festspiele Eintrittskarten online...

Musikfest Wien 2017 präsentiert Gesamtwerk von Pierre Boulez

Alle Jahre gibt es zum Abschluss der Wiener Musiksaison im Frühsommer ein Musikfest, das zum ersten Mal 1947 abgehalten wurde. Es findet alternierend im Musikverein und im Konzerthaus statt. In diesem Jahr wurde die Ankündigung getrübt durch die Mitteilung, dass die Wiener Festwochen ihre seit 1953...

Leipziger Bach-Archiv erwirbt Autograph einer Bach-Kantate

Das Leipziger Bach-Archiv hat eine wertvolle Original-Handschrift von Johann Sebastian Bach erworben. Das teilte das Archiv mit. Bei der Handschrift handelt es sich um die Partitur der Kantate "O Ewigkeit, du Donnerwort", mit der Bach am 11. Juni 1724 seinen zweiten Leipziger Jahrgang von...

Liebreich wird Leiter des Richard-Strauss-Festivals in Garmisch-Partenkirchen

Mit großer Mehrheit bekannte sich der Gemeinderat der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen in der Sitzung vom 25. Januar klar zur Fortführung des Richard-Strauss-Festivals und zur Erhöhung des Etats. Dirigent Alexander Liebreich wurde zum künstlerischen Leiter des Festivals und Nachfolger von Ks....

Pierre-Laurent Aimard erhält Siemens Musikpreis 2017

Der internationale Ernst von Siemens Musikpreis geht 2017 an den französischen Pianisten Pierre-Laurent Aimard. Die Auszeichnung für ein Leben im Dienste der Musik ist mit 250.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet am 2. Juni 2017 im Münchner Prinzregententheater statt. Insgesamt vergibt die...

Komponisten protestieren gegen Arte wegen Streichung der Rihm-Uraufführung aus dem Konzert der Eröffnung der Elbphilarmonie

In einem offenen Brief der Bayerischen Akademie der Schönen Künste protestieren zahlreiche Musiker, Komponisten und andere Personen des Kulturlebens dagegen, dass das Werk „Reminiszenz“ von Wolfgang Rihm, das dieser für die Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie komponiert hat, bei der...

Umfrage zu den wichtigsten Komponisten des 21. Jahrhunderts - Georg Friedrich Haas am häufigsten genannt

Das italienische Magazin Classic Voice hat mehr als 100 Experten aus ganz Europa zu den wichtigsten Kompositionen des 21. Jahrhunderts befragt. Bei der Umfrage unter Dirigenten, Journalisten, Programmmachern und Musikwissenschaftlern wurden die Werke von Georg Friedrich Haas am häufigsten genannt,...

Eröffnung der Elbphillharmonie live auf Arte

Die Elbphilharmonie wird am 11. Januar als hochmodernes Konzerthaus in der Hamburger HafenCity eröffnet. Das NDR Elbphilharmonie Orchester und sein Chefdirigent Thomas Hengelbrock gestalten am Mittwoch, den 11. Januar 2017 ab 18.30 Uhr das erste Konzert im großen Saal des architektonischen...

Eröffnung der Elbphilharmonie - Übertragungen im Fernsehen, Radio und Internet

Am 11. und 12. Januar 2017 wird die Elbphilharmonie Hamburg eröffnet. Zu den Eröffnungskonzerten werden neben zahlreichen Gästen aus Kultur und Politik 1000 Gewinner einer internationalen Kartenverlosung erwartet. Wer nicht im Saal sitzt, kann die Veranstaltung im Fernsehen, Radio oder online live...

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Vom sich dahin schleppenden Leben

Evelyn Herlitzius Foto: Bern Ulig

Donald Runnicles und David Hermann führen mit „Die Sache Makropulos“ den Janáček-Schwerpunkt an der Deutschen Oper Berlin fort

Von Antje Rößler

(Berlin, 19. Februar 2016) Die „Sache Makropulos“ ist ein Rezept für ein Elixier, welches das Leben verlängert. Und dieser Zaubertrank wurde von Emilia Marty ausgiebig genutzt. Die mit ihren 337 Jahren immer noch wunderschöne Operndiva lebt ohne zu altern unter wechselnden Namen, jedoch immer mit Initialen E. M. – als Elina Makropulos, als Elian MacGregor usw. Doch schließlich erkennt sie: Die Unsterblichkeit bringt keine Erfüllung; erst die Endlichkeit des Lebens macht es wertvoll.

