Die Spieloper "Liebe und Eifersucht" des Universalgenies E.T.A. Hoffmann wurde 200 Jahre nach ihrer Entstehung jetzt am Münchner Gärtnerplatztheater uraufgeführt
(München, 27. September 2008) Wolfgang Amadeus Mozart ist allgegenwärtig. Ob in den Ensembles, den Arien, in Duetten oder Terzetten - stets klingt das große Vorbild durch die Notenzeilen hindurch, wird der Hörer an Don Giovanni, Figaro oder die Zauberflöte erinnert. Und doch ist das Singspiel "Liebe und Eifersucht" des Schriftstellers E.T.A. Hoffmann aus dem Jahr 1807, von einer ganz eigenen, wunderbar vielfältigen musikalischen Kreativität geprägt. Denn der Jurist, Dichter und Hobbykomponist Hoffmann war zweifellos das, was man ein Universalgenie nennt und als Komponist kaum weniger begabt denn als Schriftsteller.
Es ist eine großartige Initiative, die das Münchner Gärtnerplatztheater zusammen mit den koproduzierenden Ludwigsburger Schlossfestspielen ergriffen hat, um dieses über 150 Jahre verschollene Musiktheaterwerk erstmals in einer ebenso engagierten wie musikalisch hervorragenden Produktion aufzuführen. Mit einem wunderbaren Sängerensemble, in dem Stefan Sevenich als Leporello-ähnlicher Diener Ponlevi, Stefanie Kunschke als Lisida und Robert Sellier als seine Liebe gegen alle Intrigen standhaft verteidigender Enrico besonders hervorzuheben sind. Auch das Orchester unter Andreas Kowalewitz bringt mit wachem Geist und empfindungsreicher Nuancierung den abwechslungsreichen galanten Stil Hoffmanns durchweg farbig zum Leuchten.