Leoš Janáček schrieb seine vorletzte Oper „Die Sache Makropulos“ nach einer Komödie des tschechischen Autors Karel Čapek, der übrigens das Wort „Roboter“ erfunden haben soll. Das 1926 in Brünn uraufgeführte Werk läuft nun in einer Neuproduktion an der Deutschen Oper Berlin, womit Generalmusikdirektor Donald Runnicles den Janácek-Schwerpunkt am Haus fortsetzt.
Regie führte der 38-jährige Deutschfranzose David Hermann, der die Herausforderung der Parallelwelten des Stücks mit Raffinesse meistert. Die ineinander verschlungenen Ebenen von Gegenwart und entschwundener Zeit werden anhand der unterschiedlichen Identitäten der Emilia Marty erkennbar: Es treten fünf Frauen in historischen Kostümen aus verschiedenen Jahrhunderten auf.

Dass es hier um die Tragik des Nicht-Sterben-Könnens geht, ist übrigens ein interessanter Schwenk gegenüber dem zwei Jahre zuvor uraufgeführten „Schlauen Füchslein“ von Janacek, das im Einverständnis mit dem ewigen Kreislauf der Natur endet. In der „Sache Makropulos“ hingegen dominiert der Ekel über das sich eintönig dahin schleppende Leben.

Diese Thematik wird verwoben mit einer makabren Justizposse à la Dürrenmatt: Schon über hundert Jahre dauert der Erbschaftsstreit Prus contra Gregor. Letzterer, inzwischen längst verstorben, war der uneheliche Sohn der Emilia Marty.

Um die zeitlichen Parallelwelten des Stücks zu verdeutlichen, schuf Bühnenbildner Christof Hetzer einen einzigen großen Raum, dessen linke Seite eine düstere holzvertäfelte Stube von anno dazumal zeigt. Rechts hingegen sieht man die weißen Wände und funktionalen Stühle von heute. Dieser Raum wird durch eine imaginäre Wand geteilt; durchlässig nur für Emilia, die so die Schatten der Vergangenheit wahrnehmen kann.
Das Werk steht und fällt mit der Titelrolle der Emilia, um die ein Schwarm balzender Männer kreist. In den Siebziger Jahren, als diese Oper die Bühnen eroberte, wurde die eiskalt-mondäne Anja Silja zur Makropulos-Legende. David Hermann hingegen sieht Emilia Marty nicht als zynischen männermordenden Vamp, sondern als ältliche Frau im braunen Strickkleid, die das Sexuelle aus ihrem Leben verbannt hat.

Die Sopranistin Evelyn Herlitzius geht die Titelpartie so aggressiv und kämpferisch an, als stünde sie unter Strom. All das Verletzlich und Einsame der Emilia verschwindet hinter hysterischen Ausbrüchen mit metallisch gleißender Stimme. Man vermisste bei Herlitzius die lyrischen Zwischentöne.

Derek Welton gibt mit volltönendem Bassbariton einen brutalen, machtgeilen Baron Jaroslav Prus, den Gegenspieler der Emilia Marty. Recht stumpf und angestrengt klingt der Tenor von Ladislav Elgr in der Rolle des kindischen Urenkels der Emilia Marty. Das dramatische Mezzotimbre von Jana Kurucová wiederum wirkt zu üppig, um die zarten Seelenqualen des Marty-Groupies Krista, einer jungen Sängerin, glaubhaft zu machen.

Janáčeks Musik irrlichtert zwischen Spätromantik, Expressionismus und Moderne; Ahnungen von Strauss über Berg bis Weill scheinen auf. Bei der Premiere am Freitag entlockte Donald Runnicles dem Orchester der Deutschen Oper die entsprechenden Licht- und Stimmungswechsel. Durch das kontrastreiche, grell gezeichnete Spiel kam der Montagecharakter der Partitur bestens zur Geltung. Mal brodelt und stampft die Musik ekstatisch; dann wieder blühen opulente Momente auf. Die Unruhe der Musik rührt auch daher, dass der Komponist fortwährend die Perspektive zwischen distanzierter Schilderung und empathischer Psychologisierung wechselt.

Dirigent und Regisseur sind sich darin einig, die witzigen Momente nicht weiter auszukosten. Sogar der senile Graf und einstige Operettentenor Hauk-Šendorf (mit majestätischem Tenor: Robert Gambill) ist hier trotz seines Clown-Kostüms eine durch und durch tragische Figur.

Am Ende gibt es warmen Applaus; begleitet von wenigen, durchaus nicht angemessenen Buhrufen für die Regie.

Weitere Vorstellungen am 25. Februar, 27. April und 30. April jeweils um 19:30 Uhr sowie am 28. Februar um 18 Uhr.

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